Green Box: Yamaha TX16W Sampler (1988), Typhoon

26. September 2020

Das zweite Leben des TX16w

Yamaha TX16W Sampler mit Typhoon Betriebssystem und Floppy-Emulator

Geschichtliches Umfeld des Yamaha TX16W

Als Yamaha 1988 seinen ersten Sampler auf den Markt brachte, war die Musikerwelt wirklich gespannt. Nach den grandiosen Erfolgen des Yamaha DX7 und seinen Nachfolgern, dem Yamaha RX5 Drumcomputer, diversen Effektklassikern und dem ersten Digitalmixer DMP7, stand der japanische Entwickler ganz hoch im Kurs und eigentlich wurde nichts Geringeres erwartet als einen Knaller. Yamaha hatte sich schließlich lange Zeit gelassen und der Konkurrenz war es gelungen, einige technisch und auch preislich bahnbrechende Sampler am Markt zu etablieren. Darunter war Ensoniq mit seinem Mirage oder Sequential mit dem Prophet-2000; E-Mu hatte Erfolg mit dem Emax, Casio konterte mit dem FZ-1, Korg mit dem DSS-1 und AKAI bereits mit dem S900.

Kurzum, der Yamaha TX16W stand einer übermächtigen Konkurrenz gegenüber. Da mutete es dann schon seltsam an, dass Yamaha nur einen 12 Bit Sampler präsentierte, der vor allem auf die Merkmale Stereo-Samples und Digital-Filter setzte. Ja, richtig gelesen, damals galt das Digital-Filter als der letzte Schrei und die Vielzahl an Filtermodellen und Möglichkeiten im TX16w waren auf dem Papier tatsächlich erst einmal einzigartig.

Deckblatt der Yamaha TX16W Broschüre

Die Fachwelt zeigte sich dann nach der Präsentation des Sprösslings zur NAMM-Show im Januar 1988 eher zurückhaltend. Selbst das deutsche Keyboards-Magazin nahm in der Ausgabe 3/88 lieber das Kurzweil Grand Piano auf den Titel statt den TX16W, dem im selben Heft ein ausführlicher Test von Chefredakteur Gerald Dellmann gewidmet war.

Bei den Minuspunkten formulierte Gerald dann wohlwollend:

  • Bedienung manchmal etwas umständlich

Löscht man allerdings die mittleren beiden Wörter, so trifft es den Kern der Sache. Im Vergleich zu einem E-Mu Emax oder AKAI S900 war der Yamaha TX16W weder intuitiv noch schnell zu bedienen, um Multisamples selbst zu erstellen und zu editieren.

Und noch ein Manko kam schnell ans Licht für jeden, der damit arbeitete: die unglaublich langsamen Ladezeiten. Leider hatten die Yamaha Ingenieure dem TX16W auch kein SCSI-Interface verpasst, das sich damals langsam durchsetzte.

Zum Preis: In der Grundausstattung wurden 4.790,- DM aufgerufen. Ausgestattet war der Sampler dann mit 1,5 MB. Um ihn auf die maximale Kapazität von 6 MB aufzurüsten, musste man weitere 3.000,- investieren. Und um auf die Ladezeiten zurückzukommen: Wollte man den kompletten Speicher von 6 MB laden, dauerte das ungelogen 16 Minuten (Gerald hat damals die Zeit gestoppt).

Vielleicht hätte man dem TX16W bei einem Release ein Jahr zuvor diese Mankos noch verziehen – immerhin muss ich dem Klassiker einen echt tollen Sound bescheinigen; doch dazu später mehr – aber im selben Heft wurde auch der E-Mu EIII getestet, der die Ära der professionellen 16 Bit Sampler einläutete. 12 Bit ohne SCSI war damit passé. Im selben Jahr erschienen außerdem der Ensoniq EPS, der Roland S-550 und vor allem der AKAI S1000, der von da ab als Studiostandard weltweit galt.

Es kam, wie es kommen musste, der Yamaha TX16W wurde zum Flop. Bereits ein Jahr nach seinem Release begann der Ausverkauf zu Dumping-Preisen.

(Zu den beiden Bildern: Yamaha-User kennen das Prinzip auch von anderen 80er Yamaha Produkten: Unter dem Display verbirgt sich ein kleiner Schlitz, aus dem sich zwei bedruckte Kunststoff-Anleitungen hervorholen lassen.)

Mein persönliches TX16w Erlebnis 1989

Mein damaliger Traum: ein Yamaha DX-7II, eine Yamaha RX-7 und der hier vorgestellte Yamaha TX-16W. Die beiden Erstgenannten waren bereits in meine kleinen MIDI-Sammlung integriert und wurden fleißig über einen Atari 1040ST mit Crestor angesteuert.

Zu der Zeit arbeitete ich gerade als Theaterleiter im Münchner Gloria-Filmpalast (was aufregender klingt, als es war, da ich in Personalunion auch der Vorführer war). Wer schon mal im Kino gearbeitet hat, weiß, wie heftig auf Dauer die Spätschichten sein können. Dazu kamen reguläre Einsätze am Wochenende und an den Feiertagen (auch Weihnachten und Silvester!)

Als ich über ein Stellenangebot der Münchner Zweigstelle des Synthesizerstudio Bonn stolperte, kam mir das vor wie ein Traum. Meiner Bewerbung folgte ein Einladungsgespräch – aber am Ende wurde leider nichts draus. Das Ganze hatte aber auch einen Vorteil, denn der Inhaber Dirk Matten bot mir an, ein beliebiges Wunschgerät deutlich günstiger an mich abzugeben. „WOW!“ dachte ich nur und entschied mich eben für den hier vorgestellten Yamaha TX16W.

Ich hielt ihn lange in Ehren und produzierte damit die Hintergrundmusik eines hiesigen Reisevideo-Anbieters, dessen musikalische Ansprüche zum Glück nicht besonders hoch waren :).

Schmuckes Kerlchen mit integriertem Desktop-Ständer

Die wichtigsten Features des TX16W

Erst mal tabellarisch ein kleiner Überblick:

  • 16-stimmig polyphon
  • RAM-Speicher 1,5 MB Basis, bis 6 MB ausbaubar
  • A/D-Wandlung 12 Bit linear (Dynamikumfang 72 dB)
  • wählbare Abtastfrequenzen: 16,7 kHz, 33,3 kHz (stereo), 50 kHz (mono)
  • Mixed-Out plus 8 Einzelausgänge

Das Betriebssystem muss von Diskette eingelesen werden.

16 dynamische Digital-Filter

Zum damaligen Zeitpunkt konnten die meisten Synthesizer und Sampler nur die Grenzfrequenz (Cutoff) eines Filters in Echtzeit regeln. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um klassische Tiefpassfilter.

Das Filterprinzip des TX16W ging da deutlich weiter. Die 16 digitalen Filter des TX16W erlauben die Steuerung einer ganzen Reihe von Parametern und das dynamisch, so wie wir das heute gewohnt sind, z. B. die Einstellung eines Bandpassfilters, die Steilheit eines Hochpassfilters oder die Frequenz eines Kerbfilters. Diese und noch mehr Parameter können durch die Anschlagdynamik, den Hüllkurvengenerator, das Modulationsrad, den LFO, den Aftertouch oder mit einem MIDI-Steuerelement in Echtzeit verändert werden.

Bei jedem Filter können jeweils zwei Parameterwerte eingestellt werden. Einer dieser beiden Werte ist fest, der andere ist dynamisch steuerbar. Welcher von beiden Parameter der dynamische sein soll, kann man selbst frei entscheiden.

Die 16 Filtermodelle des TX16W mit den regelbaren Parametern

Leider müssen auch die 16 Filtermodelle von Diskette zusätzlich geladen werden und sind nicht Teil der Systemsoftware. Allerdings sind diese editierbar und können, mit neuen Namen versehen, auf bis zu 32 Plätzen im Speicher abgelegt werden.

Die Werbetexter von Yamaha haben die Möglichkeiten der Filter dann auch blumig umschrieben:

„Die Möglichkeiten des dynamischen Digital-Filters sind beeindruckend, da sich anschlagsbedingte Ringmodulationseffekte für Gitarrensounds oder Hervorhebungen bestimmter Frequenzbänder von Orchester-Samples wirklich problemlos verwirklichen lassen. Im Falle des Orchesterklangs könnte man die Anhebung der bewussten Frequenz mit Hilfe eines Fußschwellers regeln. Im Falle eines Saxophonklanges ließe sich die Steilheit des Hochpassfilters mit dem Blaswandler steuern.“

Die Rückseite des TX16W mit Sample-Eingängen

Samples und Nachbearbeitung im Allgemeinen

Sampling, Sample-Zusammenstellung und Editierung sind im TX16W mühsam und für meinen Geschmack zu kompliziert. Das ist sicher auch einer der Gründe, warum ich für den TX16W noch nie selbsterstellte Samples und Library auf eBay gesichtet habe. Während von E-Mu, Akai und allen anderen Sample-Klassikern immer wieder Diskettenboxen mit selbsterstellten Sample-Sounds kursieren, werden die TX16W immer nur mit Werksdisketten angeboten.

Vielleicht lag das auch daran, dass die Yamaha Ingenieure einfach zuviel wollten. Die Möglichkeiten, die Samples und Sounds nachzubearbeiten, sind nämlich enorm umfangreich. Selbstverständlich gibt es auch Multisamples, Snacks und Layerings – und jede Menge dynamischer Modulationsverknüpfungen, um den Samples beim Spielen Leben einzuhauchen.

Dummerweise machten aber selbst die Werksamples davon so gut wie keinen Gebrauch. Die oben beschriebenen „anschlagsbedingten Ringmodulationseffekte für Gitarrensounds“ habe ich jedenfalls auf keiner einzigen Diskette gefunden und – ich bitte um Verzeihung –  mir war es dann auch zu blöd, sie selbst zu programmieren.

Wer hier genau wissen will, was geht, dem empfehle ich das TX16W Benutzerhandbuch, das man kostenlos im Netz abrufen kann.

Persönlich habe ich tatsächlich mit dem TX16W in der Zeit, in der ich ihn im Einsatz hatte, ebenfalls kein einziges Multisample erstellt. Hingegen machte mir das am Emax II soviel Spaß, dass ich mir mit dem Vertrieb meiner eigenen Library einen kleinen Nebenverdienst aufbauen konnte.

Heute ein MUSS im TX16W, ein Floppy-Emulator

Sound und Sounds

Der Klang des TX16W ist etwas ganz Eigenes. Um zu verdeutlichen, was ich damit meine, habe ich einige einfache Demos angehängt. Es gab da zwei Werksdisketten, die sich SPACE KEYS 1 und 2 nannten, die für mich alles ausdrückten, was ich unter dem TX16W Feeling verstand.

An klassischen Streichern, Trompeten und Klavieren war ich weniger interessiert und würde im Rückblick sagen, sie waren nicht besser oder schlechter als die Akustik-Sounds von AKAI und E-MU – und haben den, wie man heute wohlwollend formuliert – 80er Charme.

Die ursprüngliche Library für den Yamaha TX16W

Yamaha bemühte sich aber redlich, die Library zu vergrößern, und so gibt es heute eine stattliche Anzahl von Yamaha Sounds für den TX16W, ergänzt durch einige von Yamaha beauftragte Third-Party-Soundschmieden, die alle in der Regel auf den USB-Sticks der Floppy-Emulatoren enthalten sind. Rund 100 verschiedene Files sind zumindest auf meinem Gotek-Emulator enthalten.

Die TX16w Typhoon Software

Bereits 1993 brachte ein schwedisches Programmiererteam rund um Magnus Lidström eine alternative Software für den TX16W auf den Markt, die zunächst als Version 1.0 erschien, danach aber stetig verbessert wurde. Die aktuelle Version nennt sich TYPHOON 2000. Eine Versionsnummer konnte ich leider nirgendwo mehr finden.

Erster großer Vorteil:
Der TX16w lädt Betriebssystem und Sounds deutlich schneller als das Original-Betriebssystem.

Zweiter großer Vorteil:
Die kompletten Filtermodelle werden mit dem Betriebssystem zusammen hochgeladen. Bei der Editierung von Klängen entstehen also keine Wartezeiten mehr.

Hier ein Statement der Typhoon-Erfinder, das ich zu 100 % unterstreichen kann:

Typhoon ist eine völlig neue Systemsoftware für den Yamaha TX16W-Sampler. Sie werden nur wenig Ähnlichkeiten finden zwischen dem ursprünglichen Yamaha-Betriebssystem und Typhoon. Mit Typhoon ist der TXi6W nicht mehr nur ein Sampler. Unter den vielen Funktionen von Typhoon gibt es neue, leistungsstarke Möglichkeiten zur Klangerzeugung. Trotz einiger Probleme mit der TX16W-Hardware haben wir die meisten frustrierenden Einschränkungen beseitigt. 

Alle modernen Sampler verwenden eine dynamische Audiokanalzuweisung, und mit Typhoon ist der TX16W endlich keine Ausnahme mehr.

Dazu kommen neue Innovationen wie

  • freie Modulationswege (einschließlich Modulationsquellen wie LFOs und Hüllkurven)
  • Komprimierung von Audiodateien (30-50 % Einsparung)
  • Presampling, um den Verlust von Transienten während der Aufnahme zu verhindern
  • fortschrittliche Algorithmen für Pitch Tracking, Wave Trimming und Auto-Loop Finding
  • Stereo Panorama-Möglichkeiten
  • erweiterte Utilities-Features, um den Austausch von Soundlibs zu erleichtern.

Die Menütasten unter dem Display

Tatsächlich verhält sich der TX16W mit Typhoon wie ein neues Gerät. Ohne das dazugehörige Handbuch (ist unten verlinkt), kommt man dann auch nicht weit, denn bereits das Laden von Sounds ist anders gelöst worden als zuvor.

Der Klang ist hingegen derselbe geblieben, wenn auch die Möglichkeiten zur Klangverbiegung vereinfacht und erweitert wurden. Kurz gesagt: Typhoon bringt den Turbo in jeden TX16W und es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, auf diesen Turbo zu verzichten – noch dazu ist er übrigens kostenlos.

Ein ganz außergewöhnlicher Sampler mit einem zweiten Leben

Der TX16W heute?

Ehrlich jetzt?

Der TX16W ist was für Freunde des Außergewöhnlichen, denn rational gibt es so gut wie keinen Grund, sich einen TX16W anzuschaffen. Aber wer in eine zweizeilige Editierung hineinwachsen möchte und auf einen wirklich einzigartigen Klangcharakter steht, der wird mit dem TX16W viel Spaß haben.

Meinen Zweiten habe ich vor Kurzem erworben – und hier steht er nun und macht mich glücklich. Jetzt fehlt mir nur noch der TX802. Nein, nicht wegen des Sounds, wegen der Optik, da beide als Duo so schön zusammenpassen ;)

Zu den Klangbeispielen

Alle Sounds wurden ohne Umwege direkt in Logic Pro X eingespeist und dort nur mit Hall oder einem leichten Delay verfeinert.

In „Deep Water“ zeigt für mich der TX16W, was ihn vom Klang so einzigartig macht. Diese im Stereo-Panorama verteilten Samples und der knallige 12 Bit Sound.

Aliasing-Pad sollte sich von selbst erklären ;)

Glass Chime. Da schwingt viel D-50 mit, hat aber seinen eigenen Charme.

HiPassing-Pad. Hier liegt auf dem Pad ein Filter des TX16W. Der Bass ist Teil desselben Split-Sounds, aber ohne Filter.

Und Metalkey-Beat zeigt, dass der TX16W auch brachial klingen kann. Der Disco-Beat-Loop stammt aus der Logic Pro X Library.


Fazit

Dank der Typhoon-Software, die aus dem TX16W quasi ein neues Gerät machte, erlebte der Yamaha Sampler in den letzten Jahren eine Wiederauferstehung. Zu Recht.

Ein 12 Bit Stereosampler mit außergewöhnlichem Sound und dynamischen Filter, die seiner Zeit weit voraus waren. Nur damals waren es andere Parameter auf die die Käufer Wert legen wie Speichergröße, SCSI und einfache Bedienung.

Heute wächst die TX16W Fangemeinde wieder und damit auch der Preis dieses Klassikers.

Kleiner Tipp zum Schluss: Sie werden bereits mit einer 3 MB Version ihre Freude haben, da ein voll aufgerüsteter TX16W mit 6 MB einem beim Laden von Sounds auch mit Typhoon immer noch viel Geduld abverlangt. Außerdem laufen 99 % der bestehenden Libs auch mit 3 MB Speicher.

 

Preis

  • gut erhalten mit Floppy-Emulator, Soundlib und 3 MB: ca. 300,- Euro
  • Originalversion mit Disc und 1,5 MB: ca. 150,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    Holden  

    Macht es denn Spaß mit Typhoon Klänge zu erstellen? Der TX stand öfter auf meiner Liste, flog aber immer wieder raus weil Akai und besonders Ensoniq mir mehr liegen. 25khz ist ebenfalls neu mit Typhoon, war glaube ich nirgends vermerkt. Tolle Pads, könnte ich gut verwerten. ;)

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      Tyrell  RED 11

      Mit Typhoon ist er endlich bedienbar und nach einer kurzen Einarbeitungszeit wird man auch selbst Multisamples etc. erstellen können. An die Menüführung und Autofunktionen der E-Mu-Sampler kommt er aber nicht heran.
      Und die Pads – oh ja- dafür liebe ich ihn.

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    mdesign  

    schöner bericht.

    noch eine ergänzung zum komfort-niveau der endachtziger. ich hatte 1988 einen emulator III. der hatte 4 MB RAM. die erweiterung auf 8 MB kostete bei emu DM 11.000. die interne HD hatte 40 MB, da gingen also grade mal 5 komplette bänke drauf – man musste fast immer auslagern auf floppy disks. die waren single sided, man brauchte für die 8 MB also 11 stück. das schreiben hat 20 minuten gedauert. da dabei oft fehler auftraten, die dann das komplette backup unlesbar machten, war anschließend noch ein verify-durchgang angeraten. und speichern im hintergrund gab es nicht. man hatte also immer zeit zum kaffeekochen.

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      dAS hEIKO  AHU

      das hatte auch gesundheitliche Folgen: Kaffe- und Zigarettenkonsum war bestimmt deutlich höher. Geraucht wird heute gar nicht mehr und man trinkt Mate-Tee.
      :-D

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      Tyrell  RED 11

      Ich hatte mit den EIII in den 90ern gebraucht gekauft, dann aber mit HD. Die Ladezeiten waren damit kein Problem mehr. Und sonst: Vorbildhafte Menüführung und Bedienung. Ein Traum von einem Sampler.

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        iggy_pop  AHU

        Und somit das komplette Gegenteil zu TX-16W oder Prophet 2000/2002. Oder Akai S-1000/1100.

        „Multisamples, Snacks und Layerings“ — Snacks vor allem, denn Nervennahrung ist essentiell beim Umgang mit derlei Geräten.

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    dAS hEIKO  AHU

    Der erneute „Angriff“ zur Jahrtausendwende mit dem A-3000/A-5000 kam dann mMn auch wieder erst, als der „Käs‘ gegessen“ war. Denn selbst die Grabenkämpfe der unangefochtenen Platzhirsche Emu und AKAI sollte bald ein Ende haben, weil altgediente Produzenten einfach ihre alten S1000/1100 oder E4 im Rack beließen, weil da kaum noch innovatives dabei rüberkam und in den kommenden Audiosequenzern plötzlich Softwaresampler hervortaten.

    Die minimalistische digitale Bedienung über wenige Knöpfe und noch weniger Regler schien ja auch ein Dogma bei Yamaha zu sein. Vom DX7 über Die REV- und SPX-Effektgeräte und eben den TX16W: Alles keine sehr intuitiven Maschinen. Nur war einigen von ihnen ein großer Erfolg beschert, weil sie zu ihrer Zeit etwas einzigartiges boten und/oder oder die Musiker genau da darauf abfuhren („Hast geseh? so ein DX7 mußte haben“)

    …auch immer wieder ehrfurchterfüllt zu lesen, dass der „günstige“ Sampler 5.000 Mark kostete und ein 16stimmiges 8fach multitimbrales zunächst mal 1,5MB zur verfügung hatte. 3.000 Euro für weitere 6MB zahlen heutzutage nur noch Appleuser freiwillig. :-D Und in 16 Minuten laden wir heutzutage übers Internet über 10GB an Daten. …sollte man sich gerne Mal vor Augen halten, wenn man mal wieder heult, weil man noch keinen Gigabit anschluss hat.

    Und Peter: schöne Geschichte ;-)

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    CKMUC  

    Der TX16W war in vielerlei Hinsicht mit Abstand mein größter Fehlkauf. Ich habe den vor Jahrzehnten mit erheblichlen Verlust (obwohl selbst gebraucht gekauft) wieder verkauft. Ich kann mich noch erinneren, dass meine größte Angst beim Verkauf war, dass der potentielle Käufer denken könnte, er sei kaputt, weil er einfach nicht so funktionierte, wie man dachte, dass er funktionierten müsse.

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    AMAZONA Archiv

    Spannende Lektüre zum Yamaha Sampler.
    Kannte bisher immer nur die bedientechnischen Horrorgeschichten zu dem Teil.
    Sehr interessant ihn endlich auch mal zu hören.

    Rückblickend glaube ich das es damals soundmässig auch im mittleren Preissegment einfach eine zu starke Konkurrenz gab.
    Der Flop hing daher vielleicht nicht ausschliesslich mit den technischen Unzulänglichkeiten zusammen. Ensoniq EPS, Akai S9xx, Emax, Roland S5xx, Prophet 2k klangen meiner Erinnerung nach schon druckvoller bzw. weniger muffig.

    Die meisten der Genannten kosten natürlich auch gebraucht noch eine ganze Ecke mehr und der Yamaha hat zumindest gegenüber einem Softsamper ordentlich Charakter.

    Wenn man den speziellen Sound musikalisch einzusetzen weiss und nicht gleich eine ganze Produktion mit dem TX16W bestreiten muss, ist er heutzutage vielleicht eine interessante Option. Aber 300,-Tacken, hmm, na ja…

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    gaffer  AHU

    Oh ja, eine meiner Horrorerinnerungen. Ich war damals Synthie-Verkäufer und sollte die Dinger verkaufen. Jeder Versuch, sich dieser Kiste zu nähern, war fast immer nicht von Erfolg gekrönt. Aber einer meiner Kunden, damals kurz vor 60, kaufte 5 oder 6 davon. Ich habe ihm mal beim Füttern der Geräte zugesehen, ich hätte es filmen sollen, eine Kamera hatte ich schon. Aber trotzdem habe ich noch eine schwache Erinnerung, dass Yamaha mit einer 2.0 Software das ganze nochmal komplett über den Haufen warf. Aber die 6 MB waren schon besonders, da ging nur Akai weiter. Später habe ich K2000 verkauft, alles bedienbar trotz hunderten von Parametern und nachvollziehbar, ausserdem 64 MB RAM, das war einzigartig. SCSI und Alchemy (ein sehr ambitionierter Sample Editor mit SCSI Transfer auf Mac) unterstützte die Kiste. Dagegen war dann alles andere kalter Kaffee.

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      dAS hEIKO  AHU

      Jap, der Kurzweil K-2000 wär auch mal was für die Greenb… Ach da schau an.

      Jo. Hatte ihn mir mal im Musikhaus für nen Monat geliehen und kam ohne Handbuch aus. Das macht halt schon Spaß. Und die Möglichkeiten (genug Klimpergeld vorausgesetzt) waren schon enorm. Vom Klang sprechen wir mal nicht. Der ist halt wie bei Kurzweil. ;-)

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    swissdoc  RED

    Das Mauerblümchen unter den Samplern in einer schönen Vorstellung mit spannenden Anekdoten. Ich musste beim Hören der Sounds schmunzeln, hatte ich doch gerade gestern abend ein paar alte Sounds von Klaus-Peter Rausch in meinen Ensoniq SD-1 geladen. Andere Baustelle, aber von der Klangästhetik doch recht nahe beieinander.

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    lightman  AHU

    Als Fan der Yamaha-Geräte aus Mitte/Ende der 80er (FM-Synths, Sequenzer, Studiogear) habe ich es mit dem TX16W redlich versucht, aber selbst mit Typhoon bin ich damit nicht warm geworden. Die vielen Funktionen hören sich auf dem Papier gut an, die damit erzielten Ergebnisse haben mich klanglich allerdings nicht überzeugt. Dem Wumms meiner Akais und der wundervollen 8bit-Aura des Mirage hat der TX16W nur wenig entgegenzusetzen.

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    Filterspiel  AHU

    Meine einzige Begegnung mit diesem Gerät war am Vorabend eines befreundeten Soundsystems zu dessen Operator ich kurzfristig ernannt wurde, um ein paar Samples (auf Amiga-Disketten) auf eben dieses Gerät zu laden. Ohne Bedienungsanleitung und mit original Betriebssystem. Bevor das Internet als allumfassende Quelle des Wissens dienen konnte. Kurzfassung: hat ein paar Stunden gedauert, aber die Jungs konnten ihre Samples beim Gig abfeuern.
    Danach fragten sie mich, ob ich den Sampler haben wollte (die waren eigentlich schon überfordert das OS zu laden und dann die Diskette zu wechseln), was ich abgelehnt habe und selbst nach Lesen dieses schönen Artikeln immer noch nicht wirklich bedauere.

  10. Profilbild
    Jupiter Six  

    Ich wollte meinen TX16w eigentlich wieder verkaufen, doch dann kam Typhoon. Nun liebe ich diese Kiste. Da gibt es schon ein paar abgefahrene Möglichkeiten – und gerade bei den Filtermodellen sind schräge Sachen dabei. Überlegt mal, für 300,-€ in dem Zustand, feine Sache. Ich denke der schlechte Ruf hängt dem TX16w jetzt nach, aber durch Typhoon sollte das echt Geschichte sein.

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      lightman  AHU

      Bei mir war es so, daß sich ein Sample beim Erstellen auf dem TX16W allein immer gut anhörte, im Mix aber dann nicht mehr, da hats oft an Durchsetzungsvermögen gefehlt.

      Das kommt natürlich auch auf die Musik an, die man macht, mir haben auch die Filter in Verbindung mit Sprachsamples und orchestralen Sachen gut gefallen, insgesamt habe ich aber im Hinblick auf meine anderen Sampler keinen großen Nutzen in der Kiste gesehen.

      Manche kleinere 16bit-Akais kriegt man um weniger als die Hälfte dessen, was ein TX16W heutzutage gebraucht kostet, das sollte man auch bedenken.

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        gaffer  AHU

        Ein immer wieder geäussertes Problem, der Einzelsound und der gleiche Sound im Mix. Ich bin momentan begeisterter iOS Musiker. Viele Klänge sind solche One-Finger-Trigger-Wow Sounds, schon der Akkord geht in Richtung Kakophonie, ist jetzt vielleicht eher das Gegenteil von deinem TX-16W Erlebnis, aber zeigt, wie weit auseinander die Sounds fürs Anspielen und fürs Komponieren liegen können. Den Anfang dieser Entwicklung sehe ich beim D-50, Integriertes Effektgerät, war der Anfang vom Ende, aber klasse in der Verkaufssituation. Stelle mir gerade ein akustisches Instrument vor. Violine, mit eingebautem Hall und Delay, das hätte die großen Symphoniker vor ziemliche Probleme gestellt.

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          lightman  AHU

          Roland hat es in dieser Hinsicht immer besonders toll getrieben, ich erinnere mich da an diverse Sounds des JV-1000 und meines XP-80, den ich noch habe, die alle kleine Geschichten erzählen und wirklich gut gemacht sind, aber kaum sinnvoll eingesetzt werden können, außer vielleicht für Musik für Planetarien oder so.

          Beim TX16W wars weniger die Verspieltheit meiner Samples sondern die geringe Schlagkraft des Teils in bestimmen Lagen/Frequenzen. Ein stark modulierter Sample etwa eines Toms hörte sich solo recht voll an, im Mix war aber dann einiges an EQing notwendig, damit er zur Geltung kam. Bei meinen Akais und dem Mirage habe ich solche Probleme nicht.

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