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Test: Mapex Tornado Studio Set, Zildjian Planet Z, Schlagzeug

27. November 2020

Mapex Tornado - Wirbelwind oder leichtes Lüftchen?

mapex studio set schlagzeug test

Mapex Tornado Studio Set, Zildjian Planet Z, Schlagzeug

„Tornado by Mapex“ – so ist das Mapex Tornado Studio Set auf deren deutscher Website gelistet. Ist das gar kein „richtiges“ Mapex? Auf der internationalen Seite sucht man die Serie nämlich vergeblich. Hat man hier auf ein halbherziges Billigprodukt einfach nur einen Markennamen geklebt oder wirbelt der Tornado die Einsteigerklasse durcheinander? Das wollten wir herausfinden.

Mapex Tornado Studio Set im Überblick

Unser Testset – das Mapex Tornado Studio Set – hat ein ansehnliches, dunkelrotes Red Sparkle Folienfinish spendiert bekommen. Außerdem gibt es das hier getestete Bundle mit einem Zildjian Planet Z Beckensatz auch in Schwarz und Dunkelblau.

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Die Tornado Sets gibt es in drei Konfigurationen: Standard, Studio und Junior. Das Standard-Set besitzt eine 22×16 Bassdrum, 10×7, 12×8 und 16×14 Toms, das Studio Set kommt mit 20×16 Bassdrum und 10×8, 12×9 und 14×14 Toms und das kleine Junior Set mit einer 18×16 Bassdrum und ebenfalls Toms in 10×7, 12×8 und 14×14. Alle Sets bieten eine 14×05 Snare und den gleichen Hardware-Satz, bestehend aus HiHat, Fußmaschine, Snare-Ständer, Hocker und zwei Beckenständern, davon einer mit ausziehbarem Galgen.

mapex tornado studio set test

Warum man dem Studio Set um 1 Zoll tiefere 10er + 12er Toms verpasst hat als dem Standard und Junior Set, leuchtet mir nicht ganz ein. Ich hätte mich auch beim Studio Set über flache 10×7 und 12×8 Toms gefreut, weil man die einfach noch tiefer positionieren kann. Nichtsdestotrotz hat Mapex mit diesen drei Konfigurationen auch die verschiedenen Altersstufen und Körpergrößen möglicher Schlagzeuganfänger gut abgedeckt.

Das komplette Set zum Loslegen – ein paar Stöcke sind sogar auch dabei – kostet knapp unter 500,- Euro. Dafür bekommt man normalerweise eine gute Snaredrum. Ohne Ständer. Und hier soll das für ein ganzes Schlagzeug reichen? Kann das was werden?

Gute Kessel, schicke Farbe, stabile Hardware und Marken-Becken

Qualitätskontrolle

Beim Auspacken und Zusammenbauen von Sets bekommt man direkt ein ganz gutes Gefühl dafür, wie die Qualität der Holz- und Metallverarbeitung ist. Bei den Kesseln gibt es nichts zu meckern. Diese sind laut Mapex Website aus Pappel gefertigt, bestehen aus neun Lagen und sind – egal ob Kick, Snare oder Toms – 7,2 mm stark. Die Verleimung der einzelnen Lagen sieht sauber aus, auch die inneren Lagen sind sauber verarbeitet, genauso wie die 45 Grad abgeschrägten Kesselgratungen, die eine plane Auflagefläche für die Felle bieten.

Das dunkelrote Sparkle-Finish unseres Testsets – eine Folie natürlich – ist sauber auf den Kesseln aufgebracht und sieht für diese Preisklasse schick aus.

Bei den Hardware-Teilen an den Trommeln gibt es Licht und Schatten. Die Verchromung an Böckchen und Spannreifen ist zum Teil nicht ganz optimal und die Oberseite der Spannreifen ist nicht gerade topfeben und etwas scharfkantig. Damit muss man bei einem Einsteiger-Set aber nun mal leben. Dafür laufen die Spannschrauben überraschend sauber und leicht in den gefederten Gewinden und die Tom-Halterung ist sehr stabil und flexibel.

Mapex Tornado 04

Die Abhebung der Snaredrum ist von einfachster Bauart, die Spannung des Teppichs lässt sich über eine Schraube aus Kunststoff verstellen. Diese ist noch einigermaßen leichtgängig zu bedienen und die Abhebung selbst funktioniert im Testbetrieb ohne zu haken oder zu klemmen. Das ist besser, als ich es schon bei einigen anderen Sets dieser Preisklasse erleben musste.

Leider hat man der Snare kein Snare-Bed spendiert, das macht die Snare-Ansprache etwas undefiniert, egal wie man die Spannung des Teppichs reguliert. Die Qualität des Snare-Teppichs ist natürlich auch nicht der Brüller, aber zumindest ist er ordentlich verarbeitet und in sich nicht verzogen oder schief gelötet.

Auch der mitgelieferte Hardware-Satz ist seiner Aufgabe gewachsen. Alle Ständer haben doppelstrebige Beine, stehen stabil und wackeln nicht. Kleinere Mängel finden sich auch hier eher im Detail. Der Kunststoffschutz auf den Beckenständern, der dafür sorgt, dass die Becken nicht mit Metall in Berührung kommen, ist weich und dünn. Der hält nicht lange durch und sollte schnell gewechselt werden.

Die Becken werden außerdem mittels einer altertümlichen Flügelmutter auf dem Ständer befestigt. Dreht man die Schraube einigermaßen fest, sodass sie sich nicht ständig lockert, hat man damit leider auch das Becken schraubstockgleich fixiert. Das ist nicht gut und verringert die Lebensdauer, besonders von Crash-Becken, enorm.

Collage Mapex Tornado 2

Suboptimal: HiHat Clutch // Höhenverstellung Hocker // Schrauben Beckenhalter

Ein weiteres nerviges Detail findet man an der HiHat-Clutch. Dort wird das Becken von unten mit nur einer Mutter befestigt. Leute – was soll das? Diese Mutter kann man so festdrehen, wie man will. Sie lockert sich immer wieder. An eine Clutch gehören 2, in Worten ZWEI, Muttern, die man gegeneinander kontern kann. Dann hält das auch und sooo teuer kann das ja auch nicht sein.

Die HiHat hat keine verstellbare Federspannung, um sie unterschiedlich schweren Top-Becken anzupassen, fühlt sich aber beim Spielen gut an. Genauso wie die Fußmaschine. Sie ist zwar einfach konstruiert, hat keine Bodenplatte und ist etwas klapprig, aber das Spielgefühl ist auch hier in Ordnung.

Der Snare-Ständer ist wie alle Ständer doppelstrebig ausgeführt, hält die Snaredrum sicher und wackelt nicht. Die Schrägstellung funktioniert über einen relativ groben Zahnkranz, das limitiert zwar die Einstellmöglichkeiten aber das reicht auch erstmal.

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Beim Hocker bekommt man noch mal kurz vor Augen geführt, dass es sich um ein Einsteiger-Set handelt. Die Höhenverstellung funktioniert über einen Raster mit Löchern im inneren Rohr, durch die dann eine Schraube geführt wird. Tipp: einmal die Höhe einstellen und nie wieder anrühren. Das Sitzoberteil ist relativ weich gepolstert. Für meine 90 kg ist das natürlich nichts, aber Schlagzeuganfänger sind ja meistens etwas leichter. Immerhin hat der Sitz mich mehrere Stunden klaglos ausgehalten. Die Stabilität ist also in Ordnung

Mapex Tornado_13

Eins ist natürlich klar: Für diesen Kurs bekommt man keine roadtaugliche Hardware. Die Ständer haben alle einfache Schrauben zur Höhenverstellung oder Fixierung, da ist häufiges Auf- und Abbauen oder Verstellen einfach nicht vorgesehen. Aber die Ständer sind stabil, machen, was sie sollen und halten bestimmt die ersten paar Jahre durch.

Das tun die Felle mit Sicherheit nicht. Diese kommen von REMO und sind die in dieser Liga üblichen Made in China Versionen. Auf der Snare finden wir einen Coated Ambassador-Klon, klare „Ambassador“ auf den Toms und ein klares „Powerstroke“ auf der Bassdrum. Die Felle sind ok und das Set klingt damit schon recht gut.

Sound

Mit den aufgezogenen Fellen und leichter Dämpfung (kleine Gaffa-Röllchen auf den Toms, kleine Decke von außen an das Fronfell der Bassdrum gelegt), bei mittlerer bis tiefer Stimmung klingt das Set ganz gut. Die 20er Bassdrum hat durchaus Wumms und klingt erwachsen, die Toms haben einen sauberen Ton und genug Druck. Diese Stimmung passt meiner Meinung nach am besten zu den Trommeln. Bei der Snaredrum tut sich in tieferen Stimmlagen nichts hörenswerten, da klingt die Trommel schlapp, undefiniert und irgendwie blechern. Bei höheren Stimmungen – wie im Soundcheck – wird’s besser. Wirklich überzeugen kann die Trommel aber nicht, doch auch hier gilt: Für Anfänger ist es ok.

Mapex Tornado 10

Bei den Becken darf man in dieser Preisklasse nicht zu viel erwarten. Die Zildjian Planet Z Becken sind aus einer Messinglegierung hergestellt. Die 14 HiHat hat mir noch am besten gefallen, sie klingt besser, als ihr Preis (Einzelpreis 87,-Euro!) befürchten lässt. Das 20er Ride klingt sauber und „pingy“ mit wenig Obertönen und hat einen definierten Bell-Sound. Das Crash klingt ziemlich matt, hat wenig  Sustain und ist das schwächste Becken im Set.

Wie immer habe ich für den Soundcheck folgendes Equipment benutzt: MacBook Pro, Presonus Interface, StudioOne. Mikros: 2x AKG C214 (Overhead), Audix D6 (Bassdrum). Effekte wurden nicht benutzt. Den Soundcheck gibt es sowohl im Video als auch zum Hören als Audio-File.

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Fazit

Das Mapex Tornado Studio Set gehört zu den besseren Angeboten im Preisbereich unter 500 Euro. Die Verarbeitung der Pappel-Kessel und der wichtigsten Hardware-Teile – Stimmschrauben und Gewinde, Tomhalter, Fußmaschine, HiHat –  sind gut. Im Detail muss man natürlich Abstriche machen. Die HiHat-Clutch, die Befestigungsschrauben an den Beckenständern, die Sitzhöhenverstellung,  die Verchromung der Böckchen – da wurde gespart, aber irgendwo muss der Preis ja herkommen.

Die Snaredrum fällt beim Sound merklich gegenüber Toms und Bassdrum ab und die Becken sind auch nur für Anfänger dauerhaft zu ertragen. Aber alles in allem bekommen Anfänger hier ein komplettes Start-Paket, mit dem man die ersten Jahre gut klarkommt.

Plus

  • Verarbeitung Kessel
  • ausreichend stabile und funktionale Hardware
  • Sound Toms und Bassdrum

Minus

  • Detailmängel bei der Hardware
  • Sound Snaredrum
  • Sound Becken

Preis

  • 488,- Euro
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