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Test: Gibson, Les Paul Studio Pro Plus RV, E-Gitarre

Schon fast genug mit den Besonderheiten, denn das Meiste ist, bis auf die zwei Humbucker, wie erwartet. Jeweils einer am Hals und einer an der Brücke, die über den Dreiweg Toggle-Schalter angesteuert werden. Am Hals befindet sich ein 490R (Alnico II), in der Bridge-Position ein Burstbucker Pro (Alnico V), die man beide splitten kann! Über eine Push-Pull Funktion der beiden Volume-Regler hat man die Möglichkeit, die Humbucker einzeln auf einen Singlecoil, beziehungsweise Singlecoil-ähnlichen Sound, zu schalten – was die Soundvariation doch um einiges erweitert. Die Potis sind in schwarz gehalten, die Tune-o-Matic-Bridge ist ebenso verchromt wie auch die Grover Kidney-Mechaniken an der Kopfplatte.

-- Eingebettet --

— Eingebettet —

Der Hals der Paula ist ein 60s Slim Taper, d.h. er ist etwas schlanker und somit wahrscheinlich etwas leichter zu bedienen als der typische Les Paul „Stamm“. Auf dem Palisander-Griffbrett befinden sich 22 Medium Jumbo-Bünde, im Corian (Kunststoff)-Sattel sitzen vom Werk aus .010-.046 Gibson Saiten, verziert wird das Ganze mit den typischen Trapez-Inlays aus Acryl. Ein gelungenes Instrument soweit. Beim Lack wird auch erfreulicherweise wieder vermehrt Nitrocellulose verwendet, so auch bei diesem Instrument.

Die Werkseinstellung ist gut, und man kann eigentlich gleich loslegen, doch die Saitenlage könnte noch etwas fingerfreundlicher gestaltet werden.

Praxis

Nach den ganzen Specs und der mehr oder minder großzügig ausgefallenen Lobhudelei schauen wir mal, was die Dame denn so an Output zu bieten hat. Einmal ohne Verstärker angespielt merkt man schon relativ schnell, dass es sich hier um ein sehr interessantes und hochwertiges Instrument handelt. Schon trocken klingt die Gibson Les Paul Studio Pro Plus sehr angenehm laut mit rundem und lebhaftem Ton, was mit unter am Chambered Body liegen dürfte. Die Gitarre intoniert gut an jeder Stelle des Halses und lässt sich, dank des 60s Slim Taper-Halsprofils, doch sehr komfortabel spielen.

Am Verstärker angeschlossen geht es in die zweite Runde. Zuerst mal im Clean-Sound die Pickup-Schaltungen durchprobieren. Kommt gut! Vor allem im Singlecoil-Modus klingt das Ganze doch schon einer Strat sehr nahe. Klar, Mahagoni mit geleimtem Hals wird nie so klingen wie Esche mit geschraubtem Hals zum Beispiel, doch kann man der Paula somit ein größeres Soundsortiment entlocken. Kombinationen sind dadurch nicht wenige vorhanden: Hals-Singlecoil, Hals-Humbucker, Steg-Singlecoil, Steg-Humbucker, Mittelstellung Hals-Singlecoil mit Steg-Singlecoil, Mittelstellung mit Hals-Humbucker und Steg-Humbucker, Mittelstellung mit Hals-Singlecoil und Steg-Humbucker und Mittelstellung mit Hals-Humbucker mit Steg-Singlecoil. Puh, das sind also acht Möglichkeiten, na dann mal viel Spaß beim Entscheiden! Ich finde ja, sie besitzen alle ihren Charme, wenn dann hört man bei den letzten Beiden nicht mehr so einen gravierenden Unterschied, aber sonst gibt es sehr schöne Variationen zu entdecken.

Der Bass-Bereich ist natürlich etwas dünner in der Entfaltung, was logischerweise am fehlendem Gewicht liegt. Gut, da muss man sich entscheiden, was man möchte, mir persönlich kommt die Ausdünnung im Bassbereich schon sehr entgegen. Auch die Pickup-Kombinationen vermitteln einem nicht das Gefühl, als würde man eine Les Paul spielen. Ab und zu muss man schon mal runter schauen, was einem da auf dem Bein liegt. Natürlich präsentiert sich im Humbucker-Modus das Bild der Paula im typischen Sound.

-- Kopf mit Baujahr! --

— Kopf mit Baujahr! —

Auch im angezerrten Bereich weiß sich die Pro Plus zu behaupten. Wenn einem der schon etwas reduzierte Bass in der Halsposition immer noch zu sehr drückt,  zieht man einfach das Poti und bekommt mehr Transparenz. Wenn der Clean-Sound zu dünn ist, schaltet man zu Humbucker oder mischt einen Singlecoil mit ein. Nach kurzer Einspielzeit weiß man die Variation recht schnell zu schätzen. Spontanes Ziehen und Drücken der Regler stellt sich leider als etwas kompliziert dar, eine Alternative wäre hier ein Push-Push Poti, die aber leider nicht so oft verbaut werden. Liegt aber auch zumeist an der oft nur kurzen Lebensdauer dieser Kandidaten.

Klangbeispiele
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