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Test: Carl Martin, Quattro, Gitarren-Multieffektpedal

Carl Martin Quattro

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Im Gegensatz zum wohl bekanntesten Hersteller für Effekte unseres nördlichen Nachbarn Dänemark, TC Electronic, setzt die ungleich kleinere Firma East Sound Research schon seit Beginn auf einen konsequent analogen Weg bei der Entwicklung ihrer handgefertigten Carl Martin Produkte. Einst entstanden aus einem PA-Verleih, wurden in den frühen 90ern die ersten Effekte entwickelt, welche sich schnell zu einem Geheimtipp in der Szene mauserten. Mittlerweile umfasst das Angebot unter anderem 28 Effektboxen, seit 2005 befindet sich zudem ein handgefertigter Vollröhrenamp sowie ein Bassverstärker samt den dazugehöriger Boxen im Programm des Teams um den Firmengründer Soren Jongberg.

Wir von Amazona haben uns für einen Test das Carl Martin Quattro organisiert. Ein vollanaloges Effektboard mit den wichtigsten und meistbenötigten Effekten Delay, Chorus, Distortion und Compressor, welches schon auf den ersten Blick aufgrund des Designs ein Retro-Feeling aufkommen lässt.

-- Carl Martin Quattro --

– Carl Martin Quattro —

Lieferumfang/Aufbau/Features

Kein Display, keine Store/Preset-Buttons oder Ähnliches verunstalten die Oberfläche des Carl Martin Quattro und somit fällt die mitgelieferte Bedienungsanleitung auch dementsprechend knapp aus. Ein DIN A4-Blatt reicht zur Erörterung der Möglichkeiten dieses Multieffekts, das in seinem massiven Stahlblechgehäuse auch locker mal einen Absturz aus dem dritten Stock verkraften dürfte. Aber im Ernst, die Hardware mit ihren sechs robusten Metallschaltern und den auf dem Gehäuse verschraubten Potis samt Chickenhead-Knöpfe hinterlassen einen sehr wertigen und vertrauensvollen Eindruck, das gilt besonders im Hinblick auf die auftretenden Belastungen auf der Bühne und im Proberaum. Das Gerät mit den Maßen von 410x160x45 mm und einem Gewicht von 2 kg ruht rutschfest auf vier an der Unterseite angebrachten Kunststofffüßen und besitzt einen internen Netzanschluss mit einem für die Praxis ausreichend langem Netzkabel, auf ein externes Netzteil wurde somit zum Glück verzichtet. Bis auf den TEMPO-Switch ganz links auf der Bedienfront, besitzen die übrigen Schalter eine große LED zur Überwachung des Betriebszustandes.

Äußerst sparsam präsentiert sich das Quattro auch mit seinen Anschlüssen. Wer hier eine MIDI- oder gar eine USB-Schnittstelle sucht, wird enttäuscht sein. Neben dem Input für die Gitarre befinden sich an der Stirnseite lediglich noch ein Stereoausgang sowie ein Effektweg, der es erlaubt, externe Effekte wie das heiß geliebte Distortion-Pedal oder andere unverzichtbare Effekte einzuschleifen und somit dem Gesamtsound des Quattro beizufügen. Sein Platz liegt zwischen dem Overdrive- und dem Delay-Modul, sämtliche Buchsen besitzen das musikerfreundliche 6,3 mm Klinkenformat und wurden bombenfest am Gehäuse verschraubt. Fehlt zum ganzen Glück eigentlich nur noch ein Netzschalter, doch leider sucht man diesen vergebens: Das Gerät erwacht durch Einstecken des Netzsteckers zum Leben.

Bestückt wird das Quattro mit den vier populärsten Effekten aus dem Sortiment des dänischen Herstellers. Da wäre zum einen der Compressor, welcher mit den Reglern COMPRESS und LEVEL zwar nur rudimentäre Zugriffe auf die Parameter erlaubt, in seiner Wirkungsweise aber sehr effektiv und musikalisch arbeitet und sich somit für sustainreiche Soli und lange und schwebende Akkorde/Voicings anbietet. Die Regelzeiten dieses (natürlich) voll analogen Kompressors sind nahezu unhörbar, so sind selbst bei voll aufgeregeltem Compress-Level keinerlei unerwünschte Artefakte wie Knacken oder ein übermäßiges Rauschen wahrnehmbar.

Klangbeispiele

  1. Profile Photo
    olerabbit

    Das Quattro bietet leider keinen FX Loop.

    Es kann also nur – wie im Test ja so ganz nebenbei im Kleingedruckten angemerkt – VOR einem (am besten nur 1-kanaligen) Amp betrieben werden.

    Hat man einen 2-kanaligen Amp (Clean + Lead) mit einen FX Loop – so wie ich -, kann man entweder nur die Pre- oder nur die Post-Effekte des Quattro verwenden. Die 4-Kabel-Methode ist mit diesem Gerät leider nicht machbar.

    Das ist für mich ein großer Minuspunkt, der im Test leider unerwähnt bleibt.

    • Profile Photo
      Stephan Güte AHU

      Hi olerabbit,

      das Quattro besitzt einen FX-Loop, was man im Artikel auch nachlesen kann.

      ..”sowie ein Effektweg, der es erlaubt, externe Effekte wie das heiß geliebte Distortion-Pedal oder andere unverzichtbare Effekte einzuschleifen und somit dem Gesamtsound des Quattro beizufügen. Sein Platz liegt zwischen dem Overdrive- und dem Delay-Modul,..”

      Gruß,

      Stephan

      • Profile Photo
        olerabbit

        Danke für den Hinweis, das muss ich wohl überlsen haben, sorry.

        Dann klingt das Teil also nicht nur gut, man kann es auch mit der 4KM nutzen. Perfekt.

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