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Test: Heavyocity, Grid II, Groove-Synthesizer für Reaktor


Zwischen Melodien und Beats

Heavyocity, bekannt für ihre hochwertigen Sample-Bibliotheken, stellen mit Grid II ein Sequencer-Instrument für Native Instruments Reaktor vor, das in der Balance zwischen Anwenderkontrolle und Zufälligkeit seinen Low-Fi- und Glitch- und Noise-Sound entfaltet und sowohl Melodien als auch Beats gleichzeitig kann. Ob sich Grid II auch auf Ihrem Rechner entfalten sollte, lesen Sie im Test.

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Es war einmal eine kleine Firma names Icebreaker Audio, gegründet von Adam Hanley, die verkaufte ziemlich abgespacte Patches und Bibliotheken für Native Instruments Reaktor, Kontakt und Battery. Darunter z.B. auch der Calc-U-Synth VR für Reaktor, eine Wiederentdeckung des Casio VL-Tone VL-1 Synthesizers. Doch leider hat es sich für Icebreaker Audio nicht so richtig ausgezahlt. Zum Glück haben dann Heavyocity den Vertrieb der Icebreaker Produkte übernommen. Die Icebreaker Website gibt es aber noch und der Calc-U-Synth, dem ich jedem Reaktor-User empfehle, kann dort kostenlos heruntergeladen werden.

Bei Heavyocity erscheinen dagegen nun neue Icebreaker-Ensembles, wie C-Tools und erneuerte Version älterer Ensembles. Nach Bitrate II, der 8-Bit-Mega-Retro-Drum-Machine, ist nun die Version 2 des halbautomatischen Sequencers Grid erhältlich.

Das „Verpackungsdesign‟ von Grid II zeigt schon mal, wo es lang geht. Schweres, industrielles, retro-futuristisches Design, das direkt aus Ridley Scotts „Alien‟ (1979) oder dem philosophischen Unterwasser-Horror „Soma‟ von Frictional Games (2015) stammen könnte. Dementsprechend geht auch der Soundcharakter von Grid in die 8-Bit, Low-Fi, Glitch- und Noise-Richtung. Die Herren von Icebreaker haben aber zumindest die ständig flackernden und kaputten 80er Röhrenbildschirme repariert.

Installation
Obwohl es sich bei Grid II um ein normales Reaktor-Ensemble handelt, das die
Vollversion von Native Instruments Reaktor 5.9.2 oder höher benötigt und damit nicht im Reaktor-Player lauffähig ist, lässt Heavyocity seine Käufer doch durch einige Reifen hüpfen, bevor sie mit dem Musikmachen anfangen dürfen.

Nach dem Kauf bei Heavyocity erhält man eine Seriennummer, die mit „Unique Download Code‟ bezeichnet ist und die man noch einmal extra in seinem Konto auf deren Homepage registrieren kann bzw. muss. Wenn man sich dazu entschiedet, kann man in seinem Konto einen Download-Link anfordern, der dann eine bestimmte Zeit aktiv ist.

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Möchte man das erst einmal überspringen, muss der Download-Manager „Connect‟ von Continuata installiert werden. Dort kopiert man seinen „einzigartigen Code‟ hinein und das Produkt wird heruntergeladen. Es muss aber noch nicht mal der Manager benutzt werden. Continuata stellt auch ein Web-Interface im Browser zu Verfügung. Da es sich hier um ein Reaktor-Ensemble handelt, muss die Datei per Hand in die Reaktor-Bibliothek gelegt werden.

Heavyocity Ensembles sind zwar nicht kopiergeschützt, jedoch mit digitalen Wasserzeichen markiert. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, das Produkt vor unerlaubtem Weitergeben zu schützen, sondern den Ursprung einer potentiellen Verbreitung zu markieren. Bei Samples und digitalen Musikformaten ist ein solches Verfahren schon länger üblich, wie das allerdings in einem Reaktor-Ensemble aussieht, ist mir nicht bekannt. Nun ja, ein paar verstreute Zahlen lassen sich immer und überall verstecken.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    amazonaman AHU

    Ich glaube, das sind genau die Sounds die ich nie haben wollte, danke für diese Sound Beispiele. Solche vst dinger kenne ich einige. Trotzdem gibt es Leute die sich daran versuchen. Also das ist meine subjektive meinung. Ich weiß eben nicht wie ich damit Musik machen sollte.
    Das heißt jetzt nicht, dass niemand damit was anfangen könnte, aber manchmal frage ich mich schon, ob so mancher Schwingungsgenerator für musikalische Zwecke nutzbar sein soll. Musik ist aber Kunst und da ist natürlich alles erlaubt, nur wo sind deine Zuhörer?

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Die Zuhörer finden sich wohl da, wo sich sich u.a. auch Funkstörung, Autechre, Mouse on Mars, Aphex Twin, Herbert Weixelbaum, emptyset, Björk, Pan Sonic oder Oval tummeln, wenn Du von Musik als einem Produkt reden willst, das Zuhörer braucht.

      Dass nicht alles jedem gefallen muss, bleibt unumstritten.

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Heavyocity Grid II

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
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