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Test: JHS Pedals 3 Series Screamer Overdrive, Effektgeräte

Tube Screamer 2.0 ? - JHS 3 Series Screamer

17. Mai 2022

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Die Tubescreamer TS 808 und TS 9 sind lebende Legenden. Fast alle Gitarrist:innen haben oder hatten ihn mal in der Hand oder auf dem Board. Es ist also nicht verwunderlich, dass so ein echter Klassiker viele „Varianten“ von anderen Herstellern „provoziert“ und er mittlerweile eines der am meisten kopierten Pedale aller Zeiten ist. Es gibt bereits etliche auf dem legendären Schaltkreis basierende Pedale aus den unterschiedlichsten Fabriken verschiedenster Länder. Der aus Kansas City, USA stammende Effektpedal- Hersteller JHS Pedals stellt in seiner neuen 3 Series, die Pedale zu den populärsten Effekten (Overdrive, Distortion, Fuzz, Kompressor, Phaser, Flanger, Chorus, Reverb, Delay) beinhaltet, auch ein TS Style Pedal mit spannenden Features vor und dennoch bleibt das Pedal super simpel. Let’s unbox the JHS Pedals 3 Series Screamer Overdrive Pedal. Als Teil der Series 3 Reihe von JHS ist das Pedal in formidabler Gesellschaft.

JHS Pedals 3 Series Reverb

JHS Pedals 3 Series Reverb

Kundenbewertung:
(16)
JHS Pedals 3 Series Fuzz

JHS Pedals 3 Series Fuzz

Kundenbewertung:
(19)
JHS Pedals 3 Series Hall Reverb

JHS Pedals 3 Series Hall Reverb

Kundenbewertung:
(4)
JHS Pedals 3 Series Flanger

JHS Pedals 3 Series Flanger

UNBOXING – JHS Pedals 3 series Screamer, Effektgerät

Das super spartanisch designte und sehr modern aussehende – ganz in Schwarz-Weiß gehaltene – Pedal kommt im auch unspektakulären Standardkarton daher. Lediglich ein Firmen- sowie Produktnamen-Aufkleber „schmücken“ die braune Pappe der Verpackung. Darauf kommt es aber ja schließlich auch nun wirklich nicht an. Öffnet man den Karton, liegen dem schmucken Pedal eine Garantie-/Registrierkarte sowie eine mehrsprachige (Spanisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Chinesisch, Japanisch) Kurzanleitung bei. Das Handbuch wird auch online als Download zur Verfügung gestellt -> Handbuch. Unspektakulär schick, aber mehr braucht es auch nicht bei einem Overdrive/Boost-Effektgerät. (Notiz: Registriert man das Gerät auf der Website des Herstellers, verlängert sich die Garantie auf vier Jahre.)

What’s inside the JHS Screamer?!? Let’s see …

JHS Pedals Screamer front

SPECS & FACTS – JHS Pedals 3 Series Screamer, Effektgerät

Wie der Name „Screamer“ schon vermuten lässt, wird beim JHS Pedals Screamer klar Bezug zum legendären Tubescreamer TS 808 und/oder TS 9 (Maxon/Ibanez) genommen. Die Oberfläche des Effekts besteht aus einem Kippschalter, drei Potis und einem On/Off-Fußschalter samt rot leuchtender Status-LED. Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt. Kompakt, klein und handlich leicht. Das Pedal misst (L X B x H) 112 x 60 x 31 mm und wiegt etwa 210 g.

Der Fußschalter aktiviert bzw. deaktiviert den Effekt (True-Bypass). Das linke Poti „Volume“ steuert die Lautstärke des Ausgangs des Pedals und hat einen sehr großen Regelweg (cool, damit kann man auch den Amp noch zusätzlich kitzeln). Der mittlere Regler „Tone“ lässt den Nutzer den Gesamthöhenanteil im Sound einstellen. Nach links gedreht wird der Ton dunkler. Dreht man nach rechts, wird der Klang heller. Kennt man so von vielen anderen Pedalen (die man schon zu Hause rumleigen hat!) Das rechte Poti „Drive“ regelt die Intensität des Gains. Auch hier ist der Regelweg wie gewohnt, links weniger, rechts mehr.

Spannend ist nun der Kippaschalter, benannt mit „+/-„. Dieser schaltet intern die Clipping-Varianten des Screamers um. Zur Auswahl stehen in der oberen Stellung „+“  -> unsymmetrisches Clipping („Strong Mod“). Schaltet man nach unten „-„, hört man symmetrisches Clipping (ähnlich dem Standard Tubescreamer TS9/TS808).

Das Pedal hat drei Buchsen. Je eine für Input und Output (ausgeführt als Standard 6,3 mm bzw. 1/4 Zoll TS Klinkenbuchse sowie einen 9 V DC Stromversorgungseingang (2,1 x 5,5 mm Hohlstecker mit Minuspol am Mittelstecker). Dieser zieht etwa 12 mA am Stromstärke. Man darf das Pedal laut Handbuch nicht mit mehr Spannung versorgen (Garantie erlischt).

WICHTIG: Das Pedal unterstützt KEINE Stromversorgung mit einer Batterie!

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Laut Hersteller basiert der Overdrive auf Modifikationen der legendären TS-Schaltung, hat mehr cleanen Headroom, eine bessere Verwendbarkeit als Boost (durch den großen Regelweg des „Volume“-Potis und besitzt vielseitigere Regelmöglichkeiten für „Drive“ und „Tone“ mit einem gefälligeren Frequenzband als die meisten „Standard“ TS808 oder TS9 Style Pedale.

„This may be the most well-balanced Tube Screamer on earth, but that’s for you to decide“ liest man auf der Website von JHS Pedals. Na, das klingt spannend. Let’s have a listen.

JHS Pedals Screamer side

PRAXISTEST 1: Sounds Amp – JHS Pedals 3 Series Screamer, Effektgerät

Vor den cleanen Kanal des Amp gepackt, macht der Screamer einen guten Eindruck. Der Sound ist sehr dynamisch, spricht herrlich auf den Anschlag an und ist äußerst klar. Auch komplexere Voicings werden deutlich dargestellt, bekommen reichlich Biss und matschen nicht.

Was auffällt ist, dass der „+“-Modus etwas lauter ist als der „-„-Modus, demnach bei gleichen Volume- und Gain-Einstellungen mehr Output liefert, aber dabei aber etwas weniger Verzerrung hat und klarer daher kommt als der etwas dreckigere „-„-Modus.

Der große Regelweg im Volume ist super. Hier lassen sich verschiedene „Boost“-Experimente umsetzen. Der Tone-Regler könnte etwas weiter regeln, um noch dumpfere Sounds zuzulassen, erledigt aber seinen Job sehr gut. Alle Potis haben einen angenehmen, weder zu leichten, noch zu schweren Widerstand beim Drehen, um sich wieder „von selbst“ zu verstellen, noch nur mit Zange zu bewegen sind. Hören wir mal rein.

In den Klangbeispielen wurden die Einstellungen von Gain und Tone mangels angezeichneter Skala am Pedal selbst in „Uhrzeiten“ angeben. 7 Gain heißt also: Regler stand auf „7 Uhr“ (links unten = Minimum); 5 Gain heißt also Regler auf 5 Uhr (rechts unten = Maximum). In den Klangbeispielen mit Betitelung „all positions“ hört man nach einander alle Pickup-Positionen der Gitarre in der Reihenfolge Bridge – Bridge+Middle – Middle – Middle+Neck – Neck

Um zu hören, was aus dem Pedal kommt bzw. welche Auswirkungen es auf das Signal hat, wurde jedes Klangbeispiel in jeder Pickup-Position einmal im Bypass-Modus gespielt, bevor dann das Pedal eingeschaltet wurde.

Der „+“-Modus

Das Pedal behält die Direktheit des Sounds und liefert Biss und ein angereichertes Obertonspektrum. Der Screamer ist auch bei maximaler Gain-Einstellung kein High-Gain-Pedal (vergleicht man es mit 80s oder modernem High-Gain à la Bogner, Diezel oder ähnlichem). Die unterschiedlichen Gain-Stufen arbeiten alle sehr dynamisch, sprich reagieren gut auf den Anschlag. Schön zu hören, wie klar auch „let ring“ Arpeggios dargestellt werden.

Der „-“ Modus

Auch der „-„-Modus liefert warme Obertöne und dirty gainy Sounds. Das andere Voicing bereitet jedem Sound-Liebhabenden Freude.

Some more sounds (erst minus, dann plus)

Sicherlich kein Pedal für moderne Player, aber dem modernen Vintage-Freund wird der JHS Screamer sicher eine Menge Freude bereiten. Die Nebengeräusche halten sich trotz Singlecoil Strat und hohen Gain-Einstellungen sehr in Grenzen.

Chords (erst minus, dann plus)

Boosten eines Crunch-Channels

Vor einem angezerrten Amp-Channel arbeitet das Pedal mit dem nötigen Biss für Riffs und bringt den Amp bei Solo-Lines zum Singen.

 

PRAXISTEST 2: Sounds Kemper – JHS Pedals 3 Series Screamer, Effektgerät

Auch die digitale Welt nutzt gerne zusätzlich analoge Pedale. Um diese mit einzubeziehen, folgen nun ein paar Beispiele des Pedals vor einem Kemper Stage mit einem Profile des Brunetti Mercury EL34 50 Watt Heads im Clean-Channel am Breakup-Point samt Bogner 1×12 Cab, Shure SM57 und Neve Preamp (UAD Plug-in). Funktioniert einwandfrei. Das Pedal interagiert auch mit dem digitalen geprofilten Verstärker sehr gut und sehr klar. Auch mit dem Output des Pedals lässt sich gut arbeiten und der digitale Amp „erkennt“ den höheren Eingangspegel und der geprofilte Amp reagiert mit mehr Verzerrung.

 

Man kann dem Hersteller insgesamt auf jeden Fall zustimmen mit der anfangs genannten Aussage: „This may be the most well-balanced Tube Screamer on earth, but that’s for you to decide.“ Ob es DER ausgewogenste Tube Screamer ist, lassen wir mal im Raume stehen, aber ein sehr guter ist es auf jeden Fall. Und der Preis mit knapp 120,- Euro stimmt ja auch.

Alle im Artikel zu hörenden Klangbeispiele wurden in folgender Signalkette erstellt, es gab keine nachträgliche Bearbeitung durch Plug-ins:

Analoges Setup
Fender Perf Stratocaster -> JHS Screamer -> CAA OD100  -> Bogner 1×12 Cab -> SM57  -> UAD Apollo Twin X -> Cubase 12 PRO

Digitales Setup
Fender Perf Stratocaster -> JHS Screamer -> Kemper Stage (mit Brunetti Mercury Profile)  -> UAD Apollo Twin X -> Cubase 12 PRO

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Fazit

Alles in allem bekommt man mit dem JHS Pedals Screamer der neuen „3 Series“ des US-amerikanischen Herstellers einen tollen, modernen Tube Screamer mit interessanten und praktischen Features, einem guten Sound und praxisnahen Möglichkeiten, die keine Wünsche übrig lassen. Die weiten Regelwege der Potis lassen viele Soundeinstellungen und dadurch Einsatzmöglichkeiten offen! Schade, dass – für den Fall der Fälle – kein Batteriebetrieb möglich ist, aber sind wir mal ehrlich, das ist sowieso nur schlecht für die Umwelt und wir nutzen sowieso alle diverse (Multi-) Stromversorgungen. Check this out.

Plus

  • unsymmetrische und symmetrische Clipping-Variante
  • sehr klare Verzerrung
  • weite Regelwege bei Volume/Boost
  • stabil gebaut

Minus

  • kein Batteriebetrieb möglich (aber meistens verwendet man Pedale sowie mit Stromversorgung)

Preis

  • 119,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dubsetter

    danke für den test.

    denke mal, gute alternative für das (die) original (e)…
    und der preis stimmt auch.

  2. Profilbild
    moinho AHU

    Treffend beschrieben, außer dem Pedal und dem Karton braucht man wirklich nix, und letzteren nur, um irgendwann mal ein „He has the box!“-Jingle abzufeuern.

  3. Profilbild
    Digitalia

    War nicht der Witz bei der Geschichte das aus der Box 50 % fx signal und 50 % Originalsignal rausfallen?
    Dann kann man clippen wie man will ohne das es gleich total ausgeflippt klingt.

  4. Profilbild
    Basti80

    Mit dem Compressor aus der gleichen Serie bin ich auf jeden Fall bisher wirklich zufrieden.
    Ich bin ja eher so im Bereich zwischen „Nicht ganz Anfänger aber auch nicht pro“ anzusiedeln und daher auch nicht immer bereit 300€ oder so für Boutique-Geräte auszugeben. Deshalb freue ich mich über günstige Alternativen von Herstellern wie JHS, die ich alleine schon durch ihren YouTube Kanal sehr lieb gewonnen habe. 😃

    • Profilbild
      Freistilrasierer

      Wobei 145 Öre für einen TS-Style-Verzerrer auch nicht gerade ein Pappenstiel sind. Aber zugegeben – im Vergleich zu manch anderen ist das noch ein akzeptabler Kompromiss (bei Origin Effects zahlt man da auch gern mal das Doppelte 🤐).

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