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Test: Kali Audio IN-8 2nd Wave, Nahfeldmonitor

16. August 2021

Preisbrecher mit 3 Wegen!

Kali audio in8 2nd wave test

Kali Audio IN-8 2nd Wave, Nahfeldmonitor

Ich weiß nicht, ob es bereits jedem aufgefallen ist, aber die Produktpolitik im Audiobereich hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Ähnlich wie im Software-Segment, bei dem man mindestens einmal pro Jahr ein Betriebssystem Update größeren Ausmaßes erwartet, hat sich auch der Hardware-Markt des Audiobereichs dieser Erwartungshaltung angepasst und bringt in nahezu dem gleichen Zeitintervall die Versionen MKII – oder wie auch immer man die aktualisierten Versionen nennen möchte – auf den Markt. Das Ziel ist es zumeist, kleinere Fehler zu beheben und auf Kundenwünsche zu reagieren. Der Hauptgrund hingegen liegt darin, in unserer extrem schnelllebigen Zeit im Gespräch zu bleiben und die Marke in regelmäßigen Abständen in Erinnerung zu bringen. Auch der in Kalifornien ansässige Entwickler Kali Audio hat in seiner IN-8 Serie die zweite Modellreihe auf den Markt gebracht und dieser die wohlklingenden Modellbezeichnung Kali Audio IN-8 2nd Wave verpasst.

Kali Audio IN-8 2nd Wave Test

Kali Audio IN-8 2nd Wave Vorderseite

Aufbau und Weiterentwicklung der Kali Audio IN-8 2nd Wave

Bereits die erste Version der Kali Audio IN-8 kam in den Genuss eines großen Interesses im Budget- und Homerecording-Bereich. Der Grund war wohl hauptsächlich in dem dank chinesischer Fertigung günstigen Ladenpreis von knapp 350,- Euro pro Box zu suchen, zumal es sich bei der Wiedergabe um ein 3-Wege-System handelt. Ähnlich konzipierte Systeme setzen häufig oberhalb der 2-Wege Systeme an und verlangen entsprechend nach einem höheren Ladenpreis, von daher erscheint ein 3-Wege-System in diesem Preissegment als ein echtes Schnäppchen. Die Kali Audio IN-8 2nd Wave Version legt eine Preissteigerung von knapp 12 % an den Tag, bietet im Gegenzug allerdings auch ein System-Upgrade, das deutlich über die zuweilen kleinen „Aufmerksamkeits-Updates“ hinaus geht.

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Fangen wir zunächst mit dem optischen Bereich an. Die Abmessungen von 441 x 285 x 254 mm in Kombination mit einem vergleichsweise geringen Gewicht von 10,4 kg bei dieser Systemklasse hat die Box beibehalten, allerdings wurde bei den Lautsprechern die Optik geändert. Waren bei der ersten Version die Membranen der 8 Zoll Tief- und 4 Zoll Mitteltöner in einem Gloss-Finish gehalten, setzt die 2nd Wave Version auf eine klassisch matte, etwas dezentere Optik. Jeder möge für sich selber entscheiden, welches Finish ihm besser gefällt.

Der 1 Zoll Hochtöner wurde erneut aufgrund besserer Phasentreue und Laufzeitenabgleich im Koaxialprinzip auf der gleichen Achse wie der Mitteltöner verbaut und ist von außen nicht sichtbar. Das Gehäuse behält die Kombination aus MDF-, Kunststoff- und Metall-Materialien, ist sauber verarbeitet und gibt keinen Grund zur Kritik.

Kali Audio IN-8 2nd Wave Test

Kali Audio IN-8 2nd Wave Tieftöner

Frontseitig fällt neben dem optisch ansprechenden Konzept vor allem die vergleichsweise große Bassreflexöffnung ins Auge. Ein Blick ins Innere lässt keinerlei Dämpfungsmaterial erkennen, zeigt aber auch die insgesamt sehr saubere Verarbeitung des Produktes. Bei Inbetriebnahme leuchtet eine kleine Status LED blau auf.

In der Elektronik hat Kali Audio an gleich mehreren Stellschrauben gedreht, um der 2nd Wave Version einen Vorteil gegenüber der MKI-Version zu verschaffen. Die Leistung von 140 Watt (60 Watt Tieftöner, 40 Watt Mitteltöner, 40 Watt Hochtöner) ist gleich geblieben, allerdings besitzt die aktualisierte Version mit einem Maximalpegel von 117 dB 3 dB mehr Schalldruck als die auf 114 dB begrenzte erste Version der IN-8. Der Frequenzbereich von 37 – 25.000 Hz (-10 dB), bzw. 45 – 21.000 Hz (+/- 3 dB) ist gleich geblieben. Ebenso hat man den großzügigen Anschlussbereich von XLR (+4 dBu Eingangsempfindlichkeit), TRS (+4 dBu Eingangsempfindlichkeit) und RCA (-10 dBu Eingangsempfindlichkeit) beibehalten, was weiterhin eine maximale Kompatibilität auch mit einfachen Klangerzeugern im Analogbereich ermöglicht.

Eine zusätzliche Weiterentwicklung wurde im Bereich Nebengeräusche vollzogen. Einige Mutzer hatten in der MKI-Version den vergleichsweise hohen Nebengeräuschpegel des Systems moniert, der zwar nicht über Gebühr hoch, jedoch in sehr leisen Regieräumen deutlich hörbar war und so eine gewisse Einschränkung in der Benutzerfreundlichkeit mit sich brachte. Dies wurde nun mit einer neuen Verstärkertechnik behoben, was eine Absenkung der Nebengeräusche um 12 dB ermöglichte.

Kali Audio IN-8 2nd Wave Test

Kali Audio IN-8 2nd Wave Rückseite

Welche Anschlüsse und klangliche Einstellungen bietet der Lautsprecher?

Wie auch bei anderen Kali Audio Produkten, verfügt die Kali Audio IN-8 2nd Wave über eine reichhaltige Auswahl an Presets, die mittels mehrerer DIP-Schalter abgerufen werden können.

Über insgesamt 8 DIP-Schalter lassen sich sehr umfangreiche Raumanpassungen vornehmen, die in kleinen Bildern dem unerfahrenen Einsteiger visuell unter die Arme greifen. DIP-Schalter Nummer 8 aktiviert die RCA-Buchse, die aus Nebengeräuschsgründen im Auslieferungszustand deaktiviert ist. Die umfangreichen Anpassungen ergeben durchaus Sinn, da man gerade im Homerecording-Bereich nur selten über akustisch optimierte Räume verfügt und man nahezu nie entsprechenden Platz zur optimierten Boxenplatzierung zur Verfügung hat. Folgende Presets sind mit den ersten drei DIP-Schaltern aktivierbar:

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  1. Positionierung Lautsprecher auf Boxenständer, Entfernung Lautsprecher mindestens 50 cm Abstand von der nächsten Wand
  2. Positionierung Lautsprecher auf Boxenständer, Entfernung Lautsprecher weniger als 50 cm Abstand von der nächsten Wand
  3. Positionierung Lautsprecher auf Boxenständer, Positionierung Lautsprecher direkt an der Wand
  4. Positionierung Lautsprecher direkt auf der Meter-Bridge
  5. Positionierung Lautsprecher auf dem Schreibtisch mit mindestens 50 cm Abstand von der nächsten Wand
  6. Positionierung Lautsprecher auf dem Schreibtisch mit weniger als 50 cm Abstand von der nächsten Wand
  7. Positionierung Lautsprecher auf dem Schreibtisch direkt an der Wand
  8. Positionierung Lautsprecher liegend auf der Meter-Bridge

Ebenso kann mit den DIP-Schaltern 4 und 5 der Tief- bzw. 6 und 7 der Hochtonbereich bearbeitet werden. Neben einer neutralen Wiedergabe kann man den Bassbereich ab ca. 280 Hz um jeweils 2 dB absenken oder anheben, bzw. den Hochtonbereich ab ca. 2.800 Hz um jeweils 2 dB anheben oder absenken. Welche Frequenzen genau bei welcher DIP-Schaltung und welchem Umfang bearbeitet werden, lässt sich leider nicht den aufgedruckten Piktogrammen auf der Rückseite entnehmen. Ein etwas wackelig laufender Volume-Regler mit o dB Rasterung und eine Kaltgerätebuchse samt On/Off-Schalter, fertig ist die Rückseitenbeschreibung. Ach ja, die Eingangsempfindlichkeit des Systems wurde um 3 dB abgesenkt, um eine bessere Regelbarkeit bei hohen Ausgangspegeln gewährleisten zu können.

Wenngleich die umfangreiche DIP-Schaltung viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, als Boxen mit einem 8 Zoll Tieftöner kommt eigentlich nur ein Stativbetrieb in Frage. Ich für meinen Teil kann mir ehrlich gesagt keinen Monitor dieser Größenordnung auf der Meter Bridge oder auf einem Schreibtisch vorstellen.

Kali Audio IN-8 2nd Wave Test

Kali Audio IN-8 2nd Wave Mittel-Hochtöner

Die Kali Audio IN-8 2nd Wave in der Praxis

Wie immer vergleicht man als Tester die ersten Töne, die aus den Lautsprechern ertönen, mit seiner persönlichen Referenzabhöre, auf die man eingehört ist. Als zweites kommen dann noch andere Lautsprecherpaare zum Einsatz, gerne auch im Low-Budget-Bereich, so dass man eine gute Übersicht von „exzellent“ bis „weniger gut“ hat. Das Ganze wird mit verschiedenen Testtönen, Sprachaufnahmen, Referenzmixen und eigenen Produktionen verglichen.

Auch den ersten Höreindruck hinterlassen die Kali Audio IN-8 2nd Wave einen ihrem Preis angemessenen Eindruck. Die Wiedergabe ist recht neutral, wenngleich der Mittenbereich etwas „hohl“ bzw. „knochig“ daher kommt. Was für den einen einen entsprechenden Ansporn bedeutet und im klassischen NS-10 Style „Was hier gut klingt, klingt überall gut“ eine echte Kampfansage bedeutet, wird dem anderen unter Umständen ein Mangel an Wohlgefühl bedeuten. Der leicht „kehlige“ Grundklang der Kali Audio IN-8 2nd Wave mag ein lineares Klangbild generieren, ist aber vom Höreindruck recht anstrengend.

Kali Audio IN-8 2nd Wave, Nahfeldmonitor

Der Fokus liegt wie bei vielen anderen 3-Wege-Systemen auf dem prägnanteren Mittenbereich, zumal das bekannte Mittenloch, das zuweilen im 2-Wege-Bereich zu vermerken ist, hier nicht auftritt. Im Gegenzug hingegen wird der eine oder andere Hörer von dem entsprechend geänderten Klangbild überrascht sein, das deutlich härter zeichnet, als man es von den meisten anderen Herstellern gewohnt ist.

Interessanterweise besitzt das System für einen 8 Zoll Tieftöner einen recht zurückhaltenden Bassanteil, was eventuell auch an der recht straff eingespannten Membran liegen mag. Bei geringen Abhörlautstärken zeigt der Tieftöner seine Stärken, wird mit zunehmender Lautstärke jedoch vom Tiefmittenanteil überholt. Die Tiefenstaffelung ist gut, die Stereoabbildung zufriedenstellend. Zu erwähnen sei noch, dass die Koaxial Lautsprecherkombination von Mittel und Hochtöner eine sehr punktgenaue Abstrahlung besitzen, es ist also darauf zu achten, dass die Lautsprecher sich zum Beispiel im Ständerbetrieb in genügendem Abstand zum Ohr befinden bzw. leicht gekippt werden, da sonst ein deutlicher Höhenabfall zu vermerken ist.

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Fazit

Mit der Kali Audio IN-8 2nd Wave führt das amerikanische Unternehmen ein 3 Wege System für den schmalen Geldbeutel in seinem Portfolio. Der Klang ist vergleichsweise neutral, die Bearbeitungsmöglichkeiten umfangreich und die Anschlussmöglichkeiten sehr gut. Wer sich mit dem Klangbild des Systems anfreunden kann, bekommt ein preiswertes 3-Wege-System für das ambitionierte Budget-Studio.

Plus

  • Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 399,- Euro (Stückpreis)
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Forum
  1. Profilbild
    Kazimoto  

    Hallo Herr Ritt! Im Vergleich zu EVE Audio wahrscheinlich keine Kaufempfehlung. Selbst hören kann nichts ersetzen aber eine Tendenz?

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Wie sie sich wahrscheinlich schon aufgrund der unterschiedlichen Ladenpreise denken können, spielt Eve Audio klanglich in einer anderen Liga.

  2. Profilbild
    TimW

    Schlecht recherchiert und lieblos getestet…. Die Treiber sind neu, die sind jetzt aus Papier und somit leichter was viel Dynamik bringt… Der Verstärker wurde ebenfalls überarbeitet etc… Ein bisschen mehr Mühe bei einem Test wäre schon angebracht. Die Monitore sind 1A…hier herscht wohl die Angst das günstig zu gut ist…

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Lieber TimW

      schade dass dir der Test als „lieblos“ erscheint und ich mir „etwas mehr Mühe hätte geben sollen“. Deinem Kommentar nach besitzt du die Boxen selber und bist gekränkt, dass ich die Boxen nicht mit einer höheren Wertung versehen habe. Das tut mir leid.

      Was wäre deiner Meinung nach in dem Test noch schriftlich von Nöten gewesen, um den Test mehr „liebevoll“ und mit „mehr Mühe“ zu schreiben?

    • Profilbild
      defrigge  AHU

      @TimW
      Die Treiber mögen neu sein, aber in den Mitten könnten sie ja trotzdem etwas anstrengend beim Hören sein. Dass die Monitore „1A“ seien, ist eine Behauptung, die anderen erst mal nicht weiter hilft. Wie ist denn Deiner Meinung nach ihre Klangcharakteristik im Vergleich zu anderen Nahfeld-Monitoren der unteren und Mittelklasse – und welche kennst Du zum Vergleich aus eigener Erfahrung?
      Ich fand Axel Ritts Test hilfreich für Leute, die mehr über dies günstige Agebot wissen möchten: Monitore, die neu und kaum besprochen auf dem Markt sind, sollte man doch wohl auch günstig nicht blind kaufen. Der Test gibt Testhörern m.E. nützliche Hinweise, worauf man beim Probehören achten könnte – bevor jede/r selbst entscheidet, obe er/sie so abhören will oder nicht.

    • Profilbild
      JensNieco  

      Der Junge hat auch schon sehr Teure Lautsprecher gehört, was soll er auch zu Lautsprecher Schreiben die jetzt klanglich jetzt nicht absolute Granate sind?
      Mir klingen die Kalis generell zu muffelig und stumpf, Focal sind öfters auch etwas zurückhaltend im Hochtonbereich aber es sind Details da die ich bei Kali vermisse. Koaxial hin oder her aber wenn es kaum Vorteile bringt und auch 3 Wege es nicht viel besser macht dann ist es halt nur ein mittelmäßiger bis guter Studiomonitor und eben kein das beste was es in der Preisklasse gibt.
      Glaube bei Thomann hatte ich ihn neulich für 399€ gesehen, also wenn ich sehe was es zu dem Preis gibt würde ich schon sagen lieber Geld sparen oder zu was besserem greifen.

  3. Profilbild
    Niki

    Genau das ist der Punkt.
    Wenn es in der Preisklasse eine andere Liga wäre, dann wäre es mal interessant.
    Aber so…. naja, wer es braucht.
    Evtl was zu Jammen für die jenigen, denen die krk’s 3 Wege zu groß für das Zimmer sind.
    Kann mir nicht vorstellen das jemand nur mit dem Paar einen vernünftigen Mix hinkriegt.

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