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Test: BOSS GT-100, Multieffektgerät für E-Gitarre

13. März 2012

BOSS GT-100

Was hat sich nicht alles in den letzten Jahren in Sachen „Bodeneffektgeräte“ getan. Hätte man mir vor noch ein paar Jahren erzählt, dass allem Anschein nach die Tage der 19-Zoll-Gitarren-Produkte für den Live-Bereich gezählt seien, man hätte ihn für verrückt erklärt. Schaut man sich die aktuelle Landschaft jedoch an, man könnte glatt auf die Idee kommen. Was vor einiger Zeit in Sachen Rechenleistung froh war, wenn ein einziger Effekt einigermaßen gut in die AD/DA Algorithmen gepresst wurde, geschweige denn ein echtes Multieffektprodukt generieren konnte, protzt heute mit den Rechenleistungen eines Heim-PCs und den Speicherleistungen einer Festplatte.

Etablierte Studiotechnik-Veteranen präsentieren „Stompboxes“, die klanglich ihren Rack-Brüdern echte Paroli bieten können, und auch die „Big Names“ der Bodenpedale glänzen in schöner Regelmäßigkeit mit einem Upgrade ihrer Geräte, meist in Sachen Klangqualität und Verarbeitung. Die Firma BOSS, selber seit Jahren immer in den vordersten Reihen der Bodenmultieffektgeräte zu finden, bringt nunmehr den Nachfolger des legendären GT-10 auf den Markt, der mit neuem Rechenchip und neuer Technologie sich eine Null mehr in der Produktbezeichnung zum GT-100 einverleibt hat.

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-- BOSS GT-100 --

— BOSS GT-100 —

Konstruktion

Mit den Abmessungen 542 mm x 271 mm x 80 mm zählt das in Taiwan gefertigte BOSS GT-100 schon zu den größeren Vertretern seiner Gattung, zudem lässt ein Gewicht von knapp fünf Kilogramm auf eine massive Bauweise schließen. Komplett in Metall gefasst, wirkt das Board grundsolide in seiner Konzeption, zumal es auf vier sehr massiven und weichen Gummifüßen ruht, die auch auf glatten Flächen für genügend Standfestigkeit sorgen. Ein 9-Volt-Netzteil ist im Lieferumfang enthalten, aufgrund der aufwendigen Elektronik ist das GT-100 nämlich nicht für den Batteriebetrieb ausgelegt.

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Wie bei nahezu allen aktuellen Produkten kann man bei aufwendigen Floorboard-Lösungen wie dem GT-100 nicht mehr von einer „Stompbox“ im eigentlichen Sinne sprechen. Vielmehr wird durch aktuelle Modeling-Technik der gesamte Signalzug von der Vorstufe eines Verstärkers bis hin zum letzten Glied in der Kette, dem Lautsprecher, emuliert und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgeglichen. In Zusammenarbeit mit dem neuen, von BOSS selber entwickelten DSP-2 Chip, heißt das Zauberwort aus der BOSS Entwicklerabteilung „COSM-Technologie“, die laut Firmenangaben auch die schwierigen Vintage-Modelle klanglich deutlich besser wiedergeben kann.

Damit einhergehend wird sich der ambitionierte Gitarrist mit der Wahl seines Setups beschäftigen müssen. Natürlich kann man das BOSS GT-100 auch vor einen klassischen Amp schalten, es bleibt aber zu überlegen, ob man bei der Konzeption eines Modeling Amps nicht besser nur über den Return-Loop die Endstufen seines Amps zzgl. Speaker oder aber eine externe Endstufe mit Box nutzt. In Anbetracht der unzähligen Presets kann man meist ohnehin nur einen völlig clean eingestellten Amp benutzen, bei dem die Vorstufe mehr für Anpassungsprobleme sorgt als eine Bereicherung des Klangs darstellt.

-- Aufsicht Boss GT-100 --

— Aufsicht Boss GT-100 —

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    BrandisX

    Ich hätte mir Beispiele ohne Effektgedöns gewünscht; da ließen sich die Sounds realistischer beurteilen. So kann ich nur sagen (als ex-GT-8-User): meine kleine Fender Mustang- Übungs-Büchse klingt besser, und zwar in allen Bereichen. Das Konzept genial, die Sounds, naja….fragwürdig, um es freundlich auszudrücken. Schade!

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich habe den GT 100 jetzt seit 3 Wochen und muss sagen, das Teil ist klanglich so dermaßen der Hammer, das topt einfach alles, was ich bis dato gehört habe. Wobei mich besonders freut, dass die Cleansounds auch richtig gut sind. Auch das Bedienkonzept ist genial. Ich habe selten etwas angeschafft, womit ich so vollkommen zufrieden war. Mein persönlicher Eindruck ist, dass einerseits die Leistung der DSPs jetzt eine gewisse Grenze überschritten hat, so dass richtig gute Qualitäten von Digitalsounds möglich werden, andererseits zahlt sich wohl auch die Jahrelange Entwicklungserfahrung von Boss aus. Dabei ist es eigentlich weniger, dass revolutionär neue Sounds herauskommen(vielleicht das ja auch) als dass die bekannten Sounds in einer absolut erstaunlichen Transparenz und Klarheit möglich sind. Es ist das erste Mal, das die Sounds eines Gitarren-Effekts mich immer wieder spontan glücklich machen. Das kannte ich bisher eigentlich nur von Synthesizern.

  3. Profilbild
    Martin Wildner

    Also ich hab zwar nicht das GT-100 aber das Boss eBand JS-10 das bekanntermaßen ein abgespecktes GT-100 in Form von Ampmodellen und Effekten beinhaltet.

    Wie man mit diesen Ampmodellen klanglich zufrieden sein kann ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

    Selten so etwas matschig undifferenziertes gehört .. da klingt ja der alte Pod II edel gegen.

    In Zeiten von Kemper, Axe FX, Pod HD und auch genialer Software wie Scuffham S-Gear solche Ampmodelle auf sein Flagschiff-Multifx zu packen hat schon was von Gitarristen-Verarschung an sich.

    Mein Fazit: NICHT KAUFEN wenn ihr die Ampmodelle benutzen wollt ! Matz und Fizzebrei Pur .. Damit ist dynamisches und differenziertes Spielen im Grunde unmöglich, jede Gitarre klingt wie durch ein kaputtes Zerrpedal in einen kaputten Transistoramp gespielt ..

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