Test: Denon DN-X1600

Midifikation und Presets

Dass Denon das Thema Digitalmixer umfassend begreift, zeigt sich auch in der MIDI-Funktionalität. Über USB und den gesonderten DIN-Ausgang werden Parameter ausgegeben und über USB auch empfangen (für LED-Steuerung). Ein- und Ausgangskanal können frei gewählt und der den aktuellen BPM entsprechende Clockwert mitgesendet werden. Neben den vier dedizierten Push-Encodern und Buttons, welche auch noch vierfach gelayert sind, wird MIDI von allen EQs, Fadern, Master und Booth Level, Effekt-, Cue- und Mic-Buttons sowie der gesamten Effektsektion ausgegeben.

6_MIDI Lock.JPG

Für die Bedienelemente an den Kanälen und in der Effektsektion muss MIDI gesondert aktiviert werden. Dann werden dank Digitaltechnik die Mixerwerte eingefroren. Beim Zurückschalten haben Fader und Potis einen Abholmodus, der Pegelsprünge verhindert. Das Display gibt deutlich Auskunft, wie weit der alte Wert noch entfernt ist.

Eine Besonderheit ist mit Roland V-Link an Bord. Dieses Protokoll sendet eine Reihe von Parametern an die V-4 oder V-8 Videomischer, welche so den Befehlen des Denons folgen. Neuartigen integrierten Audio- und Video-Performances, wie sie auch schon Video-SL für Scratch Live bietet, wird hier also der Weg gebahnt.

Das letzte ungelöste Rätsel bleibt die USB-A-Buchse auf der Rückseite. Doch ich möchte nicht fies sein und befreie den von der Grübelei geplagten Leser: Hier können USB-Massenspeicher andocken, um die unzähligen Presets zu exportieren und laden. Diese können von anderen X1600 und auch X1700 gelesen werden. Weniger mysteriös als angenommen, oder?

Fazit

Wer bis hierhin durchgehalten hat, stellt wie ich fest: Der X1600 hat es in Sachen Funktionen faustdick hinter den Ohren. Alles, was aktuell groß in Mode und Vorteilhaft ist, findet sich hier wieder. Gegenüber dem größeren X1700 hat er für einen um einiges günstigeren Preis gar nicht so viele Abstriche. Das wären die doppelte Effekteinheit, das Farbdisplay, die Digitaleingänge und ein Phono-Eingang mehr. Dafür sind dedizierte MIDI-Elemente, V-Link und mit BeatScratch sowie Pingpong-Delay neue Effekte dabei.
Hier wird ganz scharf mit dem Pioneer DJM 800 konkurriert, preislich ist der X1600 sehr attraktiv, und die Verarbeitungsqualität ist durch die Bank gut. Mac-User sollten nur darauf achten, die aktuelle Version ihres Betriebssystems und der Mixer-Firmware zu nutzen, sodass die Freude am Gerät ungetrübt ist.

Plus

  • massig Optionen zur Modifikation
  • Verarbeitungsqualität
  • Klangqualität
  • 2 zusätzliche Modi für Computer-Mixing, flexibles Routing
  • viele Effekte, besonders Beat Breaker sticht heraus
  • Haptik der Potis
  • CF-Flexibilität mit Cut-In, mechanisch verstellbar
  • V-Link

Minus

  • Reverb- und Pitch-Effekt nur begrenzt einsetzbar
  • Gains etwas empfindlich
  • EQs greifen im negativen Bereich etwas ungleichmäßig
  • Schalterbeleuchtungen teilweise schwach

Preis

  • UVP: 1069,- Euro
  • Straßenpreis (Juli 2010): 939,- Euro
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