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Test: Novation Launchkey Mini Mk3, MIDI-Keyboard

23. Oktober 2019

25 MIDI-Tasten mit Arpeggiator & Chord Mode

Etwas mehr als fünf Jahre ist es her, dass Novation die zweite Version ihres kompakten MIDI-Controllerkeyboards Launchkey Mini vorgestellt hat. Seit kurzer Zeit ist nun die dritte Version des Keyboards erhältlich. Mit den größeren Brüdern der SL-Serie hat sich Novation in Windeseile auf den ersten Platz unserer Controllerkeyboards-Charts katapultiert. Schauen wir mal, wie sich das Launchkey Mini in der dritten Version im Alltag schlägt.

Wie schaut das Launchkey Mini Mk3 aus?

Wie üblich hat sich nicht nur funktional, sondern auch optisch etwas am Keyboard getan. Geblieben sind die insgesamt 16 anschlagsdynamischen Pads, die mit RGB-Farben beleuchtet werden können. Darüber, ebenso identisch zum Vorgänger, befinden sich acht kleine Drehregler. Einige der Pads und Drehregler sind mit Funktionen und Parametern wie Tempo, Swing, Gate, Session, Drum usw. beschriftet.

ovation launchkey mini mk3

Sowohl rechts als auch links der Pads und Drehregler gibt es jedoch einige Änderungen. In gleicher Größe wie die Pads (2 x 2 cm) bietet das Launchkey Mini Mk3 nun zwei weitere Pad-Buttons, beschriftet mit > und Stop/Solo/Mute. Zuvor fand man an dieser Stelle zwei runde Buttons, hierzu später mehr.

Ganz rechts folgen dann vier kleine Buttons für die neu hinzugekommenen Funktionen Arpeggiator und Fixed-Chord-Modus sowie Tasten für Play und Record.

Auch auf der linken Seite der Bedienoberfläche gibt es einige Neuerungen. Auf Pitchbend- und Modulationsrad musste man beim Vorgänger noch verzichten, da hat Novation löblicherweise nun nachgelegt und der dritten Version des Launchkey Mini zwei berührungsempfindliche Touch-Strips spendiert. Gefühlstechnisch gibt es zwischen dem Material der Oberfläche und den Touch-Strips keinen Unterschied, lediglich die leichte Einkerbung fühlt man. Der Pitchbend Touch-Strip ist mit einer Nullmarkierung versehen, diese fehlt dem Modulation Touch-Strip verständlicherweise.

ovation launchkey mini mk3

Auch hier gibt es noch vier weitere Buttons: Shift, Transpose, Octave +/- sind eigentlich selbsterklärend und erlauben u. a. das Aufrufen der Zweitfunktionen der Pads/Drehregler (per Shift-Taste) sowie das Transponieren und das Oktavieren der Tastatur.

Insgesamt wirkt die Bedienoberfläche sehr aufgeräumt und geradlinig. Den Überblick hat man sich hier auch als Novation-Neuling schnell verschafft, so dass es direkt losgehen kann.

Die Verarbeitung des Launchkey Keyboards ist tadellos. Das anthrazitfarbene Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist sauber verarbeitet. Auf der Unterseite hat Novation sechs kleine Gummipads angebracht, so dass das MIDI-Keyboard keine unschönen Kratzer hinterlässt.

novation launchkey mini mk3

In der Verpackung des Launchkey Mini Mk3 befindet sich neben dem Keyboard lediglich ein USB-Kabel, die Bedienungsanleitung gibt es lediglich online als PDF. Wie üblich kommt das Novation Keyboard allerdings mit einem großen Software-Paket. Darin enthalten ist u. a. eine Ableton Live Lite Version und Sounds, Instrumente und Effekte von AAS, Softube, Spitfire Audio, XLN Audio und Klevgrand sowie ein Zugang zu Novation Sound Collective.

Tastatur und Anschlüsse des Novation Launchkey Mini

Über 25 Tasten im Mini-Format verfügt das Launchkey Mini. Zur Einordnung: Die weißen Tasten sind 8,0 cm lang und 1,9 cm breit, die schwarzen knapp 5,0 x 0,8 cm groß. Der Anschlag ist sehr leichtgängig, aber gewichtet. Mini-Tasten sind ja immer so eine Sache, aber zum Einspielen von Melodien reicht das gebotene hier vollkommen. Lediglich die recht lauten Tastaturgeräusche stören etwas, aber bei solch einem kompakten Kunststoffgehäuse bleibt das leider nicht aus. Wie auf den Bildern zu erkennen, sind alle Tasten des Keyboards mit Funktionen beschriftet. Kenner wissen damit schon, dass weitergehende Parameter wie das Einstellen des Arpeggiator-Modes, die Notenwerte und mehr hierüber eingestellt und gesteuert werden können.

Die Anschlüsse des MIDI-Keyboards sind schnell abgehandelt. Über einen USB-Port stellt man die Verbindung zum Computer, Smartphone oder Tablet her, an der Sustain-Buchse lässt sich ein Haltepedal anschließen und der MIDI-Port dient zum Aussenden von MIDI-Informationen.

novation launchkey mini mk3

Sowohl die Möglichkeit, ein Haltepedal anzuschließen als auch MIDI auszusenden ist eine klare Aufwertung gegenüber dem Vorgänger. Das tröstet auch darüber hinweg, dass für MIDI ein 3,5 mm Klinkenanschluss zum Einsatz kommt – eine fünfpolige MIDI-Buchse wäre wahrscheinlich auch kaum unterzubringen gewesen. Für den Einsatz mit entsprechend bestückten Synthesizern, wie Novation es beispielsweise im gleich folgenden Video zeigt, passt das natürlich. Insgesamt also nicht dramatisch, aber leider liefert Novation dafür keinen passenden Adapter auf MIDI mit. Den muss man sich entsprechend selbst besorgen und das finde ich doch etwas ärgerlich.

Arpeggiators des Launchkey Mini Mk3 im Studio

Um einen ersten Überblick über die Funktionen und Steuerungsmöglichkeiten des Launchkey Mini Mk3 zu bekommen, bietet Novation auf seiner Website bzw. YouTube sehr gute Tutorials an. Schön, denn damit kann man die ersten Fragen bereits abdecken und mit etwas Vorwissen mit dem Keyboard starten. Auch wenn geübten Nutzrn die grundlegenden Funktionen wahrscheinlich sofort klar sind, bieten vor allem die neuen Features wie Arpeggiator und Fixed-Chord-Mode etwas Erklärungsbedarf. Hier das erste Einsteiger-Video zum Thema Arpeggiator:

Insgesamt ist es sehr begrüßenswert, dass Novation über die MIDI-Buchse des Launchkey Mini Mk3 die Welt nach draußen öffnet und man so auch MIDI-Hardware ansteuern kann.

Der Arpeggiator ist bei weitem auch kein 08/15-Teil. Sechs verschiedene Arbeits-Modi gibt es mit Up, Down, Up/Down, Played, Random und Chord, dazu lässt sich der Notenwert zwischen 1/32 und 1/4 (plus alle in Triolenform) einstellen. Latch kann aktiviert oder deaktiviert werden.

nnovation launchkey mini mk3

Über die ersten fünf Drehregler bestimmt man dann weitere Details. So lässt sich das Tempo im Standalone-Betrieb zwischen 40 und 240 bpm festlegen, Swing reicht von 20 % bis 80 %, Gate steuert die Länge der einzelnen Noten. Wer etwas Abwechslung braucht und sich gerne inspirieren lässt, sollte die Drehregler Mutate und Deviate nutzen. Hierbei werden entweder zufällige Noten dem Arpeggiator-Pattern hinzugefügt (Mutate) oder es können rhythmische Variationen erzeugt werden (Deviate). Klingt schon interessanter, doch es geht noch ein Stück weiter:

Auf der Tastatur befindet sich eine Sektion namens „Rhythm“ und hierüber lässt sich der Rhythmus des Arpeggiator-Patterns weiter spezifizieren. Die Symbole O, OXO, OXXO erklären sich sofort, wenn man einen Blick ins zwar nur englischsprachige, dafür aber sehr gut verständliche Handbuch wirft.

  • O = normales Arpeggiator-Setting. Auf jedem Notenwert des Arp-Patterns wird eine Note gesetzt
  • OXO = hierbei setzt das Launchkey Mini zwischen jeder Note eine Pause
  • OXXO = hierbei setzt das Launchkey Mini zwischen jeder Note zwei Pausen
  • Random = hier setzt der Arpeggiator nach dem Zufallsprinzip (Wahrscheinlichkeit 50 %) Pausen ein
  • Deviate = hier übernimmt der zuvor erwähnte Drehregler die Rhythmus-Variation. Jedes Drehen führt zu einem neuen Rhythmus/Pattern

Was bietet der Fixed Chord Modus des Novation Launchkey Mini?

Wer mit einem einzelnen Finger komplexe Akkorde spielen möchte, wird im Fixed-Chord-Mode einen neuen Freund finden. Aktiviert man diesen und drückt bei gehaltenem Button die einzelnen Töne des Akkords nacheinander durch, speichert das Keyboard diesen und man kann ab sofort jeden x-beliebigen Akkord mit einem Finger spielen. Dabei wird der Akkord je nach gedrückter Taste nach oben bzw. unten transponiert. Vorab spielen muss man ihn also, bevor ein Akkord aktiviert ist, im Live-Betrieb muss man damit wohl leben.

Der Arpeggiator und der Fixed-Chord-Modus können natürlich sowohl standalone als auch mit einer DAW bzw. Software-Instrumenten genutzt werden.

Launchkey Mini Mk3 als DAW-Controller

Grundsätzlich lässt sich das Launchkey Keyboard mit jeder x-beliebigen DAW nutzen. Per MIDI-Learn lassen sich alle Pads, Drehregler, Pitchbend und Modulation Touch-Strip mit MIDI-Control-Change-Befehlen belegen und zur Steuerung der DAW nutzen. Je nach DAW ist die Integration dabei unterschiedlich tief. Innerhalb von Logic oder Cubase lassen sich beispielsweise die Spuren durchschalten, einige Elemente des Mixers steuern oder in Logic auch die wichtigsten Parameter (Smart Controls) von Software-Instrumenten editieren. Im Handbuch zum Mini Mk3 findet man dazu einige Beispiele.

Mit Ableton Live ist das Ganze bekanntermaßen aber noch detaillierter möglich.

Zunächst gibt es die drei Arbeitsmodi Session, Drum und Custom. Der Session-Mode dient dabei zur Steuerung von Clips, Tracks und Szenen. Über die 16 Pads des Launchkey Mini bietet das Keyboard dabei eine Übersicht der aktuellen Session inklusive der Farbgebungen. Über das Keyboard lässt sich zwischen Tracks und Clips hin und her schalten, Clips verschieben, starten oder aufnehmen etc.

Die unteren acht Pads des Launchkey Mini können allerdings in ihrer Funktion auch umgeschaltet werden, so dass sich hierüber, je nach Stellung des Stop/Solo/Mute-Buttons, Tracks entsprechend gesteuert werden. Vor allem für den Live-Betrieb ein super Feature:

Als weitere Neuerung kommt in Verbindung mit Live die Capture MIDI Funktion zum Einsatz. Spielt man eine bestimmte Melodie oder Akkorde einfach vor sich hin, vergisst aber auf Aufnahme zu drücken und denkt im Nachhinein, dass das die Hook des Lebens war, so lassen sich durch Drücken von Shift und dem Capture-MIDI-Button die so eben gespielten Noten zurückholen.

Weitere Features der Kombination Launchkey Mini und Ableton Live sind beispielsweise die Steuerung von Devices über die acht Drehregler des Keyboards und das Steuern von Volume, Pan und Sends (inklusive Umschalten zwischen Send A und B) des Mixers.

ovation launchkey mini mk3

Die beiden weiteren Arbeitsmodi Drum und Custom dienen dem Spielen von Drum-Instrumenten oder erlauben es, eigene Mappings zu erstellen. Hierfür muss man die Components-Software von Novation heranziehen, diese gibt es kostenlos auf der Website des Herstellers. Gerade in Verbindung mit MIDI-Hardware, deren zu editierenden Parameter möglicherweise fest auf einen CC eingestellt sind, kann dies genutzt werden.


Fazit

Mit dem Launchkey Mini Mk3 macht Novation einen sehr klaren Schritt nach vorne. Es sieht zunächst aus wie ein herkömmliches MIDI-Controllerkeyboard, aber innen drin steckt dank der vielfältigen Funktionen deutlich mehr.

Das Öffnen des Controllerkeyboards in Richtung MIDI-Hardware-Welt hat Novation bereits bei den SL-Keyboards vorangetrieben, dass auch das Launchkey Mini in diese Richtung gehen wird, war sicherlich nicht abzusehen und ist absolut erfreulich.

Für 109,- Euro bekommt man hiermit also ein sehr weitreichend einsetzbares MIDI-Keyboard, das sowohl für die DAW (allen voran natürlich Ableton) geeignet ist, aber auch super mit Software- und Hardware-Instrumenten harmoniert.

Plus

  • Konzept
  • Arpeggiator
  • Fixed Chord Mode
  • Einsatzgebiet

Minus

  • kein MIDI-Adapter enthalten

Preis

  • 109,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    mfk

    Den größten Minus-Punkt hat der Autor vergessen:
    Das Teil funktioniert DAWless nur als Midi-Master.
    Midi-Out ist nett, sollte aber bei einem Keyboard eine Selbstverständlichkeit sein.
    Zusätzliches Gate-/CV-Out wäre zeitgemäß.

    • Profilbild
      tonvibration  

      Auch wenn ich Deinen Wunsch nach mehr Funktionen gut verstehe, so sollte man bedenken, dass der primäre Anwendungszweck ein Kontrollerkeyboard für Ableton ist (siehe auch Verpackungs-Bild), und hier wird für 109 Euro doch ne Menge geboten, oder?
      Und da es nunmal ein Master-Keyboard ist (wenn auch ein kleines), ist primär, dass es Midi sendet – was die Vorgänger und viele Mitbewerber in dem Preissegment nicht können (ohne Rechner dazwischen). Trotzdem klar, Midi-in für ne Clock wäre toll gewesen. Geht so halt nur über USB, sprich vom Rechner. Beim DAWless Einsatz muss die Clock also vom Keyboard kommen.
      Was CV Out angeht (bei 109,- noch nie wo gesehen), so glaube ich, dass das auch ein Problem der Stromversorgung sein könnte: Reicht bei Betrieb über USB (am Rechner) der Strom für CV Signale? Vielleicht kann die Community was dazu sagen….

      Ich hätte auch gern einen kleinen perfekten* Controller. *Für mich bitte noch mit ausgefuchstem Sequencer, Soundkarte und hochwertiger Klaviatur (trotz Minitasten) inkl Aftertouch und Velocitykurven. Dafür wäre ich auch bereit deutlich mehr Geld auszugeben. Ist ne Marktlücke.

  2. Profilbild
    Stephan Merk  RED

    Moin Felix, danke für den Test. Habe noch ein MK1 hier liegen, wollte es immer wegschmeißen, weil der Hauptgrund für den Kauf V-Station und Bass-Station waren. Dann aber nutzte ich LaunchKey und LaunchPad am iPad, wobei LaunchKey inzwischen der Umstellung auf x64 zum Opfer fiel. Dann kam das MK2 und der größte Nachteil war, dass man es der höheren Leistungsaufnahme durch die RGB-Pads wegen nicht mehr am CCK ohne zwischengeschaltetem Hub betreiben konnte. Hätte das MK3 jetzt Bluetooth und ein Batteriefach, läge es jetzt im Warenkorb. So allerdings frage ich mich immer nach dem Sinn und Zweck für die kleinen Keyboards, die irgendwie nicht so ganz mit der Zeit gehen. Heute hätte ich keine Lust mehr auf Kabelgewirre unterwegs und dafür ist so ein Teil doch schließlich gemacht. Die Ausrichtung auf Live, okay kann ich persönlich nichts mit anfangen, ist ob der Flexibilität durch MIDI Ja noch okay. Aber so wird der Funktionsumfang doch stark limitiert, auch mit MIDI brauche ich dann doch wieder ein USB-Netzteil oder Powerbank. Novation mag ich zwar so richtig nachhaltig denkt man wohl nicht. Meine Ultranova scheint wegen fehlendem AutoMap unter Catalina jetzt auch nur noch teilweise nutzbar zu sein, ob die V- und B-Station noch gehen, weiß ich noch gar nicht. LaunchPad am iPad finde ich großartig und dafür wäre ein drahtloser Controller toll, vielleicht ja das MK4.

  3. Profilbild
    Maxi  

    Wirkte im Laden auf mich von der Hardware her etwas sehr klein, spielzeugmäßig und nicht unbedingt robust. Aufgrund der Portabilität und Funktionsvielfalt, insb. MIDI-Out-Buchse, aber interessantes Gerät!

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