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Test: Mytek Stereo192 DSD DAC, Digital-Analog-Wandler

5. März 2018

Musikalische Meisterklasse

myktek digital stereo 192

Der Mytek Digital Stereo 192 DSD DAC ist ein 192 kHz, 32 Bit-Mastering-DAC für Windows, MacOS oder nutzbar als Standalone-Gerät, der DSD verarbeiten kann und dabei noch eine Menge digitaler Schnittstellen bedient. Das Gerät ist zwar schon seit 2012 auf dem Markt, doch im Zuge der Besprechung von aktuellen High End-DACs bei Amazona.de kam die Frage auf, wie gut sich „High End“ wohl im Verlauf der Jahre schlägt oder verändert, mal abgesehen von der 1.000-Euro-Marke. Zeit also, einmal zurückzublicken und zu staunen, denn die Antwort lautet: extrem gut. Doch leider gibt es auch ein paar Haken für MacOS Benutzer. Was euch genau mit dem Stereo192 DSD DAC erwartet, könnt ihr im Test lesen.

Der Mytek Digital Stereo 192 DSD ist ausschließlich ein Digital-Analog-Wandler zum Abhören und Mastern und es gibt es ihn in drei Varianten. Eine silberne Preamp-Version ohne Pegelanzeige, eine schwarze Preamp-Version mit Pegelanzeige sowie eine schwarze DSD-Mastering-Version, die anstelle des analogen Preamps einen DSD Ein- und Ausgang und ebenfalls eine Pegelanzeige besitzt.

Mytek-Stereo192-DSD-Silver Preamp

Jetzt sollte man nicht meinen, mit der Preamp-Version doch noch einen vollwertigen AD/DA-Wandler zu bekommen, denn dem ist keineswegs so. Der analoge Preamp-Eingang ist nur zum Durchschleifen eines analogen Signals zu den analogen Ausgängen des Mytek gedacht, wohl hauptsächlich für Vinylliebhaber, die einen hochwertigen Verstärker suchen.

Mytek Digital Stereo 192 DSD Preamp Rückseite

Nicht von ungefähr bietet der Nachfolger des Stereo 192-DSD, der Brooklyn DAC, inzwischen einen integrierten Phono-Preamp. Dieser schafft also Abhilfe bei der Qual der Wahl ob Preamp- oder DSD-Version – für den doppelten Preis. Bis auf den Lautstärkemeter und die zwei Schnittstellen-Versionen sind er mit dem Mytek Digital Stereo 192 DSD bis hinunter zur Firmware identisch. Getestet wurde die DSD-Mastering Version.

Mytek-Stereo192-DSD-Mastering Version

Geschichte

Die 1992 gegründete Firma Mytek ist das Kind des gebürtigen Polen Michal Jurewicz, der 1989 nach New York auswanderte und sich wie andere Größen der Audiobranche, nunmehr seit fast 30 Jahren mit der Wandlung von Audiosignalen beschäftigt. Unter anderem arbeitete er zusammen mit Sony am SACD/DSD-Format und Sony benutzte lange Zeit auch den 192-DSD auf Präsentationsveranstaltungen ihrer DSD-Technologie, war er doch auch der erste Standalone-DAC, der DSD-fähig war. Der 192-DSD war seit seiner Einführung mit einem Verkaufspreis von 1.695,- USD ein Verkaufsschlager und hat seitdem mehr als eine Auszeichnung erhalten.

Auspacken

Der Mytek Digital Stereo 192 DSD kommt in einem kompakten 22 x 22 x 4 cm Format und ist mit 2,7 kg einer der schwereren Vertreter seiner Art, wobei das Hauptgewicht von dem Ringkerntrafo und dem internen internationalen gestimmten Netzteil kommt. Die Verarbeitung strahlt Wertigkeit und Unverwüstlichkeit auf jeder Ebene aus. Nur das Druckpoti kann da nicht ganz mithalten, denn es hat für meinen Geschmack etwas zuviel Spiel, um nicht zu sagen – es wackelt. Aber dafür ist auch eine Fernbedienung beigelegt. Wahlweise kann auch die kleine weiße Apple-Remote oder eine beliebige programmierbare Fernbedienung benutzt werden. Die Codes dafür finden sich im PDF-Handbuch. Intern werkelt ein 32 Bit ESS Sabre 9016 DAC.

Mytek Stereo192-DSD – Inhalt: Fernbedienung, Kaltgerätekabel, USB-Kabel

Die Pegelanzeige des Mytek Digital Stereo 192 DSD ist zwar nicht üppig ausgestattet, aber technisch exakt geeicht, was somit zumindest eine rudimentäre Lautstärkekontrolle ermöglicht.

Mytek-Stereo192-DSD – Platine

Schnittstellen und Kompatibilität

Was der kleine 192-DSD an Schnittstellen zu bieten hat, kann sich sehen lassen. Neben den symmetrischen XLR-Ausgängen gibt es unsymmetrische Cinch-Ausgänge, gefolgt von den analogen Preamp-Eingängen oder der DSD-Schnittstelle. An digitalen Eingängen kommen der AES/EBU, ein optischer ADAT/Tos-Link und ein elektrischer S/PDIF zum Einsatz. Für die digitalen Audioeingänge gibt es im übrigen im übrigen auch die Option, das Signal auf eine andere Samplerate up- oder downzusampeln.

An Computerschnittstellen gibt es separate USB1-, USB2- und Firewire 400-Ports. Während bei USB1 und ADAT bei 96 kHz Schluss ist, schaffen die restlichen Eingänge bis 192 kHz Samplingrate.

Auch eine Wordclock-Ein- und Ausgabe ist vorhanden. Die Verwendung der geläufigen JetPLL von TC Electronics zur internen Eliminierung von Jitter lässt 2018 zwar nicht mehr aufhorchen, aber in Anbetracht des Entstehungszeitraums ist das ok. Da ist die neue Femtoclock-Wordclock im Nachfolger, dem Brooklyn DAC, sicher ein guter Schritt nach vorne.

Bei MacOS gibt es aber Komplikationen, denn der Treiber-Support für das 192-DSD wurde 2016 eingestellt. Der USB1-Anschluss ist zwar klassenkompatibel und bedarf auf MacOS keine weiteren Treiber. Doch geht dieser nur bis 96 kHz und DSD ist auch nicht drin. Außerdem erfährt der USB1-Anschluss zwangsweise ein Upsampling auf 192 kHz, was eine Veränderung des Klanges mit sich bringt. Ob zum Guten oder Schlechten ist Geschmackssache. Es klingt „analoger“, aber auch nicht mehr so präzise wie die anderen Schnittstellen.

Der USB2-Port und damit die DSD-Fähigkeit benötigt einen Treiber, der offiziell nicht mehr mit MacOS Sierra (10.12) kompatibel ist. Alle Macs mit 10.11 und älter sind aber kompatibel. Da ich auf 10.12 arbeite, habe ich einen Test sein lassen.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    „Bis auf den Lautstärkemeter und die zwei Schnittstellen-Versionen sind er mit dem Mytek Digital Stereo 192 DSD bis hinunter zur Firmware identisch. Getestet wurde die DSD-Mastering Version.“

    „Dieser Satz kein Sinn“ – gemeint ist, dass die 3 Versionen des Stereo192 bis auf die Schnittstellen und Anzeigen identisch sind. Nicht dass sie mit dem Brooklyn identisch sind.

  2. Profilbild
    digital-synthologie  AHU

    Liest sich wie ein Hifi-Magazin.
    .
    Dass mit dem Treibersupport hört sich nicht sehr schön an. Der Treiberdialog sieht aus wie bei meinem Midas-Pult. Wird wohl einfach der Standardtreiber des Chipherstellers sein.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Ja zugegeben, das Problem diese ästhetischen Klangeindrücke darzustellen ohne ins Schwafeln zu geraten ist aber auch nicht einfach. Am Ende zählt aber nur ob es _nachvollziehbar_ ist. Besonders wenn es um die Details geht.

      Zum Mixen, Mastern, Postpro ist aber auch nur zusagen: was einem auf diesem Qualitätsniveau (Solaris und C-2 eingeschlossen) an (eigenen) Mixfehlern alles fast nebensächlich auf dem Silbertablett serviert wird, ist für die eigene Arbeit extrem vorteilhaft und lehrreich.

      Da hätte ich evtl. noch mehr drauf eingehen können. Beim nächsten Test :)

  3. Profilbild
    falconi  RED

    Kannst Du nicht den „Brooklyn“ trotzdem noch testen?

    Sind die Unterschiede wirklich so groß? Oder hast Du ein besonders gut entwickeltes Klanggedächtnis? Ich hätte da vielleicht Schwierigkeiten…oder ich habe eben noch nie einen richtig guten Wandler gehört…

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Ich glaube der Brooklyn Test ist schon vergeben.

      Aber nach allem was man liest ist der Brooklyn noch besser, obwohl sich das derzeit meiner Vorstellungskraft entzieht. Ob er allerdings „doppelt so gut ist“ (immerhin €2000+) …?

      Entsprechend denke ich, Unterschiede zum Brooklyn sind wohl wirklich nur im A/B Vergleich eindeutig festzumachen, so wie damals beim Presonus Quantum und dem Studio 6|8, was auch zu überraschenden Ergebnissen führte.

      Ich finde außerdem, die Unterschiede zwischen Crane Song, Dangerous und Mytek herauszuhören ist keine Kunst. Die Klangcharaktere sind so absolut verschieden, das fällt sogar auf ziemlich mittelmäßigen Lautsprechern sofort auf.
      Und trotzdem haben alle einen völlig durchlässigen, unverschleierten-Sound.
      Wo die größten Unterschiede zwischen den dreien liegen, ist IMHO in der Raumabbildung.

      :)

  4. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    UPDATE 2018-11: Der FireWire Treiber läuft einwandfrei auch unter MacOS 10.14.x über eine TB3 und TB2-auf FireWire-Adapterkombo. Damit ist man zwar €160 los, aber immer noch preiswerter als ein neues Interface.

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