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Test: EVH 5150 Iconic Series 6L6 40 Watts 1×12 Combo, Gitarren-Verstärker

Der Klassiker als Combo? - EVH 5150

3. April 2022

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Im Laufe der vergangenen 60 Jahre der Musikgeschichte haben immer wieder bestimmte „pieces of gear“, die von extrem vielen Künstlern genutzt und mitentwickelt wurden und/oder bestimmte bahnbrechende Neuerungen enthielten, Legendenstatus erlangt. Gitarrenbauarten, wie Stratocasters, Les Pauls oder Heavymodelle mit den damals neuen Floyd Rose Tremolosystemen, Effektgeräte wie Lexicon Reverbs oder KLON Drivepedal oder eben diverse Amps. Ob die alten Plexis und 800er Marshalls, 65er Blackface Twin Reverb aus dem Hause Fender, Soldano SLO-100 High-Gain-Kisten oder eben der in Kooperation von Peavey und Eddie Van Halen entwickelte Peavey 5150 2-Kanal-Verstärker. Seit dem Auslaufen des Endorsement-Vertrags zwischen Van Halen von dem Amp-Hersteller Peavey wurde der Amp im Hause Peavey umbenannt in Peavey 6505 (auch wenn er technisch identisch ist). Die Firma EVH baut aber nun den 5150. Klar, wer auch sonst?

Laut Hersteller soll der Amp den von Eddie berühmt gemachten, sengenden, knurrenden gainy Sound des legendären EVH 5150III® Heads für den schmalen Geldbeutel sowohl fürs Studio als auch Live liefern. Dass Eddie eine Ikone ist, muss man an dieser Stelle ja wohl nicht erwähnen, sind wir hier schließlich im gepflegten Nerdtum (und für diese Erkenntnis muss man – wenn man ehrlich ist – noch nicht mal ein Gitarren-Nerd sein). Der 5150 ist es jedenfalls auch. Ist der doch auf unzähligen geschichtsschreibenden Platten zu hören. Sehen wir uns die Kiste doch mal genauer an, let’s unbox this amp … und ziehen gleichzeitig den Hut vor den legendären Heads, die uns diese Firma bereits beschert hat:

Evh 5150 III 50 W EL34 Head BK

Evh 5150 III 50 W EL34 Head BK

Kundenbewertung:
(16)
Evh 5150 III Stealth 100W Head

Evh 5150 III Stealth 100W Head

Kundenbewertung:
(1)
Evh 5150 Iconic 80W Top BK

Evh 5150 Iconic 80W Top BK

Kundenbewertung:
(1)

UNBOXING – EVH 5150 Iconic Series 6L6, Gitarrenverstärker

Der Röhren-Combo kommt gut verpackt im Produktkarton daher mit Styropor-Polster und in Folie eingewickelt. Ordentliches Gewicht bringt das Paket auf die Waage. Beigelegt sind dem Verstärker neben einem Kaltgerätekabel nur der Zweifach-Fußschalter mit Verbindungskabel und eine mehrsprachige Gebrauchsanweisung samt Garantiekarte und Warnhinweisen. Kein Schnickschnack, aber alles, was man braucht. Was steckt so in dem guten, recht unscheinbar erscheinenden Stück?

 

FACTS & SPECS – EVH 5150 Iconic Series 6L6, Gitarrenverstärker

Der 40 Watt starke, 29 kg schwere Vollröhren-Combo-Verstärker namens „5150 Iconic Series 6L6“ liefert mit seinen zwei Kanälen ein gutes Fundament für einen Rock-Gig. Die beiden relativ flexibel einstellbaren Kanäle lassen sich via Miniswitch umschalten in den Modi:

„Green“ Channel „ONE“: Overdrive-Mode-Switch on/off

„Red“ Channel „TWO“: Burn-Mode-Switch on/off

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Diese verändern primär die Gain-Stages der beiden Kanäle. Jeder Channel verfügt über einen eigenen Gain- und Volume-Regler. Damit lassen sich beide in Verzerrungsgrad und Lautstärke anpassen und aufeinander abstimmen. Sie teilen sich jedoch einen gemeinsamen 3-Band-EQ (Lo, Mid, High). In der Volume-Sektion steht ein zusätzlicher einstellbarer und per Fußschalter abrufbarer Volume-Boost zur Verfügung. Sehr praktisch beispielsweise für mehr Präsenz in Solopassagen. Rechts neben der Volume-Sektion befinden sich die Regler der Master-Section mit den drei Potis „REVERB“, „RESONANCE“ und „PRESENCE“. Während man mit „Reverb“ den Anteil des eingebauten Federhalls einstellen kann, trimmen die verbleibenden beiden genannten Potis den Bass- beziehungsweise Presence-Anteile der Endstufe. Hierbei sind die Regelwege recht großzügig ausgelegt. Sehr cool zur Anpassung der Sounds. Im zweiten Kanal steht zusätzlich zur Reduktion von Nebengeräuschen ein eingebautes Noise-Gate zur Verfügung. Dieses lässt sich mit einem Poti in der Intensität der Rauschunterdrückung einstellen.

Auf der Rückseite befinden sich neben den On/Off- sowie Standby/Play-Switches und der Kaltgerätebuchse allerlei Anschlüsse und weitere nützliche Features. Der Amp lässt sich beispielsweise von 40 Watt maximaler Leitung auf 10 Watt drosseln. Praktisches Tool für zu Hause. So lässt sich mit weniger Ausgangsleistung eine geringere Lautstärke zum Spielen und Üben erzielen.

Für den direkten Weg ins Interface oder Mischpult steht ein XLR-Ausgang mit Speaker-Simulation zur Verfügung. Neben dem obligatorischen Ground-Lift-Schalter, um Masseschleifen und dadurch entstehendes Brummen zu verhindern, lässt sich auch der Poweramp mittels angebrachtem Minischalter stummschalten, um nur über den XLR-Ausgang Sounds abzuhören. Perfekt für reine In-Ear-Setups, Heimstudios oder Bedroom-Practise-Sessions im Mietshaus bei Nacht oder nervösen Nachbarn.

Für unter anderem zeitbasierte Effekte wie Reverb oder Delay steht ein serieller FX-Weg nach dem Preamp zur Verfügung. Mit dem Pre-Out lässt sich ein Signalfluss abzweigen, um zum Beispiel über Effektgeräte und einen zweiten externen Poweramp geschickt zu werden (Stichwort: Wet-Dry-Setup). Zu guter Letzt findet man auf der rechten Seite zwei parallel verschaltete Buchsen zum Anschluss des internen Speakers oder externer Cabinets mit den klassischen Impedanzen von 4, 8 und 16 Ohm.

Das Gehäuse besteht aus MDF mit spezieller interner Sperrholzschallwand für eine straffe und verbesserte Basswiedergabe, so dass die makellosen Cleansounds und die brennenden High-Gain-Töne straff, klar und deutlich wiedergegeben werden können. Der Preamp ist mit zwei JJ ECC83S (12AX7) Vorstufenröhren besetzt. In der Endstufe treiben zwei JJ 6L6 Endstufenröhren den im Chassis verbauten 1×12″ EVH Celestion Custom-Speaker oder extern angeschlossene Speaker Cabinets an.

Der schwarze Bezug des 57 x 29 x 53 cm messenden Gehäuses bietet einen gewissen edlen, aber auch nicht besonders auffallenden Look. Es gibt auch eine weiße Edition des Verstärkers.

PRAXISTEST: SOUNDS – EVH 5150 Iconic Series 6L6, Gitarrenverstärker

Die Herstellerseite beschreibt den Amp als eine Kombination aus komplexem Multistage-Hybrid-Preamp mit 6L6 Endstufe, die zusammen das Feuer liefern, das ein moderner Rockgitarrist braucht.

Die beiden Kanäle unterscheiden sich primär im Gainstage. Während sich der Green Channel ONE im cleanen und (mit aktiviertem Switch) Overdrive- bis Rhythm-Bereich bewegt (allerdings mit durchaus hohen Gain-Reserven für „Overdrive“), so siedelt sich der Red Channel TWO eher im Rhythm und (mit aktiviertem „Burn“-Switch) im singenden High-Gain Lead-Bereich an. Hier gibt’s Sustain bis zum Abwinken und selbst eine Strat wird zum Gain-Monster. Durch den, wie im originalen Peavey 5150 Head, geteilten 3-Band-EQ für beide Kanäle ist man allerdings wiederum etwas eingeschränkt in der Anpassung der Sounds. Hier heißt es, eine Entscheidung zu treffen.

Die nachfolgenden Klangbeispiele wurden mit einem Shure SM57 angefertigt. Das Mikrofon und der Direct-Out des Amps wurden via Universal Audio Apollo Twin X mit Cubase 12 PRO aufgenommen. Es fand keine nachträgliche Bearbeitung durch Plug-ins statt. Die eingesetzten Gitarren sind Fender Perf Stratocaster AM, PRS Special #22 MM und Ernie Ball Music Man L3 Neptune Blue.

Clean Channel

Der Green oder ONE Channel hat einen sehr klaren, natürlichen Cleansound. Er spricht angenehm direkt an und gibt Details im Spiel realistisch wieder und hat genug Headroom, um auch bei härterem Anschlag clean zu bleiben. Akkorde werden sauber abgebildet und glitzern, wenn gewünscht. An sich ist der Sound eher steril/modern als wollig warm. Das ist aber ja auch der Stil der Amp-Serie. Hier lässt sich allerdings mit EQ und v. a. den beiden Reglern der Master-Section nachhelfen. Resonanz aufgedreht, bringt eine angenehme Wärme mit sich.

 

Clean Channel mit Overdrive

Für einen Clean Channel hat der Overdrive-Mode schon eine Menge Gain und sägt schön los. Hier kommt schon klar zum Tragen, was später noch deutlicher wird. Dieser Amp ist für saubere, klare Riffs gemacht. Die abgeschwächten Basstöne drücken, ohne zu matschen. Hier sind DETAILS wirklich groß geschrieben. Überraschend für einen doch sehr günstigen Röhren-Combo.

 

Rhythm Channel

Naja, eigentlich muss man dazu gar nichts sagen. Die Ikone. Trotz hoher Gainstages kommen Riffs immer noch relativ klar und sauber daher. Spielt man „gepalmutete“ Basstöne, fliegt man direkt auf Wolke 7. Das sind Vibes for ages. Man höre und liebe! 5150 halt …

 

Rhythm Channel mit Burn

Mit aktiviertem Burn kommt man dann in die schönsten High-Gain-Gefilde. Da versteht man schnell, warum Gitarrensoli in den 80ern schon mal 15 Minuten gehen konnten. Sustain ohne Ende und gleichzeitig drückt der Amp Nebengeräusche sauber beiseite. Selbst eine ausgangsschwache Strat fängt hier richtig an zu drücken und zu singen. Nothing more to say.

Was man leider zum DI-Out sagen muss ist, dass die Speaker-Simulation nur halbwegs zu gebrauchen ist. Als beigemischtes Signal für mehr Schmutz kann man damit sicherlich was anfangen. Um aber auf die PA zu gehen, um den Amp live nicht mikrofonieren zu müssen, ist die Frequenzkorrektur nicht hochwertig genug. Da klingt der Amp mit einem SM57 an der richtigen Stelle deutlich geiler. Das wird ihm gerecht!

CHECK THIS BABY!

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Fazit

Insgesamt ein sehr guter Amp für einen fairen Preis. Er liefert die erwarteten Sounds, ist dabei relativ flexibel durch Overdrive- und Burn-Modus und bietet gute Features, wie das eingebaute Noise-Gate und den Reverb. Schade, dass wichtige Schaltfunktionen wie Reverb on/off und die Voicings pro Kanal nicht „fernsteuerbar“ sind. Das schränkt wiederum im Live-Betrieb sehr ein. Nützt einem der Reverb doch für Leadsounds nichts, wenn man ihn manuell am Amp für nachfolgende Rhythmsounds wieder rausdrehen muss. Für alle Fans von klassischem 5150 Sound auf jeden Fall empfehlenswert. Einfach mal anspielen und sich eine eigene Meinung bilden.

Plus

  • legendärer Sound für schmalen Geldbeutel
  • Soundvarianten dank Overdrive/Burn-Schalter
  • eingebauter Reverb und Noise-Gate

Minus

  • Overdrive, Burn und Reverb nicht per Fuß schaltbar
  • DI-Out Frequenzkorrektur nur ok, lieber doch mikrofonieren

Preis

  • 749,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    oro

    Der Combo klingt abgenommen wirklich angenehm, keine Frage. Der DI Sound ist, abgesehen davon, dass er eher wie ein Rasierapparat klingt, unbrauchbar, da er rauscht ohne Ende. Auch in Anbetracht des Preises ein No-Go. Für mich nicht nachvollziehbar, wie man sowas einbauen kann.

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