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Black Box: Kawai XD-5 Drum-Synthesizer

Kawai XD-5 Drum-Synthesizer

6. August 2022

Obwohl ich mich seit über dreißig Jahren mit Synthesizern beschäftige, stoße ich dennoch gelegentlich auf Geräte, die mir unbekannt sind. Der Kawai XD-5 Percussion-Synthesizer ist so ein Kandidat. Kawai ist ein Unternehmen mit langer Tradition und ist eigentlich auf die Produktion von Klavieren spezialisiert. Durch die Übernahme von Teisco erwarb man auch entsprechendes Know-how über Elektronik und so erblickte 1979 der 100P Synthesizer das Licht der Welt, der ein wenig an den Roland SH-2000 erinnerte. Das Unternehmen entwickelte weiter rein analoge Synthesizer, aber auch mehrstimmige Synthesizer mit DCOs, war also technisch immer am Puls der Zeit, aber immer auch ein wenig im Schatten der Konkurrenz von Roland, Korg und Yamaha. Als der DX7 das Ende der analogen Ära einläutete, ging auch Kawai den Schritt mit und präsentierte mit dem K-5 einen digitalen Synthesizer auf Basis additiver Synthese. Der Roland D-50 und der Korg M1 brachten PCM-Samples mit ins Spiel. Kawai reagierte auch darauf und brachte um ein Drittel des Preises eines M1 den Kawai K1 auf den Markt. Die Synthese basierte rein auf PCM-Samples, ein Joystick ermöglichte das Überblenden von Samples. Der Nachfolger K4 hatte dann schon 16 Bit Sample-Auflösung und ein digitales Filter. Der XD-5 Drum-Synthesizer basiert im Wesentlichen auf der Technik des Kawai K4 Synthesizers, nur das seine Schwingungsformen auf Drum- und Percussionklänge fokussiert sind.

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Der XD-5 Percussion-Synthesizer hat 256 S hwingungsformen in 16 Bit / 44,1 kHz im Speicher. 41 davon sind digitale zyklische Schwingungsformen, der Rest Samples. Ein Sound kann dabei aus 2 oder 4 Schwingungsformen bestehen, die Polyphonie ist dann 16- bzw. 8-stimmig, Klangformung ist mittels 2 ADSR-Hüllkurven und einem digitalen, resonanzfähigen Filter möglich, als Draufgabe ist Ringmodulation möglich.

Äußere Werte

Optisch ist der XD-5 unspektakulär. Das 2 HE hohe 19 Zoll Rack aus schwarzem Metall wird durch eine anthrazitgraue Frontplatte aus stabilem Kunststoff abgeschlossen. Auf dieser sind ein Cardslot, zwei Schieberegler, eine Menge schwarzer Drucktaster mit angenehmem Druckpunkt und ein gelb hinterleuchtetes zweizeiliges LC-Display, eine Kopfhörerbuchse und der Netzschalter untergebracht.

Das Äußere ist unspektakulär und typisch für die Zeit der Entstehung

Links sitzt ein bullig betonter Cardslot auf der Frontplatte

Rückseitig befinden sich der Anschluss für das externe Netzteil, ein Stereo-Summenausgang, 6 Einzelausgänge und ein MIDI-Trio.

Auf der Rückseite befinden sich 2 Hauptausgänge und 6 Einzelausgänge …

… sowie ein MIDI-Trio. In den 80ern und 90ern war ein MIDI-Thru noch Standard.

Der XD-5 kann in zwei verschiedenen Modes Klänge ausgeben. Im Singlemode werden die Einzelklänge, die aus bis zu 4 Samples bestehen können, bearbeitet. Diese Klänge können über MIDI polyphon gespielt werden und auf 64 internen Speicherplätzen abgelegt werden. Bis zu 88 Single-Patches können dann im Kit-Mode auf 88 Tasten von A1 bis C7 zu Kits zusammengestellt werden. 16 dieser Kits können im internen Speicher abgelegt werden.

Die Klangerzeugung im Detail – der Single-Patch-Mode

Das Handbuch geizt mit grafischen Darstellungen, aber ein Screenshot des XD-5 Panels des Ctrlr-Editors fasst die Klangerzeugung des Kawai XD-5 gut zusammen.

Über die Software Ctrlr lässt sich der XD-5 fernsteuern

Zunächst muss der geneigte Soundtüftler in den Common-Parametern festlegen, aus wie vielen Schwingungsformen der Einzelsound bestehen soll und wie diese Schwingungsformen kombiniert und durch die Filter geroutet werden. Es stehen drei Source-Modes (Normal, Twin und Double) zur Verfügung.

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Von den 256 Schwingungsformen im ROM sind 41 sogenannte DC-Digital-Cyclic-Waveforms, also kurze geloopte Schwingungsformen, die rein technisch aber ebenso PCM-Samples in 16 Bit, 44,1kHz wie die restlichen Schwingungsformen. Darunter befinden sich hauptsächlich Samples von akustischen Drumkits, Percussion und klassischen Drumcomputern, aber auch Samples von Bässen. Die Qualität ist dabei durchgehend hochwertig, der Sound gemäß dem Erscheinungsdatum des Gerätes späte 80er und frühe 90er.

Im Poly-Mode wird festgelegt, ob ein Sound abgeschnitten wird, wenn dieselbe Note nochmals angeschlagen oder er zusätzlich neu gestartet wird, wenn noch Stimmen verfügbar sind (z. B. für die Erzeugung von anschwellenden Becken) oder ob der Sound nur monophon spielbar ist.

Eine Besonderheit des XD-5 ist die Möglichkeit der Ringmodulation, hier AM genannt. Schwingungsform 1 kann Schwingungsform 2 ringmodulieren, was interessante metallische Klänge ermöglicht. Die modulierende Schwingungsform kann dabei stummgeschaltetwerden. Analog geht das auch mit Schwingungsform 3 und 4. Interessant ist auch die Möglichkeit, jeder Schwingungsform eine eigene Velocity-Curve zuzuordnen. Es stehen 8 verschiedene Anschlagskurven zur Verfügung, wobei durch Kombination der Kurven 5 und 6 Velocity-Switching möglich wird um z.B. open und closed HiHats auf eine Taste zu legen.

Jede der maximal 4 Schwingungsformen wird dann durch jeweils eine eigene ADSR-Lautstärkehüllkurve geroutet. Der Level und die Länge des Decays können dabei durch die Anschlagsdynamik moduliert werden. Die Summe der Schwingungsformen wird dann parallel oder seriell durch die zwei digitalen Lowpass-Filter geschickt. Diese haben einen Resonanzparameter, simulieren dem Stand der damaligen Technik entsprechend aber keine Selbstoszillation. Insgesamt ist der Klang des Filters für ein digitales Filter dieser Zeit ordentlich.  Leider ist auch hier die einzige Modulationsquelle die Anschlagsdynamik. Mit ihr kann die Cutoff-Frequenz und die Modulationstiefe der Hüllkurve beeinflusst werden.

Zusamenstellen von Drumkits – der Drumkit-Mode

Bis zu 88 Single-Patches lassen sich zu einem Drumkit zusammenstellen. Im Gegensatz zum Single-Patch-Mode sind hier die bis zu 4 Schwingungsformen fix einer Taste zugewiesen und können nicht polyphon gespielt werden. Paraphonie ist aber möglich, da die Einzelschwingungsformen eines Single-Patches individuell gestimmt werden können. Dem jeweiligen Edit-Key von A1 bis C7 können jeweils ein Single-Patch samt Pitch, Fine-Tuning, Level und Submix-Routing (A-H) zugewiesen werden.

Die Taster haben einen gut definierten Druckpunkt, die Bedienung ist leider trotzdem sehr zeitaufwändig

Das Ausgangsrouting – Output-Patch

In den Single- und Kit-Programmen werden jeweils Submix-Routings festgelegt. Über Output-Patches werden diese Subgruppen dann den physischen Haupt- und Einzelausgängen zugewiesen. So ergibt es Sinn, dass im Kit Bass, Snare, HiHats, Toms und Cymbals unterschiedlichen Submixes zugewiesen werden. Mittels Output-Patch wird dann festgelegt, ob das gesamte Kit je nach Anwendungsszenario nur über die Hauptausgängde geschickt wird oder zur Einzelbearbeitung auf die Einzelausgänge aufgesplittet wird. Das Kit-Programm selbst bleibt dabei immer unverändert.

Klang, Möglichkeiten und Ctrlr

Kawai hat den XD-5 1989 als 16 Bit Digital Percussion Synthesizer gelabelt. Ein Drum-Synthesizer bietet 2022 doch etwas andere Möglichkeiten, siehe zum Beispiel aktuell den Elektron Syntakt. Gut, da liegen auch 30 Jahre technische Entwicklung dazwischen. Ich würde eher sagen, der Kawai XD-5 ist ein ROMpler mit digitalem Filter und Ringmodulationsmöglichkeit. Dennoch haben manche Sounds einen gewissen Charme und mit Kombination von zyklischen Schwingungsformen und PCM-Samples lassen sich interessante Klänge formen und diese bieten gutes Ausgangsmaterial für die weitere Bearbeitung in der DAW. Ich persönlich habe den Single-Patch-Mode interessant gefunden, denn ich sehe den XD-5 nicht als Tool, um komplette Schlagzeug-Backings zu erstellen, seine Stärke sind interessante ergänzende Sounds oder markante Einzel-Sounds. Die direkte Bedienung am Gerät ist da natürlich eine echte Spaßbremse. Erfreulicherweise hat ein User ein Panel für die universelle Open-Source-Software Ctrlr erstellt, mit der sich der Kawai XD-5 fernsteuern lässt. Da kommt dann schon Freude auf, wenn man das Ganze einmal zum Laufen gebracht hat.

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Fazit

Der Kawai XD-5 bietet mehr Möglichkeiten, als man auf den ersten Blick annehmen möchte. Gerade unter Verwendung der Einzelausgänge oder über Recording und Weiterverarbeitung in der DAW ist er dank sehr guter Samples als Grundlage auch heute noch gut einsetzbar.

Wenn man auf den einschlägigen Verkaufsportalen einen XD-5 zu einem vernünftigen Preis (200,- bis 250,- Euro) ergattern kann, ist das definitiv eine Überlegung wert.

Plus

  • gute Basis-Samples
  • digitales Filter
  • Ringmodulation

Minus

  • Programmierung mit Mäusekino-Display zeitintensiv

Preis

  • Gebrauchtpreis: ca. 200,- bis 250,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Ein gutes Gerät! Hatte es mir auch mal geholt aber der Vibe und die Dreckigkeit des K4 fehlten einfach. Die Struktur ist meiner Meinung nach so einfach daß man keinen externen Editor benötigt. Lediglich das Effekt-Routing muss einmal verinnerlicht werden. Der XD-5 und auch K4/K1 haben keine Ringmodulation sondern eine Amplitudenmodulation. Statische Wellenformen können z.B. durch weniger statische in der der Lautstärke moduliert werden, d.h. es werden mit hoher Frequenz Anteile der Wellenform zyklisch ausgelöscht. Interessant wird es wenn die modulierende Wellenform eine hohe Frequenz aufweist und zusätzlich noch in der Tonhöhe fixiert wird, kommt aber darauf an was man hören will. Es können FM-ähnliche Sounds entstehen aber eben nur ähnliche. Auftretendes Aliasing mach es dann noch interessanter und verwischt die reine Lehre der AM noch mehr. Einzigartig! Ich besitze als „Drumexpander“ einen K1IIr, ein K1 mit 32 zusätzlichen Drumssounds weil ich ungern die Synthwellenformen misse. Andere bevorzugen die ebenfalls kultigen Kawai R 50/100 Drummachines. Die sind nochmal ein Kapitel für sich. Sucht mal nach „Kawai R-50 (R50) with 10 drum kits“. Toller Mod! Der XD-5 ist der am saubersten klingende Expander/Synth der ganzen Serie, leider verliert er dabei auch viel an Charme. Insgesamt sind die digitalen Kawais aber ein sehr (be)lohnendes Forschungsgebiet.

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        Kazimoto AHU

        Und nicht die letzte 1.4 Firmware aufspielen! Ich hatte den K4 oft als 303 im Einsatz und einige Patches haben plötzlich nicht mehr richtig funktioniert. Das K4 Filter verzerrt bei hoher Lautstärke schnell, kann aber auch sehr sinnstiftend eingesetzt werden. Lautstärke des K4 auf maximum, Resonanz hoch und es klingt wie eine 303 mit Big Muff/Boss Distortion. Die 1.4 macht es kaum besser und verändert den negativ-positiven-Effekt nachteilig. Hatte in den 90ern ein Jam & Spoon inspirierten Track gebaut der leider nur in schlechter Qualität bei YT liegt und NICHT von mir hochgeladen wurde. Ab ca. 5 Minuten, alles sehr K4 lastig:
        https://www.youtube.com/watch?v=riePJrCEFR0
        😈

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            bungoleena

            Ich habe die Version 1.3 lange gehabt, auf dem Chip steht dann P206B. Die Version 1.4 habe ich mir letztes Jahr bei eBay für ein paar Euro bestellt und werde sie wieder rausnehmen – da geht einfach etwas verloren, aber vor allem hatte ich die Sounds (vor 20 Jahren) an die Fehler „angepasst“ sozusagen.

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      toneup RED

      Im Manual wird ausdrücklich Ringmodulation angeführt, obwohl ich es klanglich nicht so empfunden hätte.

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        Kazimoto AHU

        Das Handbuch hat Recht! Leider haben andere Hersteller es nicht so genau genommen und Frequenzmodulation auch mal Ringmodulation genannt und Crossmodulation zur Amplitudenmodulation gemacht. Ich glaube Roland hatte da zur Verwirrung beigetragen. Im Volksmund glaubt man bei Ringmodulation immer an Frequenzmodulation was nur indirekt richtig ist. Bei der Ringmodulation/AM entstehen bei hohen Frequenzen zusätzliche Harmonische die FM-mäßig klingt aber keine ist. Ich glaube Novation hat einseitige Oszillator-FM auch mal Ringmodulation genannt, während Roland im JX-3P eine Ringmodulation (Metal) in Crossmodulation umbenannt hat. Ich kann mich auch irren und muss dieses Nerdzeug auch immer wieder neu lesen. Fakt ist, du und das Handbuch haben Recht und die Ringmodulation ist ein Spezialfall der Amplitudenmodulation um z.B. auch PCM-Samples dafür nutzen zu können, wenn keine reinen Schwingungsformen wie Sinus vorliegen.

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          moinho AHU

          Noch genauer: ein Ringmodulator macht einen Spezialfall der AM, nämlich mit unendlichem Index (single sideband, suppressed carrier).
          „Ringmodulation“ gibts ansich garnicht („Zitronenfalter“)

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            swissdoc RED

            Bei Ringmodulation (RM) und Amplitudenmodulation (AM) werden zwei Signale multipliziert. Bei RM können beide Bipolar sein und das Ergebnis ist ebenfalls Bipolar. Man spricht auch von einem 4-Quadranten-Multiplizierer. Bei AM ist ein Signal Unipolar und der Multiplizierer arbeitet nur in 2-Quadranten.
             
            Der Begriff Ringmodulation/Ringmodulator kommt von der technischen Realisierung mittels Dioden und Transformatoren. Die Dioden bilden im Schaltbild einen Ring.

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              moinho AHU

              „Der Begriff Ringomdulator kommt von der technischen Realisierung“ – richtig.
              „Bei Amplitudenmodulation werden zwei Signale multipliziert“ – richtig.
              „Man spricht auch [beim Ringmodulator] von einem 4Q-Multiplizierer“ – richtig.

              Der Rest…sorry, nöö.

              Interessant ist in dem Zusammenhang die Wortwahl der Synth-Hersteller, die vermutlich auch mit den zuständigen technischen Redakteuren zusammenhängt. Waldorf z.B. war da früher sehr konsequent (Tschink-Ära), heute (auf jeden Fall ab Pulse2) nicht mehr so.
              Manche sind bis heute sehr konsequent, z.B. Klavis (Bsp TwinWaves) oder Expert Sleepers (Bsp Disting: „4-Quadrant Multiplier: If both inputs are
              signals, then this is a ring modulator.“).

              Am Schluß isses mit der angelehnten Fachsprache (z.B. Synth-Experten reden über Signaltheorie) wie mit der Sprache generell: „Rindmodulation“ mag formal falsch sein und korrket SSB SC AM heißen, wenn jeder statt SSB SC AM Ringmodulation sagt (und es nix anderes gibt, was so heißt), ist alles fein.

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                  moinho AHU

                  Das wird a bissl dauern, aber wenn die Aufforderung ernst gemeint ist spricht nix dagegen.
                  Da Du als Redakteur tätig bist: was meinst Du, wäre eine Leserstory zu „Amplitudenmodulation – von der grauen Theorie und dunklen Historie bis zu hellen Klängen für Synthesizer und E-Gitarren“ etwas, wofürs sich lohnt, Zeit reinzustecken?

                  • Profilbild
                    swissdoc RED

                    Informative und gute Leserstories sind hier sicher immer gerne gesehen. Und klar ist das ernst gemeint. Zum Lachen gehe ich immer in den Keller und nicht ins Internet. Da Ironie Online nicht so funktioniert: Das war nun ein Scherz.

          • Profilbild
            toneup RED

            Danke für die profunde Erklärung, mein (theoretisches ) und in diesem Punkt angelesenes Wissen war auf die Multiplikation der Signale beschränkt. Wie bereits mehrfach angemerkt, der Austausch zwischen künstlerisch nutzenden Usern (und das wäre mein Part) und den ebenso kreativen Menschen hinter diesen Schaltungen ist sehr hilfreich für beide Seiten. Ich habe auch erfahren, das zuviel technisches Know How den magischen Moment verhindern kann. Wie immer kommt es auf die Mischung an. Aber – es gilt natürlich, wer nichts weiß, muss alles glauben.

          • Profilbild
            swissdoc RED

            Das mit dem Zitronenfalter kenne ich nur aus dem Witz über den Projektleiter. Babyöl passt dann auch fast in das Schema.

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              moinho AHU

              Der Zitronenfalter fiel mir ein, weil der Ringmodulator nicht Ringe moduliert, sondern moduliert und etwas hat (wie von Dir beschrieben: die 4-Diodenbrücke, bei der die Pfeile im Kreis rumgehen), was wie ein Ring aussieht.
              Ein Ringmodulator macht (analog zum Zitronenfalter, aber anders als der erwähnte Projektleiter) nix falsch, wenn er keine Ringe moduliert ;).

          • Profilbild
            swissdoc RED

            Die Begrifflichkeit ist eh so eine Sache, Genauso wenig, wie der Geigerzähler Geiger zählt, die Paul-Falle Menschen mit Namen Paul fängt oder die Mößbauerspektroskopie ein Spektrum der Familie Mößbauer erstellt, moduliert ein Ringmodulator Ringe. Aber muss man denn immer Eulen nach Athen tragen?

    • Profilbild
      dAS hEIKO AHU

      …und in einer Studioumgebung würde ich die internen Effekte ohnehin eher deaktiviert lassen und die Einzelausgänge nutzen.

  2. Profilbild
    wimu

    Vielen Dank für den tollen Bericht! Da kommen Erinnerungen hoch… Kleine Klugscheißerei:
    Der K4 war kein Nachfolger. Er war eher das „Oberklasse-Model“ Es gab noch einen K1 Mk2. Das war ein echter Nachfolger. Der K4 war damals eine andere Welt. Vergleichbar mit Korg M1 oder Roland D50 usw. Dem K1 merkte man den günstigen Preis aufgrund der kurzen Samples an. Dann fehlten noch Filter, es gab extrem viel Aliaising usw. Trotzdem hatten die Instrumente Ihren Charme…

  3. Profilbild
    chain25

    Spannendes Gerät! Hatte auch tatsächlich eine Weile überlegt, als Ihr es vor wenigen Wochen bei dem großen Kleinanzeigenportal angeboten hattet.
    Ich hätte mir bei den Klangbeispielen zusätzlich zu den eher konventionellen Grooves ein paar der ausgefalleneren Einzelsounds, von denen oben die Rede ist, gewünscht.
    Danke für den schönen Bericht!

  4. Profilbild
    microbug

    Wer noch Emagic Sounddiver hat, kann den XD-5 auch damit verwalten, dort gibt es eine vollständige Adaption mit Editor und Librarian. Beim Editor muß man leider mit dem Nachteil leben, daß die Wellenformen nicht am Stück ausgewählt werden können, sondern umständlich in 2 Teilen – das liegt daran, daß der XD-5 nicht nur auf der Hardware des K4r basiert, sondern auch auf dessen Betriebssystem, und bei diesem liegen die beiden Parameter für die Wellenformen so weit auseinander, daß Sounddiver das nicht als ein Parameter benutzen kann. Hier dürfte CTRLR durch seine Skriptsprache einen Vorteil haben. Parameter werden ausschließlich per Sysex verstellt.
    Dieses Ding wurde seinerzeit in Restbeständen von MusicStore regelrecht verramscht, heute wird er selten angeboten. Wer sich drauf einläßt und gute Outboard-Effekte hat, kann in Kombi mit den Einzelausgängen sehr viel damit anstellen, zumal die komplette Soundengine des K4r zur Verfügung steht.

  5. Profilbild
    Vulgastroy

    witzig, hatte gerade vor ein paar tagen daran gedacht. den xd-5 hatte ich in den 90ern, als das analogrevival voll im gange war. direkt auf den ersten blick fand ich ihn hässlich. er blieb auch nicht lange, denn neben den analogen maschinen wirkte er verloren und die klangästhetik sagte mir nicht zu.

  6. Profilbild
    ErrJott

    Hatte den XD-5 mal vor einiger Zeit erworben, kam aber sehr schnell zu dem Schluss, dass das nicht mein Ding ist. Klang zwar toll, aber der Rest: Ohjee, danke für das langweilige Gespräch! Ohne Editor ist die Programmierung eine reine Katastrophe – um nicht zu sagen: Stochern im Nebel mit riesigem Zeitverschwendungspotential.

    Wenn ich das mit dem seit Jahren logischen Standard der Roland Drum-Module vergleiche, kackt die Bedienung des XD-5 vollends ab. Und mal Klartext: Auch Roland hat nur kleine Displays… Trotzdem steckt – überhaupt – eine Logik dahinter die den Workflow stets im Blick hat. In den letzten 20 Jahren habe ich bei den Roland-Teilen deswegen bestimmt keine 10 mal in die Manuale geschaut, alles so gut wie selbsterklärend… Und Editor? Das kann sowieso weg!

    Was der XD-5 theoretisch alles kann ist ja durchaus bemerkenswert. In der Praxis läuft das aber stracks auf das bekannte „warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“ hinaus und man lässt dann allzu vieles einfach sein. Sorry, aber das Teil ist imho von völlig verqueren Technik-Sesselfurzern konzipiert und damit vor allem für Spontan-Musiker ein reines Desaster.

    Und um noch eins draufzusetzen: In dieselbe Kategorie fallen für mich der Yamaha RM-50 und der EMU Procussion. Auch so hochgelobte Leichen aus zeitlich ähnlichen Tagen…

    Ein Arturia Spark Hybrid hat da im Handumdrehen weit mehr drauf…

  7. Profilbild
    gaffer AHU

    „Der K4 war damals eine andere Welt.“ Völlig richtig, einer der lahmsten CPUs ever, schnelle Hüllkurven, wasndas? knackten. War in einer Liga mit Roland D70 und Peavey DPM3. Nee, nicht ganz, der Peavey war diesbezüglich die nackte Katastrohe.
    Fazit: K4R, deutlich bessere Wahl, denn der Effekt war nicht da, viel! CPU Ersparnis, XD-5, dito.

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      Im alten verlinkten Song oben läuft durchgehend eine 160BPM Sequenz mit Male Choir und einer verzerrten „303“ im Multimode aus einem K4 Keyboard. Die Hüllkurven finde ich gut und ich benutze den K4 ironischerweise sehr gerne für schnelle Sequenzen und programmiere ihn bei laufendem Sequenzer im Single Mode. Die Effekte rechnet ein DSP, nicht die CPU und es gibt bis auf Tastatur, Firmwares und DSP keinen Unterschied zwischen den K4 Modellen. Der XD-5 kam später und hatte ab Werk ein besseres Timing, wurde aber polyphon auch selten voll ausgelastet. Ein K4 mit 3 Midispuren gleichzeitig ist selbst bei hoher BPM kein großes Problem. Nur mit Controllerdaten sollte man haushalten, weil die den Midi-Bus direkt belasten und Modulationen über LFO oder Hüllkurve lieber direkt einprogrammieren. Da ist so mancher Oberheim vielleicht sogar wackeliger….. Der schöne Lead bei „Follow Me“ von Jam & Spoon soll ein Xpander sein und ist so überhaupt nicht tight, was dem Song aber kein Leid zugefügt hat. Sowas kann auch schön sein. Der wahre Faktor ist der Mensch vor der Maschine.

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        gaffer AHU

        Ja, ok mit CPU und DSP. Wir hatten damals eine Softwarefirma, die u.A. den K4 mit einem Editor bediente. Ich kenne das Gerät ziemlich gut. Womöglich hatte ich einen anderen😀. Damals habe ich mit K4 und alpha Juno 2 gleichzeitig (gemerged) ein TX 816 angespielt. Der k4 war sogar MIDI sendeseitig deutlich lahmer als der Juno, alles war schwammig, der DX ist ja bekanntermassen davon überhaupt nicht betroffen. Die Filterimplementierung war so, dass ich den Eindruck hatte: „geht gerade so, können wir nehmen. Mit Resonanz, also vor dem M1.“ Jede kürzere Attackzeit knackte sofort. Reproduzierbar.

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          Kazimoto AHU

          Klar kannst du beim K4 nicht aus dem Vollen schöpfen, man muss etwas haushalten. Meine User-Patches waren meist 12dB/2Part und mehr als 6 Stimmen wurden selten genutzt. Der K4 hatte auch stets seinen eigenen Midi-Port. Ob Atari, EES PC-Midi ST oder Midibox 5x5x5 Interface. Split, Merge oder Midi-Thru kommt hier nur bei monophonen Klangerzeugern zum Einsatz, wenn überhaupt. Das Thema wird beim K4 (und bestimmt auch beim D50, 70 usw.) viel zu hoch gehangen und gerade heute ist im Single Modus schnell mal was gesampled oder aufgenommen. Der einzige „tighte“ Klangerzeuger war damals mein TX81Z, der machte aber auch fast nichts anderes als Lately Bass in mono. Obwohl Midi damals sehr wackelig war, kann ich mich noch gut daran erinnern wie wir stundenlang die Milisekunden der Parts und Notes verschoben haben und tatsächlich glaubten einen super „Microgroove“ erzeugt zu haben. Ein Wunder bei +-5ms schwankender Latenz. Die ersten Windows-PC’s waren da besonders grausam. 😁

  8. Profilbild
    Tomtom

    Ich mochte die Kawai Synths dieser Ära sehr gerne. K1m war sehr rau und crunchy und mit dem Joystick hat es echt Spaß gemacht an Klängen herumzubiegen. Ich hatte seinerzeit 1988 einen Kawai R-50 Drumcomputer, den ich sehr geliebt habe – obwohl ich immer neidisch auf die Kollegen war, die einen R-100 gekauft hatten, weil der diesen Kraftwerk „Zap“ Sound in petto hatte… ach ja! Schöne Zeiten und schöne Geräte damals!

  9. Profilbild
    monopuls

    Ich mochte den XD-5 damals sehr. Aber wir hatten damals für den Kurs nix besseres. Mein Lieblingssound war ‚ZAP‘ ;-)

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