Special: JBL VRX 9 Systemanlage

6. August 2010

Kompakte Power

Immer wenn der schwere Speditions-LKW bei unserem Hof einbiegt und es dann kurze Zeit danach bei mir an der Studiotüre schellt, weiß ich schon, was folgt: Ärmel hochkrempeln und tief durchschnaufen, denn jetzt kommt kein Mikrofon zum Testen. Diesmal ist es eine ausgesprochene Edelanlage – zumindest was den Preis angeht – des amerikanischen Branchenriesen JBL, welche mir der nette Fahrer schwitzend und schnaufend mit seinem Hubwagen vor die Eisentreppe hubt. 

Glücklicherweise ist eben mein Nachbar vom Autopflegeservice da, der sich freundlicherweise als Mitschlepper anwerben lässt. Denn Subwoofer alleine in den ersten Stock schleppen macht absoluten Negativ-Spaß …

Nette Nachbarn sind Goldes wert

Nette Nachbarn sind Goldes wert

Schwere Jungs auf Diät?

Die erste Überraschung positiver Natur ist definitiv das Maß und Gewicht der vermeintlich sackschweren Subwoofer. Ein einigermaßen kräftiges Mannsbild kann diese tatsächlich alleine packen und auch mal eine Treppe hochschleppen. Die Subs sind gut anzupacken und erstaunlich handlich, die anmontierten Rollen machen zudem den Transport erheblich angenehmer. So habe ich die Dinger tatsächlich ohne fremde Hilfe in mein Studio schaffen können. Mein freundlicher Nachbar half mir aber dennoch bei den restlichen Sachen, denn insgesamt ist eine PA dieser Leistungsklasse halt immer mit einem gewissen „Schnauf- und Pustfaktor“ verbunden. 

Aber diesmal geht es auch ohne Nachbar

Aber diesmal geht es auch ohne Nachbar

Was steckt drin?

Das JBL VRX 9-System ist ein aktiv getrenntes 2-Wege-System, bestehend aus zwei 15-Zoll-Subwoofern des Typs VRX 915S und vier Satellitenboxen VRX 928LA mit Mittel- und 2 Hochtönern (8-Zoll und 1-Zoll). Wie bitte? Ich habe erst gestutzt und zweimal ins Datenblatt schauen müssen ob der doppelten Hochtöner. Und neugierig habe ich dann erstmal meine Taschenlampe gepackt und in die Box hineingeleuchtet. Ja wirklich, also kein Druckfehler im technischen Datenblatt, es leuchten mir zwei Hochtöner entgegen. Angetrieben wird das System von zwei Crown XTi 2000-Endstufen, welche jede eine Leistung von 800 Watt/4 Ohm pro Kanal abgeben kann und somit hinreichend „motorisiert“ ist. Weiterhin ist ein umfangreicher DSP-Controller eingebaut, der am Gerät selbst oder per Software programmiert werden kann.

Alles verkabelt zum Testlauf

Alles verkabelt zum Testlauf

Sieht auch optisch gut aus, das Ganze

Sieht auch optisch gut aus, das Ganze

Viel Aufwand also für ein aktiv getrenntes 2-Wege-System. Und sogleich höre ich vor meinem geistigen Ohr sofort wieder den einen oder anderen losbrüllen: „Onkel Sigi, hast Du Dich da nicht verschrieben, ist das denn nicht ein 3-Wege-System?“ Von der Anzahl der Lautsprecher zwar schon (Bass-Mitte-Höhen), aber AKTIV wird jeweils der Subwoofer mit einem Endstufenkanal betrieben und der Satellit mit einem weiteren. Innerhalb der Satelliten wird dann mit Hilfe einer PASSIVEN Weiche das Signal auf Mittel- und Hochtöner aufgeteilt. Und eben aus diesem Grund ergibt sich von der aktiven Ansteuerung her ein 2-Wege-System.

Die Anlage hat eine Gesamtleistung von 3200 Watt an 4 Ohm, was nicht eben wenig ist, wenn denn der Wirkungsgrad auch stimmig ist. Das alles und noch viel mehr wird sich im Laufe der Testphase herausstellen.

Anmerkung Nr. 1: JBL bezeichnet den Satelliten VRX 928LA als „Line-Array-Modul“, was auch korrekt ist. Der Einfachheit halber erlaube ich mir aber, im Test bei der Bezeichnung „Satellit“ zu bleiben. 

Anmerkung Nr. 2: Vor einiger Zeit hatte ich von JBL das SRX 7A-System in meinen Räumlichkeiten, den Testbericht könnt ihr hier ebenso auf Amazona.de finden. Hin und wieder ziehe ich einen Vergleich zwischen diesen Anlagen und manche Textpassagen sind weitgehend identisch, weil es bei beiden Systemen in einigen Punkten starke Gemeinsamkeiten gibt.

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