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Zeitmaschine: Quad Eight Electronics Reverbs, Effektgerät

28. September 2019

Exot pur: Der Versuch einer Historie

Bei der Recherche zum Sony DRE-2000 Artikel bin ich über einige Informationen zu einem nicht minder rätselhaften Hallgerät gestoßen und habe in diese Richtung weiter geforscht. Es handelt sich dabei um das Quad Eight Electronics System 5.

Die Firma Quad Eight Electronics war zwischen 1962 und Mitte der 1980er Jahre im Bereich High-End-Mischpulte und Outboard tätig. Der Sitz von Quad Eight International lag ursprünglich in North Hollywood, Kalifornien, USA. Das Unternehmen wurde später von Mitsubishis Pro-Audio-Division übernommen und Ende der 1980er wegen sinkender Marktanteile geschlossen.

Die Überreste der Firma wurden von Orphan Audio aufgekauft und Quad Eight Electronics in der originären Form ist mittlerweile wieder als Boutique-Hersteller für kundenspezifische Lösungen im Geschäft. Die Firma hat ihren neuen Sitz in Santa Susana, Kalifornien, USA.

Mein Interesse galt jedoch den drei von Quad Eight Electronics hergestellten Hallgeräten:

Federhall RV-10
Digitalhall CPR-16
Digitalhall System 5

Wer mein Interview mit Denis Cazajeux zum OTO BAM gelesen hat, mag sich erinnern, dass Denis Zugang zu einem CPR-16 hatte und den Primitive Algorithmus im OTO BAM anhand des originalen Schroeder Designs entwickelt und im Vergleich mit jenem CPR-16 feinabgestimmt hat.

Die beiden anderen Geräte haben eher einen Exotenstatus und dürften nur wenigen überhaupt bekannt sein.

Ken Hirsch, der Director of Engineering bei Quad Eight Electronics/Orphan Audio, hat 2011 bei Gearslutz in einem Posting die drei Geräte kurz beschrieben, meiner Einschätzung nach irrt er aber teilweise bei den Terminen und der technischen Einordnung, so ist das System 5 sicherlich nicht vor dem Lexicon 224 erschienen und stand auch nicht in direkter Konkurrenz zum AKG ADR 68K, das erst deutlich später auf den Markt kam.

Quad Eight Electronics RV-10 – Federhall

Vor Markteinführung wurde das Gerät auf der 40th AES Convention in Los Angeles vorgestellt. Dort haben die Herren Johan Van-Leer und John Windt von Quad-Eight (damals noch als Sound Corporation firmierend) am Freitag, 30. April 1971 im Los Angeles Room des Hilton Hotels ebendort unter Chairman Robert A. Bushnell das RV-10 der Fachöffentlichkeit im Detail präsentiert. Titel des Vortrages: A Variable Decay Reverberation System.

Johan Van-Leer ist übrigens weiterhin aktiv und entwickelt neue Ideen zum Thema Federhall.

Johan Van-Leer (Quelle: preservationsound.com)

Der RV-10 Federhall kam 1972 auf den Markt und bietet vier einzeln in Dicke und Länge abgestimmte Federn, die für einen reichhaltigen und dichten Klang sorgen. Das Delay-Muster baut sich innerhalb von 55 ms vollständig auf und der Hall besteht danach aus den Überlagerungen der vier unterschiedlichen Verzögerungszeiten der Federn. Speziell an dem Gerät ist die Verstellung der Federspannung über einen an den Decay-Regler gekoppelten Mechanismus sowie zwei massive Übertrager im Ein- und Ausgang, die das Gerät auch galvanisch entkoppeln. Zusätzlich ist ein mittels O-17 Hypermolloy Gehäuse abgeschirmter UTC Ouncer Übertrager (Gewicht also eine Unze) verbaut. Außerdem bietet das RV-10 noch ein einstellbares Tiefpassfilter. Der Mechanismus des RV-10 wurde patentiert. Durch die hohe Isolation gegen äußere Störungen konnte das RV-10 direkt im Regieraum verbaut werden.

Das Federhallgerät Quad Eight Electronics RV-10 von vorne (Quelle: reverb.com)

Empfohlene Anwendungen sind: Bass, Drums, Snare, Synthesizer und Gitarren

Hallzeit: einstellbar von 1-5 s
Eingang-Ausgangs-Impedanz: 600 Ohm
Rauschabstand: 60 dB
Übersprechdämpfung gegen äußere Störungen: 55 dB
Tiefpassfilter: aus – 100 Hz – 250 Hz – 500 Hz (18 dB/Okt)
Verzerrung: unter 0,25 %
Eingangsempfindlichkeit: +4 dBm bis -20 dBm (interner Trimmer)
Ausgangspegel: +18 dBm
Übertragungsbandbreite: 100 Hz – 7 kHz (unabhängig vom eingestellten Decay)
Spannungsversorgung: 117 VAC (12 Watt)
Maße: 48 x 10 x 24 cm
Gewicht: 7,5 kg
Preis: unter $ 800

Es wurden mindestens 357 Geräte verkauft.

Quad Eight Electronics RV-10 – Federhall (Quelle: db, The Sound Engineering Magazine 08.1973)

Verbreitung des Quad Eight Electronics RV-10 Federhalls in Studios

Diese Studios führen einen RV-10 aktuell auf ihrer Equipment-Liste:

STUDIO BLACK BOX, La Dionnaie, 49520 Noyant La Gravoyère, Frankreich
STUDIO RAS, PARIS – Ile de France Sud, Frankreich
PAX•AM STUDIO, Hollywood, California, USA

Dieses Studio hatte 1976 einen RV-10 in den Outboard-Racks:

Mouri Studio Meguro, Tokyo, Japan

Das Federhallgerät Quad Eight Electronics RV-10 von hinten (Quelle: reverb.com)

Live-Einsatz des Quad Eight Electronics RV-10 Federhalls

Einen großen Auftritt hatte das Quad Eight RV-10 Federhallgerät am ChicagoFest im Juli/August 1981, das sich über 12 Tage erstreckte. Dort fanden 350-450 Auftritte auf 14 verschiedenen Bühnen am riesigen Navy Pier des Lake Michigan statt und man zählte mehr als eine Million Besucher. Das RV-10 kam auf der Main Stage (mit Platz für 18000 Zuhörer) zum Einsatz.

Bands auf der Main Stage waren:
Chaka Khan, Teddy Pendergrass, The Reddings, John Prine and Steve Goodman, Chicago, Lee Ritenour, Bobby Vinton, The Lennon Sisters, Aretha Franklin, The Four Tops, Air Supply, Jim Photoglo, Cheap Trick, Cold Chisel, The Commodores, .38 Special, The Dregs, Crystal Gayle,
Rodney Crowell, Mickey Gilley- Johnny Less and the Urban Cowboy Band und Hank Williams Jr.

Sicherlich haben nicht alle das RV-10 benutzt.

Video mit Quad Eight Electronics RV-10 Federhall

Im Video sieht man die mechanische Verstellung der Federlänge/Spannung und auch die aufwendige Elektronik inklusive der drei mächtigen Übertrager.

Ein weiterer Blick in das Innere eines RV-10 Gerätes (Quelle: reverb.com)

Preisentwicklung des Quad Eight Electronics RV-10 Federhalls

1976 angeboten für $ 400 in Nashville, USA (es waren zwei Geräte verfügbar)
1977 angeboten für $ 350 in Shreveport, USA
2006 angeboten für $ 100 in Seattle, USA
2009 angeboten für $ 75 in Milwaukee, USA
2011 angeboten für $ 575 in Minneapolis, USA. Der Preis wurde später auf $500 reduziert.
2013 verkauft für $ 600 via Gearslutz
2017 verkauft für GBP 120 via Vemia
2019 verkauft für $ 1895 via Reverb.com

Quad Eight Electronics CPR-16 – Digitalhall

Der CPR-16 Digitalhall wurde von Quad Eight Electronics auf der 57sten AES Convention vorgestellt, die vom 10.-13- Mai 1977 in Los Angeles stattfand. Im Demobereich der Firma wurde ein Prototyp gezeigt, dessen Entwicklung weit fortgeschritten war und der kurz vor der Fertigstellung stand.

Anzeige zum Quad Eight Electronics CPR-16 Digitalhall aus dem Magazin Studio Sound 03/1977

Das Quad Eight Electronics CPR-16 basiert technisch auf dem damals aktuellen S100 Bus, der als Teil des Altair 8800 entworfen wurde. Die gesamte Elektronik verteilt sich auf schlanke 10 Karten, die senkrecht im Gehäuse stecken. 1981 wurde eine weitere Version verkauft, die CPR-16A hieß. Genauere Informationen zu den Unterschieden liegen mir keine vor.

Blick in das Innenleben des Quad Eight Electronics CPR-16 Digitalhalls (Quelle: Die analogen Hitmaschinen, Karl-Hermann von Behren)

Das Quad Eight Electronics CPR-16 basiert direkt auf den Arbeiten von M. R. Schroeder, also die bekannte Struktur mit Kamm- und Allpassfiltern. Die mit dem Decay-Regler eingestellte Abklingzeit wird mit dem Wert für die Room-Size multipliziert, so dass die maximale Abklingzeit 66 s beträgt.

Anzeige zum Quad Eight Electronics CPR-16 Digitalhall aus dem Magazin Recording 12/1977

Decay: einstellbar von 0,25-20 s
Eingang-Impedanz: größer als 6600 Ohm
Ausgangs-Impedanz: kleiner als 120 Ohm (bei 600 Ohm Last)
Ausgangspegel: +22 dBm
Übertragungsbandbreite: 20 Hz – 7 kHz (unabhängig vom eingestellten Decay)
Room Size: einstellbares Pre-Delay in acht Schritten (0, 5, 15, 30, 50, 75, 100, 130 ms)
Presets: vier Taster – Room, Plate, Echo, Aux (z.B. für Special FX)
Tiefpassfilter: regelbar in acht Schritten von 1 bis 8 kHz
Dämpfung hoher Frequenzen: regelbares Filter mit 12 dB/Oktave
Rauschabstand: > 80 dB
Verzerrung: unter 0,1 %
Eingangsempfindlichkeit: regelbar von +24 dBm bis -10 dBm
Interne Berechnung: 16 Bit
Maße: 48 x 13.5 x 35.5 cm
Gewicht: 14 kg
Preis: $ 5995

Verbreitung des Quad Eight Electronics CPR-16 Digitalhalls in Studios

Diese Studios führen einen CPR-16 aktuell auf ihrer Equipment-Liste:

Juno Studio (Bertrand Fresel), 12 rue de Bellevue, 91330 Yerres, Frankreich
Studios Ferber (1973 von René Ameline gegründet), 56 rue du Capitaine-Ferber, Paris, Frankreich
Electrical Audio (Steve Albini), Chicago, Illinois, USA

Der Produzent Nigel Godrich (Radiohead) benutzte ein schwarzes CPR-16 im Rahmen der In Rainbows Recordings. Das Gerät wurde 2017 in Xavier Veilhans mobilem Studio Venezia an der Biennale in Venedig gesehen. Das Studio wurde von Nigel Godrich durch das Bereitstellen von Equipment unterstützt.

Man sieht das schwarze CPR-16 im Video von 3:02-3:05 min.

Der Klang des Quad Eight Electronics CPR-16

Ende der 1970er Jahre wurde das Capitol Theater in Yakima, Washington, restauriert. Ursprünglich 1920 eröffnet, wurde es nach einer Nutzung als Kino-Saal wieder als Konzertsaal hergerichtet. Da der Saal für die Aufführung von klassischer Musik zu trocken war, wollte man die Halldauer mit elektro-akustischen Maßnahmen verlängern.

A Quad Eight CPR-16 digital reverb unit was fed from one of the outputs of the sound system
console and fed to the four delay zones as well as directly to speakers in the domed ceiling of the theater. The reverb unit was operated as a single-channel device.

The opening concert with Jan Peerce and the Yakima Symphony was positively enhanced by judicious use of the system. It was determined that any attempt at“ more is better“ could be disastrous, particularly in view of the inherent coloration of the CPR-16.
(Quelle: Electro-Acoustics in Architecture, db – The Sound Engineering Magazine 01/02 1986)

Bei späteren Versuchen dieser Art hat man bessere Erfahrungen mit einem Lexicon 224 Hallgerät gemacht.

Testbericht zum CPR-16 aus Studio Magazin 1978 Heft 04 (Quelle: Studio Magazin Archiv bei echoschall.de)

Steve Albini von Electrical Audio schreibt:
Early eighties digital effects box. The thing has the most ridiculous sounding reverb. I can’t describe, you just have to try it out. When doves cry, they cry digital reverb.

An anderer Stelle schreibt er:
You might want to try to find a Quad Eight reverb like the one we have here — it’s equally fucked-up sounding, or a Publison Infernal Machine, which has a couple of perverse algorythms. Is that how you spell it?

Im Nachwort zu seinem Buch „Die Analogen Hitmaschinen“ von 2004 schreibt Karl-Hermann von Behren recht spitz:

Ein Negativ-Beispiel aus der auch in der Vergangenheit überschätzten Digitalwelt: Das
CPR-16 von „quad eight“ (USA). Der Digitalhall von 1977 (Frequenzgang bis 7 kHz) kostete
14.385 Mark und war selbst von der Qualität einer analogen Hallplatte „Lichtjahre“ entfernt.

Weiter schreibt er:
Das Gerät war zu Recht nur eine digitale Zeiterscheinung… Minigeräte für 100 Euro
können heute mehr in besserer Klangqualität.

Im Forum des Magazins R/E/P Recording – Engineering & Production wurde 2006 die Frage nach dem schlechtesten je gebauten Hallgerät wie folgt beantwortet:
Honorable mention – Quad Eight Digital Reverb – it sucked big time!

Preisentwicklung des Quad Eight Electronics CPR-16 Digitalhalls

2006 verkauft für $ 400 via Gearslutz

Quad Eight Electronics System 5 – Digitalhall

Das Quad Eight Electronics System 5 wird zum ersten Mal im dB – the Sound Engineering Magazine vom Januar 1981 erwähnt. Dies auf genau der Seite, auf der auch ein Bericht zum Sony DRE-2000 abgedruckt ist. So bin ich überhaupt auf das Gerät gestoßen.

In der Februar Ausgabe desselben Magazins schaltet Quad Eight Electronics eine ganzseitige Farbanzeige zum System 5, wo mit markigen Sprüchen das neue Gerät beworben wird und man sofort klar macht, dass man gegen die Platzhirsche im Markt auf Augenhöhe antritt:
Less than half the price of an EMT 251. Slightly more than the Lexicon 224. And, System 5 sounds better than both. It’s the most advanced digital electronic reverberation system available.

Ganzseitige Farbanzeige zum Quad Eight Electronics System 5 (Quelle: dB – the Sound Engineering Magazine 02/1981)

Als Besonderheit wird der Anschluss der Remote über ein normales Audio-Kabel herausgestellt und auch die Option, Änderungen der Settings beim Mixdown von Band oder Disk wiederzugeben. Die erste DAW-Style Automation also?

Auf der NAB Convention von 12.-15. April 1981 in Las Vegas (NAB steht für National Association of Broadcasters) wurde das System 5 dann vor Fachpublikum ausgestellt und traf auf so illustre Mitbewerber wie das Ursa Major 8×32 Digital Reverb (das als Vorläufer des AKG ADR 68K angesehen werden kann, das aber erst 1986 erschien), Publison DHM 89B2 „The French Infernal Machine“, Lexicon 224 oder das Sony DRE-2000, das von Sony als Teil des digitalen Portfolios im Bereich Audio und Telecasting mittels eines kompletten Use Cases von Mikrofonierung, Mischung über Verhallung zu Digitalisierung und Aufnahme vorgestellt wurde.

Im September 1981 wurde mitgeteilt, dass das System 5 nun im Handel verfügbar sei.

Anzeige nach Markteinführung des Quad Eight Electronics System 5 (Quelle: dB – the Sound Engineering Magazine 10/1981)

In der Zeitschrift Studio Sound vom Juli 1983 findet sich der Hinweis auf eine Variante des Gerätes, genannt System 5-LC, wobei LC für local control steht. Man hat alle Bedienelement der Remote auf die Frontseite des Gerätes montiert und konnte so Kosten sparen. Eine Remote ließ sich später hinzufügen. Ähnliches kennt man von auch von später erschienen Hallgeräten, wie z. B. dem EMT 246.

Decay: einstellbar von 0,5-6 s in zehn Schritten
Decay hoher Frequenzen: regelbar
Pre Delay: 0 bis 100 ms in 5 ms Schritten
Übertragungsbandbreite: 20 Hz – 14 kHz
Programme: plate, medium density reverb, low density reverb, echo
Equalizer: 16 Einstellungen
Auflösung: 15 Bit
Dynamic Range: 103 dB
Rauschabstand: 83 dB
Verzerrung: unter 0,02 %
Remote: Fernbedienung im Taschenrechner-Stil, Anschluss über Audiokabel bis zu 60 m
Maße: 48 x 13.5 x ?? cm
Preis: unter $ 10000

Preisentwicklung des Quad Eight Electronics System 5 Digitalhalls

2015 verkauft für 675 Euro in Emden, Deutschland (defekt).
Bei worthpoint.com ist ein weiterer Verkauf eines ungetesteten System 5 dokumentiert, Datum und Preis unbekannt. Ort USA.

Der Klang des Quad Eight Electronics System 5

Aus diesen Auktionen stammen folgende Informationen und klangliche Einschätzungen:

Frühes Digitalreverb der Firma Quad/Eight. Wurde zeitgleich (oder sogar etwas früher?) mit den ersten Digitalreverbs von Lexicon und EMT entwickelt. Mit Fernbedienung und Zusatzgerät. Ich habe das Gerät als nicht funktionsfähig aus einer Studioauflösung bekommen und mir fehlt leider die Zeit, mich um eine Reparatur zu kümmern. Ich habe Kontakt mit dem ehemaligen Entwickler aufgenommen, der immer noch die Schaltpläne für das Gerät hat und sie auch gegen eine Gebühr kopieren bzw. digitalisieren würde, den Kontakt kann ich gerne weiterleiten. Wer sich die Mühe macht bekommt hier ein super seltenes und absolut hochwertiges Hallgerät, welches den EMT 250 oder Lexicon 244 um nichts nachsteht (laut Aussagen einiger amerikanischer Studios, die ich wegen dem Hall angeschrieben habe).

I have no way to test this so it is being sold as is. I was told by my friend this came from Lucas studios and was the org. Reverb used on The 1976 Star wars movie for Darth Vader. It may work or may not so it is being sold as is. I don’t have much info on this but I’m sure if you are looking at it you know what it is.

Zum Abschluss noch einige – leider nur sehr kleine – Bilder aus der archivierten Auktion bei worthpoint.com:

Quad Eight Electronics System 5 – Rack Unit mit Remote und weiterer Box unbekannter Funktion

Blick auf die Anschlüsse

Quad Eight Electronics System 5 mit Remote und weitere Box von hinten

Quad Eight Electronics System 5 – Detail der unbekannten Box

Fazit

Die drei Hallgeräte von Quad Eight Electronics üben nach der intensiven Recherche zu diesem Artikel einen gewissen Reiz auf mich aus. Da die Geräte in Europa jedoch sehr selten sind und auch keine relevanten Klangbeispiele existieren, ist es unmöglich, sich ein eigenes Bild vom klanglichen Potential der Geräte zu verschaffen und es muss zwangsläufig bei einer eher distanzierten Beschreibung bleiben.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    costello  RED

    Swissdoc ist der Sherlock Holmes unter den Amazona.de-Autoren. Faszinierende Spurensuche zu einem praktisch unbekannten Digitalhall der Edelklasse. Kaum Soundbeispiele? Geschenkt. Die Indizien sprechen für sich und ganz klar für den Quad Eight :-)

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Danke für die lieben Worte.
       
      Beim Artikel zum Sony DRE-2000 habe ich meine Suchmethode erfolgreich erprobt, hier bei Quad Eight hat es auch super funktioniert. Klappt aber leider nicht immer. Gerade Synthesizer sind i.d.R. nicht so im Focus der Studiomagazine. Nun ja, man kann nicht alles haben.
       
      Wir hatten es im Sequencer.de Forum mal 2015 mit einem Schnapper beim System 5. Das war das defekte Gerät aus der oben erwähnten Auktion. Mein Kommentar damals:
       
      Das ist ein interessantes Gerät, bisher habe ich von dieser Firma noch nie etwas gehört. Aber es gibt sie noch. Aber man kauft sich hier natürlich einen Haufen Probleme, es sei denn, es ist nur was banales kaputt. Mir jedenfalls zu heiss, auch wenn es einen gewissen Reiz hat.
       
      Ich würde wohl immer noch so entscheiden.

  2. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    So sehr ich auch die kuriosen Auswüchse früher digitaler Synthesiser und ihre Tücken schätze — frühe Digitalhallen haben mich irgendwie nie so in ihren Bann geschlagen, daß ich dafür dieselben Leidensgeschichten in kauf nehmen würde wie bei den Musikinstrumenten.
    .
    Wahrscheinlich deshalb, weil für mich ein Hall nur zu hallen und für Luft zum Atmen zu sorgen hat.
    .
    Rein funktional und rein banal.
    .

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      In gewisser Weise hast Du recht. Ist ein wenig so, wie stinknormales Salz vs. Fleur de Sel. Macht aber Spass… Mir zumindest :-)

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          swissdoc  RED

          In dem Sinne kann ich auf ein gut sortiertes Salzlager zugreifen und dann je nach Lust und Laune einen passenden Streuer auswählen oder eben auch etwas schwarzes Pyramidensalz aus Zypern verwenden.

  3. Profilbild
    qwave

    Georg, vielen Dank für deine weiteren Wiederentdeckungen in Sachen Hallgeräte. Ich lese die immer wieder gerne.
    Damals als Schüler hat man ja jede Anzeige einzeln und minutenlang angestarrt vor Bewunderung und mangels anderer Quellen. Heute reicht eine Suchmaschine um aktuelle Geräte zu finden. Aber so bald es alt und selten wird, versiegen dort die Quellen schnell.

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Ich habe mal einen Stapel alter Sound Check Hefte gekauft. Neben den lustigen Bildern von Gitarristen mit langen, blonden Dauerwellen-Mähnen sind die Hallgeräte-Testberichte das spannendste. Aber zu Quad Eight gab es da auch nichts.

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Wo findest du sowas immer Doc? Klasse geschrieben. Bin gespannt was du noch so findest.

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      swissdoc  RED

      Man nennt es das „Internet“. Details habe ich im Sony DRE-2000 Artikel geschrieben. Aber es ist eine Menge Glück und viel Arbeit involviert. Das Buch von Karl-Hermann von Behren hatte ich zufällig im Haus (weil es etwas über das Swissecho 2000 hatte) und erinnerte mich an das Bild, aber auch das gab es im Internet.
       
      Es gibt da noch eine nette Seite zum Swissecho 2000, schau mal rein:
      https://bit.ly/2nzTINc

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        TobyB  RED

        Da hat sich das Internet doch schon irgendwie gelohnt ;-) Das Swissecho sieht auch ziemlich faszinierend aus! Selbst wenn man weiß was man sucht, bleibt es noch viel Arbeit. Respekt!

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          swissdoc  RED

          Und keine 7 Jahre später ist das dumme Ding schon wieder kaputt. Man sollte auf VSTs umsteigen…

  5. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Danke für die super spannende Recherche swissdoc.
    Die Quad Eight Hallboliden faszinieren mich schon seit langem.
    Insofern habe ich Deinen Bericht hier wirklich inhaliert :)
    Den Mut beim System-5 zuzuschlagen hatte ich allerdings auch nicht
    als ich vor einigen Jahren mal die Chance dazu hatte.

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Diese Chance kam aus USA und sollte funktionieren? Mut gehört beim Kauf eh dazu, wenn man sich den Kram schicken lässt. Beim Lexicon 200 und 224 hat bei mir damals alles gut geklappt, Erst als das AKG ADR68k aus Übersee kam, hatte ich etwas Pech. Die Hallfahnen endeten immer in lustigem Geknurpsel. Der Techniker hatte, wie auch immer zwei Chips mit Gewalt in die Fassungen gedengelt, so dass einige Beinchen neben der Fassung gelandet waren. Bei der Endkontrolle ist das keinem Aufgefallen. Immerhin war es leicht zu reparieren. No Risk no Fun.

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        Ja, USA. Ich bin da eigentlich kein Hasenfuss und habe schon einige halsbrecherische Elektroschrottkäufe der Schwergewichtsklasse in Übersee hinter mir. Damals war mein Informationsstand einfach nicht gut genug. Hätte ich Deinen Artikel schon gekannt, hätte ich vielleicht zugeschlagen. Mein ADR68k war übrigens auch DOA. Ich bin froh, dass es nun schnurrt wie ein Kätzchen.

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          swissdoc  RED

          Sollte einem von uns mal ein System 5 irgendwo auffallen, dann machen wir einen Group-Buy. Du zahlst und trägst das Risiko und ich habe meinen Spass. Deal?

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