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Kemper vs. Amplitube – Digitale Gitarrensounds im Vergleich

5. September 2021

Teuer vs. günstig - Klingt Kemper wirklich besser als Amplitube?

Die Vorbehalte gegen digitale Gitarrensounds sind groß. Teilweise natürlich auch berechtigt, wie Kollege Dimitrios Kasprzyk unlängst im Test des Headrush MX5 belegen konnte. Obwohl das Gerät im Test im Zusammenspiel mit dem Röhrenamp Pluspunkte gesammelt hat, ist das Verhalten im Standalone-Betrieb doch recht gewöhnungsbedürftig. Meine Aufgabe besteht nun darin, im Vergleich zweier anderer Systeme mal zu schauen, wo die Stärken und Schwächen liegen und ob man mit digitalen Sounds trotzdem ansprechende Ergebnisse erzielen kann. Nicht zuletzt werde ich natürlich auch auf die – höchst subjektive – Frage des Spielgefühls eingehen.

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Digitale Gitarrensounds: Plug-in vs. Kemper Profiler

Zunächst schauen wir uns die beiden Möglichkeiten, digitale Gitarrensounds aufzunehmen, mal im Vergleich an. Kandidat Nr. 1 ist eine Plug-in-Lösung. Amplitube 5 von IK Multimedia war bei uns schon im Test und hatte, bezüglich Soundauswahl und Spielgefühl, ein sehr positives Gefühl hinterlassen. Kandidat Nr. 2 ist der Kemper. Es gibt wohl nichts, was über das Flaggschiff der Amp-Ersatzmaschinen nicht schon irgendwo publik gemacht worden wäre. Wird also ein spannendes Duell. Doch bevor ich in den direkten Vergleich einsteige, ein paar kurze Worte über die Grundlagen und Unterschiede der beiden Möglichkeiten.

Das Plug-in: Die schnelle, flexible Möglichkeit

Ein Plug-in ist eine digitale Komponente, die eine andere Software um gewisse Möglichkeiten erweitert. In unserem Fall hier benötigen wir also zusätzlich zu Amplitube 5 noch eine sogenannte DAW, also ein Aufnahmeprogramm auf dem Computer, sowie die Möglichkeit, die Gitarre an den Rechner anzuschließen. Eine Abhörmöglichkeit ist natürlich auch immer schön, es sei denn, man spielt zum Schutz der Nachbarn ausschließlich über Kopfhörer. Amplitube 5 läuft übrigens auch als sogenannte „Standalone-Software“, benötigt also nicht zwingend eine DAW. Aufnehmen kann man tatsächlich auch in der Standalone-Version. Diese Möglichkeit ist natürlich dafür prädestiniert, Demos oder Songideen aufzunehmen, für eine komplette Songproduktion allerdings reichen die 8 Spuren und fehlenden Möglichkeiten aber nicht. Das nun zum Vergleich antretende Plug-in wird also innerhalb der DAW aufgerufen und die Gitarre an ein externes Audiointerface (Native Instruments Komplete Audio 6) gestöpselt. Zum Abhören kommen zwei aktive JBL 3 MK II Monitore zum Einsatz. Amplitube 5 werkelt also während des Vergleichs im Insert-Weg von Cubase 11. Das Plug-in arbeitet nach dem Prinzip des „Modelings“, es werden also Verstärker digital nachgebildet.

Digitale Gitarrensounds - Das PlugIn

Die Plug-in-Lösung von IK Multimedia: Amplitube 5 mit geladenem Slash-Emulator

Der Kemper Profiling Amplifier: All in one für Stage & Studio

Der Kemper Profiler arbeitet nach einem etwas anderen Prinzip. Mittels eigens entwickelter Analysefunktion kann der Kemper an ihn angeschlossene Verstärker analysieren und deren Klangverhalten digital reproduzieren. Es wird also quasi ein digitaler Klon des zu analysierenden Amps erzeugt. Hierzu müsste man natürlich grundsätzlich über einen eigenen Verstärker verfügen, der Kemper bringt aber natürlich eine breite Palette bereits analysierter Amps mit und man kann mittlerweile so ziemlich jeden Amp, der jemals gebaut wurde, als Profile im Internet kaufen und in den Kemper laden. Um mit dem Kemper aufzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man natürlich den Kemper direkt mittels seiner Ausgänge an die Soundkarte anschließen, zum anderen gibt es die Möglichkeit, den Kemper mittels digitaler Schnittstelle (S/PDIF) an den Rechner anzuschließen. Was das bedeutet, erkläre ich gleich noch kurz.

Digitale Gitarrensounds Kemper Stage

Der Kemper ist sowohl im Studio als auch auf der Bühne ein gern gesehener Partner

Digitale Gitarrensounds: Die Vor- und Nachteile

Die Möglichkeit, digitale Gitarrensounds aufzunehmen, hat gegenüber dem herkömmlichen Weg über Verstärker und Mikrofon ein paar nicht zu unterschätzende Vorteile. Der wohl größte ist, dass die Aufnahme beim digitalen Weg „nicht destruktiv“ vonstatten geht. Das bedeutet, dass bei Aufnahme mittels Plug-in die Gitarre unabhängig vom gewählten Gitarrensound aufgenommen wird und jederzeit die Möglichkeit besteht, den Sound auch nach der Aufnahme maximal zu verändern. So kann zum Beispiel ein Sound über die Emulation eines Marshall Amps eingespielt, hinterher im Mix aber, wenn es dem Gesamtsound zuträglich ist, durch z. B. einen simulierten Engl ersetzt werden. Die Möglichkeit, bereits vorgefertigte Gitarrensounds, die mittels Mikrofon der Aufnahme zugefügt wurden, sind zwar in Nuancen veränderbar, aber der Grundcharakter steht. Hier kommt nun eine Technik ins Spiel, die auch aus der Zeit der herkömmlichen Mikrofonaufnahmen stammt, aber durch den Kemper eine Art Renaissance erlebt hat. Das sogenannte „Reamping“. Hierbei wird das aufgenommene Gitarrensignal aus der Aufnahme abgegriffen und erneut über einen Verstärker geschickt. Diese Technik wird mittels des Kempers und seiner digitalen Schnittstelle vereinfacht, da auch hier, so wie beim Plug-in, nicht-destruktiv aufgenommen werden kann und der Sound jederzeit später geändert werden kann. Wenn ich also die Vorteile der digitalen Gitarrenaufnahme zusammenfassen sollte, käme ich auf folgende Vorteile:

  • einfache Handhabung
  • schnelle Ergebnisse
  • Sound jederzeit massiv veränderbar
  • Flexibilität

Wer aber natürlich auf das Gefühl angewiesen ist, das entsteht, wenn die Gitarre mit dem aufgerissen Verstärker interagiert, kann natürlich schon schnell ob des anderen Spielgefühls aus der Wohlfühlzone gedrängt werden. Natürlich gibt es die Möglichkeit, vor allem beim Kemper, sich selbst und die eigene Gitarre trotzdem mit Lautstärke aus den Boxen zu beglücken, aber hier befinden wir uns schnell in einem Spannungsfeld aus Glaube, Gefühl und physikalischen Gesetzen. Die Nachteile der Aufnahmemöglichkeiten für digitale Gitarrensounds aufzuzählen, fällt daher auch ein bisschen in den Bereich der subjektiven Wahrnehmung:

  • „unauthentisches“ Spielgefühl, dadurch:
  • Veränderung im persönlichen Spiel möglich
  • subjektives Soundempfinden
  • Live schwer umsetzbar

Jeder von uns kennt das Gefühl, wenn man im heimischen Wohnzimmer oder im Übungsraum mit seinem Equipment den eigenen Wohlfühlsound geschaffen hat, dann aber im Studio auf einmal, mit Kopfhörern bewaffnet, den Sound auf die Ohren geblasen bekommt, den das Mikrofon aufzunehmen imstande ist. In der Regel ist das weit entfernt von dem, was wir direkt vor der Box wahrnehmen. Trotzdem gibt es einen gravierenden Vorteil, den keine digitale Lösung aufwiegen kann:

  • Authentischer Ampsound

An dieser Stelle wäre ein Ausflug in die Philosophie des Gitarrensounds nötig. Denn wir alle hängen Idealen nach, die wir selbst erreichen wollen. Und für manch einen Gitarristen ist es eben das Gefühl, das erzeugt wird, wenn die eigene Gitarre über den eigenen Verstärker so puristisch wie möglich an die Ohren dringt. Die Frage, die wir uns jetzt aber stellen sollten, muss sich mit dem Thema beschäftigen:

Digitale Gitarrensounds: Was hört der „Kunde“?

Stehe ich im Festzelt auf der Bühne und hinter mir werkelt mein Marshall Head und vor mir steht ein buntes Sammelsurium lustiger Effektpedale, hat einer im Zelt den meisten Spaß: Ich! Allen anderen ist es völlig egal, wie der Gitarrensound erzeugt wird. Ich weiß, dass spätestens an dieser Stelle die Puristen unter euch auf die Barrikaden gehen. Aber mit dem Gitarrensound ist es wie mit dem Wein, es gibt für Laien zwei Geschmacksrichtungen: „schmeckt“ und „schmeckt nicht“. Alles dazwischen, also die Nuancen, die uns als Gitarristen interessant machen, sind in der Regel vom Publikum nicht wahrnehmbar. Hier kommt lediglich das ins Spiel, was ich gerne als „sekundären Sound“ bezeichne. Nur, wenn ich mich mit meinem Sound wohlfühle, kann ich auch so spielen, wie ich möchte.

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Sind wir mal ehrlich: Für wie viele ist der legendäre Dumble-Amp der heilige Gral der Gitarrenamps? Und wie viele von uns haben schon mal einen gespielt? Und wer kann sagen, dass die sich „Dumble“ nennende Simulation auch klingt wie ein Dumble? Geradezu ketzerische Fragen, oder? Ganz egal, wie wir unseren Sound erzeugen: Er muss sich gut anfühlen. Und der Tontechniker, der das letzte Wort hat, muss unseren Anspruch verstehen können. Fakt ist, dass wir ohne diesen ominösen „Wohlfühlfaktor“ nicht so spielen, wie wir es von uns selbst erwarten. Und genau hier setzt jetzt dieser Artikel an. Ist es möglich, diesen Wohlfühlsound mit Hilfe digitaler Klangerzeugung zu schaffen? Kann ich im Studio, also dort wo es drauf ankommt, mit Hilfe digitaler Klangerzeugung einen Sound erzeugen, der sich für mich authentisch anfühlt? Einen Sound, der sich so anfühlt, dass ich mich selbst in mein Spiel fallenlassen kann?

Digitale Gitarrensounds in der Praxis

Digitale Gitarrensounds Tubeman

Einstmals mein Einstieg in die direkte Aufnahme der Gitarrensounds. Dank digitaler Entwicklungen geht das heute deutlich besser.

Willkommen in meinem Labor. Um euch die Philosophie meines Tons nahezubringen, möchte ich zunächst etwas über mich erzählen. Ich bin ein Kind der 80er. In dieser Zeit gab es Gitarrensounds, die damals Revolutionär waren, von denen wir aber heute denken: „What the fuck???“ Völlig egal, welche Gitarre man in das Bradshaw-Rack stöpselte, alles klang gleich. Und trotzdem waren einige Gitarristen aus dem Brei der Hallfahne herauszuhören. Was ich damit sagen will: Egal, was du einem Gitarristen in die Hand drückst, er wird immer klingen, wie er selbst. Meiner Meinung nach kann man mit jedem zur Verfügung stehenden Equipment einen irgendwie brauchbaren Sound erzeugen. Zu Beginn meiner Karriere stand ich in einem Studio, geleitet von einem dieser Schwätzer, die gerne darüber reden, mit wem sie gearbeitet haben, aber nie, warum die Zusammenarbeit aufgehört hat. Ich hatte mein Rack dabei, bestehend aus Soldano Preamp, Rocktron Intellifex, zwei 2×12″ Thiele Boxen von Mesa/Boogie und allem, was dem Zeitgeist damals entsprach. Equipment, mit dem ich jederzeit und überall meinen Sound erzeugen konnte. Aber der Typ war anderer Meinung: „Meine Gitarristen spielen immer über den Hughes und Kettner Tubeman“. Das Ergebnis war grausam und entsprach nicht im Geringsten meiner Vorstellung. Was war passiert? Ich wurde gezwungen über Equipment, das nicht meins war, einen Song einzuspielen, der nicht meiner war. Aber genau das entspricht in etwa der Realität. Auch heute noch. Heute allerdings wird oft auf digitale Sounderzeugung gesetzt. Also freunden wir uns damit an. Sowohl Kemper als auch Amplitude 5 werden in so ziemlich jedem Studio zur Verfügung stehen. Hören wir uns an, was wir damit aufs virtuelle Band bekommen.

Digitale Gitarrensounds: Amplitube 5 Klangbeispiele

Ich lade im Amplitube 5 Plug-in das Preset eines Marshall Slash Signature Amps (Marshall AFD 100) und schalte alle Effekte aus, bis auf den Hall, um ein bisschen Räumlichkeit zu bekommen. Im zweiten Beispiel hört ihr einen Orange Rockerverb 50 Mk II und als Vertreter des cleanen Sounds kommt ein  Fender ’53 Bassman zum Einsatz.

„Ja, aber Clean und Highgain können sie alle“ höre ich euch sagen. Und ja, da ist was dran. Aber wie verhält sich das Amplitube 5 Plug-in im so interessanten dynamischen Feld der angezerrten Sounds? Gerade der Bereich, im dem es doch so sehr auf die Interaktion zwischen Gitarre und Amp ankommt, auf das Feedback zwischen Ton und Tonerzeuger? Hören wir mal rein. Das eben schon gehörte Preset mit dem Bassman kommt noch mal zum Einsatz, diesmal aber in „Cranked up“-Stellung der Regler. Dazu mischt sich ein Vertreter der Vox Amps mit Namen „British Blue Tube“.

Und hier mischen sich erste Zweifel ins Gefühl. Die angezerrten Sounds klingen, vor allem über Kopfhörer, gerade im Bereich der normalerweise sehr harmonischen Obertöne, harsch und kalt. Über die Studiomonitore klingt das alles noch sehr organisch und drückend, auf dem Kopfhörer wird der Sound unnatürlich. Ob und wie sich das im Bandkontext bemerkbar macht, ist noch mal eine andere Diskussion. Was den oben beschriebenen „Wohlfühlfaktor“ betrifft, bin ich in allen Sounds innerhalb kürzester Zeit zuhause und das Klirren in den Obertönen ist mit wenigen Handgriffen und einem EQ schnell beseitigt. An dieser Stelle sei allerdings noch mal gesagt, dass Sounds, die im Bandkontext Sinn ergeben, nicht immer unbedingt schön sind, wenn man sie allein hört. Doch jetzt hören wir mal, was der Kemper so leistet.

Digitale Gitarrensounds: Kemper Klangbeispiele

Da ich die Sounds des Amplitude 5 Plug-ins unbearbeitet, also out-of-the-box aufgenommen habe, muss der Kemper natürlich in gleicher Weise behandelt werden. Suche ich mir hier allerdings den entsprechenden Amp aus der Vielzahl der angebotenen Profiles, werden zwei Dinge schnell klar:

  1. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
  2. Das Qualitätsspektrum reicht vom Kofferradio bis Highclass-Boutiquesound.

Wir erinnern uns: Bei den Profiles für den Kemper werden existierende Ampsounds geklont, meist mit entsprechender Box und natürlich dem Mikrofon oder der Loadbox. Hierbei spielen natürlich die persönlichen Vorlieben des Autors des Profiles eine genauso entscheidende Rolle, wie das verwendete Equipment. Während bei Amplitube der Slash Signature Marshall einmal vorhanden ist, finde ich in der Kemper Rig Exchange, also der Tauschbörse für kostenlose Profiles, direkt 14 verschiedene Profiles. Für den Vergleich entscheide ich mich natürlich automatisch für den für mich subjektiv besten Sound, ich achte allerdings darauf, dass der Sound mit einem ähnlichen Gainsetting „geprofiled“ wurde, wie ich es in Amplitube 5 genutzt habe. Here we go …

Zunächst hört ihr wieder die etwas höher verzerrten Sounds und ein Profile eines clean eingestellten Bassman. Was mir sofort auffällt ist etwas, was man nicht sofort hört. Man spürt es. Das Spielgefühl beim Kemper ist wesentlich (und hier bitte drei Ausrufezeichen einfügen!) natürlicher, organischer und damit subjektiv besser. Die Sounds klingen druckvoller. Ob näher am Original oder weit davon entfernt, ist erstmal total zweitrangig. Im Endeffekt möchte ich meinen Aufnahmen einen guten, zum Song passenden Sound zufügen. Ob der jetzt wirklich nach Rockerverb klingt ist eigentlich egal, wenn er passt.

Aber jetzt wird’s spannend, denn die angezerrten Sounds haben mich bei Amplitube zwar angesprochen, aber nicht vollends überzeugt. Auch wenn da schon Quantensprünge zwischen den frühen Amplitude-Versionen und der aktuellen Ausgabe vollzogen wurden. Hier spielt der Kemper seine Stärke aus. Und zwar vor allem im Spielgefühl. Die Interaktion zwischen mir, der Gitarre und dem, was die Studiomonitore verlässt, ist tatsächlich für mein Gefühl deutlich näher an dem, was ich „Wohlfühlsound“ nenne.

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Fazit

Das Duell ist grundsätzlich entschieden. Die Plug-in-Lösung kann zwar durchaus mit sehr guten, brauchbaren Sounds aufwarten, wenn es nur darum ginge, digitale Gitarrensounds zu erzeugen. Was aber das persönliche Spiel angeht, fehlt dabei, vor allem bei angezerrten Sounds, der letzte Kick. Der Kemper dagegen fühlt sich echt an und lässt dem Spieler damit mehr Freiraum. Beide Lösungen haben ihren Reiz und ihre Berechtigung. Beim Kemper kommt allerdings ein schwerwiegendes Argument hinzu: Ich kann „meine“ Sounds mit auf die Bühne nehmen. Zwar ist es natürlich auch möglich, einen Laptop auf die Bühne zu stellen oder sogar die Software-Lösung im digitalen Mischpult unterzubringen, aber ob das den Gitarristen glücklich machen kann, wage ich zu bezweifeln. Den Preis lasse ich als Bewertungskriterium außen vor.

Plus

  • Amplitube:
  • unkomplizierte Handhabung
  • Flexibilität
  • guter Grundsound
  • Kemper:
  • Spielgefühl
  • Sound
  • Flexibilität
  • Livetauglichkeit

Minus

  • Amplitube:
  • nicht wirklich livetauglich
  • Spielgefühl bei angezerrten Sounds
  • Kemper:
  • - ---

Preis

  • Amplitube 5 MAX: 679,- Euro
  • Kemper (Stage) 1.595,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Jan Steiger  RED

      Hab ich aufm Schirm, wird kommen! Klar gibt’s deutlich bessere Software, Neural DSP und S-Gear schlagen für mich Amplitube um Längen und sogar Guitar Rig 6 ist bei mir öfter im Einsatz. Aber Amplitube ist eine der beliebtesten und meistgenutzten Software-Lösungen und deshalb für den Vergleich meines Erachtens gut geeignet.

      • Profilbild
        harrymudd  AHU

        Amplitube/ikmultimedia schalten die meisten Anzeigen in musikalischen Informations-Medien…oh, was hab ich da nur gesagt ts ts ts:)

      • Profilbild
        Jan Steiger  RED

        Das geht los bei der „weniger ist mehr Philosophie“, über den deutlich besseren Grundsound und eben das, was ich unter „ besserem Spielgefühl“ verbuchen würde. Aber natürlich ist und bleibt das immer Geschmackssache und ist höchst subjektiv

      • Profilbild
        harrymudd  AHU

        Das Spielgefühl ist verdammt gut – fast wie echt. Ich benutze den Lautstärkeregler der Gitarre viel und auch hier ist das Handling vom echten Amp kaum zu unterscheiden.
        Die angebotenen Amps sind für meine Zwecke völlig ausreichend – ich brauche keine 5 JTM45 oder Vibroverbs…
        Auch benutze ich die integrierten Effekte kaum – da habe ich in der DAW mehr Auswahl.

  1. Profilbild
    Jens Barth  

    Ich habe des Test mit Interesse durchgelesen. Vor allem, da die Schwierigkeit des Vergleichs von Anfang an gegeben war. Und das ist genau der Punkt:

    Wenn man den Profiler für einen Vergleich heranzieht, sollte man ihn mit ähnlichen Produkten vergleichen (z.B. Line6 Helix Floor). Oder andersherum: Wenn man einen Software / Hardware – Vergleich macht, dann bitte schön mit echter Hardware.

    Daß Amplitube nur sehr bedingt für diesen Vergleich geeignet ist wurde bereits beschrieben, da gibt es deutlich bessere Kandidaten, die gerade in Sachen Sound und (dadurch) Spielgefühl schon verdammt nah an Hardware sind.

    Andererseits: Bei all den Gigs die ich spiele interessiert niemanden, ob die Gitarre durch Hardware oder Software geht, genauso wenig verstehen die Zuhörer, ob eine Synth – Emulation spielt oder das Original auf der Bühne steht.

    Auf einen Punkt möchte ich allerdings auch noch hinweisen: Zum Kemper – Universum gehört auch der Virus. Und an diesem hat Kemper seit vielen Jahren komplett das Interesse verloren. Obwohl es eine riesige Kundenmenge gibt wird diese seit Jahren wegen fehlender Softwarekompatibilät zu aktuellen Betriebssystemen verprellt, der Virus ist somit nicht mehr so wie ursprünglich beworben benutzbar (Stichwort Total Integration). Allein dieses Verhalten führt bei mir dazu, um Kemper – Produkte einen großen Bogen zu machen.

    • Profilbild
      zm33  

      Zum Stichwort Kemper-Universum:
      Das kann ich leider nur bestätigen: Keinerlei Updates für die TI-Software beim Virus, kaum hatte ich diesen gekauft. Auch ein Gespräch mit dem Fachpersonal bei Kemper Recklinghausen hat meine Zuversicht, was das Produkt (Profiler) und die Virus Historie angeht, nicht gerade gestärkt – kam leider auch etwas arrogant bei mir an.
      Zum Profiler selbst:
      Der Sound ist (sehr) gut und tatsächlich auch live überzeugend. Was mich nicht überzeugt ist die Software und deren Bedienung. Irgendwie verschachtelt, nicht immer logisch und jenseits der einfachsten Features mit einer eher aufwändigen Lernkurve behaftet. Das ist jedenfalls mein Eindruck nach ein paar Wochen mit dem Gerät.
      Die Schalter sind vergleichsweise laut, wenn man nicht im Metal Bereich unterwegs ist.
      Ich hatte bei dem Gespräch auch den Eindruck, dass man schon zu Ende entwickelt hat und da nicht unbedingt an neuen Möglichkeiten gearbeitet wird.
      Nur ein paar Stichworte, das müsste ich eigentlich detaillierter darstellen, dazu fehlt mir gerade die Zeit.
      PS Frage: Wieso findet man eigentlich den Fractal Audio FM9 bei keinem unserer Grosshändler?

      • Profilbild
        guizmorbo

        Hatte den Kemper mehrere Jahre und das Ding kling wirklich gut und fühlt sich auch toll an. Aber das Interface erinnert an einen Casio Synth aus den 90ern. Da ist die Konkurrenz um einiges weiter. Die „Captures“ des Quad Cortex scheinen mindestens genau so gut zu sein wie die Profiles des Kempers. Hier muss sich Herr Kemper wirklich Sorgen machen. Klar, der Quad Cortex steckt noch in den Kinderschuhen, aber in 1-2 Jahren wird er dem Kemper überlegen sein. Riesen Farb Display, Drag & Drop, Multi-Amp, Stereo / Wet-dry, usw. kann der Kemper nicht. Hier wird aber sicher nachgelegt werden.
        Naja, mich bewegts eh nicht so sehr seitdem ich wieder auf Röhren in Kombination mit Universal Audio Ox umgestiegen bin. Das Spielgefühl ist hier mMn (und das ist sehr subjektiv) noch mal besser als beim Kemper. Was aber viel mehr Spaß macht ist die Limitierungen. Mein amp (40w 6v6) hat Master / Gain / Tone und einen Bright Switch. Auf dem Pedalboard ein par Zerren, Univibe, Delay und Reverb. Keine 10.000 Parameter. Hatte alle großen Digitale (Kemper, Helix, Axe Fx 3), und ich habe nur getweakt. Es hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Wenn man viel live perfomt und eine Vielfalt an Sounds braucht, oder wenn man eine Album Produktion live spielen möchte, sind die digitalen toll. Aber ich mag meine kleine Heizung, seine Einfachheit und Dynamik. Tolle Zeiten Gitarrist zu sein!

      • Profilbild
        guizmorbo

        Bzgl Fractal: hier hat man die Entscheidung getroffen nur mit einem Vertriebspartner für Europa zu arbeiten: G66. Ob das gut ist oder nicht wage ich nicht zu beurteilen. Ich hatte kurz einen Axe 3 hier und das Ding klingt wirklich unglaublich gut. Das ist alles sehr subjektiv, aber ich fand den Sound besser als beim Kemper. Vor allem ist es hier Modelling, wenn man halt den Gain, oder die Höhen hochdreht reagiert das Modell wie der echte Verstärker. Bei dem Kemper ist das natürlich nicht der Fall.

  2. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Mich würde mal ein Test der Brainworx-Gitarren-Software interessieren. Ich besitze das Rockrack V3. Als Vergleich habe ich hier nur Helix Software & Guitar Rig 6 – aber das Rockrack klingt fetter. Gefühlt kommt Brainworx bei Diskussionen rund ums Amp-Modelling aber nie vor, verstehe ich gar nicht. Mir gefällts nämlich :-)

    • Profilbild
      Jens Barth  

      Ich bin auch ein Fan von Brainworx, die Gitarren – Software klingt richtig gut. Aber auch Overloud‘s TH-U finde ich gut. Ist alles besser als Guitar Rig. Amplitube dagegen fällt bei mir eigentlich durch.

  3. Profilbild
    RainerJ45  

    Hier meine persönliche Sicht der Dinge …. natürlich alles Geschmackssache …

    Was das Digitalsegment angeht, würde ich den Kemper als Goldstandard ansehen.
    Vor allem der „Amp in the Room“ also das klassische Besteck Kemper PLUS Kemper Kone Cabinet ist aus meiner Sicht momentan unschlagbar … für meine Ohren.

    ABER

    Ich hatte sie schon alle
    – Helix … verkauft
    – Axe FX 3 … verkauft
    – Kemper …. verkauft

    Das ist für meinen Geschmack alles nicht echt.
    Ich habe für mich festgestellt, dass ich gaaanz schnell ins „Schrauben und Regeln“ abgleite und viel viel mehr Zeit damit verbringe als mit Gitarre üben.

    Vor allem der Axe ist aus meiner Sicht sowas von overdesigned …. echt irre.

    Seit ich mir den hier im Portal vogestellten Soldano SLO30 zugelegt habe und ihn bei angeschlossener Box über einen Ironman bzw. Oxamp spiele bin ich Glücklich.

    Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass die digitalen Teile so langsam an die Grenzen kommen.
    Den Kemper z.B. halte ich vom Konzept her als Sampler für ausgereizt … was das Reproduzieren von Amps angeht.

    • Profilbild
      guizmorbo

      Unsere Erfahrungen sind hier nahezu identisch. Bei dem Axe3 was das rumschrauben echt am schlimmsten. So viele Parameter… Und dann noch das IR Rabbit Hole (wenn man da reinrutscht wird’s ganz schlimm).

      • Profilbild
        RainerJ45  

        Ja Danke!
        Es entstand eine Art Suchtreflex des Patch-Ladens -tweakens …. und am Ende dann doch Verwerfens.

        Und wenn man keine richtig hochwertigen Studio-Monitore hat, die den teuren Modeller NICHT von vornherein entwerten …. dann ist sowieso alles Mist.

        Ich bin dann irgendwann dazu übergegangen, den AxeFx im Einschleiffweg meines Amps zu verwenden.
        … also ohne Amp+Cabinet Simulation.

        Und das ist überhaupt nicht der Sinn so einer teueren Anschaffung …. und dann war er weg.

        Im HighGain Bereich mag das noch gehen.
        Aber im angezerrten Bereich haben die digitalen Abbilder nicht mehr so viel mit den Originalen zu tun.

        Meine Meinung.

        Was den Axe angeht …. die künstliche Verknappung mit dem Solo-Vertrieb und der absichtlichen Legendenbildung ohne Ladengeschäft (also ohne vor Ort Test) rächt sich jetzt.

        Der FM 9 ist doch am Ende nix anderes als „alte SW“ in geschrumpfter HW.
        Der wird nicht laufen.

        Ich verfolge mit Interesse – aber ohne jegliches Kaufinteresse – die weitere Entwicklung.

        …. vermute aber, da kommt nicht mehr viel …. da werden auch die üblichen Influencer nix dran ändern.

        Man möge mich eines besseren belehren …. hätte nix dagegen😉

        DAS REVIEW HIER FAND ICH ABER SEHR GUT.

  4. Profilbild
    AMOS omb  

    Nun sind in diesem Vergleich natürlich auch preisliche Welten. Ich habe lange Guitarrig 5, mit Ni Board benutzt, damit habe ich recht gute sounds hinbekommen, war aber halt Fleissarbeit. Hat aber vom Spielgefühl nicht lange gepasst. Ein kurzer Versuch wurde noch mit einem Boss GT 100 gestartet, war aber auch nicht langfristig. Aber hatte den Vorteil das man keinen Rechner mehr brauchte. Nun hatte ich 3 Wochen lang den Kemper eines Freundes zur Verfügung. Setups waren natürlich schon vom Benutzer eingerichtet und passten zu meiner Strat auf Anhieb. Das war also ein reiner Spiel und Soundtest für mich. Ich habe mich in dieser Zeit auch überhaupt nicht in der Tiefe mit der Bedienung befasst, sondern mehr oder weniger nur verschiedene Rigs gespielt. Jetzt ist das Teil wieder weg und es steht fest das ich das Teil demnächst kaufen werde. Bin vor allen Dingen vom Ansprechverhalten sehr angetan. Und auch die Sounds haben mich sehr überzeugt. Und das Schleppen von Verstärker und Board verkabeln einsparen lockt schon sehr.

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