Test: Kurzweil Artis, Stagepiano

15. Januar 2014

Artis? Who the hell is Artis?

Kurzweil steht seit vielen Jahren Pate für flexibel einsetzbare Workstations. Von Zeit zu Zeit entwickeln die Herren von Kurzweil jedoch auch Stagepianos, die auf Grund ihrer durchsetzungsfähigen Sounds und der robusten Hardware bei Live-Keyboardern sehr beliebt sind. Mit dem Kurzweil Artis bringen die Amerikaner jetzt ein neues Stagepiano auf den Markt, wir hatten eins der aktuellen Modelle zum Test im Studio.

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Outfit

Die robusten Materialien und die gute Verarbeitung erkennt man sofort, wenn man das Artis aus seiner Verpackung holt. Die rund 21 kg des Stagepianos kommen natürlich nicht von ungefähr. Maßgebliche Faktoren für dieses Gewicht sind das Metallgehäuse und die 88er Hammermechanik-Tastatur. Optisch präsentiert sich das Artis Kurzweil-typisch in einem dunklen Blau, wobei entgegen der PC3-Workstations und der SP-Reihe erstmals eine Aluminiumleiste zwischen Tastatur und der etwas höher liegenden und nach vorne geneigten Bedienoberfläche Platz gefunden hat. Das sieht etwas moderner aus als bei den Brüdern aus eigenem Haus und verleiht dem Artis ein kleines optisches Highlight.

Die Bedienoberfläche ist klar gegliedert. Zentral erstrahlt das rund 11,5 x 3,5 cm große LC-Display. Direkt darunter einige Bedientaster. Links davon befinden sich neun Fader und dazu passende Taster, ganz außen dann vier Drehregler und die Lautstärkeregelung. Am unteren Ende der Tastatur hat Kurzweil die Transpositions-Tasten sowie Modulations- und Pitchbend-Rad untergebracht. Rechts neben dem Display befindet sich ein großes Drehrad und eine Vielzahl von Tastern zur Anwahl der Sounds und zur weiteren Bedienung des Artis.

Display und unten die schicke Aluminiumleiste.

Display und unten die schicke Aluminiumleiste

Alle Bedienelemente sind sehr gut verarbeitet. Alle Taster weisen einen ordentlichen Druckpunkt auf, das Drehrad läuft sauber und sicher seine Runden und die Fader lassen sich mit wenig, aber ausreichend Widerstand hoch und runter ziehen.

Anschlüsse

Rückseitig befinden sich die Anschlüsse des Artis. Ein Stereoausgang (2x 6,3 mm Klinke), ein Stereoeingang (3,5 mm Stereo-Klinke), MIDI Duo In/Out, drei Pedalanschlüsse sowie USB-to-host und to-Device hat das Artis an dieser Stelle zu bieten. Wie es sich für ein echtes Stagepiano gehört, verfügt das neue Kurzweil über ein internes Netzteil, so dass man nur das mitgelieferte Kaltgerätekabel einstecken muss. Auf der Vorderseite befindet sich abschließend noch ein Kopfhöreranschluss.

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Forum
  1. Profilbild
    microbug  

    Schöner Bericht, danke dafür!

    Ergänzend sei gesagt, daß die TP/100-Tastatur auf geringes Gewicht hin entwickelt wurde, was man beim Nord Stage HP, wo diese ebenfalls verbaut wurde, auch merkt. Kurzweil hat hier den Vorteil durch ein zu solides Gehäuse wieder zuninchte gemacht, andererseits wollte man offenbar auch keinen Plastebomber bauen.

    Wer den Soundcharakter der PC3-Modelle kennt, der wird auch den Artis mögen, denn da steckt PC3 plus Sounds aus dem KORE64 und natürlich das neue Piano.

    Der Editor stammt von Soundtower und ist, wie der für die PC3s auch, mit Vorsicht zu genießen.

    • Profilbild
      ukm  

      Ich frage mich schon seit dem Kauf meines Voyagers (und des entsprechenden Editors), warum namhafte Hersteller immer noch auf Soundtower setzen. Habe seit dem keinen mehr gekauft und würde den wohl auch nicht einsetzen, wenn er kostenlos dazu geliefert wird.

  2. Profilbild
    STRomzAeHLEr  

    Hi, Danke erstmal für den Bericht. Insgesamt sieht das für mich nach einem potenten PC3X-Nachfolger mit etwas schickerer Oberfläche und eben dem besonderen Flügelsound aus.

    Ich kann nicht so richtig nachvollziehen, warum man als Minus angibt, dass die Sounds des Stagepianos(!) nur über die externe Software detailliert verändert werden können. Bei anderen Stagepianos ist das in dieser Detailtiefe ÜBERHAUPT NICHT möglich.

    Es ist immer noch ein Stagepiano und Kurzweil hat m. E. gut daran getan, nur die wichtigsten Änderungen direkt am Gerät zugänglich zu machen. Vielleicht kommt die Hallzeit via OS-Update noch dazu ;-)

  3. Profilbild
    vssmnn  AHU

    Für mich,als PC3X Anwender, kein Grund für eine Anschaffung.
    Das neue Piano hätte man auch als Extension für das PC3X herausbringen könne für diejenige, die meinen, sie benötigen mal etwas Abwechslung, Wirklich dringender Handlungsbedarf besteht in diese Richtung nicht, auch in Zukunft.
    Leider betreibt auch Kurzweil mittlerweile die Strategie; Alter wein in neuen Schläuchen“. Das vorhandene (und hervorragende) Soundmaterial der letzten Jahrzehnte!!! benötigt nicht dringend einer Restauration, aber das Bedienkonzept ist nicht mehr ganz up to date, speziell das Display. Kurzweil versucht, aus der Not eine Tugend zu machen, aber ewig geht das nicht so weiter. Bitte, liebe Kurzweil-Leute macht mal wieder eine Revolution, und nicht nur diese x-maligen Aufgüsse vergangener Erfolgsmodelle.

    • Profilbild
      Duplobaustein  

      Vergiss es, die suchen schon seit gut 3 Jahren einen Software Engineer fürs neue Keyboard. Ich denke nicht, dass sie nochmal eine grundlegen neue WS zudammenbringen. Ich glaub nicht mal, dass sie einen K3 zusammenbringen. Schade…

  4. Profilbild
    Duplobaustein  

    Der neue Pianosound ist ein Quantensprung. Insgesamt ist das ein Kurzweil typischer Panzer, sehr schön verarbeitet, hat ein total intuitives UI und eine wirklich großartige Soundauswahl. Super Board!

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