Test: Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo, Gitarrenverstärker

3. Juni 2014

Niedrig Watt Rectifier

Hello from the Home of Tone! Hiermit werde ich begrüßt, nachdem ich die Bedienungsanleitung des Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo öffne. Wer kennt sie nicht, die Edel-Amp Schmiede aus Petaluma, Kalifornien? Seit 1980 residieren sie sechzig Kilometer nördlich von San Francisco. In der von Goldgräbern gegründeten Kleinstadt ist neben der Hühnerzucht nicht viel los, also gibt es genug Ruhe und Muße, Röhrenverstärker zu verdrahten.

Nach dem Twenty-Five-Topteil ließ der Combo nun natürlich nicht lange auf sich warten. Rectifier, welch merkwürdiger Name, dennoch ist er den Meisten im Genre bekannt und man bringt ihn sofort mit den Boogie-Amps in Verbindung. Dabei bedeutet Rectifier eigentlich nichts anderes als Gleichrichter. Mesa/Boogie definierte mit dieser Serie nicht mehr als die Möglichkeit, zwischen einer Diodengleichrichtung und einer Röhrengleichrichtung umzuschalten. Die Röhrengleichrichtung besitzt einen eher weicheren Sound, die Diodenvariante eher einen härteren. Der Sound dieser Verstärker spricht viel mehr für sich selbst.

Wie so viele folgt auch Mesa/Boogie dem Trend, mit Niedrigwatt-Verstärkern den Markt zu bereichern. Und so befassen wir uns im heutigen Amazona Test genauer mit dem Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo.

Mesa/Boogie Recto-Verb Front

— Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo —

Lieferumfang und Konstruktion

Ausgeliefert wird der Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo inklusive einer Schutzhülle und einem Einfach-Fußschalter zur Kanalumschaltung, plus dem dazu gehörigen Kabel. Der hinten halb geöffnete Amp bietet im Innenraum noch eine kleine Tasche für den Fußschalter. Solche kleinen, aber nützlichen Features findet man nicht alle Tage, auch eher selten bei vergleichbaren Produkten.

Die Maße des Combos befinden sich eher im mittleren Bereich: mit 43 x 48 x 28 cm und einem Gewicht von 18,6 kg ist er zwar kein Leichtgewicht, aber noch gut zu transportieren.

Close Up Front

— Close Up Front —

Hierbei hilft der stabile, aus Leder gefertigte Top-Griff. Mit Vinyl überzogen, hinterlässt der Mesa/Boogie Recto-Verb Twenty-Five Combo einen traditionellen Eindruck, die Eckenschoner sind aus dickem Leder und stabil vernietet. Vier große Gummifüße lassen ihn gut dastehen.

Der erste Eindruck ist wie erwartet sehr positiv, es gibt keine Verarbeitungsmängel und das Ganze hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. So soll es auch sein bei einem handgemachten Produkt, auch wenn Einzelteile des Amps sicher auch industriell gefertigt werden.

Der Vollröhren-Verstärker wird angefeuert von zwei EL-84 Endstufenröhren und sechs 12AX7 Glaskolben für die Vorstufe. Wie üblich bei Mesa/Boogie, gibt es einen fest eingestellten Bias, was einen Röhrenwechsel einfach macht, weil er nicht von einem Fachmann vorgenommen werden muss. Im Gegenzug muss man aber die originalen Mesa/Boogie Röhren verwenden. Dieser Umstand schränkt natürlich etwas ein, doch in der Regel wählt man ja einen Gitarrenverstärker nach dem produzierten Sound aus und will genau diesen auch meistens so erhalten.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Mir gefällt der Sound des Amps richtig gut. Klanglich noch etwas flexiber mit tollen Switching-Möglichkeiten ist der preislich gleich gelagerte Engl Retro Combo. Von 50er bis 80er Metal ist damit auch alles drin. Schwergewichtig sind sie auch beide. Ich hätte mich nur schwer entscheiden können, wären beide zum Testen im Laden gewesen. So ist es der Engl Retro Combo geworden.

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