Test: Arturia BeatStep Pro 2.0 , Step-Sequencer

12. November 2017

Jetzt wird der Pro ein Pro mit 2.0

Arturia BeatStep Pro 2.0

Der Arturia BeatStep Pro 2.0 hält uns in der Redaktion richtig auf Trab. Ganze drei Tests gibt es zwischenzeitlich für diesen Ausnahmesequenzer – und das zu Recht. Hier findet Ihre alle drei Teile, die es sich übrigens lohnt auch alle drei zu lesen, um die umfangreichen Möglichkeiten des Arturia Beatstep Pro kenzulernen.

Für den sowohl beliebten als auch viel gescholtenen BeatStep Pro von Arturia ist seit einiger Zeit das neue Firmware-Update 2.0.0.2 erhältlich. Dabei gibt es einige ganz entscheidende Änderungen, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Was bringt die neue Firmware dem Arturia Beat Step Pro und seinen Besitzern?

In aller Kürze

In einer Drum-Sequenz des Arturia BeatStep Pro 2.0  können nun einzelne Drum-Sounds komplett gelöscht werden. Andere Drum-Tracks bleiben davon unberührt.

„Wait to load pattern“, das vorher nur über die MIDI-Control-Center-Software zu erreichen war, kann jetzt direkt am Gerät verstellt werden.

Arturia BeatStep Pro 2.0

Das Cheat Sheet zeigt alle Funktionen auf einem Blatt

Das gilt ebenso für die neuen Funktionen: Global-Tempo, Polyrhythm und Looper Mode. Ist Global-Tempo aktiviert, bleibt das Tempo auch bei einem on-the-fly Wechsel des Projekts auf dem aktuellem Wert, so dass man eine Performance auch bei vorher unterschiedlichen Tempi „durchtakten“ kann.

Bei Version 1.4 kam es unter Umständen noch zu Holpern, wenn im laufenden Betrieb das Projekt gewechselt wurde – das passiert nun nicht mehr.

Polyrhythmen

Hinter Polyrhythm verbirgt sich beim Arturia BeatStep Pro 2.0 eine der prägnantesten Neuerungen. Damit ist es möglich, jedem Drum-Track eine eigene Step-Länge zu geben, um so in die Welt der Polyrhythmen einzutauchen – Killer-Feature!

Wer den Looper – so wie ich – bisher immer schon schwer zu bedienen fand, wird sich über die neuen Funktionen freuen. Betätigt man nun den Looper und drückt gleichzeitig einen bestimmten Step, so startet der Loop auch immer von diesem Step aus. Gerade Buildups können nun wesentlich leichter gespielt werden, es ermöglicht aber auch ein weites Feld der rhythmischen Improvisation (siehe Soundbeispiel).

Arturia BeatStep Pro 2.0

Eine Übersicht über die neuen Global-Funktionen

Schaltet man vom Looper in den Roller-Mode, bekommt man eine starke Improvisationshilfe für die melodischen Sequencer. Roller halten und es entsteht ein Arpeggio, basierend auf den angeschlagenen Noten-Pads samt Reihenfolge und Velocity. Während das Arpeggio läuft, kann man mit der Veränderung des Fingerdruckes auf die Pads die Velocity weiterhin beeinflussen.

Endlich so etwas wie ein Song-Modus

Das zweite, alles entscheidende Feature des Arturia BeatStep Pro 2.0 ist die Erstellung und Speicherung von „Scenes“. Was ist das? Eine Scene beruht zunächst auf der Gesamtheit der Pattern eines bestimmten Projekts. Mit der vorigen Firmware wurden ja bereits Pattern-Chains eingeführt. Gut für Live-Jams, aber nicht speicherbar. Aktiviert man nun den Scene-Modus in der MIDI-Control-Center-Software, bekommen die Step-Buttons im „Control Mode“ eine neue Funktion. Anstatt einfach einen MIDI-Befehl auszugeben, kann man nun pro Projekt 16 Scenes speichern, die eben auch zuvor erstellte Pattern-Chains enthalten. Dabei kann jeder Sequencer seine eigene Pattern-Chain haben. Damit stehen richtigen Arrangements nun nichts mehr im Weg – Killer-Feature!

Arturia BeatStep Pro 2.0

Die Scenes werden im Controller-Bereich gespeichert und aufgerufen

Eine andere Erweiterung des Drum-Sequencers betrifft die Konfigurierbarkeit. Jedem Pad kann nun nicht nur eine Note, sondern auch ein eigener MIDI-Kanal zugewiesen werden. Man könnte also theoretisch 16 verschiedene externe MIDI-Expander ansprechen. Interessant vor allem auch für den Volca Sample.

Noch mehr Power für den Drum-Sequencer

Und weiter geht’s mit dem Drum-Sequencer des Arturia BeatStep Pro 2.0, der wirklich viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Es war vorher nur möglich, Gates mit einer bestimmten Länge auszugeben. Um jedoch Samples ganz ausspielen zu können oder Noten zu halten, können nun auch die Drum-Noten mit „ties“, d.h. legato verbunden werden.

Arturia BeatStep Pro 2.0

Jedes Drum-Pad kann nun einen eigenen MIDI-Kanal ansprechen

Eine weitere „taktische“ Änderungen betrifft die analoge Clock. Nun ist es möglich, eine 2PPQ-Clock auszugeben, wie sie alle Korg Volcas haben wollen.

Weiter geht es mit Erweiterungen der Step-Eingabe. Bis jetzt konnte man live einspielen oder Steps setzen, die man danach mit den Reglern in die richtige Tonhöhe brachte. Für die Step-Eingabe gibt es jetzt einen effizienteren Modus: Man hält eine Note gedrückt und selektiert dann die Steps, auf denen die Note erklingen soll. Das ist definitiv eine effiziente Erweiterung.

Den Random-Mode fand ich immer schon ganz gut, da er nicht zu „wild“ eingreift. Nun gibt es einen weiteren alternativen „Octave Random Mode“, ist dieser aktiv, werden die Noten rhythmisch immer noch so verschoben wie vorher, die Tonhöhe wird allerdings ausschließlich um Oktaven nach oben oder unten transponiert. Die harmonische Struktur wird also weitgehend beibehalten.

Arturia BeatStep Pro 2.0

Hardwaretechnisches

Was ich selber immer ärgerlich fand ist, dass die Skalierung des Arturia BeatStep Pro 2.0 der Velocity-CV-Ausgänge nicht kalibriert werden konnte. Offenbar ging man davon aus, dass ein eventuelles Ziel dieser CV-Signale sowieso einen Abschwächer haben würde. Diesen hat meine 202 aber nicht und so konnte ich immer nur einen Bruchteil der Velocity-Werte einsetzen. Ab einer Velocity von 50 war das Filter immer ganz auf. Abhilfe schafft hier der Velocity-Scaler, der in der Control-Software die Einstellungen über 10 Abstufungen für die beiden melodischen Sequencer ermöglicht.

Wo Licht ist, ist (leider) auch Schatten. Beim Jammen mit dem Arturia BeatStep Pro 2.0, der über USB-MIDI an die DAW gekoppelt war, kam es ab und zu zu kompletten Hängern, so dass am Beat Step Pro gar nichts mehr ging. Abhilfe brachte nur ein Neustart – das kannte ich von früheren Versionen nicht.

Fazit

Trotz des zuletzt genannten Kritikpunktes, der nicht unerheblich ist (reproduzieren konnte ich dieses Verhalten allerdings nicht), ist der Arturia BeatStep Pro 2.0 endlich ein voll ausgewachsenes Paket. Durch die speicherbaren Pattern-Chains kann man endlich auch von einem echten Song-Modus sprechen und vor allem die Veränderungen des Drum-Sequencers erweitern das kreative Potential um mehrere Potenzen.

Es bleibt also nur noch ein Wunsch übrig (und das dürfte aufgrund von begrenztem Speicher womöglich nie wahr werden): Macht die Noten-Sequencer polyphon (vierfach würde vollkommen ausreichen)!

Plus

  • polyrhythmischer Drum-Sequencer
  • Scenes abspeicherbar
  • CV-Ausgänge skalierbar
  • neue Looper- und Roller-Modes
  • 2PPQ Clock Ausgabe (für Volcas)

Minus

  • sporadische Abstürze im DAW-Verbund

Preis

  • Ladenpreis: 249,- Euro
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