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Interview: DelayDude repariert Effektpedale

Effektpedal-Reparatur und Modifikationen: Lohnt sich das?

31. März 2024

Effektpedal Reparatur

Ich habe bisher noch nie eine Effektpedal-Reparatur in Anspruch genommen. Bis jetzt. Es ist Freitagabend. Ich habe eine echt üble Woche hinter mir und will einfach nur ein bisschen mit meiner Gitarre abschalten und da passiert es: Einmal nicht aufgepasst, das falsche Netzteil gegriffen und schon ist mein Moog MF Delay im Eimer. Total peinlich. Ich dachte immer, so was passiert nur Anfängern. Aber was jetzt? Einfach neu kaufen kann ich das Teil in der Version nicht mehr. Wenn sonst mal ein Pedal den Geist aufgegeben hat, habe ich es einfach in die Ecke gestellt oder wenn überhaupt noch bei einem Online-Marktplatz als defekt für Bastler angeboten und mir ein neues gekauft. Aber bei dem Moog kann und will ich das nicht. Ich will das Ding behalten. Ich überlege hin und her und plötzlich fällt mir ein, dass AMAZONA-Kollege DelayDude doch eine Werkstatt für eben solche Sachen hat. Ich schreibe ihn also an und er macht mir mein Moog tatsächlich wieder fit.

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Thomas:
Wie ist DelayDude entstanden und was genau macht ihr eigentlich?

DelayDude:
Ich liebe Effektpedale, vor allem Delays. Irgendwann war ich aber mit dem Sound der verfügbaren Pedale nicht mehr ganz zufrieden und habe nach Alternativen gesucht. Ich begann, nach Bausätzen erste Pedale selbst zu bauen. Das ist jetzt etwa 20 Jahre her. Schnell merkte ich, dass mir auch der Sound der Bausätze nicht gefiel und so fing ich an, mich intensiver mit den Schaltplänen von Pedalen zu befassen. Ich wollte wissen, welches Bauteil welche klanglichen Veränderungen bewirkt und wie man es schaffen kann, den Klang durch den Aufbau eines Pedals so zu verändern, dass man die Potis letztlich kaum noch braucht. Logischerweise lernte ich im Laufe der Zeit auch, welche Probleme durch den Ausfall bestimmter Bauteile auftraten und begann, meine kaputten Pedale selbst zu reparieren. Das war alleine aus dem Grund auch notwendig, weil es in dem Ort, in dem ich damals lebte, nur ein Musikgeschäft mit Werkstatt gab, die aber nicht alles machen konnten, was ich mir vorstellte. Man konnte sich dann noch an die Hersteller wenden, aber insbesondere, wenn diese im Ausland saßen, war es mit einer Effektpedal-Reparatur auch nicht immer leicht. Und Modifikationen waren ohne Eigeninitiative ohnehin nicht umsetzbar. Also machte ich das einfach selbst.

2017 begann ich dann, meine individuellen Lösungen für bestimmte Verbindungs- oder Schaltprobleme und meine gemoddeten Pedale online anzubieten. Und schon nach kurzer Zeit kamen Gitarristen auf mich zu und fragten mich, ob ich nicht vielleicht diese oder jene Modifikation für sie umsetzen oder ihr kaputtes Pedal reparieren könnte. Eigentlich war es nicht wirklich so geplant, aber jetzt sitze ich jeden Tag an meiner Werkbank und repariere und modifiziere Pedale aus ganz Europa.

Effektpedal-Reparatur: Die häufigsten Ursachen

Thomas:
Was sind die häufigsten Gründe für eine Effektpedal-Reparatur?

DelayDude:
Diesbezüglich befindest du dich mit deinem Moog MF Delay in guter Gesellschaft, denn einer der häufigsten Gründe für eine Effektpedal-Reparatur ist der Anschluss eines falschen Netzteils. Gefolgt von kratzenden Potis, plötzlich auftretenden Nebengeräuschen oder unerklärlichen Totalausfällen. Gründe sind dann oft gebratene ICs, geplatzte ELKOs oder kalte Lötstellen. Gerne kommt es aber auch einfach zu Anwenderfehlern oder ein defektes Gitarrenkabel ist der eigentliche Grund dafür, dass das Pedal plötzlich verstummt. Immer wieder haben wir auch Pedale hier, die ab Werk schon nicht funktioniert haben, weil die Platinen fehlerhaft bestückt wurden oder Lötpunkte fehlen. Auch Brüche von Platinen und Leiterbahnen kommen häufig vor. Diese sind fast immer durch den Transport entstanden. Wenn man also ein gebrauchtes Pedal als funktionsfähig kauft, es aber nicht funktioniert, wenn man es aus dem Versandkarton hebt, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass man von dem Verkäufer böswillig übers Ohr gehauen wurde. Manchmal ist es leider so, dass ein schönes Vintage-Pedal einfach nicht für eine bisweilen abenteuerliche Reise mit einem Versanddienstleister gemacht ist. Wir selbst haben von unseren Kunden schon die beeindrucktesten Bilder davon bekommen, wie ein Versandkarton aussehen kann, wenn er sein Ziel erreicht. Da wir Anfragen aus ganz Europa haben und die Pedale für Reparaturen und Modifikationen dann zu uns nach Berlin geschickt werden, weisen wir auch immer darauf hin, dass es wichtig ist, dass die Pakete mit einem versicherten Versand verschickt werden.

Reparatur Effektpedale DelayDude

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Thomas:
Ihr habt ja kein Ladengeschäft. Wie genau läuft so eine Reparaturabwicklung bei euch ab?

DelayDude:
Genau. Während Corona stellte sich heraus, dass wir für unsere Arbeit kein Ladengeschäft, sondern nur unsere Werkstatt brauchen. Es ist dann so, dass die Leute uns anschreiben und ihr Problem oder auch ihren Modifikationswunsch schildern. Bei uns läuft mittlerweile alles nur noch schriftlich. Früher haben wir auch viel telefonisch gemacht, aber dann gab es doch immer mal wieder Missverständnisse und Verwechselungen. Außerdem artet ein Gespräch unter Musikern schnell zu Gear-Talk aus und da auch mein Tag nur 24 Stunden hat und ich die Aufträge der Kunden so schnell wie möglich fertigstellen möchte, mussten wir die telefonische Absprache vollkommen einstellen.

Wenn du ein kaputtes Pedal oder einen Modifikations- oder Custom-Wunsch hast, kannst du entweder bei uns während der Abgabezeiten vorbeikommen oder du schickst uns das Gerät. Und das natürlich mit versichertem Versand. Viele denken, dass es für ein kaputtes Pedal ja egal sei, ob das Paket versichert ist, aber leider kam es durchaus schon vor, dass das Paket auf dem Weg verloren ging und dann ist es schon ziemlich doof, wenn darin ein Vintage-Pedal war, das zwar defekt, aber selbst in dem Zustand noch einiges wert war. Nach der Reparatur dann vielleicht wirklich auch noch zu einer Altersvorsorge gereicht hätte.

Reparaturen, Modifikationen und Custom-Effektpedale aus Berlin

Thomas:
Ihr macht also nicht nur Reparaturen, sondern auch Modifikationen und baut auch Effektpedale ganz neu auf?

DelayDude:
Ja, genau. Wir versuchen in der Regel immer für jedes Problem die passende Lösung zu finden. In einigen Fällen geht es um die Umsetzung bestimmter Klangvorstellungen, in anderen darum, für besondere Schaltprobleme zwischen Pedalen eine geeignete Lösung zu finden. Es macht mir extrem viel Spaß, mir für den Wunsch eines Gitarristen einen passenden Schaltplan zu überlegen und dann mit einem Pedal dienen zu können, dass es so auf dem Markt nicht noch einmal gibt. So ist auch unser DelayDude Clutch auf Wunsch eines Kunden entstanden. Das Clutch ist ein Bypass-Pedal für Delays, das die Trails durchlässt.

Außerdem übernehmen wir immer wieder auch den Aufbau ganzer Pedalboards. Von der Planung der Effektreihenfolge über die Zusammenstellung von Pedalen und Board bis hin zur fertigen Verkabelung.

Bypass-Pedal für Delays

Custom-Pedal: Das DelayDude Clutch ist ein Bypass-Pedal für Delays, das die Trails durchlässt

Eine sehr schöne Modifikation, die auch aus einer Kundenanfrage entstanden ist, ist ein Wet/Dry-Ausgang für das Electro Harmonix Freeze-Pedal. So kann man im entsprechenden Setup das Beste aus dem Pedal rausholen. Ach und da uns ja ein Moog MF-Pedal zusammengeführt hat: Mit einem zusätzlichen Poti wird aus dem Moog MF Drive ein Verzerrer mit Cutoff und Resonance, also ein vollwertiges Moog Filter. Generell liebe ich es, auf Kundenwunsch den Charakter der Verzerrung eines Overdrive-Pedals zu ändern.

EHX Freeze Modifikation DelayDude

Effektpedal-Modifikation nach Kundenwunsch: EHX Freeze mit Wet/Dry-Ausgang

Thomas:
Und was kostet eine Reparatur oder Modifikation bei euch?

DelayDude:
Das ist die Frage aller Fragen und ich würde gerne eine pauschale Antwort darauf geben, aber das kann ich leider nicht. Es hängt immer von der Art des Defekts beziehungsweise von dem Modifikationswunsch ab. Nehmen wir als Beispiel den Austausch eines defekten Potis. Der normale Gitarrist würde denken, dass das eine einfache Nummer ist, die in jedem Pedal auf die gleiche Art und Weise umzusetzen ist. Leider ist das ganz und gar nicht so. Der Aufwand dieser vermutlich einfachen Reparatur hängt von etlichen Faktoren ab. Ist das Poti frei verdrahtet? Ist es auf der Platine verlötet und muss die komplette Platine ausgebaut werden? Handelt es sich um ein Doppelpoti mit exotischem Potiwert, der so nicht mehr zu bekommen ist?

Effektpedale für Gitarren Werkstatt

Wir versuchen immer vorher eine Einschätzung abzugeben, was eine Reparatur kosten wird. Manchmal ist es aber so, dass wir uns Schritt für Schritt vorantasten müssen, weil wir beispielsweise ein Pedal auf dem Tisch haben, dessen Defekt mehrere Ursachen hat oder die Fehlerquelle keiner logischen Regel folgt. Leider ist es auch so, dass wir ein Pedal in der Regel erst einmal auf der Werkbank haben müssen, um einschätzen zu können, was die Ursache für den Defekt ist. Ferndiagnosen sind meist nicht möglich und selbst wenn man aus der Ferne sagen kann, was die Ursache eines Defekts ist, so gehört für gewöhnlich doch etwas Fachwissen dazu, um selbst eine vermeintlich einfache Effektpedal-Reparatur durchzuführen.

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Electro Harmonix Freeze Sound Retainer
Electro Harmonix Freeze Sound Retainer
Kundenbewertung:
(394)

Wir achten immer darauf, dass eine Effektpedal-Reparatur wirtschaftlich bleibt. Auch wenn wir sehr viel Wert darauf legen, Pedale „vintage-korrekt“ zu reparieren, so steht für uns der Kundenwunsch an erster Stelle. Wenn dieser mehr Wert auf eine preiswertere Alternative oder verbesserte Funktionalität legt, setzen wir das natürlich auch um. Leider führt der Gedanke der Wirtschaftlichkeit aber manchmal auch dazu, dass wir dem Kunden ehrlich sagen müssen, wenn es bei einem sehr günstigen Pedal leider keinen Sinn mehr macht, den Fehler durch eine professionelle Werkstatt beheben zu lassen. Hier ist es dann manchmal besser, das Pedal online als defekt anzubieten und jemandem, der sehr viel Zeit und Muße hat, die Gelegenheit zu geben, das Pedal als langfristiges Bastelprojekt zu nutzen.

Gitarren Effektpedale

In fast allen Fällen ist eine Effektpedal-Reparatur wirtschaftlich sinnvoll und es lohnt sich in meinen Augen immer, ein altes Pedal am Leben zu erhalten. Allein aus dem Grund, weil es gerade bei Vintage-Pedalen keine wirklichen klanglichen Alternativen gibt. In dem Fall, in dem eine Effektpedal-Reparatur oder Modifikation nicht möglich ist, beraten wir aber immer auch hinsichtlich der Möglichkeiten, die auf dem aktuellen Pedalmarkt dem verblichenen Pedal am nächsten kommen.

Effektpedal kaputt? Was nun?

Thomas:
Was würdest du allen raten, denen ein Pedal kaputtgegangen ist?

DelayDude:
Als erstes solltest du deine Gitarrenkabel und die Verbindungen checken. Manchmal ist das schon des Rätsels Lösung. Dann empfiehlt es sich, sich das Netzteil genau anzuschauen: Liefert es ausreichend mA? Das ist insbesondere bei vielen digitalen Delays extrem wichtig. Ein kleiner, aber sehr nützlicher Helfer, den ich meinen Kunden gerne empfehle und selbst auch nutze ist der myVolts Hot Tip. Es ist ein Netzteil-Tester, der die Polarität von Netzteilen anzeigt.

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myVolts Hot Tip
myVolts Hot Tip
Kundenbewertung:
(11)

Und generell gilt: Wenn Rauch aus dem Pedal kommt und es verschmorrt riecht, schnell das Netzteil entfernen und mich kontaktieren. Was durchaus auch vorkommt ist, dass bei einem Pedal, das bei uns abgegeben wird, einfach die Batterie leer ist. Also, auch diese gerne einmal austauschen, bevor man das Pedal in unsere Hände abgibt. Und wenn das alles nichts hilft, dann bitte nicht selbst auf Fehlersuche gehen, wenn man nicht das nötige Fachwissen hat. Und so nett es auch ist, wenn Karl aus dem Proberaum von nebenan anbietet, sich das Ding mal anzuschauen – lasst bitte einfach einen Fachmann ran. Durch fehlende Fachkenntnisse entstehen meist zusätzliche nicht logische Fehler, die dann schwer auszumachen und zu beheben sind. Selbst die gut gemeinte Verwendung von Kontaktspray kann den Schaden in einigen Fällen auch noch vergrößern.

Effektpedal Reparaturen

In jedem Fall könnt ihr uns einfach kontaktieren. Wir beißen nicht und finden gemeinsam sicherlich eine Lösung für dein Pedal-Problem.

Danke an DelayDude für die Reparatur meines Pedals und das Interview.

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Forum
  1. Profilbild
    Nvelope

    Ja ja – Anschluss eines falschen Netzteils an einem Effektgerät! Sicher eines der häufigsten Verursacher defekter Geräte … wobei es doch gar nicht so schwer ist, etwas mehr Sorgfalt an den Tag zu legen, BEVOR man den Stecker einsteckt.
    Früher hatte man noch das zusätzliche Problem der Wechselspannungs-Adapter … also ein Netzteil, das NUR Wechselspannung liefert (nur Transformator drin – OHNE Gleichrichter und Sieb-El’kondensator … und somit auch ohne jegliche Stabilisierung der Ausgangsspannung), z.B. von Alesis-Geräten, auch frühere Behringer-Geräte . . .
    Diese werden mit neuzeitlichen Effektgeräte heute nicht mehr vertrieben, da die heutige Transformator-lose Technologie (Switching Mode Power Supply) grundsätzlich Gleichspannung liefert, die zudem auch noch ’stabilisiert‘ ist.
    Zudem auch noch billiger ist (aber Nachkauf eben auch deutlich erschwert).
    Aber selbst bei diesen heutigen DC-Netzadaptern gibt’s noch reichlich Probleme, die man durch ein bisschen ‚Lesen‘ (Geräte / Netzteil / Anleitung) eigentlich ziemlich leicht vermeiden kann.
    Die richtige Spannung vom Netzteil … die richtige Polarität beim Stecker … und ausreichende Leistung (allermindestens 150 % des nominalen Stromverbrauchs des Gerätes) . . . und dann auch keine unbesonnene Daisy-Chain-Verbindung! Alles gut beachtet und sorgfältig gegengecheckt. Jeder Musiker sollte ein Standard-Multimeter beherrschen … die Geräte danken hierfür durch erhebliche Lebensverlängerung!

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @Nvelope Wie schnell hat mich sich selbst schon dabei ertappt, dass man ein neu erworbenes Effektpedal schnell noch auf das Pedalboard bauen will, ein altes Gerät dafür weichen muss und man den vorhandenen Strohstecker heranzieht und dann, um es mit den Worten von Loritot zu sagen „…macht es eben bumms…“. Diesen Fehler macht man im Idealfall nur einmal.

      Ich gebe dir also absolut Recht: ein bisschen mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit könnte das vermeiden. Aber letztlich sind wir doch alle nur aufgeregte Kinder, wenn es um Pedale geht… 😉

  2. Profilbild
    dubsetter

    hihi..
    hatte doch tatsächlich mal ein stereo klinken kabel in meinen alten mxr 100 phaser gesteckt,
    (der frisch mit neuem schalter versehen war)
    und wunderte mich das kein effekt rauskam….

    hat wirklich einige zeit gedauert, bis ich das gemerkt habe..:)

  3. Profilbild
    Atarikid AHU

    Alles was nicht weggeschmissen wird, weil es repariert wurde, ist gut! Und wenn es dann auch noch einer vernünftigen Anwendung zugeführt wird, umso besser!… Es sollte viel mehr repariert werden! Ich liebe das!

    • Profilbild
      Nvelope

      @Atarikid Besser kann man’s nicht ausdrücken – nicht nur wegen der ewigen Materialverschwendung durch die Wegwerfgesellschaft, sondern auch um der Erhaltung alter Schätzchen willen.
      Was habe ich solche kleinen Gerätchen aufgeschraubt und mich im Dschungel winziger Bauteile auf den mitunter überfüllten Platinen samt frei herumhängender Kabel zu orientieren versucht, um Hand und Lötkolben anzulegen und der Platine wieder Leben einzuhauchen.
      Auch durch schon satte Preise vieler heutiger Kleinstgeräte in Pedalgröße lohnt es sich ganz klar, alles zu tun und die Geräte bestens zu schützen (und gelegentlich von Dreck & Staub zu befreien, der sich genau dort herumtummelt, wo die Geräte stehen und arbeiten: gaaaanz unten, wo Käfer & Mäuse laufen und das Bier der Musiker hintropft …

  4. Profilbild
    Nvelope

    Während ich vor mehr als 50 Jahren noch mit npn- UND pnp-Transistoren zu tun hatte, lief dann später alles darauf hinaus, eine negative Masse und eine positive Stromversorgung zu nutzen. Dann wäre eine positive (im Kleinspannungs-Stecker: innen) Spannungsversorgung (bei negativer ‚Masse‘) eigentlich (nach heutiger Denke) richtig bzw. logisch – doch bei solchen Effektgeräten wollte man von Anfang an einen separaten Ein-/Aus-Schalter umgehen und nutzte eine sog. ‚Stereo‘-Buchse für den Instrumenteneingang, welche beim Einstecken eines (klar: Mono-)Klinkensteckers die Masseverbindung zum Gehäuse durchschleifte (während der ‚+‘-Pol der Batterie oder des Netzteils ständig an der Schaltung lag. U.a. deswegen kamen DC-Eingangsbuchsen zum Zug, welche leider die negative (als im Gerät per Steckerbrücke per Klinke-IN durchgeschleifte) Verbindung im Zentrum des Steckers (‚Centre tip‘) lag.
    Elektrisch ist ja beides möglich – doch leider hält sich bis heute vielfach der ’negative Centre-tip‘ bei manchen Herstellern – nicht aber bei den ja sehr ähnlichen Spannungsversorgungs-Stecker der Laptops.
    Wie viele Boden-Effektgeräte sind mehr oder weniger rauchend über den Jordan gezogen, nur weil die Industrie sich auf Teufel komm raus weigert, einen einheitlichen Standard festzulegen und dann konsequent durchzuhalten !?!

    Ein einfaches Multimeter kostet nicht arg viel mehr (manchmal sogar weniger) als 10 € – eine lohnende Investition!

    • Profilbild
      Synchead

      @Nvelope Ja, der Standard sollte sein plus innen und Masse außen… finde ich jedenfalls logisch.

      • Profilbild
        Nvelope

        @Synchead Und gestern Abend noch DIESE Hirnlosigkeit in der Beschriftung eines Kleinmischpultes gefunden:
        Der ALTO ZMX 862 zeigt auf seiner Rückseite eine völlig irreführende Beschriftung: neben dem üblichen Polaritätszeichen (in diesem Fall ein positiver Centre-pin) – folglich eine GLEICHspannung als Stromversorgung ausweisend!) steht laut und deutlich >> 18 VAC, 1000 mA << !!! Wie kann man als ja durchaus renommierter Audio-Hersteller nur einen solchen technischen Unsinn designen und den Kunden anbieten ??? Natürlich kommt dieses günstige Kleinmixerchen aus China - doch: da MUSS doch irgendjemand in den USA ('Quality Management' !) quer-checken, was die Chinesen da draufschreiben !

        • Profilbild
          Nvelope

          @Nvelope Habe (nach einer Anfrage dort heute Morgen) eben von den ‚Beschallungs‘-Fachleuten der Firma Thomann die Erklärung bekommen, dass das NETZTEIL dieses Kleinmixers laut der dortigen Beschriftung eine “AC“-Ausgangsspannung liefert.
          Damit ist das Polaritätszeichen auf der Rückseite des Mixers völlig falsch – und ggf. katastrophal irreführend.
          Sowas sollte ALTO nun wirklich NICHT passieren !
          Herzlichen Dank auch an die Thomänner für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage.

  5. Profilbild
    Basicnoise AHU

    Alles sehr sympathisch! :)
    Weil ich die Mod mit dem dry/wet am Freeze hier gesehen habe: Mich hat bei meinem Polara von Digitech immer gestört, dass es das nicht kann. So war es im Send-Weg meines Mixers nicht wirklich nutzbar, bzw. nur mit Abstrichen. Wäre es theoretisch möglich sowas auch zu modifizieren? Es ist im Moment nicht mehr so relevant, da ich mein ganzes System umgestellt habe, aber dennoch wäre es interessant zu wissen :)

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @Basicnoise Oh, das klingt nach einem spannenden Mod👍. Ich habe das bisher noch nicht gemacht, aber ich würde mal in mich gehen und schauen, ob das machbar wäre. 😉

    • Profilbild
      DelayDude RED

      @Basicnoise Falls dir ein Mono Signal bei dem Pedal ausreicht könntest du erstmal folgendes probieren: Du nutzt den „In 2“ als Eingang und den „Out 1“ als Ausgang. Bei einigen Stereo Pedalen erhältst du dann nur das Wet Signal. Ich habe es mit dem Polara noch nicht ausprobiert, denke aber, dass es funktionieren könnte.

  6. Profilbild
    murmichel

    > Total peinlich. Ich dachte immer, so was passiert nur Anfängern.

    Ich halte das für ein Zeichen von Gehirnwäsche. Bei einer Wandsteckdose muss sich auch niemand Gedanken über Spannung und Polarität machen.

    Dagegen beim Musiziergeraffel? Zwar gibt es für die Stromversorgung verschiedene Hohlstecker, aber ohne Zusammenhang mit Spannung, Polarität oder möglichem Strom. Also nur Nachteile ohne Vorteile.

    Bei Signalen dagegen geht alles durch Klinkenstecker und -buchsen mit ungewisser elektrischer Spezifikation. Das Kabel, das aus dem Gitarrenverstärker herausführt, passt auch gleich wieder in die Eingangsbuchse. Wie praktisch und wie absurd.

  7. Profilbild
    Sangeet

    Niemand redet hier von einer simplen Sperrdiode die gegen Verpolung schützen kann?
    Ich verstehe nicht warum die Hersteller an einem 1-2 Cent Bauteil scheitern.

    • Profilbild
      komabot

      @Sangeet Ja, eigentlich sollten sich solche Verpolungsgeschichten mit minimalem elektrischem Aufwand umgehen können.
      Bei falscher Polung geht das Gerät halt nicht an anstatt direkt mit dem Rauchen zu beginnen.

      In anderen Industriezweigen wird ja grundsätzlich von einem „dummen“ Kunden ausgegangen und alles wird so konfektioniert das man nur schwer was falsch machen kann.

      Da müssen wir wohl alle noch etwas stupider agieren da mit sich da was ändert 😎

    • Profilbild
      Nvelope

      @Sangeet Diese in der Tat simple und kostengünstige Lösung habe ich nicht übersehen – wenn das aber dann konsequent eingebaut werden soll, dann muss das durch die Hersteller der Effektgeräte geschehen.

      Das allerdings nicht zu übersehende FOLGE-Problem beim Integrieren einer solchen Sperrdiode ist der hieraus (bei Anschluss in RICHTIGER Polarisierung) sich ergebende Spannungsabfall durch eben die Sperrspannung von etwa 0,6 … 0,7 V !!
      In vielen Fällen kein Beinbruch für den Betrieb eines Gerätes (auch haben neue 9-V-‚Block‘-Batterien ja auch rund 9,6…9,8 V Leerlaufspannung) – aber manche Enthusiasten mit Extrem-Lauschern mögen bei einer wegen Sperrdiode in der Zuleitung verminderten Betriebsspannung einer Audio-Schaltung dann schon mehr oder weniger eklatante Klangunterschiede raushören – na ja … dem lieben Gott sei’s getrommelt und gepfiffen, dass er mich zwar mit guten, aber nicht mit solch übersteigerten Lauschern ausgestattet hat!

      • Profilbild
        Fredi

        @Nvelope Hallo NVelope,

        es gibt auch die Lösung, einen P-MOSFET zur Spannungsweiterleitung zu verwenden plus noch ein ohmscher Widerstand und eine Zenerdiode.
        Das ist eine altbekannte Schaltung, relativ billig, der Innenwiderstand des MOSFET ist ein paar Milliohm, das sollte also vom Spannungsabfall nicht weh tun.

        Gruß
        Fredi

  8. Profilbild
    Nvelope

    Das mit den Wandsteckdosen ist gar nicht ganz so einfach wie Du schreibst: ich war jahrelang in Afrika und hatte im Bereich ‚Medizintechnik‘ dutzende aus den USA gespendete/mitgebrachte medizintechnische Geräte angetroffen, die (trotz Auslegung auf die in den USA üblichen 110/115 V) ‚mal eben so‘ an die in Afrika üblichen 220-240 V angeschlossen wurden – Resultat: Ka-wumm. zisch … und tot!
    Wegen durchgebranntem Trafo dann auch eigentlich unreparierbar.

    Bei den Niedervolt-Verbindungen tut sich ja etwas – früher noch ‚AC‘- UND auch ‚DC’_Netzadapter, durch die SMPS-Technologie heute nur noch DC. Letztere sind auch kleiner und leistungsfähiger – 1 Ampere oder mehr sind leicht möglich – somit auch für komplexere Verbraucher nutzbar.

    Ja, immer noch – mehr als notwendig – unterschiedliche Spannungen, doch die könnten auch geräte-INTERN auf den notwendigen Wert stabilisiert werden (also z.B. 15 V Netzadapter-Ausgangsspannung … intern aber auf 9 V stabilisiert).

    Bleiben die unterschiedlichen Stecker-Typen: im Feld der Smartphones hat sich da schon was getan: USB-C ist Standard und soll künftig auf alles passen – Ziel: Nutzbarkeit EINES Laders für VIELE Geräte anstatt an die 17 Adapter jahrelang ungenutzt in der Schublade – bei defekten / verlorenen Phones!

    Vielleicht entwickeln also auch noch die Produzenten von Audio-Technik EINEN Standard . . . und machen dem WandWarzen-WildWuchs (wow – 4W’s !) den Wohl-verdienten Garaus!

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