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AHU Interview: Bernie und seine „Elektronische Instrumentalmusik“

26. Februar 2022

Er gehört zu den deutschen „Elektronikern“ der ersten Stunde!

Wie immer gibt AMAZONA.de den Leser:innen beim Erreichen des AHU-Status die Möglichkeit, sich der Community in Form eines kleinen Interviews vorzustellen.

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Wer wissen möchte, wie man den AHU-Status erreicht und was das überhaupt genau ist, der klickt HIER.

Heute möchten wir euch unseren lieben Freund und großartigen Musiker Bernd Michael Land alias Methusalem vorstellen und ihn mal erzählen lassen, wie er zu der Musik kam und was für einen wichtigen Teil sie in seinem Leben spielt.

Viel Freude beim Lesen!

Laina S:
Wie war dein Weg zur Musik? Wie wichtig ist Musikmachen heute für dich?

Methusalem:
Meine ersten eigenen Schritte im Bereich der elektronischen Musik habe ich bereits 1969 gemacht, mein erstes Solokonzert spielte ich dann 1971. Es folgten Auftritte mit diversen (Rock/Krautrock-) Bands, wobei ich parallel immer experimentelle Sachen gemacht habe. Ein paar Jahre, in denen ich musikalisch nicht mehr ganz so aktiv war, gab es zwar ebenso. Aber ein komplettes und funktionsfähiges Studio hatte ich über die ganze Zeit immer gehabt und das wurde, zumindest an den Wochenenden, auch fleißig genutzt. Seit den frühen 90er Jahren bin ich aktiver geworden und habe auch wieder einige Alben produziert. Nach den Jahren als Hobbymusiker und Semiprofi bin ich dann 2013 als Berufsmusiker in Vollzeit eingestiegen.

Laina S:
Welche Art von Musik hat dich am meisten begleitet, inspiriert und letztendlich beeinflusst?

Methusalem:
Diese neuartigen Klänge haben mich sehr fasziniert, das war alles „ungehört“ und sowas gab es vorher nicht.

Chillout Factory Festival

Laina S:
Gibt es Musiker, die dich beeinflusst haben?

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Methusalem:
Es waren Musiker wie Wendy Carlos, Karlheinz Stockhausen und Herbert Eimert, die mich damals faszinierten und letztendlich zur elektronischen Musik führten. Die großen deutschen Elektronikbands haben mich damals nicht tangiert, das steckte alles noch in den Anfängen.

Laina S:
Welches waren deine ersten Musik-Instrumente bzw. -Geräte?

Methusalem:
Mit einem Theremin, einer billigen italienischen Transistororgel und diversen alten Tonbandgeräten fing alles an. Darauf folgten dann ein ARP Odyssey (Whiteface), der dann jedoch bald einem Minimoog weichen musste. Das Equipment wandelte sich aber immer wieder und so kamen ein Fender Rhodes Piano und eine Hammond B3 hinzu.

Laina S:
Hast du ein Lieblings-Equipment?

Methusalem:
Neben meinen großen Modular-Synthesizern, ist mein liebster Synthesizer das große Haken Continuum Fingerboard, von dem ich gleich zwei Stück im Einsatz habe.

Bernie’s Studio

Laina S:
Tritts du auch live auf?

Methusalem:
Ja sicher. Momentan sieht es für uns Musiker allerdings eher mau aus, aber sofern mich Corona wieder lässt, stehe ich auch wieder auf der Bühne.

Laina S:
Komponierst du selbst?

Methusalem:
Ich spiele ausschließlich meine eigene Musik, nur deswegen bin ich überhaupt Musiker geworden. Derzeit sind über 350 eigene Kompositionen von mir bei der GEMA erfasst und über Label veröffentlicht worden. Und es geht weiter, denn das nächste Album ist bereits in Arbeit.

Bernie & Eurorack-Modular

Laina S:
Wie sieht dein Studio-Setup heute aus und wie hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt?

Methusalem:
Es hat sich in den ganzen Jahren nicht besonders viel verändert. Es dominieren im Studio nach wie vor die analogen und modularen Synthesizer zu ca. 70% und digitale bzw. VA-Synthesizer zu ca. 30%. Durch den Umzug in 2013 vom großen Studio (über 100qm) in kleinere Räume (50qm), musste ich auch beim Equipment deutlich abspecken. Früher gab es ja kaum eine Maschine, die ich nicht hier hatte, darunter auch sehr viele Raritäten, wie Fairlight, Synclavier, PPG-300, usw. Aber so ca. 80 Synthesizer dürften es jetzt immer noch sein, ich kann mich also über mangelnde Vielfalt nicht beschweren. Eine wirkliche Veränderung gegenüber früher, sind die akustischen Instrumente. Percussions aller Art, rund 35 symphonische Gongs, Spiegelgongs und ebensoviele Klangschalen, haben meine Musik klanglich doch sehr verändert und bereichert.

Bernie’s Studio

Laina S:
Gibt es Kostproben deiner Musik?

Methusalem:
Auf den üblichen Downloadportalen bin ich nicht zu finden, lediglich auf YouTube kann man in ein paar Tracks reinhören.

Laina S:
Was denkst du, können wir bei AMAZONA.de noch besser machen?

Methusalem:
Ich bin recht zufrieden, spontan fällt mir da jetzt nichts ein.

Unser Lieber Bernie

Wir bedanken uns für das Interview und alles Gute für dein weiteres musikalisches Schaffen! :)

Redaktion:

Alles wissenswerte über Methusalem und seine Musik findet ihr auf seiner Homepage oder auf der offiziellen Facebook-Seite und der Facebook Fanpage.

Sein letztes Interview auf AMAZONA.de liegt noch nicht so lange zurück, das war aus dem März 2021 und kurz nach dem der Artikel erschienen war, wurde noch sein neues Doppelalbum „Rodgau Field -Ein akustisches Portrait“ veröffentlicht. Ende August folgte dann ein weiteres Album „Kontrast -Klangwerke“. Wie immer sind auch diese Alben vom Glassmaster gepresste CDs mit jeweils einem 28-seitigem Booklet.

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Forum
  1. Profilbild
    herw  RED

    Beim ersten Bild dachte ich zuerst: jetzt hat Bernd auch noch ein Kochstudio 👨‍🍳?

    Ich lese immer gerne über sein Studio, aber zum Vorwurf muss ich ihm machen, dass er im Eurorack nur die Frontfarbe schwarz wählt. Da entgingen ihm doch einige silberne Edelmodule.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      Ich kann übrigens ganz gut kochen!
      Das ist richtig, einige Module bleiben mir dadurch verwehrt. Ich stehe nicht so auf Flickenteppich und habe bei einigen Modulen die silbernen Frontpanels gegen eine schwarze Version ausgetaucht. Sogar der Behringer Neutron ist schwarz.
      Meine Eurorack-Systeme werden überwiegend live eingesetzt und da wollte ich immer eine einheitliche Optik haben.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    True Originals, so schauts aus!

    Schönes geräumiges Studio, da würde ich mich wohlfühlen. Bei mir wären allerdings einige andere Instrumente am Start.

    Percussion ist super, da steh‘ ich voll drauf, große Gongs und sowas. Ich habe mal eine Stunde lang verzückt vor so einem Riesenteil gesessen, es nur ganz leicht angeschlagen oder gerieben und dann ganz nah den unendlich vielfältigen Tonvariationen beim Ausklingen gelauscht, echt faszinierend.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      Ja, Gongs und Klangschalen können sehr faszinierend sein, ich nutze aber auch diversen Percussions, habe 2 Wavedrums und HPD-15 im Studio, sowie diverse Trommeln, Congas etc.

  3. Profilbild
    0gravity  

    Schönes Interview. Der Mann ist eine Institution in Deutschland. Zu Beginn meiner „Hobbymusikerkarriere“ Mitte der 90er habe ich gerne mal Samples aus dem Aliens Project- Studio verwendet, die Bernie freundlicherweise der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat.
    Und danke für das Verlinken der früheren Interviews.

  4. Profilbild
    TimeActor  AHU

    Hallo Bernie, schönes Interview. Mich hat Angesicht der vielen „Highlights“ deines Instrumenten Parks leicht verwundert, dass du neben den Modularen das Fingerboard als dein liebstes Equipment erwähnt hast.
    Ich wüsste gar nicht wo ich zuerst anfangen sollte aufzuzählen ;-)
    Bin gespannt auf dein neues Album.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  AHU

      Vielen Dank!

      Rein vom klanglichen Aspekt her habe ich wirklich viele gute Synthesizer im Studio stehen, aber keinen, mit dem ich den Sound über drei Achsen so intuitiv formen kann.
      Es ist also nicht nur der Sound der Eagan Matrix des Continuums, der wirklich überzeugen kann, sondern ganz besonders eben diese Spielweise.

      Ich kann es nur so beschreiben: Man steckt seine beiden Hände in einen Eimer Honig und modelliert den Sound, so wie man ihn möchte und das kann sonst kein anderer Synthesizer.

      Mittlerweile habe ich zwei große Fingerboards im Einsatz, so kann ich mehrere Sounds gleichzeitig nutzen und muss nichts umschalten.

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