Test: Alesis Multimix 8 USB 2.0 FX, Mischpult Audiointerface

30. Dezember 2011

Interface & Mixer

Seit einigen Jahren gehört es mittlerweile zum absoluten Standard, auch Mixer im Produktkatalog zu haben, mit den man eben nicht nur mixen, sondern die Geräte auch als Audio Interface (miss-) brauchen kann. Alesis steht dem in Nichts nach und bringt mit dem Multimix 8 USB 2.0 FX einen wahren Alleskönner auf den Markt, der neben den beschriebenen Features auch noch Effekte mit an Bord hat. Die Multimix Reihe gibt es bereits seit einiger Zeit in den verschiedensten Ausführungen und Größen, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Mit der Ausführung USB 2.0 FX erweitert Alesis die Produktpalette nun und spendiert dem Multimix 8 die schnellere USB-Verbindung samt Effekteinheit.

Aussehen & Können

Wer die Multimix Reihe von Alesis kennt, wird auch bei dem hier getesteten Gerät nicht überrascht. Voll aus Metall gefertigt und mit abnehmbaren seitlichen Plastikteilen abgeschlossen, ist der Desktop-Mixer mit 260 x 273 x 82 mm absolut handlich, aber dennoch bringt er mir rund 2,2 kg einiges auf die Waage, so dass er fest und sicher steht, sobald man ihn auf seinen Platz gesetzt hat. Insgesamt macht der Multimix 8 einen sehr stabilen und robusten Eindruck. Alle Potis lassen sich leicht, aber mit dem notwendigen Druck drehen und bewegen. Die meisten der Drehregler haben eine Mittenrasterung, die die Null-Position auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut spüren lässt. Laut Hersteller wurde der Stromverbrauch gegenüber den Vorgängermodellen um 36% gesenkt, was mangels direktem Vergleich zwar nicht überprüft werden kann, aber in Zeiten steigender Strompreise zumindest erwähnt werden sollte.

Ausgestattet ist der Multimix mit vier XLR/Line-Eingängen sowie zwei Stereo-Klinkeneingängen. Die ersten beiden XLR-Eingänge bieten zusätzlich zu XLR und Klinkebuchse noch jeweils einen Insert zum Anschluss eines externen Signalprozessors sowie einen Lo Cut Schalter, der ein Hochpassfilter bei 80 Hz aktiviert. Kanal 2 hat darüber hinaus noch einen sogenannten „Guitar Switch“, der den Kanal in gedrücktem Zustand in einen hochohmigen Eingang für Gitarre/Bass umschaltet. Je nach Kanal gibt es verschiedene Equalizer, die angefangen bei den ersten beiden Mikro-Kanälen über drei Frequenzbänder verfügen (12 kHz, durchstimmbare Mitten von 1200 Hz bis 4 kHz, 80 Hz). Die Kanäle 3/4 bieten ebenso drei Frequenzbänder, wobei die Mitten fest bei 1 kHz liegen, die beiden Stereokanäle können leider nur noch mit zwei Bändern bei 12 kHz und 80 Hz bearbeitet werden.

Der Regelbereich aller EQs geht von –15 bis +15 dB und ist somit ok, allerdings greifen die maximalen Einstellungen schon sehr ins Klangbild ein. Hier ist mit ein wenig Vorsicht zu walten. Bei den Stereokanälen vermisst man leider sehr schnell die fehlenden Mitten, da könnte Alesis durchaus nachbessern bei den folgenden Modellen. Weiterhin bietet jeder Kanalzug jeweils zwei Aux Sends, wobei der erste Post-EQ (das Signal wird also nach Bearbeitung durch den Equalizer abgegriffen) zum internen Effektprozessor geht, der zweite Pre-EQ (vor Bearbeitung mit dem Equalizer) zur weiteren Bearbeitung mit einem Signalprozessor bzw. als Monitor Mix nach außen geführt werden kann. Zu guter Letzt bieten alle Kanalzüge noch den Pan- und Volume-Regler sowie die Kanäle 1-4 noch eine Peak LED, die eine Übersteuerung des Kanals anzeigt. Für diese Preisklasse normal gibt es dementsprechend keine Fader für die einzelnen Kanäle.

Zu erwähnen ist noch die +48V Phantomspeisung, die für alle XLR-Kanäle gleichermaßen geschaltet werden kann. Der Schalter dafür sowie der On/Off-Kippschalter und der Anschluss für das externe Netzteil befinden sich auf der Rückseite. Auf der Oberfläche finden sich ansonsten noch die Anschlüsse für Aux-Send/Return, der Main- und Monitor-Ausgang, die beide in der Lautstärke separat regelbar sind, ein Footswitch-Anschluss (zum An- und Ausschalten der Effekte), ein Kopfhörerausgang (alle 6,3 Klinke) sowie zwei Stereo-Cinch Buchsen für ein externes Aufnahme-/Abspielgerät.

Die Pegelanzeige des Main Outs ist mit fünf Stellen (-24, -12, 0, +6, Clip) eher gering ausgefallen. Da gibt es bei der Konkurrenz schon luxuriösere Anzeigen. Oberhalb der Anzeige gibt es noch zwei Lämpchen, die den Power Zustand und die aktive Phantomspeisung anzeigen.

Neben diesen Anzeigen findet sich der Drehregler für den internen Effektprozessor, der insgesamt 15 Presets bietet. Darunter sind normale Standard Effektprogramme wie Hall, Room, Plate, Chorus und Delay, aber auch zwei Mehrfacheffekte mit in Reihe geschaltetem Room/Chorus und einem Rotary-Effekt. Die Qualität ist für den Preisbereich absolut in Ordnung. Die Effekte lassen sich zwar leider in ihren Eigenschaften nicht bearbeiten, decken aber viele Situationen im Live-Bereich ab. Für höherwertige und detaillierte Anforderungen im Studio-Bereich reicht das allerdings nicht mehr aus, aber das ist auch sicherlich nicht das Haupteinsatzgebiet des Multimix.

USB 2.0-Verbindung und Audionterface

Die USB 2.0-Schnittstelle ist sicherlich eines der Verkaufsargumente des Multimix 8. Zum schnellen Einstieg legt Alesis dem Mixer auch gleich eine DVD mit den passenden Treibern und der Software Cubase LE5 bei. Kompatibel ist der Multimix 8 mit Max ab OS 10.5 sowie Windows XP, Vista und Windows 7. 64bit Treiber gibt es für Vista und Windows 7 sowie Mac OS 10.7 Lion erhältlich. Die Installation ist kinderleicht und klappte auf dem Test-Rechner ohne nennenswerte Komplikationen. Das hierfür notwendige USB-Kabel befindet sich ebenso im Lieferumfang. Der Multimix 8 sendet über die USB 2.0 Verbindung alle acht Einzelkanäle sowie den Stereo Main Out in maximaler Auflösung von 24bit/96 kHz. Die Einzelkanäle werden dabei nach EQ, Hochpassfilter und Volume abgegriffen. Diese Einstellungen haben somit direkten Einfluss auf die Aufnahmesignale. Die internen Effekte des Multimix 8 werden dabei nicht mit übertragen. Zurück vom Computer erhält der Mixer ein Stereo-Paar, was auf den 2 Track Eingang geroutet ist. Sollte zusätzlich ein anderes Signal am 2 Track anliegen, werden beide Signale zusammengeführt. Eine Lautstärkenregelung beider Signale kann dann nur direkt am Abspielgerät, in diesem Fall am Computer selbst oder dem anderen Gerät (bspw. CD-/MP3-Player) erfolgen.

Am Multimix 8 kann man mit Hilfe der Taster 2 Trks/USB to Monitor bzw. Main noch festlegen, an welche Ausgänge das Computer-Signal geschickt werden soll. Einerseits kann man es nur an den Main Out schicken oder eben auch an den Monitor-/Kopfhörer-Ausgang.

Alternativen

Mittlerweile gibt es von fast allen gängigen Herstellern kleine Desktop- und Kompakt-Mixer mit USB oder Firewire Schnittstelle. In der direkten Konkurrenz zum Multimix 8 befinden sich u.a. das Behringer Xenyx X1204 oder X1222 USB, die zwar viele Features zum günstigeren Preis bieten, aber nicht mit der Verarbeitungs- und Soundqualität von Alesis mithalten können. Yamaha hat mit der MG Reihe ebenso einige Produkte im Programm die – wie die Alesis Geräte auch – mit oder ohne USB, Effekten etc. angeboten werden. Für etwas mehr Geld bietet Mackie mit der Onyx Reihe Mixer mit Firewire Schnittstelle an, die für mich noch ein wenig besser klingen, aber dafür eben auch in der Anschaffung teurer sind.

Eine große Konkurrenz kommt sicherlich direkt aus dem eigenen Haus. Mit dem Multimix 8 USB 2.0 bietet Alesis ein sehr ähnliches Produkt (dazu mit einer größeren Effektsektion) an. Die Unterschiede zu USB 2.0 FX liegen vor allem im Equalizer-Bereich. Die hier getestete FX Version bietet u.a. die beschriebenen durchstimmbaren Mitten, den Effekt Footswitch sowie die Inserts für Kanal 1/2. Dafür bietet die USB 2.0 (ohne FX) Version zwei vollwertige Aux-Wege, eine größere Effektsektion sowie 3-Band-Equalizer auf allen Kanälen. Wer sich für eines der Modelle interessiert, sollte sich wirklich vorab gut überlegen, welches der Modelle besser geeignet ist.

Fazit

Die Weiterentwicklung bzw. der Neuentwurf des Multimix 8 ist Alesis gelungen. Die USB 2.0 Verbindung zum Computer ist mittlerweile Standard, und die integrierten Effekte werten den Mixer nochmals deutlich auf. Wer einen kleinen aber feinen Mixer für sein Homerecording Studio sucht und ab und zu noch einen Mixer für den Live-Betrieb oder als Sub-Mixer benötigt, ist beim Multimix 8 USB 2.0 FX gut aufgehoben. Einzige Kritikpunkte sind die fehlenden EQ-Mitten bei den Stereo-Kanälen sowie die kleine LED-Anzeige des Main Outs. Ansonsten ein rundum gutes Gerät. Jedoch sollte erwähnt werden, dass Alesis mit dem USB 2.0 (ohne FX) schon ein sehr ähnliches Produkt im Repertoire hat, so dass es sich hierbei eher um einen Neuentwurf handelt als um eine tatsächliche Neuerung. Aber dennoch gibt es feine Unterschiede, die die Kaufentscheidung beeinflussen können.

Plus

  • gute Verarbeitung
  • guter Sound

Minus

  • Pegelanzeige des Main Out fällt sehr klein aus
  • für USB 2.0 FX aktuell nur Kurzanleitung erhältlich

Preis

  • UVP: 359,99 Euro
  • Straßenpreis: 299,- Euro
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