Test: Native Instruments Kontakt 4

11. November 2009

NI Kontakt 4

Masse statt Klasse oder Masse mit Klasse?
Schon beim Auspacken offenbart sich die Menge an Daten, die mit Native Instruments neu aufgelegtem Sampler geliefert werden. Beim Anblick der 7 DVDs, welche sehr platzsparend verpackt sind, überkommt einen mittlerweile die Überlegung, warum das Paket überhaupt noch auf diesen geliefert wird. Angesichts der 43! GB Sampledaten böte sich schon fast eine Festplatte als Auslieferungsmedium an.
Wie gut die zusätzlichen 10 GB an Samples verwendbar sind und welche technischen Neuerungen Kontakt 4 bietet, wird der folgende Test zeigen. Für einen Gesamtüberblick empfiehlt es sich die Tests von Kontakt 2 und 3 zu lesen, da wir hier nur die Neuerungen besprechen werden.
Kontakt 4

Kontakt 4

Installation
 
Die Installation gestaltete sich insgesamt problemlos. Jedoch ist es hier ähnlich wie bei Käse. Man muss die Samples einige Zeit vor dem Verzehr bzw. Musizieren aus der Packung nehmen. Während bei Käse meistens 15 Minuten reichen, sollte es für Kontakt schon ein Tag sein. Während die Software selbst in wenigen Sekunden installiert war, dauerte es geschlagene 6 Stunden, bis der Sample Content sich endlich in sein neues Zuhause auf der Festplatte begeben hatte. Danach war das Update auf Version 4.1 über das Service Center fällig, welches zudem eine Erweiterung der Presets mit sich bringt. Die Registrierung erfolgt wie bei NI üblich durch Eingabe der Seriennummer im Service Center.
Neuerungen in Kontakt
Zunächst seien die Neuerungen kurz aufgezählt:
  • AET – Authentic Expression Technology
  • neue Performance Views
  • erweiterter Sound Browser
  • erweiterte Scripting Fähigkeiten
  • neues Kompressionsformat für Libraries
  • erweiterte Sample Library
Authentic Expression Technology (AET)
 
Die erste Neuerung, mit der NI wirbt, ist AET. Dabei handelt es sich um einen Modulationseffekt, der stufenlos zwischen verschiedenen Samples überblenden kann.
Der große Unterschied dabei ist, dass mittels FFT-Analse und diverser anderer Techniken, die ein Musiker nicht unbedingt verstehen muss, die Samples zunächst analysiert werden und dann die Charakteristiken eines Samples in das andere übernommen werden. Dies geschieht in Echtzeit und wurde mit den neuen Chor-Samples als Patch umgesetzt. Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich. So kann stufenlos zwischen verschiedenen Vokalen überblendet werden, was genau so klingt, als wenn ein echter Chor zwischen den Vokalen wechselt. Dieser Effekt ist jedoch nicht auf die Überblendung zwischen z.B. verschiedenen Instrumenten beschränkt. Er ist auch dazu geeignet, die Velocity-Übergänge eines Instrumentes stufenlos zu gestalten. Damit lassen sich auch realistische Velocity-Verläufe mit wenigen Samples realisieren. Beim Test fiel auf, dass der Effekt leider noch nicht ausgereift ist. Generell wird von NI empfohlen, den Effekt nicht bei Samplingfrequenzen über 48 kHz zu verwenden. Außerdem scheinen nur wenige Stimmen möglich zu sein, obwohl der Prozessor nicht überlastet ist. Spielt man zu viele Stimmen, entsteht ein konstantes Knistern, das so stark ist, dass vom gewünschten Klang nichts mehr zu hören ist. Das Erhöhen der Größe des Audio-Buffers in der Stand Alone Version lässt eine leichte Erhöhung der Stimmenzahl zu, löst das Problem aber keineswegs. Im Offline-Mixdown des Sequenzers sind aber keine Knackser zu hören. Ein Arbeiten mit dem Effekt ist daher lästig, für Live-Anwendungen ist er völlig ungeeignet. Es ist zu hoffen, dass NI hier bald nachbessert.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Radschlaeger

    Für den geringen Aufpreis ist wirklich die KOMPLETE-Version zu empfehlen.
    Schöner Test, aber er hat die geilen Gitarren-Loops gar nicht erwähnt! Hier kann man Ruckzuck aus einer Auswahl von Riffs Gitarrenbegleitungen spielen. Und klanglich natürlich über jeden Zweifel erhaben…
    Ich bin jedenfalls von dem Paket begeistert.

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