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Test: iZotope Spire Studio 2nd Generation, Mobiler Recorder

26. Juli 2021

Wireless, Intelligent Multitrack Recording fürs Homestudio

izotope spire recorder 2nd generation test

iZotope Spire Studio 2nd Generation, Mobiler Recorder

Der iZotope Spire Studio 2nd Generation ist wahrlich ein tolles Gerät – was man dem fast 500,- Euro teuren mobilen Recording Studio auf den ersten Blick gar nicht ansieht. Aber glauben Sie mir: Das Spire Studio ist vollgepackt mit jeder Menge Technik und Funktionen, die das „schnell mal aufnehmen“ zu einem Vergnügen machen. Lassen Sie uns mal erkunden, was iZotope, hier in der zweiten Generation, so bietet.

Was ist das iZotope Spire Studio?

Es handelt sich um ein mobiles 8-Spur Recording Studio, das sich drahtlos über Smartphone oder Tablet steuern lässt. Dabei verfügt die kleine schwarze Säule über ein eingebautes Mikrofon mit Kugelcharakteristik und zwei integrierte Preamps, die sogar eine 48V Phantomspeisung mitbringen. Die Anschlüsse sind als XLR/TRS-Kombibuchsen ausgeführt und unterstützen auch ein Eingangssignal von Instrumenten.

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Das Spire Studio bietet zwei Kopfhörereingänge (jeweils 3,5 mm) und ein einfaches Bedienpanel auf der Oberseite: Ganz groß und zentral die Play- und Record-Funktionen und davor die Tasten „New Song“, „Soundcheck“ und „Volume“. Der mehrfarbige LED-Kranz ist berührempfindlich und zeigt abhängig vom Betriebsmodus die Eingangssignalstärke oder die Kopfhörerlautstärke an.

Das Spire Studio der zweiten Generation kann, genauso wie der Vorgänger, 8 Spuren parallel mit 24 Bit/48 kHz aufnehmen. Diese Auflösung ist nicht einstellbar, aber zumindest praxistauglich für ein mobiles Konzept.

Die Rückseite ist mit den beiden Kombibuchsen, einem 48V Schalter, einem Power-Schalter und dem Anschluss für das externe Netzteil ebenso überschaubar. Netzteil? Ja, denn dies lädt die internen Akkus, die laut Hersteller über 8 Stunden Recoding-Time versprechen. Das wäre doppelt so lang wie beim Vorgänger und ist für alle Ansprüche völlig ausreichend.

iZotope_Spire_Studio2nd_back_Cable

Anders als anderen Lösungen bietet das Spire 2 auch eine Menge Rechen-Power, denn die integrierten Effekte wie Hall, Delay, Gitarren- und Bass-Ampsimulationen mit latenzfreiem Monitoring werden in der Hardware berechnet und sind so unabhängig vom Prozessor des Smartphones / Tablets. Dafür ist der interne Speicherplatz im Vergleich zur ersten Generation um das Doppelte auf 16 GB gewachsen.

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Das gesamte Stückchen Hardware ist überaus gut verarbeitet. Der LED-Kranz lässt sich gut und zuverlässig bedienen und das Gehäuse besteht aus Metall (Gewicht immerhin 624 Gramm). Die Buchsen sind stabil und die Rückmeldung durch die LEDs ist sehr gut und intuitiv. Nur das Feedback der fünf Schalter auf der Oberseite könnte etwas „eindeutiger“ sein. Ansonsten: Daumen hoch!

Die technischen Daten des iZotope Spire 2

  • max. Schalldruckpegel: 122 db SPL
  • Eingänge: 2x 6,3 mm XLR/Klinke-Combobuchse
  • schaltbare 48 V Phantomspeisung
  • Kopfhörerausgänge: 2x 3,5 mm Stereoklinke
  • Aufnahmeformat: 24 Bit/48 kHz
  • unterstütze Aufnahmeformate: AIF, MP3, M4A, WAV (nur Stereo), Spire Project
  • bis zu 8 Stunden Aufnahmezeit
  • internes WLAN 802.11 b/g/n, 2,4 GHz
  • Lithium-Ionen-Akku mit bis zu 4 Stunden Laufzeit
  • Abmessungen: 11,07 x 8,74 x 12,29 cm
  • Gewicht: 624 g

Die iZotope Spire Software: Das Herz des Konzepts

Das Herzstück des mobilen Studios ist die Spire App sowie die kostenpflichtige Spire Pro App. Die Verbindung wird über WLAN aufgebaut, was für eine professionelle und schnelle Datenübertragung spricht. Andere Konzepte arbeiten hier gern mit Bluetooth, das aber einige Einschränkungen mit sich bringt.

Der Koppelungsprozess zwischen dem Spire und der App geht schnell und recht problemlos vonstatten. Man sollte nur so viel IT-Wissen mitbringen, dass man auf seinem mobilen Gerät zwischen verschiedenen WLAN Netzen umschaltet. Somit wird nicht nur eine Verbindung zwischen diesen Geräten hergestellt, sondern auch zum Internet und der Cloud, die ein Online-Speichern und Verschieben der Projekte ermöglicht.

iZotope_Spire_Studio2nd_project

Zwischenspiel: Das iZotope Spire Pro Abo Modell

Die Apps sind selbstverständlich für Apple iOS und Android verfügbar. Die Standard App ist kostenfrei und die Pro Variante kann man 3 Monate kostenfrei nutzen. Und wenn man sie mag, dann (Trommelwirbel) ist man mittendrin in einem Abo Modell für 4,99 US Dollar monatlich und wird in eine unendliche Kostenspirale gezogen…. Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Aber anders als in Übersee stehen wir in Good Old Germany dem Abo-Modell eher skeptisch gegenüber. Man konnte sich ja an regelmäßige Telefon- und Video-Abos gewöhnen, aber wegen jeder noch so kleinen Software monatlich „abdrücken“ zu müssen empfinde ich als nervig und bin davon überzeugt, dass hier ein klassischer Kaufpreis besser wäre.

Auf jeden Fall muss man beachten, was man denn für das Abo bekommt. Nach meiner Ansicht macht ein Abonnement nur Sinn, wenn die Software auch regelmäßig verbessert und mit neuen Features ausgestattet wird. Wenn man für den monatlichen Beitrag „nur“ eine statische Software mit Bugfixes bekommt, dann fände ich ein Abo-Modell nicht passend. Hier muss man sehen, wie sich der Hersteller bzw. die Software weiterentwickelt. Grundsätzlich funktionieren die Softwarelösungen von iZotope aber gut: sie sind zuverlässig und haben eine moderne Benutzeroberfläche.

Wenn Sie sich also für die teurere Pro Version entscheiden, dann gibt es die Möglichkeit, Post Production Effekte einzubinden und eine Art „Mastering“ durchzuführen.

iZotope Spire Studio in der Praxis

Das Spire Studio kann sowohl als Standalone Gerät, als auch im Verbund mit der App verwendet werden. Gerade Standalone ist das Ganze wirklich simpel: Einen Soundcheck machen, aufnehmen, prüfen und in die Cloud zur Weiterbearbeitung portieren.

iZotope_Spire_Studio2nd_Edit

Im Soundcheck macht man ein 10-Sekunden-Sample (z.B. Gesang oder Gitarre) und es wird automatisch bestmöglich über die Funktion „Inspire Me“ bearbeitet. Das bedeutet: Die Klangquelle wird erkannt und es werden recht intensiv Effekte hinzugefügt. Das funktioniert auf Basis des Plug-ins Neutron und modifiziert den Klang mit Kompressoren, Effekten und EQ. Dieses Aufpolieren kann aber auch deaktiviert werden.

Nach dem Soundcheck kann man dann noch über die App Effekte hinzufügen, wie Hall, Gesangseffekte oder sogar eine ganze Reihe von Amp-Simulationen für die E-Gitarre. Wie oben schon erwähnt, findet das im Spire direkt statt und belastet den Prozessor des Smartphones oder Tablets gar nicht und ist somit auch latenzfrei: eine coole Sache.

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Der Nachteil: Die vorher eingestellten Änderungen sind dann fix auf der Aufnahme. Somit also lieber vorsichtig einsetzen, wenn das Ganze im Idealfall noch in der DAW nachbearbeitet werden soll. Aber schon hier wird deutlich: Das Spire ist kein fertiges Homestudio, sondern ein „Thinktank“ für musikalische Ideen und als solches funktioniert es ganz wunderbar.

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Zwar sind die eingebauten Preamps von guter Qualität und sogar das eingebaute Mikrofon macht seine Sache ganz ordentlich, aber eine komplette Produktion würde ich damit nicht machen wollen.

Auch die Amp-Simulationen sind OK und machen eine Menge Spaß, selbst wenn sie nur ein wenig an hochwertige Plug-ins herankommen. Das Mixing ist zwar auch in der App möglich, aber hier darf man  keine allzu hohen Ansprüche stellen: In einer Art Matrix kann auf dem Bildschirm des mobilen Gerätes die Position und der Pegel des Instruments eingestellt werden. Ist alles soweit erledigt, dann gibt es mehrere Möglichkeiten, hier weiterzumachen: Entweder als direktes Upload in Soundcloud oder einen anderen Dienst. Optional kann man auch eine ZIP Datei mit allen Einzelspuren per E-Mail versenden oder in der Cloud (z.B. Dropbox) abspeichern.

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Im Batteriebetrieb hat das Gerät bei mir vier Stunden locker durchgehalten und es waren durchaus noch Reserven für eine oder zwei Stunden mehr vorhanden. Die Collababorations-Funktionen habe ich nicht ausprobiert; ich bin mir nicht sicher, ob dies nicht – zumindest in Europa – eine Marketingblase ist. Oder setzt ihr euch in den Park, nehmt ein paar Spuren auf und schickt sie dann über die iZoptope Cloud zu Eurem Kumpel*In, der dann entsprechend weitermacht? Vielleicht ein Szenario, das in der Pandemie denkbar wäre, mir in dieser Form aber nie begegnet ist. Schreibt gern dazu was in die Kommentare!

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Ich habe für diesen Test zwei Soundbeispiele gemacht: Einmal eine Aufnahme einer akustischen Gitarre (Fender Newporter Classic) über ein Sennheiser e865S (Kondensator Mikrofon), welches 48V Phantomspeisung benötigt und dann ein spontanes „Sing-a-long“, aufgenommen über das interne Mikrofon des iZotope Spire Studio. Die Gitarre im ersten Beispiel habe ich dann per Soundcheck automatisch „optimiert“ und dann noch einen Space Effekt darüber gelegt:

Natürlich ist mit dem Spire noch viel Komplexeres möglich, aber die beiden Samples geben einen Hinweis, dass die Hardware und auch das Softwarekonzept durchaus sehr brauchbar ist und viel Raum zur Gestaltung gibt.

Abschließende Worte zum iZotope Spire 2

Das Arbeiten mit dem iZotope Spire Studio in der zweiten Generation macht wirklich Spaß, auch wenn man kein Fan von App basiertem Recording ist. Die App und überhaupt die gesamte Bedienung ist weitestgehend intuitiv und gibt einem einigen Raum für Kreativität. Mal eben mit der Klampfe hinsetzen und Ideen aufnehmen, toll!

Auch als Gadget im Urlaub für die ad hoc Inspiration ist das Spire Studio eine gute Lösung und jedem Audiointerface im Zusammenspiel mit einem Laptop in Sachen Mobilität überlegen. Die ausdauernde Batterie und die gute Hardware bereiten wirklich eine Menge Freude. Auf der anderen Seite darf man aber keine Audiointerface-ähnlichen Anforderungen haben: Ein USB-Powered Interface inklusive DAW bieten natürlich viel mehr Möglichkeiten, aber schon alleine die Kabel, Stative, Mikrofone würden mich dreimal nachdenken lassen, ob ich den ganzen Kram mitschleppen möchte.

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Fazit

Das iZotope Spire Studio macht das, wofür es konzipiert wurde, nahezu perfekt. Die gute Hardware und das durchdachte Bedienkonzept ermöglichen ein schnelles Aufnehmen von Soundideen und bietet dazu noch ein Basis-Set von Effekten und Möglichkeiten. Selbst bessere Mikrofone können über die guten Preamps befeuert werden, und das Abspeichern in der Cloud bietet die ultimative Mobilität. Kurzum: Das iZotope Spire Studio ist auch in der zweiten Generation ein tolles Gerät! Nur über das Abo Modell für die Pro Version sollte man vielleicht noch einmal nachdenken.

Plus

  • Gute Verarbeitung
  • Fokus auf mobilen Einsatz
  • Gute Batterielaufzeit

Minus

  • Abo Modell bei der Pro Version der Software
  • Druckpunkt der Tasten könnte besser sein

Preis

  • 485,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Takinu

    Puuh – stolzer Preis.
    Wer schon ein Iphone hat und ähnliches machen will..
    Ich hab mir die Harley Benton Powerbank geholt und betreibe nun meinen Reface CS plus Scarlett 4i4 via USB lightning Adapter auf nem Iphone XR und Garageband.
    Funktioniert einwandfrei und hat mich, da ich iphone und scarlett 3. gen schon hatte nur knapp 90€ gekostet.

  2. Profilbild
    Frunsik

    Hallo Jörg,
    zunächst vielen Dank fürs Testen. Ich bin aber der der Überzeugung, dass du dir ruhig etwas mehr Mühe hättest geben können. Deine Soundbeispiele sind mal eben so lustlos dahingeklimpert. Meine Erwartungshaltung an den Beitrag wäre:
    1. akustische Aufnahmen mit dem eingebauten Mikrofon von Gitarre, Gesang und Schlagwerkzeug (mit und ohne Pro Version Software bearbeitet). Denn ich möchte vergleichen können, wie gut eine Aufnahme aufbereitet wird.
    2. Nutzung Eingänge mit E-Gitarre und Bass
    3. Arrangieren des Songs

    Am Ende möchte ich ein Ergebnis auf dessen Basis ich eine Kaufentscheidung treffen kann. Was bringt mir die Version mit und ohne Abo. Sorry, aber nach deinem Beitrag ist das nicht möglich.

    Viele Grüße,

    Erik

    • Profilbild
      Enterprising  

      Hallo Erik,
      ich finde, da gehst Du mit Jörg zu hart ins Gericht. Ist doch super, dass hier auf Amazon.de (kostenlos!) neuer und alter Stuff vorgestellt wird. Für einen ersten Eindruck reicht es doch allemal und wenn bei Dir Interesse bestehen sollte gibt es mit Sicherheit im World Wide Web noch andere Quellen. Oder einfach selber Testen. LG Chris

      • Profilbild
        Frunsik

        Guten Abend Jörg & Chris,

        sorry, es war weniger hart gemeint, als es vielleicht ankam.

        Ich mag die Tests auf AMAZONA vor allem deshalb, weil sie sich in Ihrer Tiefgründigkeit vom allgemeinen BlaBla des WWW absetzen.

        Versöhnliche Grüße,

        Erik

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Hallo, ich verstehe Deinen Kommentar. Klar, bei so einem Gerät könnte man massenweise Beispiele und Arrangements machen. Ich habe klargestellt, dass der Spire Studio für mich eher ein Ideenbringer ist, als ein mobiles Studio. Und so hab ich mich mehr mit der Technik und der Software befasst, als Songbeispiele zu erstellen und jede Art von Instrument anzuschließen.
      Ich danke Dir trotzdem für den konstruktiven Input und werde das bei kommenden Berichten im Kopf behalten.
      Viele Grüße, Jörg

      • Profilbild
        ESPenlaub

        Lieber Jörg! Ich finde es grundsätzlich prima das auch „Nicht-Saitenvirtouosen“ files mit der Git aufnehmem. Aber mindestens sollte die Gitarre gestimmt sein. Bin gerade wg Ohrenkrebs in ärztlicher Betreuung 😉

        • Profilbild
          Jörg Hoffmann  RED

          Ich hab auch länger überlegt, ob ich das Beispiel mit reinnehme. Es sollte auch dieses spontane Aufnehmen demonstrieren, also „schnell mal“ eine Idee recorden, bevor sie weg ist. Und da hat man oft keine Zeit fürs Tunen. Ich gelobe Besserung.

  3. Profilbild
    carsten weidenhaupt  

    Dass man mit dem Spire Studio aber nichtmal das Eingangssignal bei der Aufname in Stereo abhören kann…..ts..ts..ts…..also nix für Keyboarder oder Leute mit Stereoeffekten, die diese Effekte auch bei der Aufnahme wahrnehmen möchten. Nach der Aufnahme kann man die Stereospuren natürlich pannen. Aber eben nicht beim Einspielen, da hört man sein Instrument nur Mono. Albern für alle, die auch etwas elektrisch unterwegs sind….oder auch nur ihren Lesli oder ein Stereo-Delay beim Aufnehmen hören wollen….teures Spielzeug für anspruchslose Lagerfeuer-Klampfer, die nicht 2 Minuten ohne Handy können….also für Leute wie mich selbst….

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