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Test: Behringer UltraVoice UV1, Channelstrip

Feature Overload?

16. Dezember 2022
behringer uv1 test

Behringer UltraVoice UV1, Channelstrip

Der Behringer UV1 ist Mic-Preamplifier, Voice-Prozessor und Audiointerface in einem 1 HE Rackmount-Gehäuse für 165,- Euro und passt entsprechend ideal in unsere große Marktübersicht der Channelstrips. Es verwendet MIDAS-Mikrofonverstärker und verfügt über einen Kompressor, De-Esser, Enhancer und Gate und bietet zudem einen Send/Return-Bus. Das Gerät ist überaus gut verarbeitet und klingt sehr anständig. Da sitzt man als Autor schon mal ratlos vor einer leeren Seite und fragt sich, wie man so ein Gerät beschreiben soll.

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Warum ist das so schwer? Nun, es ist sehr leicht, von 1-Kanal Preamps für 2.000,- Euro zu schwärmen, Kompressoren und ganze Channelstrips ebenfalls im 4-stelligen Bereich und dann haut Behringer so einen Alleskönner für 165,- Euro raus. Da nicht gut ist was nicht gut sein darf, stelle ich mich schon mal auf einen „Na ja, geht so“ Test ein und werde im Fazit schreiben: „… aber für den aufgerufenen Preis ist der UV1 auf jeden Fall sein Geld wert.“

Aber oft kommt es anders und außerdem sagen wir in Bayern: Schau mer mal!

Die Ausstattung des Behringer UV1

OK, die meisten Features habe ich oben schon verraten, aber natürlich gibt es zu den einzelnen acht (8!!!) Komponenten des UV1 mehr zu erzählen. Dieses „mehr“ herauszufinden, ist wie immer bei Behringer gar nicht so einfach, denn wie so oft spart man sich auch diesmal eine ausführliche Bedienungsanleitung. Ein Quickstart-Guide in neun Sprachen muss ausreichen. Und wenn einem bewusst wird, dass diese „Anleitung“ nur 21 Seiten hat, dann kann man sich schnell ausrechnen, wie viel Information dieses Pamphlet hergibt. Gehen wir auf dem Bedienpanel von links nach rechts – so wie es bei einem Channelstrip meist sinnvoll ist.

Behringer-UV1_Front

Modul Nummer 1: Input

Die Input-Sektion ist zunächst mal nur eine TRS/XLR-Kombibuchse (symmetrisch) für das Mikrofon. Der UV1 ist als Monogerät ausgeführt und kann auch nicht mit einem zweiten Gerät gelinkt werden. Für Line-Inputs steht auf der Rückseite noch ein Line-Eingang im Klinkenformat zur Verfügung. Der Mikro-Input hat 4 kOhm Eingangsimpedanz und der Line-In ist mit 20 kOhm (balanced) bzw. 10 kOhm abgeschlossen. Der verbaute MIDAS-Preamp ist höchstwahrscheinlich keine 1:1 Schaltung eines MIDAS DL251 Vorverstärkers (3.990,- Euro bei Thomann.de), aber es soll sich zumindest um ein Modul mit vergleichbarem Klang handeln.

Behringer-UV1_Midas-Mic-Preamp

An dieser Stelle noch der Hinweis, dass der Behringer UV1 die Möglichkeit bietet, z. B. Effekte über einen Send/Return als Insert einzuspeisen. Das ist ganz pragmatisch gelöst: Wenn an den rückseitigen Buchsen etwas angeschlossen ist, wird dort das Signal durchgeleitet. Als Insert hat man ja, anders wie bei AUX-Bussen, nur einen Abgriff des Signalflusses, der nur über das angeschlossene Gerät geregelt werden kann.

Behringer-UV1_RearWenn man die Anleitung genau liest, dann findet man noch folgenden Passus: „Wenn Sie die rückseitige LINE IN-Buchse in Verbindung mit dem vorderen Eingang verwenden, sind auch 2-Kanal-Aufnahmen möglich. Beachten Sie, dass dieser Eingang keinen Pegelregler hat. Daher sollte der Pegel am angeschlossenen Gerät geregelt werden, um ein optimales Signal zu gewährleisten und Übersteuerungen zu vermeiden.“ – Sehr interessant, denn so kann man den UV1 Channelstrip auch als „Quasi-2-Kanal Preamp verwenden. Bei den Mitbewerbern ist es meist eine „Entweder-Oder“ Schaltung, bei der in den meisten Fällen die Line-Buchse stummgeschaltet wird, wenn ein Mikrofon angesteckt wird.

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In Sachen Messwerte gibt sich der MIDAS Amp vorbildlich: -126 dBu, 20 Hz – 20 kHz bei 150 Ohm klingen sehr anständig.

Modul Nummer 2: Mic Preamp

In diesem Modul können wir den Input steuern. Der Gain-Regler ist für Mic- und Line-Signal zuständig. 0 bis +60 dB Preamp-Gain und -15 dB bis +45 dB für Line werden vom Regler abgedeckt. Dazu kommt eine schaltbare Phantomspeisung (48 V) und ein Low Cut mit -18 dB/Oktave bei 80 Hz. Eine sinnvolle Skalierung. Hier fällt auf, dass Behringer in dem UV1 keinen Instrumenteneingang (HI-Z) anbietet. Für eine E-Gitarre wird eine DI-Box benötigt. Schade, da dies sicherlich ein oft genutztes Feature eines solchen Gerätes wäre. Neben dem Mic-Preamp befindet sich ein Schalter mit der Aufschrift „Process Bypass“, der die folgenden Module umgeht und das Signal direkt an den Ausgang weiterleitet.

Behringer_UV1_MicPreamp

Modul Nummer 3: Kompressor

Ähnlich einem SSL G-Bus Kompressor handelt es sich bei Behringer Ultravoice UV1 um einen 2-Knob-Kompressor. Dieser steuert über die beiden Regler den Drive, also den Pegel, ab dem der Kompressor eingreift – ähnlich dem Theshold-Regler – und die Density, also das Ansprechverhalten. Drive kann von -40 dB bis +20 dB geregelt werden und die Density von 1 bis 75 dB pro Sekunde. Über die Ratio wird leider keine Auskunft gegeben. Die Zunahme der Lautstärke durch die Kompression muss mit dem Output-Gain am Ende der Kette wieder ausgeglichen werden. Ein eigener Makeup-Gain-Regler ist nicht vorhanden – dafür aber eine Anzeige mit 8 LEDs, die den Grad der Kompression optisch darstellt.

Behringer_UV1_Comp

Modul Nummer 4: De-Esser

Je nach verwendetem Mikrofon oder der Eigenart des Künstlers kämpft man in Aufnahmesituationen gerne mit den sogenannten Sibilanten, also den Zischlauten. Diese tummeln sich im Frequenzbereich von 4 bis 8 kHz. Um diese unangenehmen Klänge zu dämpfen, aber auch für andere störende Laute bietet der eingebaute De-Esser einen wählbaren Frequenzbereich von 800 Hz bis 10 kHz und einen Threshold-Regler, um das Eingreifen des De-Essers festzulegen. Dies darf man nicht mit einem 1-Band Equalizer verwechseln, denn dieser würde einen Frequenzbereich anheben oder leiser machen. Durch den Threshold-Regler dämpft dieses Modul die Zischlaute erst ab einem bestimmten Pegel ab. Die Reaktionszeit liegt hier bei 1 ms/dB.

Behringer_UV1_Deesser

Modul Nummer 5: Enhancer

Zunächst zur Begrifflichkeit: „To enhance“ bedeutet verbessern. Im Falle des UV1 Enhancers geht es hier um eine (teil-) dynamische Anpassung von Frequenzen im Signal. Der LF-Detail-Regler hebt Töne im Bereich von 80 Hz an und senkt den Bereich um 250 Hz ab. Das kann beispielsweise Dröhnen oder den Nahsprecheffekt von Mikrofonen optimieren. Der HF-Detail-Regler reagiert in Echtzeit auf das Signal und hebt die Höhen dynamisch an.

Modul Nummer 6: Expander/Gate

Die Expander/Gate Funktion soll unerwünschte Hintergrundgeräusche abdämpfen. Ähnlich einem Kompressor lauscht dieses Modul auf das Eingangssignal und man kann mit dem Threshold-Regler einstellen, ab welchem Pegel das Signal unterdrückt oder durchgelassen wird. Eine niedrigere Ratio-Einstellung ermöglicht in der Regel einen höheren Schwellenwert, ohne unerwünschte Pumpeffekte zu verursachen. Die beiden LEDs helfen hier beim Abgleich.

Behringer_UV1_enhance

Modul Nummer 7: Output

Der Output ist faktisch selbsterklärend. Eine Clipping-LED zeigt an, wenn der Preamp in die Verzerrung läuft.

Modul Nummer 8: Monitorsektion

Das Mix-Poti regelt die Mischung aus Direktsignal und Wiedergabe über den USB-Anschluss. Eine vollständige Linksdrehung wählt nur das Direktsignal und eine vollständige Rechtsdrehung wählt nur die USB-Wiedergabe aus. So ist ein Mix aus USB-Signal und externer Einspeisung möglich.
Zu guter Letzt kann man in der Monitorsektion noch den Kopfhörerpegel einstellen und man hat eine Anzeige, ob die USB-Verbindung zur DAW erfolgreich etabliert ist.

OK, WOW. Ein Gerät in der 165,- Euro Preisklasse bietet einen Channelstrip mit acht Modulen, die in den meisten Strips gar nicht vorhanden sind. Eine klassischer Analogmixer, wie der SSL Big SiX hat weder Enhancer, noch Gate, noch De-Esser im Channelstrip. Auch 19 Zoll Strips, wie ein RME, Neve oder SPL ist üblicherweise viel spartanischer ausgestattet. Somit müssen wir den Elefanten im Raum einfach benennen: Kann das etwas taugen? Ist das nur mäßig klingender, laut rauschender Ramsch, der in einem vernünftigen Studio nichts zu suchen hat und allenfalls in einem Jugendclub wegen latentem Geldmangel eingekauft wird?

Behringer_UV1_monitor

Der Behringer UV1 in der Praxis

Erste Erkenntnis: Die Verarbeitung ist durchaus gut. Die Potis laufen gerade, die Schalter rasten gut ein. Alle Buchsen sind von ordentlicher Qualität und das Gehäuse ist klassischer 19“ Standard und stabil gebaut. Die rote Lackierung ist gut gemacht und es gibt auch keine scharfen Kanten oder Gussgrade an den Ecken. Die Buchsen sind allesamt mit der Front- bzw. Rückenplatte verschraubt und beim Einschalten kommt kein nerviges Brummen über die Monitore – trotz internem Netzteil.

Und tatsächlich machen alle Module einen sehr vernünftigen Job. Ich würde den Klang jetzt nicht mit dem einer großen Midas- oder SSL-Konsole vergleichen, aber selbst heiß angefahren kommt das Signal noch relativ gut aufgelöst durch die Monitore. Der Low-Cut macht bei 80 Hz mit steilflankiger Auslegung genau das, wofür er gemacht ist: Rumpeln und tieffrequente Störungen eliminieren. Man kann dem Gerät jetzt keine ausgeprägte Seidigkeit in den Höhen oder eine Neve ähnliche klangliche Wärme attestieren, aber ich hatte immer den Eindruck: Alles, was vorher über das Mikrofon reingekommen ist, kommt hinten auch wieder raus.

Behringer-UV1_Gesang

Mir ist aber aufgefallen, dass die Skalierung bzw. der Gain-Verlauf über den Regelweg hinweg nicht sehr praxisgerecht ist. Selbst bei meinem „Feld-Wald-und-Wiesen-Mikrofon“, dem Shure SM58, muss der Gain-Regler schon fast auf Maximum gestellt werden, damit der Preamp auch wirklich ins Arbeiten kommt. Dementsprechend ist es recht schwer, hier eine Feinjustage durchzuführen.

Behringer_UV1_top

Der 2-Knob-Kompressor verdichtet das Signal und ermöglicht es, eine sehr gleichmäßige Lautheit ohne übermäßiges Pumpen zu erreichen. Klar, wenn man die Regler weit nach rechts dreht, dann verdickt das Signal zunehmend und verliert auch an Klarheit. Aber hey: Für Gesangsaufnahmen ist der Kompressor durchaus zu gebrauchen – wenn nicht gerade Adele am Mikrofon steht.

De-Esser, Expander/Gate und Enhancer sind ebenfalls in Ordnung. Wer als Einsteiger ein gutes all-in-one Gerät sucht, der wird hier fündig: Man kann für wenig Geld die Wirkweise dieser Module ausprobieren und in seinem Mix verwenden. So lernt man den sinnvollen Einsatz – oder das Weglassen der Funktionen. In einem guten Aufnahmeraum mit gutem Mikro und gutem Interpret braucht man keinen De-Esser oder Enhancer. Aber mit dem Behringer UV1 kann man dies leicht erkunden.

Behringer-UV1_Right

Alles super, oder? Das kommt darauf an. Realistisch gesehen ist der Behringer UV1 einfach nur ein Knaller, aber absolut und preisunabhängig darf man schon auch die Grenzen sehen. Durch den „Process Bypass“-Schalter werden die Module umgangen und das ungefilterte Mikrofonsignal gelangt an die Ausgänge bzw. die DAW. Wenn man einige Einstellungen an den Modulen vorgenommen hat, dann merkt man schon, dass das Signal hier schon einen weiten, kurvigen Weg hat, um ans Ziel zu gelangen. Somit kann es einem passieren, dass man bei der ganzen Einstellerei am Ende feststellt, dass die Stimme ganz leicht komprimiert am Ende am besten klingt und durch die Summe der Module schon auch etwas Preamp-Qualität auf der Strecke bleibt.

Wenn ich einen einfachen und hochwertigen Preamp heranziehe und dort diverse externe Geräte in die Signalkette nehme, dann ist hier schon noch mal ein deutlicher Unterschied festzustellen. Auch wenn alle Module für sich gesehen ihren Job machen, so wird aus 5x gut nicht immer ein „sehr gut“, sondern auch manchmal ein „schlechter“. Deswegen kann ich beim UV1 nur mit einer sanften Korrektur des Eingangssignals raten und ganz wichtig: Immer wieder per „Process Bypass“ kontrollieren, ob es wirklich besser klingt.

Behringer_UV1_back

Im folgenden Klangbeispiel bin ich in einer Art „Minipodcast“ durch die Funktionen des UV1 gegangen und man hört die Wirkweisen der einzelnen Module sehr gut. Aufgrund der Dateigrößenbeschränkung musste ich das Signal allerdings in das MP3-Format konvertieren.

Noch ein Elefant!

Das Stichwort lautet: dbx 286s. Wenn man sich dieses Gerät ansieht, dann leuchtet in den Köpfen die „KLON-LED“ ganz hell auf. Die Beschriftung der Frontplatte, die Module – das ist schon alles seeeeeeeeehr ähnlich. Allerdings leidet der dbx von Anfang an unter zwei Kritikpunkten: Kein ON/OFF-Schalter und der Mikrofoneingang auf der Rückseite, was sehr unpraktisch ist.

dbx 286s

Beide Kritikpunkte hat Behringer behoben und dazu sogar noch ein einfaches Audiointerface mit bis zu 24 Bit und 192 kHz implementiert, so dass das Signal direkt in die DAW gespeist werden kann. Auf diese Funktion bin ich bewusst nicht im Detail eingegangen, da es wohl eher ein Ausnahmefall ist, dass man mit einem Monointerface direkt in die DAW geht, denn wenn man noch ein „gescheites“ (Achtung, bayrisch!) Audiointerface im Einsatz hat, dann wird es meist kompliziert, denn ein dynamisches Umschalten zwischen zwei Interfaces in einer DAW in einem Projekt habe ich noch nicht gesehen.

Behringer-UV1_Audiointerface

Kurzum: Ist das UV1 ein dbx Klon? Da hier andere Preamps (Midas Style) verbaut wurden und einige Optimierungen durchgeführt wurden, würde ich eher von einer „interpretativen Anlehnung“ an das dbx sprechen – einverstanden?

Behringer UV1: Conclusio

Was bleibt, ist die Tatsache, dass es sich beim UV1 um ein fantastisch ausgestattetes und gut verarbeitetes Gerät mit ordentlichen Modulen handelt, die im Studio richtig eingesetzt durchaus Sinn ergeben. Genauso lernen wir durch dieses Gerät, dass ein „Viel-hilft-viel“ nicht immer der richtige Weg ist. Ein Channelstrip hat nicht den Sinn, dass alle Knöpfe, die vorhanden sind, auch Sinn ergeben. Und manchmal wäre ein „Weniger-ist-mehr“ ein guter Ansatz. Aber noch mal: Gerade zum Einstieg in die Studiowelt ist der UV1 mehr als geeignet.

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Fazit

Und wieder hat Behringer einen Knaller rausgehauen. Preisbezogen ist der Behringer Ultravoice UV1 ein fantastisches Angebot: Riesige Ausstattung, die über die meisten Channelstrips hinaus geht, sehr gute Verarbeitung und das ganze garniert mit einem guten Klang: Das hat allerhöchstes Top-Seller Potenzial. Die einzelnen Module des UV1 sind von guter Qualität, nur sollte man nicht an allen Reglern gleichzeitig drehen – dann leidet der Klang. Aber mit der gegebenen Vorsicht ist der Behringer ein richtig gutes Gerät.

Plus

  • Fantastische Ausstattung
  • Gute Verarbeitung
  • Guter Klang
  • Knaller Preis

Minus

  • Wenn alle Module aktiviert werden, dann leidet der Klang
  • Keine umfangreiche Bedienungsanleitung
  • Kein Instrumenten-Input (HI-Z)
  • Gain-Regelweg nicht praxisgerecht

Preis

  • 165,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Eibensang

    Zwar brauche ich das Gerät nicht, da mit einem SPL Channel One MK II längst bestens ausgestattet. Dennoch las ich den Bericht mit Interesse, da ich mich zu gut an jene Zeiten erinnere, als ich kaum Geld hatte für Studio-Gear (zumal Qualität damals grundsätzlich teurer war – für schmale Geldbeutel gab es höchstens lange Gesichter, aber kaum Diskutables zum ambitioniert Produzieren).

    Hervorragend beschrieben! So kann man sich richtig was vorstellen. Selten einen so schön und anschaulich differenzierenden Artikel gelesen – das macht richtig Freude.

    Das DBX-Vorbild kannte ich gar nicht. Powerbutton habe ich ja sogar schon an Lexicon-Geräten vermisst, aber Mikrofonbuchse hinten geht gar nicht: für ein Rackgerät! Was denken sich manche Entwicklungsmolche, oder was rauchen die? Hier hat Behringer gut nachgebessert (mal wieder), auch mit der parallelen Nutzbarkeit beider Eingänge (obwohl einer davon hinten verbaut ist).

    • Profilbild
      moinho AHU

      @Eibensang Servus (Achtung, bayrisch!) Eibensang,

      ich steh‘ grad etwas auf dem Schlauch bzgl. des Kommentars zu „Mikrofonbuchse hinten“ beim dbx, da z.B. die erwähnten SPLs meines Wissens generell (und darunter auch der aktuelle Channel One) die Mikrofonbuchse hinten haben, ebenso wie die hippen Dinger von FMR über die meisten RMEs bis zu Cranesong und Manley…ist das ein „geht gar nicht, aber bei SPL drück‘ ich ein Auge zu“?

      • Profilbild
        Eibensang

        @moinho Du hast recht, ich habe es falsch beschrieben. Beim SPL Channel One ist die Klinkenbuchse fürs (bei mir häufig gewechselte) Line-Signal vorne – das XLR-Buchserl fürs Mikro hinten. Hatte nicht mehr dran gedacht, weil ich weiter vorn im Signalweg (vorm SPL) eine XLR-Weiche, korrekter: ein Y-Kabel habe zum Umstecken von Mikrofonkabeln.

        Insofern war mein Beispiel mit SPL irreführend und mein Gegrantel über DBX entsprechend deppert. Sorry! (Liegt vielleicht daran, dass ich selber gar nix mehr rauche, hihi.) Den Line-Eingang würde ich dennoch nicht hinten haben wollen und auch XLR vorne bevorzugen.

        Und umso besser hat das dann Behringer gemacht mit der Kombibuchse vorne …

        Ich schüttele öfter den Kopf über ergonomische Ungereimtheiten. (Aber vielleicht sollte ich da und dort genauer hingucken, hihi.)

        Begann einst (1990) mit meinem ersten Computer, einem Atari Mega 2, dessen riesige Festplatte (die 30 MB hatte, was unermesslich viel war, dafür aber auch auf die Größe eines Beistelltisches kam) tatsächlich nur hinten ein- und ausgeschaltet werden konnte, was bedeutete, sich über den sehr tief gestaffelten Aufbau von Röhrenmonitor, Drucker etc. drüberbeugen zu müssen. Der Knopf war gaaaanz hinten. Ich musste jedes Mal aufstehen, mich beugen und strecken. Na ja, der Figur tat’s gut. Vielleicht war ich aber auch einfach nur jung damals.

  2. Profilbild
    gs06

    Ich frage mich, ob ein solches Gerät in einem (Home-)Studio heutzutage überhaupt noch Sinn macht – live mag es dafür ja durchaus Anwendungen geben, aber in der hier anscheinend vorliegenden Qualität kann man diese Bearbeitungen doch vermutlich mit (Stock-)Plugins in einer DAW mindestens genauso gut wenn nicht gar besser lösen… Das soll nicht die Leistung der Behringer-Ingenieure herabsetzen, ein solches Gerät zu diesem Preis anbieten zu können, aber brauchen werden die meisten so ein Gerät vermutlich nicht.

  3. Profilbild
    Markus Galla RED

    Es ist schon witzig, dass man Behringer mittlerweile mit einem bestimmten Sound assoziiert. Ich habe schon einige Behringer-Geräte getestet, besitze auch selbst zwei Digitalpulte der X32-Reihe und eine S32 und SD16. Bei den analogen 19″-Klangverbesserern von Behringer fällt im Gegensatz zu den Digitalpulten auf, dass der Sound immer etwas steril, untenrum dröhnend und obenrum spitz wird, wenn man in diesen Bereichen irgendwelche Bearbeitungen vornimmt. Das ist ähnlich wie mit vielen günstigen Kondensatormikrofonen aus China. Es fehlt die Wärme und der Klang „lebt“ nicht, wenn ihr versteht, was ich mein. Man packt dann viele verschiedene Bearbeitungsfunktionen in ein Gerät, aber wirklich besser macht es das alles nicht. Am Ende hört man übrigens in deiner Aufnahme schön das Rauschen, das vom Behringer UV1 hinzugefügt wird.

    Nun ist ja die Aufgabe von so einem Preamp, ein gutes Mikrofonsignal in den Rechner zu bekommen. Dort soll es dann für den Mix weiter bearbeitet werden. Genau hier sehe ich das Problem bei Behringer. Das Signal klingt nicht so optimal, dass man tatsächlich da mit einigen, wenigen Handgriffen einen schönen Sound mit erreichen könnte. Ganz anders übrigens bei vielen Geräten von Warm Audio. Ebenfalls günstig und die Signale lassen sich im Anschluss prima im Rechner weiter bearbeiten und fügen sich gut in den Mix ein.

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