26. September 2020

Jimi Hendrix: A little story about a song – Hey Joe

Vor kurzem war er wieder Mal im Munde aller Musikfans der Welt:

Der Name von Jimi Hendrix.

Sein Todestag jährte sich nun zum 50. Mal. Das Phänomen Hendrix in all seinen Facetten kann man nicht in einer Leser-Story mal eben so schriftlich verarbeiten.

Was man aber kann, ist, auf kleine Geschichten am Rande hinzuweisen, die Teil einer großen Geschichte sind.

Ein zentraler Punkt einer jeden Musikerkarriere ist eine erste Single und ein erster Hit. Bei Jimi Hendrix fällt beides zusammen im Dezember 1966. Die erste Single, die er veröffentlichte, war während seiner Zeit in England. Diese erste Version startete gleich durch bis auf Platz 6 der britischen Charts. Auch in anderen europäischen Ländern und Australien erhielt sie gute Chart-Notierungen. Später, im Jahre 1967 wurde sie noch einmal für den us-amerikanischen Markt veröffentlicht, war dort jedoch kein Hit, im Gegensatz zum später veröffentlichten ersten Album mit seiner Jimi Hendrix Experience, das es letztlich bis zum heutigen Tage dort auf 5-fachen Platinstatus brachte:

Das Debütalbum der Jimi Hendrix Experience „Are you experienced?“

Aber nun zurück zum ersten Song, diesen hier, der sich tief in das kollektive Musik(er)gedächtnis eingebrannt hat, egal, wie man zu ihm steht, hier dargebracht auf dem Monterey Festival 1967, welches mit seiner aufsehenerregenden Performance als weiterer Durchbruch zu seiner Karriere zu bezeichnen ist:

Aber, was wissen wir eigentlich wirklich über den Song?

Er ist ein Fremdkomposition – auf dem ersten Blick – nebulösen Ursprungs. Guckt man in irgendwelche Credits, liest man nicht selten etwas von Traditional.

Doch man kann den Ursprung durchaus orten, wenn man sich bei der Findung auf erste Veröffentlichung und rechtlich abgesicherte Autorenschaft fokussiert. Tatsächlich ist der Song seit 1962 über den kalifornischen Musikverlag Third Story Music urheberrechtlich geschützt. Als Autor wird der ziemlich unbekannt gebliebene William Moses Billy Roberts jr. angegeben.

2017 verstarb dieser 81jährig. Nennenswerte Erfolge verzeichnete er ansonsten musikalisch nicht, aber er brachte es immerhin auf etwa 100 copyrightgeschützte Songs, spielte als Opener mal auf Konzerten und Festivals vor Santana oder der Steve Miller Band.

Auf Youtube findet sich die vermutlich allererste Version dieses Songs aus dem Jahre 1961 von einem Demo-Tape.

https://www.youtube.com/watch?v=OmrGOXJMQj0

Wer jetzt sagt, dass das Arrangement noch nicht so wirklich ganz viel Ähnlichkeit mit der späteren Version von Hendrix aufweist, der hat recht.

Dazu muss man wissen, dass es schon während der Zeit zwischen dem Demo-Tape und Jimi Hendrix‘ erster Single- Version mannigfaltige Coverversionen gab, u.a. von den Byrds.

Etwa zeitgleich mit Hendrix nahmen z.B. auch Cher oder der französische Elvis jener Tage, Johnny Hallyday, Versionen des Songs auf.

Der größte Einfluss auf das Arrangement von Jimi Hendrix hatte vermutlich die Version, die der Musiker Tim Rose veröffentlichte. Laut Chas Chandler, Ex-Animal Musiker und Entdecker, Förderer von Jimi Hendrix, hat Hendrix Tim Rose und dessen Performance des Songs bei einem Konzert vor der eigenen Aufnahme erlebt. Die Aufnahme von Tim Rose wurde gut ein halbes Jahr vor der Aufnahme von Jimi Hendrix veröffentlicht. Diese stellt das Bindeglied dar.

Der Kreis schließt sich, wenn man eben jene Aufnahme hört.

So entstand aus einem eher schmucklosen Demo-Song nach und nach, evolutionär quasi, über die Jahre ein Welthit und legte den Grundstein für die Karriere von Jimi Hendrix.

Quellen: Wikipedia (vor allem die englischsprachige Seite), Youtube

Fazit
Oft haben Songs, die zum Hit werden, eine längere Geschichte, die hinter dem großen Erfolg leider nicht selten verborgen bleibt.
Forum
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    Robocob11  

    Tolle Story. Danke für die Würdigung eines ganze ganz Großen. Jimi gehört auch zu meinen Helden!!!

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    bluebell  

    Beim Lesen des Artikels musste ich an Black Magic Woman denken, mit dem Carlas Santana einen Hit gelandet hatte, der aber auch nicht von ihm, sondern von Peter Green war.

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    AMAZONA Archiv

    HI!
    Danke für den tollen Artikel!
    In dem Zusammenhang möchte ich gerne auf meinen letzten Welthit verweisen.
    „No rain in Spain“ Die wenigsten wissen, dass dieser Song nicht von Guss Fantom geschrieben wurde. Doch der Reihe nach.
    Als ich meine letzte LP aufnahm, fehlte mir noch ein Song,
    der wirklich gar nicht in die elektronische Schublade passte.
    Es musste etwas sein, dass ein bißchen Folk und Jazz, Klassik und Bop, Hillbilly und Oper,
    gewürzt mit ein wenig Metall verbindet.
    Aber da war kein Silber am Streif des Horizonts.
    Ich fragte einen befreundeten DJ, der so ziemlich alles klaut, dass irgendwie nach Musik klingt.
    Machen das eigentlich alle DJs?
    Aber, er hatte da was für mich. Eine Schellackplatte, die er gerne mit 33 abspielt.
    No rain in Spain, gespielt von Ramoz and the Ramozettes Orchestra. Erinnert sich heute niemand mehr dran.
    Das war eine mexikanische Combo, die in den vierziger Jahren in Seattle auftrat und genau eine Platte veröffentlichte.
    Vielleicht lag es am sperrigen Namen?
    Auf der B-Seite ist noch ein Cover von In the mood.
    No rain in spain mit 33 Umin. Das Stück hatte mich sofort gefangen und die nächsten Tage verbrachte ich damit so langsam wie möglich zu singen.
    Und natürlich zu spielen. Ihr glaubt gar nicht wie anstrengend das ist.
    NNNNNooooooRRRRRAAAAAAIIINNN IIIINNNN SSSSPPPPAAAAIIIINNNNN.

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      AMAZONA Archiv

      und hier gehts weiter.
      Letztendlich hat es sich gelohnt und ich konnte meine neue CD pünktlich am 1.4.2005 veröffentlichen.
      Bis heute, 28.09.2020, wurden davon 5 Exemplare verkauft und einer überlegt noch.

      Bleibt gesund!
      gruß
      Tom
      :) P.S.: Guss Fantom hat übrigens den rasenden Roland vertont und nicht , ach Ihr wisst schon.

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