Test: JBL PRX425, passiver PA-Lautsprecher; Crown XLS 2002, PA-Endstufe

8. Januar 2016

Passiv ist Trumpf

JBL PRX425 zusammen mit der Crown XLS 2002 PA-Endstufe im Amazona-Test. Passive Lautsprecher sind in den letzten Jahren nicht nur im Studio, sondern auch im Livebetrieb etwas aus der Mode gekommen. Aktive Lautsprecher, also mit integrierter Endstufe, bekommen dagegen vor allem bei kleinen bis mittleren Beschallungen immer mehr Verbreitung. Der traditionsreiche Lautsprecherhersteller JBL, der ebenso wie die Firma Crown zum Harman-Konzern gehört, hat sich diesbezüglich breit aufgestellt. Neben aktiven Lautsprecher-Systemen wie dem PRX700 und dem netzwerkfähigen SRX800, die erst kürzlich von mir getestet wurden, bietet JBL mit der SRX400 Serie auch passive Lautsprecher, die nicht nur genauso hochwertig anmuten, sondern dabei auch erfreulich preiswert sind. Zum Test stand mir neben dem JBL PRX425 Fullrange-Lautsprecher auch die Crown XLS 2002 Class D-Endstufe zur Verfügung. Wie sich das Ganze in der Praxis schlägt und warum es sich lohnen kann, in ein passives Lautsprechersystem zu investieren, wird der Test zeigen.

 

aktiv trifft passiv

Crown XLS 2002 und dahinter die JBL PRX425

 

Passiv vs. aktiv

Lässt man sich vom reinen Wortlaut leiten und glaubt den Beschreibungen vieler Lautsprecherhersteller, dann sind aktive Lautsprecher heutzutage das Maß der Dinge. Doch ist das wirklich so?
Kommen wir erst einmal zu den Vorteilen. Aktive Lautsprecher tragen die Endstufe schon in sich, es muss also nichts weiter mitgeschleppt werden und so heißt es Audio- und Stromkabel ran an die Box und los geht’s. Alle Komponenten sind im besten Fall aufeinander abgestimmt, sodass man sich auf die Beschallung konzentrieren kann. Den ersten Nachteil habe ich hier auch schon genannt, denn jeder aktive Lautsprecher benötigt Strom. Was bei kleinen Beschallungen kaum der Rede Wert ist, kann bei größeren Streckenbeschallungen zur Kabelschlacht werden. Darüber hinaus ist ein aktiver Lautsprecher anfälliger gegenüber äußeren Einflüssen. Ich komme von der Ostseeküste und viele Beschallungen finden hier am Strand oder zumindest in Strandnähe statt. Sand, Salz und hohe Luftfeuchtigkeit, das alles nagt an der Elektronik. Bei einem passiven Sound-System hingegen können die empfindlichen Endstufen zentral und gut geschützt beisammen stehen und nur die passiven Lautsprecher sind der Witterung ausgesetzt. Wenn nun in einer aktiven Box die Endstufe den Geist aufgibt, dann muss man entweder die ganze Box zur Reparatur einschicken oder das Modul ausbauen und ersetzen. Zumindest ist der Lautsprecher so erst einmal nicht zu gebrauchen. Bei einem passiven System tauscht man im Fall der Fälle einfach die Endstufe aus und gut ist. Passive Lautsprecher sind auch leichter als ihre aktiven Kollegen, obwohl das in Zeiten von Class D nicht mehr so ins Gewicht fällt.
Bei großen passiven Systemen kommt allerdings als Nachteil hinzu, dass man sich Gedanken um die Frequenztrennung zwischen Hoch-, Tief- und Mitteltonkomponenten machen muss und zusätzliche Frequenzweichen benötigt. Die Firma Crown hat hier allerdings ihre Hausaufgaben gemacht und zumindest das Problem der zusätzlichen Frequenzweiche umgangen, doch dazu später mehr.

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