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Test: DAP-Audio CORE Scratch DJ-Mixer

Günstiger Einstieg, doch: Phono ist out, Bluetooth ist in?

10. Februar 2022
DAP Core Scratch

DAP Core Scratch DJ-Mixer

DAP-Audio CORE Scratch heißt der 2-Kanal-Mixer mit Bluetooth-Funktionalität, den wir uns heute für euch ein wenig genauer anschauen wollen. Beim Auspacken fällt der Mixer direkt mit einem klassischen und ansprechenden 2-Kanal-Mixer-Look auf. Ein simples und zugleich schickes Design hat der DJ-Mixer, aber was steckt eigentlich dahinter?

DAP-Audio CORE Scratch

Direkt ausgepackt: Der DAP-Audio CORE Scratch – heute bei uns im Test

DAP-Audio CORE – ein erster Blick auf den DJ-Mixer

Mit Abmessung von 20,3 x 29,7 x 8,4 cm und einem Gewicht von 3,1 kg sehen wir schon in diesen Dimensionen, dass wir uns in der Welt der klassischen 2-Kanal-Mixer befinden. Die Oberfläche folgt der bewährten Aufteilung und wir fangen mal links oben an. XLR/Klinke-Kombibuchse als Mikrofoneingang, Poti für den Pegel des Mikrofons und ein 2-Band-Equalizer, bei dem sich die Höhen und die Bässe wahlweise um 12 dB anheben oder absenken lassen. Abgerundet wird die linke Seite von einem 6,3 mm Kopfhörerausgang am unteren Eck. So weit, so gut. Im Zentrum des Mixers liegen beim DAP-Audio CORE Scratch die beiden Kanalzüge. Die Input-Kippschalter sorgen für die Wahl zwischen entweder Line/MP3 und Line oder Line/Bluetooth oder Line. Wer also einen Plattenspieler anschließen möchte, sucht leider vergeblich einen Phono-Anschluss.

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Weiter geht es mit dem Gain-Poti und einem 2-Band-Equalizer, der bei 10 kHz die Höhen und bei 100 Hz die Bässe um entweder 12 dB anhebt oder um 26 dB absenkt. Hinzu kommt noch ein 6 cm langer Kanal-Fader. Beide Kanäle verfügen über eine eigene LED-Pegelanzeige, die in zehn Segmente eingeteilt ist und das Dezibelspiel von -21 dB bis auf +12 dB in den klassischen Farben von Grün nach Rot anzeigt. Nur die untere LED auf beiden Kanälen leuchtet weiß und indiziert den angeschalteten Zustand des DAP-Audio CORE Scratch. In der Mitte finden wir dann noch einen Button, um zwischen Master und Cue zu wechseln sowie ein Poti, mit dem man das Cue-Verhältnis zwischen den beiden Kanälen einstellen kann. Hinzu kommt noch ein Kippschalter zur Einstellung der Crossfader-Kurve in den bekannten Modi und ein weiterer Kippschalter, der den Crossfader an- oder ausschaltet.

Auf der rechten Seite der Mixeroberfläche angekommen, finden wir das Logo des DAP-Audio CORE Scratch und dann haben wir noch drei Potis für Master-Level, Booth-Level und Cue-Level. Wobei man Letzteres gemeinsam mit dem Cue-Mix über den Kopfhörerausgang an der linken Seite hätte legen sollen, so dass man beim Einstellen der Kopfhörerlaautstärke nicht an den Potis für das Booth-Level oder andersherum kommt. Es ist wenig sinnvoll, dass das Cue-Level nicht bei den Cue-Einstellungen sitzt.
Abgeschlossen wird die Oberfläche des DAP-Audio CORE Scratch dann von einem Bluetooth-Button. Bei einer aktiven Verbindung leuchtet das Logo oben rechts blau und gibt einem somit ein visuelles Feedback.

DAP-Audio CORE Scratch.

Cinch über Cinch: Die Rückseite des DAP-Audio CORE Scratch

All over Cinch! Ein- und Ausgänge am DJ-Mischpult

Schauen wir uns noch kurz die Rückseite an, da sehen wir vor allem eins: Cinch rot/weiß. Für die Inputs und die Outputs haben wir Cinch-Anschlüsse. Ergänzt werden diese nur von einem Input-Schalter zum Umschalten von Line auf Bluetooth oder Line auf MP3. Dem hinzu gesellt sich noch der An/Aus-Schalter sowie der Anschluss für das Stromkabel. Positiv zu erwähnen ist, dass ein 2-Kanal-Mixer dieses Kalibers einen dedizierten Rec-Ausgang hat, an dem sich bequem jedes mögliche Aufnahmegerät anschließen lässt und so unkompliziert Mitschnitte von all dem, was man mit dem DAP-Audio CORE Scratch anstellt, erstellt werden können.

Die Rückseite zeigt auch schon relativ schnell, dass der DAP-Audio CORE Scratch durch den Main-Ausgang in Cinch-Form eher für zu Hause oder kleinere Bühnen gedacht ist, nicht jedoch für den professionellen Einsatz. Symmetrische XLR-Buchsen vermisst man hier.
Auch die Möglichkeit der Bluetooth-Verbindung ist absolut nichts für den professionellen Einsatz oder die Bühne.  Zu Hause hingegen kann ein gut verkabeltes Setup neben dem DJ-Zweck so auch jegliche Anforderungen zum unkomplizierten Abspielen von Musik via Anlage entsprechen.

Das Ganze beantwortet demnach die Frage, für wen denn der DAP-Audio CORE Scratch gedacht ist: Anfänger-DJs oder interessierte DJs, die eine unkomplizierte Allrounder-Lösung für einen ansprechenden Preis haben möchten.

Die Fadersektion des DAP-Audio CORE Scratch.

Die Fader-Sektion des DAP-Audio CORE Scratch

Zu begrüßen ist, dass er DAP-Audio CORE Scratch über einen 2-Band-Equalizer verfügt, jedoch sollte unserer Meinung nach mindestens ein 3-Band-Equalizer sein. Komisch finden wir eher die Namensgebung „Scratch“, da nicht einmal ein Phono-Anschluss vorhanden ist. Natürlich würde das Gerät dadurch  etwas teurer werden, aber dafür könnte man mit Plattenspieler, CD-Spieler und Bluetooth alle möglichen Wünsche im Hinblick auf die Anschlussarten abdecken. Selbstverständlich gibt es heutzutage aber genügend Virtuosen, die auch auf CD-Playern ihre Künste was das Scratchen angeht unter Beweis stellen.

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Das DJ-Mischpult in der Praxis

Bevor wir in den Praxistest einsteigen, möchten wir euch vorweg noch den Preis offenbaren, denn der muss bei der Beurteilung definitiv berücksichtig werden: Der DAP-Audio CORE Scratch ist für 139,- Euro erhältlich, das ist schon ein Wahnsinnspreis. Aber nun gut, jetzt zur Praxis!

Ausgepackt und angeschlossen ist der DAP-Audio CORE Scratch schnell. Im Lieferumfang finden wir neben dem Mixer selbst noch das passende Netzteil und eine Kurzanleitung. Das ist nicht viel, aber mehr brauchen wir ja auch nicht. Die Verbindung via Bluetooth erfolgt spielend leicht. Das Gerät wird sofort auf dem Smartphone angezeigt und das visuelle Feedback durch das blauleuchtende Logo ist definitiv eine gute Sache. Die Verbindung läuft soweit auch stabil, erst beim Herumlaufen in der Wohnung in verschiedenen Zimmern wird diese wackelig und wenn man das Smartphone oder den Laptop in Mixernähe lässt, konnten wir keine Probleme oder Ruckler bemerken. Die Klangqualität beim Musik abspielen via Bluetooth ist auch wie erwartet gut. Im Vergleich zu dem Signal, das über Cinch in den DAP-Audio CORE Scratch eingespeist wird, bemerkt man auf dem heimischen Monitor dann aber doch noch einen Unterschied.

Der 2-Band-Equalizer leistet, was er verspricht und die Frequenzauswahl der einzelnen Bänder auf 100 Hz und 10 kHz ist super, jedoch merkt man beim Auflegen dann doch zügig, dass einem das Mittenband fehlt. Auflegen lässt es sich zwar mit den zwei Bändern, aber wer normalerweise mindestens drei Bänder gewohnt ist, wird sich hier relativ zügig limitiert fühlen. Besonders bei komplexeren Übergängen kommt man mit dem 2-Band-Equalizer recht schnell an die Grenzen des Möglichen und bemerkt, dass die Kontrolle über das Klanggeschehen limitiert ist.

Die Mixersektion des DAP-Audio CORE Scratch

Die Mixersektion des DAP-Audio CORE Scratch

Die Verarbeitung des DAP-Audio CORE Scratch ist für den Preis soweit solide und die Oberfläche aus Metall macht einen langlebigen Eindruck. Die Potis sind eher auf der schwergängigeren Seite der Poti-Welt, jedoch könnte sich das mit häufiger Benutzung und im Laufe der Zeit ändern. Die Gummierung der Potikappen ist außerdem recht angenehm. Anzumerken ist hier, dass die Potis zwar leicht bei 12 Uhr einrasten, aber diese Markierung schwer zu treffen ist und somit nicht wirklich hilft.

Der Crossfader des DAP-Audio CORE Scratch funktioniert soweit auch wunderbar und erfüllt seinen Zweck. Insgesamt ist das Fader-Gefühl sowohl beim Crossfader als auch bei den Volume-Fadern aber ausbaufähig. Der Fader-Weg ist beim Auflegen zwar angenehm nutzbar, das Fader-Spiel fühlt sich aber etwas wackelig an und die Fader-Bewegungen passieren nicht geräuschlos. Beim Auflegen fallen zumindest die Geräusche aber nicht mehr auf. Mit dem 2-Band-Equalizer und den Volume-Fadern in Kombination lässt sich insgesamt vernünftig mixen und mit den 2 Bändern ist man „pur“ unterwegs und fokussiert sich auf das Wesentliche.

Die Bluetooth-Funktionalität ist ein wirklich cooles Feature und ist meiner Meinung nach für den DAP-Audio CORE Scratch absolut sinnvoll. Dass man auf diese Art und Weise einfach noch andere Elemente in den Mix integrieren kann, macht Spaß und positiv zu erwähnen ist es, dass in der gesamten Zeit die Verbindung nicht einmal abgebrochen ist oder irgendwelche Störsignale zu vernehmen waren. Besonders für den flexiblen Einsatz zu Hause oder für die Musik in einer Bar ist die Funktionalität wirklich dankbar.

Der Rec-Ausgang funktioniert einwandfrei und es ist schön, dass auch Mischpulte in einem solchen Preissegment mittlerweile auf diesen Anschluss setzen. Gerade wenn man die ersten Schritte beim Auflegen macht, ist es nur von Vorteil, das Geschehen aufzuzeichnen und mal in Ruhe anzuhören, was genau man da angestellt hat.

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Fazit

Der DAP-Audio CORE Scratch ist mit seinem Preis von 139,- Euro ein wirklich günstiger Einstieg in die Welt der DJ-Mischpulte. Meiner Meinung und Erfahrung nach setzt er auch genau da an. Das Gerät ist ordentlich verarbeitet und „ok“ ausgestattet. Nur, „ok“, denn wir vermissen einen 3-Band-Equalizer und einen Phono-Anschluss. Das mag in der heutigen Zeit nicht mehr für jeden Nutzungsbereich notwendig sein, aber generell ist das eine Grundausstattung eines jeden DJ-Mixers. Auch mit Hinblick darauf, dass ein Mixer vielleicht mal länger im Set-up stehen bleibt und vielleicht dann doch einmal ein Plattenspieler dazukommt. Dafür haben wir aber durch den Kombianschluss von XLR und Klinke gute Anschlussmöglichkeiten. Die Bluetooth-Funktion ist ein cooles Add-on und dass der CORE Scratch einen Record-Ausgang hat, empfinde ich als eine gute Sache. Für diesen Preis ist der DAP-Audio CORE Scratch damit ein solides und vor allem ehrliches Gerät.

Plus

  • Rec Out
  • Bluetooth
  • budgetfreundlich
  • Mic-In (mit XLR-Klinke Kombibuchse)

Minus

  • nur 2- und kein 3-Band-Equalizer
  • kein Phonoanschluss

Preis

  • 139,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    LeSarrois

    „Auch die Möglichkeit der Bluetooth-Verbindung ist absolut nichts für den professionellen Einsatz oder die Bühne“

    Hmmm, vielleicht oute ich mich hier als nicht ausreichend professionell. Aber bei mir war nicht nur einmal Bluetooth im Einsatz. Ich glaube, mit den richtigen Bausteinen von Input bis zur PA lässt sich inzwischen auch ein durchaus passables Signal per Bluetooth in die Beschallung einspeisen. Die Turntables (1210 MKII) haben da öfter Stress bereitet, als die Bluetooth-Verbindung. Ich nutze solche professionellen Bausteine und hatte bisher keine Klagen. Ein Mixer für 139 Euro ist bei mir natürlich nicht in der Kette.

  2. Profilbild
    DJ Ronny

    Danke für den Test. Wieder ein Gerät, welches mit DJ Heute nichts mehr zu tun hat. Klangregelung hat keine Mitten kein Killfunktion, Master kein XLR. Eigentlich nur was für Zuhause. Bluetooth lässt sich da gut verwenden. Ich ordner das Teil als Kinderspielzeug in guter professioneller Verpackung ein. Erste Versuche als DJ, Smartphone und los geht’s. Für den Preis kann man als Eltern nicht viel falsch machen oder als DJ Opa.

    • Profilbild
      Lapin

      Sehe ich anders, das Produkt sind letzlich von Eltern oder Grosseltern 140 beim Fenster rausgeschmissene Euro.

      Bevor man motivierten Nachwuchs mit so einem unbrauchbaren eq frustriert ist es zehnmal besser eine DJ Software auf einem Laptop oder Tablet zu installieren oder um den gleichen Preis einen billig DJ Controller zu kaufen

      mM ist dieser Test noch viel zu positiv, nur weil’s vergleichsweise günstig ist, ist es noch lange nicht für Anfänger geeignet

      • Profilbild
        DJ Ronny

        Unter dem Aspekt, Dj-Mixer oder Controller hast du Recht. Da sind die Mixer schon Relikte. Zieht man die Möglichkeiten mit Tablet oder iPad, kann selbst ein Controller überflüssig sein.

        • Profilbild
          Lapin

          naja punkto verlässlichkeit ist schon der mixer vorzuziehen. als hobby-mixer daheim oder auf der wg-party ists wurscht, wechselt man halt auf spotify wenn der laptop streikt.. deshalb würd ich anfängern einen controller empfehenlen.
          aber im club oder als bezahlter serviceanbieter auf einem event hätt ich schon lieber einen mixer. nur dann halt was vernünftiges und in kombi mit cdj`s

          das ding hier ist weder fisch noch fleisch und deshalb mM geldverschwendung. aber scheinbar gibts genug eltern oder grosseltern, die halt ohne ahnung oder interesse an der materie dann versuchen mit dem billigsten gerät das den namen dj-mixer trägt den wunsch des nachwuches nachzukommen

          • Profilbild
            Bolle / Johann Boll RED

            Ich bin so ein wenig zwiegespalten. Zum einen sind die Einwände natürlich korrekt, dass ein Mixer mit EQ ohne Mittenband kein Mixer ist, auf dem jemand mit wachsenden Ambitionen lange „arbeiten“ wird, auf der anderen Seite ist ein XLR-Out keine Notwendigkeit im Setup zuhause (oder wer produziert auf den 1,5 Metern zum Monitor so viele Einstreuungen, dass eine Signalübertragung symmetrisch sein muss?).

            Ich würde heute für den Einstieg wohl auch eher zum günstigen Controller raten, statt zum Setup mit zwei Playern, digital oder Platte plus Mixer, aber das bleibt ja jeder Person selbst überlassen. Ich hab auf einem alten Grundig mit Riemenantrieb angefangen, HiFi, meine ersten DJ-Plattenspieler waren Omnitronic mit Riemen und der billigste Behringer Mixer, den es gab. Das war viel Investition. Ohne Ahnung von Sound co hätte mir ein Mittenband nicht direkt gefehlt, später jedoch.

            Also, es braucht günstige Mixer zum Einstieg und die werden nicht alles haben – bei diesem fehlt aber in der Tat wie erwähnt ein Mittenband. Wieso? Keine Ahnung. Ansonsten…man das Ding kostet 140,- Euro…gebt dem Ding ein Mittenband und ich würde für den Preis nichts dagegen einwenden..

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