Test: Novation A-Station Rack VA-Synthesizer

14. Dezember 2001

Novation Synth-Sound im 1HE-Rack

(c by Matrixsynth.com)

Der Hersteller Novation hat ja bekanntlich einen guten Ruf, also schaut man schon immer etwas genauer hin, wenn man auf Produktankündigungen von Novation trifft.

Was ich dann vor einiger Zeit im Internet fand, las sich folgendermaßen:
Die A-Station des erfahrenen Herstellers Novation glänzt mit einer Fülle Möglichkeiten aus vormals höhergelegenen Gefilden. Acht Stimmen, klassische Architektur mit 25 Drehreglern, komplett automatisierbar, FM-Synthese, neuartiges Filtermodell mit 12 oder 24dB, Effekte von Reverb bis Vocoder, Audioeingänge, alles vorhanden!

Ein Klangspektrum, das in keiner Relation zum Preis steht und auch nicht zur
Gerätegröße, denn die A-Station entfaltet ihre Kraft in gerade mal einer Höheneinheit. Und das für circa 1100,- DM!

Wenn man dann schon etwas länger Novation-User ist und die 1 HE-Rack-Synthesizer von Novation (DrumStation, SuperBassStation) einsetzt, bekommt man ein Kribbeln in den Fingern: Hmm, muss man eigentlich mal ausprobieren.
Ausgepackt – sieht gut aus!

Die Anleitung ist im Din A5-Format (mehrsprachig); anschlussseitig MIDI-In/Out/Thru, Stereoausgänge, Audio-Input und Netzteilanschlussbuchse. Auf der Frontseite der obligatorische Kopfhöreranschluss. Das selbe Bild wie bei der SuperBassStation, also dachte ich mir, SuperBassStation aus dem Rack und A-Station rein. Klasse passt. Das einzige was mich verwirrte, waren die Audioeingänge – steht in der Vorankündigung, ich fand auf der Rückseite aber nur einen Mono-Eingang und ein Blick unter Zuhilfenahme der Taschenlampe bestätigte dies.
Merkwürdig – also die Anleitung zu Rate ziehen. Leider findet man in der Anleitung keinerlei technische Daten über das Gerät in Form einer Übersicht o.ä., auch eine MIDI-Implementationstabelle. Und die Angabe, welche Regler welche Controller-Nummern verwenden, sucht man vergebens – das ist nicht schön und erschwert das Bearbeiten von Sounds!
Auch der Teil in der Anleitung, der auf den Audioeingang eingeht, verschweigt
beharrlich, um welche Art von Eingang es sich handelt.

Man könnte Mikros, Gitarren oder Line-Signale, z.B. einen CD-Player einspeisen – na ja wir werden es probieren. Der Audioeingang ist übrigens ein Mono-Eingang

Eingeschaltet – und schon man bekommt die OS-Version kurz eingeblendet (1.0), dann geht die A-Station in den Programm-Modus. Die A-Station hat folgende Leistungsmerkmale:

  • Vierhundert Programme, davon
    – zweihundert vorprogrammierte Sounds
    – und weitere zweihundert User-Sounds
    – Die Preset-Sounds können auch überschrieben werden.
  • Die Sounds sind in vier Bänken eingeteilt,
    – Bank 1 & 2 Preset-Sounds,
    – Bank 3 & 4 User-Sounds.

Die Programmauswahl erfolgt entweder über eine dreistellige Zahl (erste Zahl steht für die jeweilige Bank) direkt über die 10er-Tastatur,oder über die +/- Tasten.
Bei dieser Methode gibt es die Besonderheit.
Wenn man die + oder – Taste länger gedrückt hält, schaltet die A-Station immer einen 10er-Schritt die Soundprogramme weiter durch.
Die Sounds sind in Kategorien gestaffelt und man kommt so immer zum nächsten Sound der jeweiligen Kategorie (Bass, Hard Lead, Arpeggio, Dance, Pad, Strings, Brass, Organ, Soft Lead, Trance, Motion und FM). Sehr schön.

  • Leistungsfähige Oszillatoren – drei Oszillatoren bieten Sägezahn-, Rechteck-, variable Puls-, Dreieck- und Sinuswellen. Die Sägezahn-, Dreieck- und Sinuswellenformen können in einem Oszillator dupliziert werden, um dichtere Soundwellenformen zu erzeugen.
  • Synchronisation und FM zwischen den zwei Oszillatoren ermöglicht die Erzeugung von metallischen oder perkussiven Timbres. Weißes Rauschen vervollständigt das Angebot der A-Station.
  • Externer Audioeingang – der Mixer ermöglicht es, ein externes Audiosignal mit den Oszillatoren zu kombinieren und über das Filter und die Verstärker-/Hüllkurvenkombination zu bearbeiten.
    Die Hüllkurven können dann durch das externe Signal ausgelöst werden.
  • Filter – das Filter der A-Station liefert den „flüssigen“ Sound eines Analogfilters.
    Tiefpass mir wählbarer Flankensteilheit von 12 dB oder 24 dB
    Resonanz
    Overdrive und Resonanznormalisierung erleichtern die zuverlässige Erzeugung von verzerrten Ravescreams bis zu straff abgerundeten Basspatches.
  • Vocoder – der 12-Band Vocoder erleichtert die Erzeugung von Robot- und typischen Vocoder-Voices.
  • Arpeggiator – der Arpeggiator beinhaltet sechs verschiedene Typen von Pattern mit einstellbarer Gatezeit für Stakkatoeffekte sowie interner, als auch externer Synchronisation mit MIDI-Clock.
  • MIDI-Controller – die Justierungen beliebiger Regler übertragen MIDI-Controllerdaten zur Echtzeitaufzeichnung durch einen Sequencer.
  • Leistungsfähige Effekte – der Effektprozessor beinhaltet Verzerrung, Stereo-Chorus, Reverb, Phaser, synchronisierbares Delay und synchronisierbares Stereopanning. Mit temposynchronisierten Effekteinstellungen können komplexe dynamische Timbres erzeugt werden. Ein EQ-Ausgang, eine Filtersektion und ein temposynchronisierter LFO ermöglichen eine Performance, die automatisch gefiltert wird und eine Zeitsperre von 32 Triolen bis zu verschiedenen Takten.

Die Novation A-Station on YouTube

Fazit

Alles in allem also ein kleines rundes Soundpaket, was uns hier von Novation präsentiert wird.
Das Demo wird wie gewohnt im Utility-Modus über den Taster „Demo“ gestartet. Es werden einige Sounds der A-Station angetriggert, und man kann sich ein schönes Bild der A-Station Sounds machen, das sich wie folgt darstellt: Angesagte Bässe & Leads, warme Flächen und alles was nach „analog“ klingt. Der Sound ist beeindruckend für die 1HE-Größe des Zwerges!
Einzig allein die Bedienung durch die doppelte Belegung der Knöpfe und das nur zweistellige Display der A-Station behindern den Soundfluss in Sachen Programmierung.
Wenn man am „Soundschrauben“ ist und man einen Sound verbogen hat, sollte man ihn tunlichst sofort abspeichern. Eventuell bekommt man sonst große Augen, wenn man nicht an die Doppelbelegung der Regler denkt (Parametersprünge). In den „großen“ Novation-Geräten wurde dieses Problem mit Hilfe des Betriebssystems beseitigt.
Aber dafür hat man auch nur 1HE im Rack belegt, und wenn man mit dieser kleinen Einschränkung in der Soundprogrammierung klarkommt, stellt die A-Station eine sinnvolle Erweiterung für das Studio- & Live-Setup dar. Die Effekte und Arpeggiator-Möglichkeiten könnten etwas umfangreicher sein, aber für die 1HE-Größe des Zwerges ist das durchaus beachtlich und ausreichend – bedenkt man, was man vor ein paar Jahren in einem 1HE-Gerät vorgefunden hat. Wer den Novation-Sound sucht und sich nicht in höhere Gefilde begeben will, sollte sich die A-Station mal genauer unter die Lupe nehmen. Wer mehr möchte, sollte sich nach der Nova aus dem selben Hause umschauen.
Für die A-Station von Novation an diesem Ort eine eindeutige Kaufempfehlung

Preis

  • Preis: 599 € (1171,54 DM)
Forum
  1. Profilbild
    orpheus2006

    Ich habe die A-Station immer noch in meinem Rack. Insbesondere die „Liquid“-Sounds sind einmalig. Getriggert von der KARMA-Funktion meiner Korg M3 liefert die A-Station phenomenale Sounds.
    Die Bedienung ist allerdings grottenschlecht, das Sound-Schrauben macht nicht wirklich Spass. Alles in allem ein toller VA-Synth mit eigenem Charakter. Kauftipp auch von mir, falls man noch an ein gebrauchtes Gerät bei Ebay erwerben kann?!

  2. Profilbild
    orpheus2006

    Novation selbst hat den Begriff „Liquid Sounds“ geprägt. Gemeint ist hier, dass Filterfahrten flüssig klingen und dass die A-Sation den flüssigen Sound analoger Schaltungen nachbilden kann.

    Ich habe den Begriff von den Marketingleuten übernehmen, da der Sound der A-Station durchaus eine solche Charaktereigenschaft besitzt.

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