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Test: Electro Harmonix B9 Organ Machine, Effektgerät

Des Organisten Schreckgespenst!

7. April 2015

Auch wenn viele gerne das Gegenteil behaupten: Als Gitarrist hat man es wirklich nicht leicht! Zum einen der ewige Ego-Shootdown mit den Sängern, zum anderen die musikalisch handfesten Auseinandersetzungen mit den Keyboardern, schlimmer noch, den Pianisten. Musikalisch zumeist gut ausgebildet, notenfest und mit fünf Greiffingern und mehreren Oktaven mehr ausgestattet, können sie einem mit ihrer Harmonielehre dermaßen auf den Sack gehen, dass man sie eigentlich nur noch so schnell wie möglich aus der Band haben will. Wenn da nicht das Soundloch wäre, das sie hinterlassen!

OK, in einer Depeche Mode Coverband wäre es wohl der Gitarrist, der als erster über die Klinge springen muss. In einer echten Classic-Rockband jedoch braucht ein Tastenjongleur im Prinzip nur drei Sounds: Erstens Klavier, zweitens Synth-Brass und drittens Hammond-Orgel. Gerade bei dem dritten Sound sehen viele leidgeprüfte Kollegen aus den Siebzigern die klassische B3 vor Augen, gepaart mit dem unverzichtbaren Leslie-Rotorkabinett. Beides dann noch im Flightcase, macht zusammen ca. 300 Kilogramm Transportgewicht. Schön war die Zeit.

Bewertung

Electro Harmonix B9 Organ Machine

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Wäre es nicht noch schöner, wenn man als Gitarrist zumindest rudimentär echt klingende Orgelsounds mit seinem Instrument abrufen könnte, um den Grad der Autarkie signifikant zu erhöhen? Sich dieses Problems bewusst, hat einer der ganz großen Traditionsunternehmen in Sachen Stompbox, das amerikanische Unternehmen um Mike Matthews mit dem Namen Electro Harmonix, ein Pedal mit dem Namen B9 Organ Machine auf den Markt gebracht, welches hier Abhilfe schaffen soll.

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Electro Harmonix B9 Organ Machine

— Electro Harmonix B9 Organ Machine —

Konstruktion

Zeichneten sich Electro Harmonix Geräte zu ihren Gründungszeiten insbesondere durch dünne Blechkisten, kratzende Potis und abenteuerlicher Freiflug-Verdrahtung aus („Electro War-Wohl-Nix“), kommen die aktuellen Produkte im zeitgemäßen Layout daher. Das dünne Blech ist einer massiver Stahlkonstruktion gewichen, welche auch hartem Roadeinsatz vehement trotzen wird. Im Lieferumfang ist zudem ein 9-Volt-Netzteil enthalten, welches 200 mA ausspuckt und als offizielles Boss und Ibanez Replacement-Netzteil geführt wird.

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Über den Autor
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Axel Ritt RED

Axel Ritt studierte Musik + Architektur und arbeitet(e) seit nunmehr 40 Jahren als professioneller Musiker und Tonmeister für die Bands JÄST, GRAVE DIGGER, HELLRYDER, DOMAIN und MONSTERGROOVE.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla RED

    Als Keyboarder UND Gitarrist sehe ich das eher skeptisch. Wozu braucht man das? Schon midifizierte Gitarren konnten sich nicht wirklich durchsetzen, obwohl man da zumindest noch halbwegs brauchbar Strings und Gitarre mischen konnte. Die Spielweisen beider Instrumente sind einfach zu unterschiedlich und Voicings kaum austauschbar. Darüber hinaus ist ein Keyboarder noch kein Organist. Die B3 kennt kein Haltepedal. Dort muss akkurat legato gespielt werden. Darüber hinaus lebt eine B3 erst durch ihre typischen Spielweisen. Einfach nur Akkorde drücken kann jeder. Der Nachteil von MIDI-Gitarren oder Pedalen wie dem Electro Harmonix B9 ist, dass man dann entweder einen mäßigen Keyboarder und keinen Gitarristen mehr hat, sobald man damit spielt und sich auf die Keyboard Sounds konzentriert, oder aber einen Gitarristen und schlecht umgesetzte Keyboard Parts. Beides gleichzeitig geht einfach nicht.

  2. Profilbild
    THEBIGBASS

    Da soll ein quadratisches Kistchen mein Geschrammel auf der Gitarre tatsächlich in einen Orgelsound meiner Wahl umwandeln können.
    Ich versuchte schon mit einem Octaver einen Orgel-ähnlichen Sound hinzukriegen. Ohne Erfolg. Weiterverkauft.
    Nun zum Kistchen von EHX.
    Ja, ja, ja: Da tönt`s echt nach Orgel. Sei dies klassisch an eine Hammond („Fat & Full“)angelehnt oder Hardrockmässig an Jon Lord („Lord Purple“), und du schaust dich plötzlich um, wo denn Blackmore, Gillan, Paice und Glover auf der Bühne stehen. Die Orgel brüllt und vibriert eben so, wie es nur eine Hammond kann. Das Preset „Fat & Full“ erzeugt andere Klangmöglichkeiten als der „Lord Purple“.
    So weit, so sehr gut.
    Die Gitarre muss ich nun spielen, wie es jemand auf dem Keyboard täte.
    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die minimen Verzögerungen mein noch nicht ganz angepasstes Gitarrenspiel ist, oder ob der Prozessor etwas gemütlich unterwegs ist. Ich experimentiere weiter und werde diese Bewertung updaten.
    Diese Frage hat sich nun im Bandraum erübrigt. Das Tool reagiert hervorragend auf alle meine Inputs. Einen Kompressor davorschalten hilft dem B9 sicher
    Zu jedem Preset gibt es noch einen Modulations- und einen Click-Regler. Es steht einem also ein sehr breites Sortiment von Sounds zur Verfügung.
    Je nach Preset sind die Modulationstypen verschieden.

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