Test: Novation Circuit, Groovebox

25. Oktober 2015

Die Groovebox für zwischendurch!

Circuit ist die allererste Groovebox des britischen Herstellers Novation. Obwohl Circuit auf den ersten Blick ausschaut wie ein Software-Controller, handelt es sich um einen Standalone-Synthesizer mit Drummachine, Sequencer und Effekten.
Die überschaubaren Funktionen und eine kinderleichte Bedienung sollen dem Benutzer in erster Linie Spaß bereiten. Damit das auch zu jeder Zeit an jedem Ort möglich ist, kann Novation Circuit mit einem internen Lautsprecher und Batterien betrieben werden.
Das Konzept geht auf und dürfte sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene interessant sein.

Novation Circuit

Novation Circuit

Hardware

Novation Circuit besitzt ein robustes Kunststoffgehäuse mit rutschfester, gummierter Unterseite und praktischen Griffmulden. Die Maße des Gerätes betragen 24 cm Breite, 20 cm Tiefe und 3,5 cm Höhe, wobei die Regler noch zusätzlich zwei Zentimeter in die Luft ragen.

Sämtliche Drucktaster auf der Oberfläche stammen aus dem Launchpad und verfügen über eine RGB-Hintergrundbeleuchtung. 32 davon sind anschlagsdynamisch und dienen zum Spielen und Editieren der Sounds, während es sich bei den übrigen 28 um reine Funktionstaster handelt.
Oberhalb der Taster sind acht Encoder eingelassen, die mit dem Gehäuse verschraubt sind und ebenfalls von RGB-LEDs beleuchtet werden. Auf ihren Metallachsen stecken gummierte, hutförmige Kappen, die beim Drehen einen guten Halt bieten und sich sehr solide anfühlen. Links und rechts davon befinden sich zwei normale Potis für das Master-Volume und das Summen-Filter. Der Filterknopf fällt deutlich größer aus, lässt sich auch gut greifen und ist in seiner Mittelposition gerastert.

Encoder und Potis

Encoder und Potis

Auf der Vorderseite ist eine 3,5 mm Kopfhörerbuchse untergebracht, sämtliche weiteren Anschlüsse sind auf der Rückseite eingebaut. Dazu zählen zwei 6,3 mm Audioausgänge, ein USB-Port, MIDI In und Out im Miniklinkenformat und der Anschluss für das Netzteil, neben dem auch der Ein- und Ausschalter liegt. Die rechte Seite ist mit dem inzwischen obligatorischen Kensington Security Slot und dem Batteriefach versehen, dessen Klappe sich etwas schwergängig öffnen lässt, dafür aber zusätzlich durch eine Gummilasche gesichert wird.
Der in etwa Daumen breite Lautsprecher befindet sich auf der Unterseite von Circuit, wodurch nicht unbedingt seine Klangqualität gesteigert wird. Da Novation den Speaker aber eh nur als zusätzliches Gimmick eingebaut hat, ist die Positionierung zweckgemäß.
Zum Lieferumfang gehören zwei Adapter (Miniklinke auf DIN für MIDI), ein USB-Kabel, sechs AA-Batterien, das Netzteil, eine Kurzanleitung und eine Registrierungskarte für Abelton Lite. Eine ausführliche Bedienungsanleitung gibt es leider nur auf der Novation Homepage.

Klangbeispiele
Forum
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    zuchero

    Detaillierte und ehrliche Beschreibung des Gerätes. Sehr guter Testbericht. Vielen Dank!

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    Filterpad  AHU

    Kleine Kiste, große Wirkung! Merkwürdig, dass Novation jetzt noch in den Grooveboxmarkt einsteigt, aber OK, lassen wir mal so stehen. Komplette Songs mit der Groovebox erstellen ist klanglich vielleicht nicht so der Hit, aber in Kombination mit anderen Geräten oder/bzw. in the Mix mit anderen Sounds …ich glaube da geht so einiges ab! Man nehme nur die dumpf-klingende Bassdrum und macht einen Dubstep-Wobbler dazu – Holla die Waldfee! Ein wenig schade finde ich, dass die Gebrauchsanleitung immer weniger an Bedeutung findet. Angenommen, man hat kein Internet (auch das gibt es noch), kann man bei dem Gerät nur die Hälfte aller Möglichkeiten ausschöpfen. Ein kleines Heftchen hätte IMO preislich kaum Abstriche gemacht und steigert die Wertigkeit (beim auspacken) des Gerätes erheblich. Auch die bunte Beleuchtung aller Tasten finde ich eine gelungene Idee (Stichwort Club). Das die Sounds der Grooveb. an EDM erinnern, finde ich jetzt nicht so schlimm. Man muss ja kein EDM machen und außerdem: Die Aktualität der Klänge dem Zeitgeist entsprechend spricht ja FÜR das Instrument.

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    AMAZONA Archiv

    Die Soundbeispiele klingen ja leidlich gruselig, da ist die Zielgruppe ja wohl offensichtlich der 16jährige, der auch mal coole Dancetracks wie in der Großraumdisco (sie sich selbstverständlich „Club“ nennt) machen möchte. Ist ja auch bald Weihnachten….
    Ich persönlich hatte gehofft, dass das Ding als Sequenzer was taugen könnte, aber wenn der MIDI-Out lediglich Notenwerte rausschmeißt, ist es zumindest für mich komplett uninteressant.
    Mein persönliches Fazit: Als Sounderzeuger eine klassische Tischhupe, als Sequenzer massiv kastriert und nicht mehr als ein ein dummes Stepsequenzerle der unteren Kategorie. Vielleicht kann zumindest da softwaretechnisch noch etwas nachgebessert werden.
    Schade eigentlich; ich hätte Novation hinsichtlich der früheren Sounderzeuger deutlich mehr zugetraut, bzw. deutlich mehr von ihnen verlangt.
    Aber zwei positive Dinge erkenne ich doch: Die Verarbeitung scheint wirklich gut zu sein (veschraubte Potis mit Metallachsen), und die Anleitung gibt es ökologisch sauber nur als Download und nicht baumfeindlich als Papier, bzw. noch schlimmer als Sondermüll in Form von laminierten Staniol dem Gerät beigelegt….

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    Viertelnote  AHU

    hm, mit diesem Konzept sicherlich ein paar Jahre zu spät.
    Als Spaßkiste für zwischendurch okay.
    Aber es soll ja nicht jeden Geschmack treffen.

    netter Gruß

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    ethno218

    Ich halte den Circuit für ein wirklich gelungenes Gerät (durfte schon Hand anlegen ) um unterwegs zu jammen, Sketche fest zu halten und auf eine neue art Musik zu arrangieren denn die Arbeitsweise erinnert sehr stark an Ableton mit seinen Clips. Calc von dem ich einiges halte lobt den Circuit in den höchsten tönen und die paar Videos die man auf Youtube so findet lassen auch auf Potenzial schliessen. Klar ist der Sound nicht jedermanns Geschmack aber im bereicht Electro ist der Circuit einfach mehr als zu gebrauchen.
    Ein paar Beispiele :

    https://www.youtube.com/watch?v=O1yhEse4JxA

    https://www.youtube.com/watch?v=RtLnQdFb2bM

    https://www.youtube.com/watch?
    v=8Pq2poYyFts

    https://www.youtube.com/watch?v=q4hNltpEljY

    https://www.youtube.com/watch?v=Wf_O6PumBLM

    https://www.youtube.com/watch?v=Cb_UdCX2nhs

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      Filterpad  AHU

      Hätte ich dem kleinen Kistchen gar nicht zugetraut nachdem ich mir ein paar deiner Videolinks angeschaut habe. Besonders die spezielle „live session“ hat es mir angetan. Vielleicht ist das Gerät als alleiniger ‚Musikmacher‘ im Club etwas zu wenig und auch zu einfach(?), aber für kleinere Gigs im Elektrobereich oder als Soundfinder im Studio bekommt man hier für relativ wenig Geld eine Musikproduktionsstätte, die vermutlich einen ganzen Abend mit club-typischen Tech-House u.ä. füllen könnte und das ganz ohne fertige mp3-Songs. Ich hoffe, hier schreibt bald jemand einen Erfahrungsbericht über ‚Circuit‘. Apropos ‚Circuit‘: Hat Novation bei dem Namen zufällig an ‚Circuit bending‘ (Modifikation von Synthesizern) gedacht? …Und zu guter Letzt: Sehr schade, dass kein internes Sampling möglich ist, dass hätte ‚Circuit‘ ungemein aufgewertet. Greeetz

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      Basicnoise  

      Danke! Nachdem ich die Klangbeispiele hier gehört habe wollte ich schon einfach wegklicken und hatte das Teil abgeschrieben. Aber die ersten beiden Links zeigen, dass die Kiste doch klingen kann. Ernstzunehmende Konkurenz zur Electribe? Ich werd sie auf jeden Fall antesten.

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    r.biernat  RED

    Mein Curcuit sollte heute ankommen… Ich bin schon mal gespannt. Am wichtigsten war für mich, dass mehr als 16 anschlagdynamische Pads drauf sind und dass sich verschiedene Skalen einstellen lassen. Für die Skalen musste man bei NI Maschine bis Version 2.2 warten und dann als Nutzer der ersten Maschine auch noch extra bezahlen. Die integrierten Synth und der Batteriebetrieb ist für mich ein willkommener Bonus für Unterwegs und Live.

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    Azrael

    Zitat aus dem Test:
    „Die Nova Presetsounds sind bemüht, ein großes Klangspektrum abzudecken. Es gibt klassische Synthsounds im Retrostil, aber auch viele moderne Unisonotröten…“

    Das ist schon etwas schade, vor allem da es pro Synth gerade mal 64 Patches hat fällt hier schon mal einiges unter den Tisch, zumindest für meine Zwecke (Ambient, Experimental).

    Ein paar Effekte mehr wären auch nicht schlecht, zumal Novation sonst immer sehr grosszügig in der Effekt-Sektion war…

    Trotzdem eine nette kleine Groovebox, mal im Laden ausprobieren, so danke für den Test, gute Einschätzung des Potentials. Vielleicht gibt es ja mal ne „grössere“ Version mit mehr Features, falls genug Einheiten übern Ladentisch gehen.

    • Profilbild
      efka526

      Es gibt mittlerweile einen Editor, von Isotonik Studios für Novation gebastelt, für die beiden Nova-Parts, der sehr nett ist. Mittlerweile auch als Max-lose Standalone-Version:

      http://iso.....it-editor/

      Der bietet auch eine Art „Librarian“, um Sounds auf Platte auszulagern und zu ordnen etc. Benötigt das neueste Firmware-Update. Da kommen wohl noch ein paar nette Sachen, der Austausch der Samples der Drumparts wäre der Knaller. Dann hätten wir 2x ne Nova und einen 4 Track-Sampler im Miniformat zum mitnehmen :D.

  8. Profilbild
    pytrel  

    Ich bin 16 jahre alt und bereite einen Dorfdisco hit für meine Disco die ich Club nenne….. Und schäme mich nicht dafür. Ich habe auch einen tiefgelegten Corsa parat. Das Novation Kistchen ist für das geld unerreichbar und die sounds kann mann beliebig austauschen via saple import. Also ist es sehr relativ wie es klingt. Lieber so als für immer den Tanzmaus furzclap zu haben …:-) auch tolles gerät aber die clap geht garnicht

  9. Profilbild
    Markus Harsani  

    Mittlerweile eines meiner Lieblingsgeräte im Studio… Ich empfehle euch dringend den „MIDISynth-Circuit“ Ediotr hierzu zu erwerben. Somit kann man das Gerät wie ein VST Plugin mit allen DAW Automatisierungen verwenden – Ein krasses Teil mit einer tollen Synthese-Engine ! Als Sequencer nutze ich es aktuell eher weniger, sondern mehr als Klangerzeuger. Was ich nicht verstehe ist die Editor-Software Philosopie von Novation, mit ihren Web-Basierten Lösungen… Ist ja super dass man den Circuit über den Browser editieren kann, aber wenn ich die Edits bei gleichzeitig geöffneter DAW machen will habe ich logischerweise Midi-Konflikte weil sich Browser und DAW den Treiber nicht teilen können. So etwas wie den „MIDISynth-Circuit“ Editor hätte Novation m.M. nach auch selbst rausbringen können, da es die Usability massiv aufwertet und man mit dem Gerät endlich mal richtige Sounds erstellen kann.

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