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Test: LD Systems Maui 5 Go 100 W Säulenlautsprecher

2. September 2021

Ein "Stäbchen" mit Akku für alle Fälle?

Test: LD Systems Maui 5 Go 100 W Säulenlautsprecher

Die LD Systems Maui 5 Go 100 W ist ein akkubetriebener Säulenlautsprecher

Zum Test angekündigt war die LD Systems Maui 5 Go 100, ein akkubetriebener Säulenlautsprecher. Der Paketzusteller hatte dieses Mal zwar alle Hände voll zu tragen, allerdings war das recht voluminöse Paket dann doch sehr leicht. Der darin enthaltene Säulenlautsprecher wog mit sämtlichem Zubehör, dem eingebauten Mischerteil und dem dazu gehörigen Akku gerade mal gute 12 kg und das bei einer angegebenen Maximalleistung von 800 Watt.

Wenn bei diesen Eckdaten dann auch noch die akustische Leistung und der Bedienkomfort stimmen, hat Adam Hall einen großen Wurf gelandet, denn ein akkubetriebener Säulenlautsprecher mit diesem Gewicht eignet sich für eine ganze Reihe von Anwendungen, die sonst nur schwer bespielbar wären. Vor allen Dingen, da sich das Maui System außer einem mehrkanaligen Mischpult auch noch den Luxus eines eingebauten Bluetooth-Players erlaubt.

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Test: LD Systems Maui 5 Go 100 W Säulenlautsprecher

Der Säulenlautsprecher kommt auf eine Höhe von 200 cm

Ich werfe da mal Freiluftveranstaltungen allgemein, kleine Waldpartys, die aktuellen Pop-up-Konzerte in den Biergärten, Hochzeiten oder auch Camping in die Ideen-Waagschale. Und das alles für einen sehr freundlichen Preis von derzeit knapp unter 670,- Euro.

Eine bessere Gefahrgutklasse

Gegenüber der „Ur-Maui 5 Go“, die seit 2018 auf dem Markt ist, sind Kleinigkeiten geändert, vor allem ist etwas Gewicht reduziert worden, hauptsächlich durch eine Kapazitätsänderung des Akkus. So werden die Frachtkosten beim Flugtransport gesenkt und die Maui ist beim Versand in einer besseren Gefahrgutklasse. Diese Informationen teilte mir Adam Hall auf Nachfrage mit.

Das Äußere

Die Einzelteile der LD Systems Maui 5 Go 100 W

Maui wird in 4 Teilen geliefert

Der Bass, der den 8“ Woofer, die Mischsektion und die Elektronik beherbergt und gleichzeitig als Fuß dient.

Das unterste Säulenelement, das den Akku enthält.

Ein mechanisches Distanzstück, um das eigentliche „Topteil“ auf Höhe zu bringen. Dieses kann bei niedrigem Aufbau auch weggelassen werden.

Das „Topteil“, in dem 4 Stück 3“-Mittel-Hochton-Lautsprecher übereinander platziert sind.

Maße und Gewichte

Subwoofer

Bestückung: 8″ Woofer, Bassreflexgehäuse, Abmessungen: 305 x 405 x 395 mm

Mid/High-Leiste

Bestückung: 4x 3″ Neodym-Hochtonlautsprecher, Impedanz: 4 Ohm, Abmessungen: 82 x 535 x 105 mm

Distanzstück und Akku haben die gleichen Maße. Somit erreicht die Spitze des LD Systems Maui 5 Go 100 eine Gesamthöhe von 200 cm. Damit ist das Topteil auch bei Veranstaltungen mit stehendem Publikum in der Lage, ausreichend Reichweite zu erzeugen.

Das Gesamtgewicht der kompletten Anlage beläuft sich auf gerade mal 12,3 kg, das ist sehr wenig für ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher System.

Die LD Systems Maui 5 Go 100 gibt es weißer und schwarzer Ausführung

Um auch bei feierlichen Veranstaltungen wie Hochzeiten eine gute Figur zu machen, ist das Maui System in Schwarz oder Weiß erhältlich, zu erkennen in der Typenbezeichnung durch ein „B“ oder ein „W“.

Wer die Anlage ohne Schaden und vor Schmutz geschützt transportieren möchte, braucht natürlich eine Transporthülle. Und damit die gute Gewichtsbilanz nicht zwangsläufig durch schwere Multiplex-Cases gestört wird, gibt es die passenden Hüllen als Sonderzubehör zu kaufen.
Eine Transporthülle ist für den Bass vorgesehen, eine andere für die drei Säulenelemente.

Ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher System aufbauen

LD Systems Maui 5 Go 100 im Grünen

Die Anlage ist schnell aufgebaut. Der Bass wird auf den Boden gestellt und die drei Säulenelemente in der Reihenfolge Akku – Distanzelement – Lautsprecherzeile eingesteckt. Das dauert gerade mal ein paar Sekunden und das System steht. Die kleine Standfläche und die sehr leichten Einzelteile erlauben ohne Weiteres eine relativ einfache mechanische Verbindung ohne zusätzliche Arretierungen, die für ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher System in dieser Größe eine ausreichende Standfestigkeit erlaubt. Dabei verbreitet das runde tropfenförmige Design eine unauffällige Eleganz und gefällt mir sehr gut, speziell, wenn es um gepflegte Veranstaltungen geht.

Bevor ich mich an den Test mache, lade ich zuerst den eingebauten Li-Ion-Akku auf. Dieser hat eine 4-stellige „Kapazitäts-Anzeige“ eingebaut, die auf Knopfdruck den aktuellen Füllstand des Akkus anzeigt. Darunter befindet sich eine weitere LED, die signalisiert, wann der Akku im Lademodus ist.
Eine vollständige Aufladung dauert ca. zwei Stunden. Dann ist der 3.200 mAh starke Akku in der Lage, für relativ lange Zeit die Maui spielbereit zu halten. Diese hängt natürlich von der abgegebenen Leitung ab, Anhaltswerte dazu sind: lautere Musik ca. 4 Stunden Spielzeit, Loungemusik mit moderater Lautstärke bis zu 12 Stunden. Das ist recht gut für ein akkubetriebenes Säulensystem.

Ersatzakku erhältlich

Wenn das System ohne Feststrom im Dauereinsatz ist, empfiehlt es sich, einen Zusatzakku zu erwerben. Dieser kann während des Betriebes direkt getauscht werden, somit hat man eine Unterbrechung von nur wenigen Sekunden. Der Akku ist übrigens mit Qualitäts-Lithium-Ionen-Zellen von LG bestückt. Mit den eingebauten Signal- und Ladeelementen bezahlt man dafür ca. 150,- Euro. Der Akku wird übrigens geladen, sobald die LD Systems Maui 5 Go 100 am Netzstrom angeschlossen ist. Für eine externe Ladung des Akkus bietet der Hersteller auch eine separate Docking-Station an.

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Bedienelemente und Elektronik

Die Eingangssektion der LD Systems Maui 5 Go 100 bietet für viele Standardsituationen eine Anschlussmöglichkeit mit eigenem Pegelregler. Dazu einen Lautstärke-Master und einen Stereo/Mono-Schalter, der dann zum Zug kommt, wenn mit einer zweiten LD Systems Maui 5 Go 100 ein Stereo-System aufgebaut wird. Folgende Eingänge stellt die Maui zur Verfügung:

  • einen kombinierten Mic/Line-Eingang als XLR-Combo-Buchse mit Verriegelung, allerdings ohne 48 V für Kondensatormikrofone
  • einen Klinkeneingang in Hi-Z Ausführung
  • einen Stereo-Line-Eingang, wieder in XLR-Combo-Ausführung, sogar mit Verriegelung
  • einen 3,5 mm Miniklinkenanschluss, MP-3 benannt
  • einen Bluetooth-Eingang mit zugehöriger Pairing-Taste

Der MP-3-Eingang und Bluetooth teilen sich einen Pegelregler, allerdings können beide Quellen parallel laufen. Etwaige Pegelunterschiede müssen dann an den jeweiligen Quellen eingestellt werden. Als Aufnahmeausgang bzw. zur System Erweiterung stellt LD Systems Maui 5 Go 100 einen XLR/m Ausgang zur Verfügung. Dieser gibt natürlich nur ein Monosignal aus.

Eine klangliche Beeinflussung des Summensignals kann mit einem Hochtonregler vorgenommen werden, der dezent den Brillanzbereich auffrischt. Ein weiterer Regler ist für eine individuelle Pegel Anpassung des Basslautsprechers gedacht und greift wirkungsvoll ins Geschehen ein.

LD Systems gibt für sein System einen Frequenzgang von 50-20.000 Hz und eine RMS/Peak-Leistung von 200/800 W an, bei einem erreichbaren Pegel von 120 dB. Diese Werte sollen in guter Qualität durch einen eingebauten Audio-DSP mit Multiband-Limitern und diverse Schutzschaltungen übertragen werden. Das ist für ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher-System recht ambitioniert. Beim Praxistest wird sich zeigen, wie sich die LD Systems Maui 5 Go 100 schlägt.

Wichtig ist natürlich auch das Abstrahlverhalten der Mittel-Hochton-Einheit, das mit horizontal 120° x vertikal 20° angegeben ist. Das lässt darauf schließen, dass horizontal breite Räume gut beschallt werden können und trotzdem durch den kleinen vertikalen Abstrahlwinkel mit erhöhter Reichweite gerechnet werden kann. Zu guter Letzt verfügt die Maui noch über einige LEDs, die einen Überblick über den aktuellen Status und Pegel verschaffen.

Was das Maui-System nicht hat

Der Grundgedanke bei der Maui ist auf allen Ebenen: Mach es leicht.
Leicht beim Gewicht, leicht bei der Bedienung und leicht beim Preis. Deswegen hat die Maui keinen aufwendigen Digitalmixer mit mehreren Effektgeräten, App oder 12 Kanälen eingebaut. Wer das möchte, schaltet sich einfach ein Mischpult seiner Wahl vor die Maui und kann genau das regeln, was er möchte bzw. was das eigene Pult erlaubt.

So schlägt sich das akkubetriebene Säulenlautsprecher System LD Systems Maui 5 Go 100 in der Praxis

Ich gebe zu, dass ich angesichts des günstigen Preises und der Bestückung etwas skeptisch war.
Was macht man als erstes nach dem Einschalten? Richtig: Störgeräusche suchen. Die Suche verlief erfreulich ergebnislos, die Maui ist angenehm ruhig. Als nächstes einige Einspielungen bei mittlerer Lautstärke über den rückseitigen Eingang. Sprache, Pop, Rock, Klassik und Naturinstrumente.

Zusammen mit dem Sub-Level Regler und dem Hochtonregler lässt sich immer sehr leicht ein homogenes Klangbild mit runden Bässen einstellen. Tendenziell hat das Maui System einen schlanken Charakter in den unteren Mitten und einen ausgewogenen Mittenbereich ohne grelle Mitten. Dazu kommt ein eher unaufdringlicher Hochtonbereich, der dem Maui System zu einem insgesamt harmonischen Gesamtcharakter verhilft. Insgesamt ein angenehmer „Alltagssound“.
Das horizontale Abstrahlverhalten ist wie erwartet sehr breit, die Reichweite für den anvisierten Anwendungszweck absolut ok, wobei bei einer Zeilenlänge von etwas über 40 cm natürlich keine großartigen Line-Array-Effekte zu erwarten sind.

Was den Combo-Eingang für das Mikrofon angeht, muss man schon weit aufdrehen, um beispielsweise mit einem SM58 genug Lautstärke zu bekommen. Hier wäre etwas mehr Vorverstärkung nicht schlecht. Zusätzlich hat der Mikrofoneingang ein fest eingestelltes Hochpassfilter eingebaut, das dafür sorgt, dass störende Geräusche unter 100 Hz ausgefiltert werden. Man kann hier unterschiedlicher Meinung sein. Im Sinne einer einfachen Handhabung und klarer Sprachverständlichkeit finde ich das ok. Der Hi-Z-Eingang und der der MP-3 sind unproblematisch in Betrieb zu nehmen.

Wichtig für viele Anwender ist sicherlich der Bluetooth-Player. Hier ist ein 4.xxx-Modul verbaut, das anstandslos über den Pairing-Taster mit meinem Android Handy Kontakt aufnimmt und auch ansonsten erwartungsgemäß problemlos funktioniert.

Die Trennung R/L über den dafür vorgesehenen XLR-Ausgang ist ebenfalls problemlos möglich. Im Bedarfsfall kann hier auch eine Aufnahme oder Weiterleitung des Signals für andere Zwecke realisiert werden.

Was passiert, wenn ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher System wie Maui laut wird?

Es ist erstaunlich, welche Lautstärke ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher-System dieser Klasse erzeugt. Klar ist, dass ein solches System in Grenzsituationen nur dann betriebssicher und gut klingend bleibt, wenn alle Großsignal-Parameter gut überwacht und geregelt werden. Das macht der eingebaute LD LECC DSP mit Limiter-, Equalizer-, Kompressor- und Frequenzweichen-Funktionen recht gut. Das Klangbild bleibt auch bei Maximalpegeln erfreulich konsistent und wird zuverlässig im sicheren Bereich begrenzt. Die LD Systems Maui 5 Go 100 kommt über die 110 dB Grenze, ohne dass der Sound zerfällt.

Der Check mit externem Processing

Um die klanglichen Grenzen des Systems auszuloten, habe ich der Maui am Line-Input ein Digitalmischpult mit vernünftigem EQ und Effektmöglichkeiten vorgeschaltet, das auch mit einer USB-C Power Delivery Powerbank arbeiten kann, nämlich das Behringer Flow-8. Das Maui System reagiert hier gut auf die Klangregelung und ließ sich leicht auf meinen persönlichen Geschmack einstellen.

So bleibt man grundsätzlich ohne 230 V Feststrom am Start

Zusätzlich zu den üblichen Anwendungen für kleine Säulensysteme kommen hier noch die Vorteile der kabellosen Stromversorgung hinzu. Da mittlerweile viele Instrumente, Zuspieler oder auch Funkmikrofone mit Akku- oder Batteriebetrieb erhältlich sind, steht einer Nutzung ohne 230 V Feststrom nichts im Weg. Sollten doch noch vereinzelte Geräte 230 V brauchen, gibt es akkugepufferte Spannungswandler, die neben verschiedenen anderen Niederspannungen auch einen  230 V Sinus-Wechselstrom erzeugen, beispielsweise von der Firma Jackery.

Für wen kommt ein akkubetriebenes Säulensystem wie LD Systems Maui 5 Go in Frage?

Grundsätzlich ist die LD Systems Maui 5 Go 100 ein akkubetriebenes Säulenlautsprecher-System, mit dem man ohne akustische Vorkenntnisse alle möglichen Einsatzfälle gut und mit vernünftigem Sound lösen kann.

Anwendungen können sein: Musiker mit akustischer Besetzung bei den typischen Biergartenkonzerten oder Clubbühnen, Straßenmusiker (mit oder ohne Playback); Monitoranlage; Konferenzen in Hotels oder Unternehmen; mobile Hochzeits-DJs; Speaker und Presenter, auch im Promotion Bereich; PA Vermieter; kleine Theater und vieles mehr.

Das System kann (beispielsweise mit einem kleinen self-powered Funksystem) jederzeit als Delay-Line oder Zusatzlautsprecher für Nebenräume eingesetzt werden.

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Fazit

LD Systems Maui 5 Go 100 ist ein empfehlenswertes Basissystem, vergleichbar mit einem Schweizer Offiziersmesser in der kleinen Ausführung. Das System eignet sich grundsätzlich für jeden, der in verschiedenen Umgebungen einfaches Spiel mit den üblichen Soundquellen haben möchte und dabei ein Publikum bis ca. 100 Personen mit anständigem Sound versorgen möchte. Dass die LD Systems Maui 5 Go 100 mit ihrer 8“ Bass Bestückung gut klingt, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine „fette“ Rockbassdrum in Live-Lautstärke natürlich nicht drin ist. Insgesamt bin ich mit dem System für die avisierten Anwendungen sehr zufrieden, da führt der „unempfindliche“ Mikrofoneingang bei der Bewertung zu keinem Punkteabzug.

 

Plus

  • guter Klang und Leistungsreserven
  • einfache Bedienung, auch ohne Vorkenntnisse
  • kleines, vierkanaliges Mischpult eingebaut
  • Bluetooth
  • geringes Gewicht von nur 12 kg
  • anständige Akkulaufzeit
  • Zubehör erhältlich
  • günstiger Preis für die gebotene Leistung

Preis

  • 666,- Euro
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