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Test: IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert, E-Gitarre

Die Axt des Gilbert - Paul Gilbert Signature

11. September 2022

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Kurz vor dem Treffen der Treffen der Gitarrenfangemeinde – dem Guitar Summit in Mannheim – lief hier eine Axt durch, die jeder sofort erkennt. Diese markante unverwechselbare Form ist ein Klassiker. Klar, das Werkzeug der Legende Paul Gilbert erkennt man eben. Der heute 55-jährige US-amerikanische Rockmusiker und Gitarrenvirtuose ist/war zu hören mit Bands wie Mr. Big, Racer X und natürlich seinem Soloprojekt und ist musikalisch immer schnell erkennbar durch seine meisterhaften Lines und den unverkennbaren Sound. Er unterrichtet am G. I. T. (Guitar Institute of Technology am Musicians Institute in L.A.). Dort hatte er Schüler wie beispielsweise Buckethead. Tja, bei Meister:innen wachsen Meister:innen. Wie Gilbert selbst, so ist auch seine Signature-Gitarre aus dem Hause IBANEZ natürlich ein individuelles Unikat mit spannenden Features ohne Schnickschmack, aber leider auch ein paar kleinen Mankos.

Let’s unbox the IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert Signature-Guitar.

FRM300 – PR front

UNBOXING – IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert, E-Gitarre

Im Firmenkarton verpackt kommt die Ibanez FRM 300 PR inklusive recht billigem, aber relativ stabilem Gigbag daher. Diesem ist neben dem Instrument lediglich eine Bedienungsanleitung und ein passender Einstellschlüssel für den Halseinstellstab beigelegt. Kein unnötiger Schnickschnack, aber alles, was man braucht. Vielleicht wäre ein mitgelieferter Koffer schön gewesen für doch 1200,- Euro Anschaffungspreis, vor allem weil die spezielle Form der Signature-Gitarre doch nicht in jeden Standardkoffer passt. Aber so it is. What’s inside this baby …

FRM 300 -. PR rear

SPECS & FACTS – IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert, E-Gitarre

Die in einer 628 mm Mensur ausgeführte Signature-Gitarre kommt ab Werk mit einem Standard D’Addario EXL100 .010er Saitensatz besaitet, in Standard-Tuning, mit einem Okume-Korpus und einem 3-teiligen Hals aus ebenfalls Okume und Ahorn. Durch den guten Klebehalt von Okume-Hölzern ist der Hals selbstverständlich eingeleimt. Das Griffbrett ist aus Ebenholz gefertigt und mit weißen Dot-Inlays versehen zur besseren Orientierung beim Spiel. Ebenfalls auf dem Griffbrett wurden 22 Narrow & Tall Bünde montiert. Die Saiten laufen von einer Gibraltar Performer Bridge mit Quik Change III Tailpiece über den Graph-Tech-Nut zu den hauseigenen IBANEZ Mechaniken auf der recht großen Kopfplatte. Die Mechaniken sind in der Farbe Chrome ausgeführt. Auf dem Korpus sitzt ein zweilagiges Schlagbrett, auf dem ein 5-Wege-Schalter sowie Tone- und Volume-Poti verschraubt sind. Die beiden Potis sind allerdings nicht wie (von der Strat) gewohnt links Volume und rechts Tone verbaut, sondern genau anders herum!

Für den guten Sound sorgen drei DiMarzio Humbucker (!!!). An der Neck- und Bridge-Position wurden je ein DiMarzio® PG-13™ (H) Pickup (Passive/Ceramic) verbaut. In der Mitte sitzt ebenfalls ein DiMarzio® PG-13™ (H) Middle Pickup allerdings in der (Passive/Alnico & Neodymium) Ausführung. 

Der Hals ist am Sattel 43 mm breit und 22 mm dick. Am Ende des Halses (22. Bund) 57 mm breit und 24 mm dick. Der Radius beträgt 305 mm.

Wie liegt das Teil denn in der Hand?

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Ibanez FRM300-PR Paul Gilbert

Ibanez FRM300-PR Paul Gilbert

Kundenbewertung:
(1)

PRAXISTEST 1: Handling – IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert, E-Gitarre

Okume ist ein mäßig leichtes Holz und somit hat auch die FRM 300 – PR ein sehr angenehmes Gewicht. Sie ist kein absolutes Leichtgewicht, aber weit entfernt vom Klotz einer alten Les Paul. Der sportliche Hals schmiegt sich gut an die Hand, ist allerdings, wenn man etwas schwitzt, teilweise leicht „klebrig“. Großartig verarbeitet ist die großzügige Cutaway. Selbst der 22. Bund lässt sich mit dem Ringfinger problemlos, nein sogar extrem komfortabel benden. Das sieht man so echt selten.

An die Form muss man sich etwas gewöhnen, wenn man eher „normale“ Korpusformen gewohnt ist. An sich liegt der Body aber gut in der Hand und man kommt schnell damit klar.

Eher unverständlich und in meinen Augen nervig ist die „verkehrte“ Anbringung von Tone- und Volume-Poti. Klar, auch hieran gewöhnt man sich, aber wer es gewohnt ist, viel mit Volume-Potis zu arbeiten während des Spiels, wird hier doch des Öfteren fluchen. In 9 von 10 Fällen fasst man intuitiv an das falsche Poti. Na ja, dran gewöhnen oder umbauen (haha ^^). Mal sehen, wer gewinnt.

Die Bridge samt Tailpiece sind top verarbeitet, sorgen für gute Stimmstabilität und stören nicht beim Spiel. Insgesamt merkt man, dass die Axt für einen Shred-König gebaut wurde. Sportlichkeit steht hier im Vordergrund.

Noch mal hervorheben muss man das Quik Change III Tailpiece, das ein sehr schnelles und angenehmes Saitenwechseln ermöglicht. Cool, wenn einem mal live einen Saite reißt und keine Ersatzgitarre zur Verfügung steht. Hier wären noch Locking-Mechaniken auf der Kopfplatte großartig gewesen.

PRAXISTEST 2: Sounds – IBANEZ FRM 300 – PR Paul Gilbert, E-Gitarre

Durch die Verbindung von Okumekorpus, Okume/Ahornhals und Ebenholzgriffbrett entsteht ein sehr klarer, straffer Sound, der sich vor allem bei verzerrten Sounds positiv bemerkbar macht. Alle Riffs werden klar abgebildet und sind einfach da! Voll geil … die klaren Bässe und Tiefmitten mit klarem Attack in den Höhen und gutem Sustain durch des Ebenholz machen richtig viel Spaß.

Die drei extra für Paul Gilbert gedrehten Mini-Humbucker übertragen diesen Sound gut auf den Amp und sorgen für eine extra Portion Klarheit.

In den nachfolgenden Klangbeispielen hört man alle Riffs immer fünffach. In jeder Pickup-Position einmal. Beim Test des Tone-Potis wurden die vier Stellungen 1, ca. 4, ca. 6, 10 pro Pickup-Position gewählt. Viel Spaß beim Hören!

Im Cleanen hört man schön die klaren Obertöne des Instruments. Sogar die warme fünfte Position (Halstonabnehmer) perlt schon sehr schön. Die dritte und erste Position haben eine leichte Mittenüberbetonung.

Der Tone-Poti arbeitet in weitem Rahmen, allerdings ist der Bereich nicht gleichmäßig über die 10 Nummerierungen verteilt, sondern liegt deutlich verschoben in den tieferen Bereichen. Hier tut sich schnell sehr viel, während zwischen 6 und 10 nicht mehr so viel passiert. Hier wäre eine gleichmäßigere Verteilung angenehmer zum detaillierten Nutzen des Potis.

Bei Funkgroove profitiert man wieder von der Klarheit der Gitarre. Diese offenbart aber natürlich auch spielerische Unsauberkeiten (die Paul wahrscheinlich nicht kennt, haha^^).

 

Kitzelt man den Amp etwas, so dass Crunch-Sounds entstehen, bleibt erhalten, was man schon im Cleanen wahrgenommen hat: klare und definierte Rhythmsounds. Macht ne Menge Spaß und lässt dabei frequenzmäßig dennoch genug Platz für Bass, ggf. weitere Gitarren oder Keyboards. Gut gelöst.

Bei hohen Gain-Stufen entfaltet die Gitarre ihre volle Pracht. Abgedämpfte Riffs schmatzen schön, bleiben dabei aber immer klar und präzise. So wie man das für Rock und Metal haben möchte. Die Gitarre interagiert gut mit dem (digitalen) Amp und befeuert diesen mit einem klaren Signal, mit dem dieser wiederum gut arbeiten kann. Repetive Bassriffs zwischen Powerchords kommen klar und druchvoll an. Da bleiben keine Wünsche übrig.

Abfahrt… jetzt stell aber mal den Gain auf Anschlag! Shred ’n‘ Roll …

Es gibt kaum Neues zu sagen, aber der Spaßfaktor bleibt in der Höhe. Die Klarheit ist einfach grandios. Klar, man muss sauber spielen und die Dings und Döngse, die so passieren, hört man auch klar und deutlich, aber hey, let’s practise. ..

Man höre sich zum Beispiel die Abschläge in Beispiel 11 Rhythm Lead 2 an. Das perlt ohne Ende.

Alle Klangbeispiele dieses Artikels wurden mit folgender Signalkette aufgenommen:

Ibanez FRM300 – PR -> Universal Audio Apollo Twin X Interface -> Neural DSP SLO – 100 Plug-in (Factory Presets) -> Steinberg Cubase 12 PRO

Es fand keine nachträgliche Bearbeitung durch Plug-ins, EQs oder ähnliches in der DAW statt.

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Fazit

Es gibt kaum Neues zu sagen, aber der Spaßfaktor bleibt in der Höhe. Die Klarheit ist einfach grandios – Kult-Modell eines Kult-Gitarristen und ein rundum gelungenes Modell. Daumen hoch!

Preis

  • 1198,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Slowshowin

    Ich freue mich sehr darüber, daß die DICKE des Halses hier genannt wird. Vielen Dank! Dieser Wert wird leider viel zu oft weggelassen.

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