Test: Allen&Heath Xone:23, 2+2-Kanal DJ-Mixer

Verbaut wurde in dem Xone:23 ein Low-Pass wie auch ein High-Pass Filter, auswählbar durch gummierte und beleuchtete Pads mittig des Mixers. Ebenso kann jedem Kanalzug anhand eines gummierten Buttons das Filter zugewiesen werden.
Die Filter haben an der Grenzfrequenz eine anhand des „Resonance“-Potis wählbare Anhebung. Veranschaulicht wird das Ganze in der Bedienungsanleitung anhand zweier Grafiken hinsichtlich der Frequency-Range und der Auswirkung der Resonanz.

Die Filter des Allen&Heath Xone:23

Die Filter des Allen&Heath Xone:23

Der Frequenzgang des Filters geht von 20 Hz bis 20 kHz. Im Vergleich dazu geht das Filter des Xone:92 nur bis 30 Hz. Das bringt nicht nur klanglich einen Vorteil, sondern hat auch einen rein pragmatischen Grund. Dies erklärt sich später, wenn es um die externen Effekte geht.
Die Filter klingen gewohnt sehr sauber und dennoch warm, die Resonanz ermöglicht eine Modulation. Hier zeigt sicher wieder einmal: Analoge Filter sind unterm Strich hinsichtlich des Klangs einfach unschlagbar.

Die Filtersektion samt "Ext-On" Button

Die Filtersektion samt „Ext-On“ Button

Was sich auf der Oberseite nur durch einen „Ext-On“ Button ankündigt und sich sicherlich nicht von alleine erklärt, findet sich als Lösung ebenso auf der Rückseite: vier Cinch-Buchsen, Send und Return in Stereo-Formation. So bietet der kleine 2-Kanal Mixer sogar die Möglichkeit, externe Effektgeräte in das Setup einzubinden.
Etwas abgespeckt hinsichtlich der Funktionen ist dies natürlich, das ist sicherlich verständlich, wenn man auf die Größe und den Preis achtet. 
So finden sich keine einzelnen Sends für jeden Kanal sowie keine Potis zur Steuerung des ausgehenden Signals. Nach Abgriff des Send-Signals am Cinch-Ouput steht dem Benutzer nun erst einmal der weitere Signalweg frei. Der Markt bietet derweil eine große Anzahl an Effektgeräten oder Samplern für den DJ-Sektor. Speziell diese verfügen über Cinch-Buchsen und sind somit in Handumdrehen mit dem Xone:23 im Setup eingebunden.
Welcher Kanal am Send anliegt, beziehungsweise welches Signal nach Durchlaufen eines Effektgerätes addiert wird, entscheidet der Nutzer selbst. Hier kommen wir zu dem bereits angekündigtem Filterfrequenzgang zurück, denn der Filter Button des jeweiligen Kanals aktiviert nicht nur das Filter, sondern auch den Send und Return des Kanalzuges. So ist zwangsläufig bei Nutzung des externen Effekts auch das Filter eingeschaltet, das wiederum natürlich auch außer Funktion zu setzen sein muss. Hier macht sich der Frequenzgang des Filters beginnend bei 20 Hz und endend bei 20 kHz bemerkbar, der das Anschalten des Filters möglich macht, ohne dass sich dies klanglich auswirkt (High-Pass Filter mit der Grenzfrequenz bei 20 Hz oder Low-Pass Filter und 20 kHz). Durch die Doppelfunktion des Filter Buttons ist hier natürlich Vorsicht geboten – hier wären zwei Buttons nur für den Effektweg wünschenswert gewesen.

Leider (und das ist das einzige Manko an der tollen Möglichkeit) findet sich auch kein Input-Level / Gain Regler für den Return-Weg. Der Pegel des Signals ist daher am Mixer nicht veränderbar. 
Bemerkbar macht sich dies bei allen Effektgeräten, bei denen der Eingangs- oder idealerweise der Ausgangspegel nicht steuerbar ist.  Die meisten klassischen Effektgeräte für den DJ-Markt verfügen jedoch über einen solchen Level-Regler, zum Beispiel der Pioneer RMX100, RMX500 oder EFX1000 wie auch die Korg KaossPads. Häufig genutzte Effektpedale, also klassische Bass- oder Gitarren-Bodentreter, jedoch verfügen entsprechend ihrer Funktion über keine Steuerung des Ausgangspegels. Mit solchen Effektgeräten wird die Nutzung des Return-Weges ein wenig trickreich, man sollte sich nach einer externen Lösung zur Pegelsteuerung umschauen.

Forum
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    doc analog  

    Auf die Input Select Schalter zu verzichten finde ich mal richtig gut. Denn das sind in mit unter die ersten Schwachstellen eines Mixers ( Signalaussetzer und Kratzen wenn verstaubt oder „eingerostet“).
    Ich würde ebenso IMMER auf ein ext. Netzteil plädieren, da die elektromagnetischen Wellen eines intern verbauten Trafo oftmals in die Audio Mastersektion einstreuen. Mir gefällt der „Kleine“ jetzt schon.

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      Bolle  RED

      Yes, das nenn ich doch mal einen qualifizierten Kommentar.
      In der Tat sind externe Netzteile eigentlich sehr sinnvoll, was häufig nur dagegen spricht ist natürlich die Bequemlichkeit – ein Kaltgerätesteckerkabel findet sich nunmal an fast jeder Ecke.

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    AMAZONA Archiv

    Dem würde ich widersprechen.
    Es ist problemlos möglich, das interne Netzteil so abzuschirmen, dass es keine Einstreuungen in das Audiosignal gibt. Dies ist sicherlich aufwendiger, als ein externes Netzteil (sei es mittig zwischen 2 Kabeln oder als faustgroßer Wandschmuck) dranzupappen. Zumeist sind es ohnehin eher thermische Gründe, die die interne Lösung deutlich verteuern. Auf der anderen Seite geht es (zumindest mir) weniger darum, eine Kaltgerätekabel als de-facto-Standard an jedem Gerät zu haben, als vielmehr eine saubere und platzsparende Elektroverkabelung zu realisieren. Steckernetzteil, die in einer Steckerleiste 2 bis 3 Platze einnehmen sind ebenso ein Greuel wie die bereits erwähnten externen Netzteil mit Kaltegeräte- oder Rasiereranschluss, die IMMER im Weg rumliegen, verstauben und vor allem nicht so sauber zu konfektionieren sind. Ich werde jedesmal fast wahnsinnig, wenn ich was an einem mittelgroßen Rack ändern muss (z.B. 20 HE), und hinten liegen mehrere dieses Backsteine herum und versauen die gesamte Verkabelung, vor allem, da sich die Hersteller ja noch nicht einmal darauf einigen können, die Anschlüsse rechts ODER links an den Geräte anzubringen, oder sogar (wie z.B. Zoom) diese sogar in die Mitte des Geräts knallen.
    Daher plädiere ich stets FÜR sauber aufgebaute und abgeschirmte INTERNE Netzteile.

    Just my 7 Cents.

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      Bolle  RED

      Ja und Nein :)

      In der Tat sind alleinige Kabel einfacher zu führen und zu befestigen, als Kabel mit Netzteil irgendwo drin.
      In diesem Fall sind die Gründe für das Netzteil und die Entscheidung gegen ein internes Netzteil ja denke ich nachvollziehbar und von dir auch genannt.
      Platzmäßig wäre es möglich gewesen, thermisch wie kostentechnisch jedoch schwierig bis unmachbar. Unmachbar besonders bezogen auf den günstigen Preis von 300€.
      Zum Glück ist das Netzteil hier bestückt mit einem Kaltgerätestecker und macht einen anständigen Eindruck. So nimmt es weder Platz in der Steckdosenleiste weg, wenn links und rechts daneben nichts mehr reinpasst, noch fühlt man sich von billigen Kabeln „hinter“ dem Netzteil gestört.

      Die Probleme in Racks kann ich sehr gut nachvollziehen, manchmal muss man da den Punkt finden, wo die schöne Verkabelung einfach der Funktionalität folgen muss – Hauptsache, es läuft.

  3. Profilbild
    Undude

    ein wirklich guter 2 kanal mixer, einzigstes manko und auch totschlag argument für mich , ist der fehlende hamster switch/crossfader reverse, meines erachtens ein must have für jeden 2kanal mixer besonders wenn man ihn als „battle“ mixer nutzt. erstaunlich viele dj´s nutzen den cf in reverse, ich zb.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Ich lege die Hand nicht dafür ins Feuer, aber möglicherweise kann der Crossfader einfach umgedreht werden. Da der Xone:23 innoFader kompatibel ist, dürfte das mit einem entsprechend langen Kabel eigentlich kein großes Problem sein.
      Man verliert damit natürlich die normale Funktionsrichtung, gewinnt aber die Reverse-Funktion.

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        DJ Stean

        Na, da hat ja einer die Reverse-Funktion verinnerlicht. Nach jedem Übergang den CF umdrehen stelle ich mir ein wenig unpraktisch vor.

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          Bolle  RED

          Wieso solltest du den nach jedem Übergang umdrehen müssen? Hab ich den Denkfehler oder du?
          Wenn ich ihn umdrehe, einen Übergang mache und ihn erneut umdrehe, bin ich auf dem gleichen Status wie vor = wie ein nicht gedrehter Crossfader = macht voll keinen Sinn?!?

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