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Test: Clavia Nord Stage 3, Stagepiano


Generalüberholung des roten Schweden

Viele Jahre mussten die Clavia Nord Stage Liebhaber auf die dritte Version des Stagepianos warten, jetzt ist das Clavia Nord Stage 3 endlich da. Im Laufe seines Lebens hat es das Nord Stage bereits auf viele Bühnen geschafft. Der totale „rote Hype“ mag zwar etwas abgeflacht sein, dennoch trifft man das Nord Stage weiterhin auf vielen Bühnen und das zu Recht, denn die Kombination aus (modularem) Soundspeicher, Direktzugriff auf Sounds, Parameter und Effekte, gepaart mit guter Verarbeitung, hat einfach viele Freunde. Ob das Clavia Nord Stage 3 da noch ein Schippchen drauflegen kann?

Drei stehen zur Auswahl

Wie auch bei den letzten Versionen hat der potentielle Käufer beim Clavia Nord Stage 3 zwischen drei Versionen zu wählen: Der Compact Version mit 73 halbgewichteten Tasten, der HP76 Version mit einer 76er Hammermechanik-Tastatur oder dem größten Modell Nord Stage 3 88 mit entsprechender Hammermechanik-Tastatur und dem vollen Tastaturumfang von 88 Tasten. Optisch hat sich zunächst nichts getan, Clavia setzt wie auch bei den anderen Nord Keyboards auf das knallrote Metallgehäuse mit rot lackierten Seitenteilen aus Holz. Das ist äußerst robust und solide gefertigt.

Nord Stage 3 – 88 Tasten

Die Bedienoberfläche samt der vielfältigen Taster und Potis wurde leicht verändert, die grobe Struktur wurde jedoch beibehalten. Einige Elemente wurden eingespart, ein paar neue sind hinzugekommen, man findet sich jedoch automatisch – auch als Clavia Neuling – schnell zurecht. Wie auch der Electro 5 verfügt das Clavia Nord Stage 3 nun über ein OLED-Display, das über deutlich mehr Informationsgehalt verfügt und auch zeitgemäßer ist.

Die Bedienoberfläche startet links mit dem Modulationsrad und dem Pitch-Bend-Stick, dessen Bandbreite fest auf +/- zwei Halbtöne eingestellt ist. In der heutigen Zeit ein Unding, man sollte doch bitte selbst entscheiden dürfen, welche Einstellung man benötigt.

Es folgen der Lautstärkeregler und die Orgel-Sektion inklusive der LED-Drawbars und allen zugehörigen Parametern wie Rotary Speaker, Vibrato/Chorus und Percussion. Einzig allein die Compact-Version des Nord Stage 3 verfügt über klassische Zugriegel, meiner Meinung nach haben beide Arten ihre Vor- und Nachteile.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    fonik

    Schön, dass man es in der dritten Auflage geschafft hat, dem Nord Stage einen vernünftigen Stromanschluss zu verpassen – aber immernoch keine balanced outputs?

  2. Profilbild
    k.rausch RED

    Der 480 MB Speicher ist zwar wirklich etwas knapp, verglichen mit den Mitbewerbern jedenfalls. Allerdings werden die Samples verlustfrei komprimiert, oft auf bis zu 20 oder gar 10% der ursprünglichen Datenmenge. Das relativiert die Sache. Und die einmal geladenen Samples stehen auch direkt nach dem Einschalten bereit. Nur der Sample Datentransfer Computer > Stage dauert ganz schön lang.

    • Profilbild
      cosmolab

      Ich hab noch das allererste Stage („Classic“), das hat insgesamt 128MB RAM, auch für die Klaviersamples – DAS heisst haushalten… ;-)

      Und deshalb wär das ´3er für mich ein Riesensprung – ich denke wirklich über einen Tausch nach. Ich hab´s schon mal ausprobiert und war von fast allen Pianos wirklich beeindruckt. Das alte Teil hat in den oberen Mitten etwas „gelb“ und dünn geklungen. Das ist jetzt viel besser – leider kommt das hier im Klangbeispiel gar nicht so rüber.

      Der „Kirchenorgel“- Bereich wäre noch zu erwähnen – sowas hab ich bisher noch nirgends gesehen. Der hat aber (seien wir nett) noch Potential. Die jetzigen Samples find ich schrecklich. Ich wünschte mir, dass da vielleicht noch was kommt. Denn wer das Vorliegende für ne Kirchenorgel hält, der ist wohl ein hartgesottender Atheist und war noch nie in ´ner Kirche… ;-)

      Nur eines hat mich irritiert:
      Der neue Leslie klingt so „seltsam“.
      Irgendwie hat der mir beim Anspielen nie recht abgehoben. Meine alte Kiste macht das irgendwie besser („voller“) – ich weiß nicht, wie ich es beschreiben kann…

  3. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Als User eines Nord Electro 4D habe ich mich daran gewöhnt, den knappen Speicherplatz möglichst ökonomisch zu nutzen. Für Sessions lade ich kleinere Pianos/Samples, um viel Auswahl zu haben, bei Aufnahmen nehme ich fast immer die XL-Samples bzw. ungeloopte Mellotron-Sounds. Da kann bei dem XL-Italian Grand schon mal der ganze Speicherplatz für ein Piano draufgehen, das Ergebnis rechtfertigt das allemal…

  4. Profilbild
    analogika

    Es hat sich beim Reverb doch etwas geändert (abgesehen davon, dass er nun per-layer und nicht mehr global ist):

    Und zwar wird bei aktiviertem Leslie der Hall für die jeweilige Engine VOR den Leslie-Effekt geschaltet, anstatt dahinter.

    Das erscheint zunächst etwas befremdlich, entspricht aber der üblichen Funktionsweise der eingebauten Hallspiralen bei Orgeln. Ich hatte sie nicht darum gebeten, war aber sehr glücklich zu hören, dass der Stage 3 somit vom Spielgefühl noch näher an meine echten Orgeln heranreicht.

    Wünschenswert wäre wohl eine Einstellung, um diese Routing-Besonderheit umzustellen. Ich weiß aber nicht, ob das seitens der Entwickler technisch möglich ist.

    Dieser pre-Leslie Hall ist übrigens zusätzlich zum normalen Hall für die anderen Engines, die nicht durch den Leslie laufen.

  5. Profilbild
    iltis30

    Ich halte hier mal eine Gegenrede zum Stage. Ich finde, er ist ein Produkt, was der Philosophie von Clavia im Grunde widerspricht. Was zeichnet Clavia aus? Sehr praxisnahe, hochwertige und vor allem klug reduzierte Instrumente. Die Roten sind deswegen so gut und erfolgreich, weil sie sich immer auf eine Aufgabe konzentrieren. Der Stage aber soll so eine Eierlegende Wollmilchsau sein, der alles enthält, was Clavia kann. Inkonsequent.
    Schon was die Tastatur betrifft: die Waterfall-Tastatur ist die Beste für Orgeln und gut für Epianos (Nord Electro). Die Synth-Tastaturen der Nord Leads ist dafür die Beste, und die Gewichtete ist für Pianisten (Nord Piano).
    Zudem ist die Bedienung übersichtlicher.
    Nur als Vergleich: für den Preis eines Nord Stage bekommst du immer die Tonerzeugungen auch als einzelne Instrumente, mit passender Tastatur!
    Also für einen Stage bekommst du zum praktisch gleichen Preis einen Nord Lead A1 und einen Nord Electro 5D. Etc. Du bekommst genau den gleichen Sound, die gleiche Qualität, aber bist flexibler, hast mehr Übersicht, bessere Bedienung und zwei Rote übereinander machen auch optisch mehr her. (-:

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        iltis30

        Ist das beim Stage so? Meine Electro (Waterfall) und mein Nord Lead haben eigentlich gute Tastaturen. Mein alter DX7 klappert sicher doppelt so laut. (-:

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          sthoffmann

          Ich hatte ein Electro HP 73 und wollte wegen der Klapperei auf Nordstage 3 HP 76 updaten –> und es klapperte wieder, allerdings weniger als das Electro und die Tastatur spielt sich besser. Momentan ist es (Stage 3) wieder beim Nord-Service, denn eigentlich will ich es behalten, mal sehen. Ich bin aber wahrscheinlich sehr klapperempfindlich und meine Stage ist meistens zuhause. Sonst ist das Stage 3 toll.

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            iltis30

            Ein echter Klavier klappert auch. Richtig „leise“ sind ja nur Synthtastaturen mit starker Gummierung. Bei einer Hammerschlag-Klaviatur ist ein gewisses Klappern ja nun mal bauartbedingt.

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Clavia Nord Stage 3

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