Interview: Axel Hartmann – Designing music industry – 2

23. März 2006

Die Andromeda Ära

Interview: Axel Hartmann – Designing the music industry, Teil 2

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Ein weiteres Highlight deiner Karriere war sicherlich der ALESIS ANDROMEDA. Wie kam es zu diesem Auftrag? Offensichtlich hatte man dir viele Freiheiten eingeräumt.

Alesis Andromeda 2001

 

AXEL HARTMANN
Der Alesis Andromeda war mein erster Auftrag einer US Firma. Ich hatte zuvor schon einige Versuche gestartet, mit US Herstellern ins Geschäft zu kommen – leider nur mit mäßigem Erfolg. Es war im Sommer 1997, als ich zusammen mit Russ Jones, der mir bei der Akquisition in den USA ein wenig behilflich war, wieder bei Alesis am Tisch saß, um meine Dienste als Designer anzubieten. Und diesmal schien etwas Konkretes anzustehen. Die Projektmanager waren auf jeden Fall deutlich interessierter an meinem Portfolio als in den Meetings zuvor – und wir verabschiedeten uns mit einem sehr zuversichtlichen Gefühl. Wenige Tage später ging es zurück nach Deutschland – und noch auf dem Flughafen in Los Angeles haben mich die Alesis Jungs abgefangen, um mir das A6 Projekt vorzustellen und mich als Designer für diesen Wahnsinns Synthesizer ins Boot zu holen.
Ich kriege noch heute Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke, wie ich meinen Koffer eincheckte und Erik Norlander und Rob Rampley von Alesis um die Ecke biegen sah. Das war wirklich ein Supergefühl.
Ich hatte in der Tat alle Freiheiten, was die Gestaltung der Benutzeroberfläche anging – aber auch der gesamte Gehäuseaufbau war frei zu gestalten… eine tolle Aufgabe, die auch wirklich sehr viel Spaß gemacht hat.

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Das Design entstand dann komplett hier in Deutschland, bei Design Box. Die Grundidee, die Module als kleine, in sich geschlossene Systeme aufzubauen – im Zentrum der Regler für die Kernfunktion und darum herum die Nebenfunktionen – geisterte schon längere Zeit in meinem Kopf herum. Und Alesis waren von dieser grafischen Aufmachung gleich begeistert – die alternativen Entwürfe konnte ich eigentlich gleich in die Tonne kloppen.

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Im Zeitalter von Plug-Ins wird Hardware in der Musikbranche immer seltener. Hat die DESIGN BOX trotzdem noch genügend in der Musikbranche zu tun?

AXEL HARTMANN
Da hast du Recht – in den vergangenen 10 Jahren hat sich unsere Nische in der Musikbranche doch sehr gewandelt. Wir haben hier flexibel reagiert und gestalten neben den Hardware Produkten auch sehr viele Software Interfaces.

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Forum
  1. Profilbild
    c.hatvani  AHU

    Das Design für den Microwave ist Axel Hartmann gut gelungen. Allerdings war das Äußere des Alesis Andromeda der wichtigste Grund, warum ich mir keinen zulegen wollte.

    • Profilbild
      synthboy  

      Also ich finde das Design absolut genial, nur das Display ist nicht so toll.
      Auch die Aufgliederung der einzelnen Bereiche und Module ist sehr gelungen.
      Man sollte nicht vergessen das es sich beim Andromeda um einen sehr aufwendigen Synthesizer handelt, also bitte keine Design Vergleiche mit irgendwelchen einfachen Synthesizer machen, die ganze Funktionsvielfalt auf einer Bedienoberfläche unterzubringen ist sicher nicht einfach gewesen.
      Einen Synthesizer nur wegen des Designs nicht zu kaufen halte ich für Blödsinn…sorry :-P

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