Test: Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61, USB/MIDI-Controllerkeyboards

19. Dezember 2018

Budget Version des Controllers

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Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61

Mit der Komplete S-Serie hat Native Instruments sehr gute Controllerkeyboards für die Zusammenarbeit mit den hauseigenen Software-Instrumenten, Effekten und allen NKS-kompatiblen Produkten im Angebot. Kürzlich präsentierten die Berliner die A-Serie, die eine abgespeckte Version der Komplete Kontrol S49 und S61 Mk2 Keyboards darstellt. Bereits auf den ersten Blick sind große Unterschiede zu erkennen, daher wollten wir wissen, was sich mit den Keyboards in der Praxis anstellen lässt. All das erfahrt ihr im folgenden Test.

Loslegen mit Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61

Die Verwandtschaft zu den Komplete S-Keyboards ist den Modellen der A-Serie natürlich nicht zu verkennen. Die Gehäuse scheinen identisch zu sein und sind wieder im matten schwarzen Look gehalten. Pitchbend- und Modulationsrad scheinen sich ebenfalls zu gleichen, allerdings kommen bei der A-Serie andere, zumindest mit einem deutlich hörbareren Klicken ausgestattete, Druckschalter zum Einsatz. Der Moment des Auslösens wird unverkennbar akustisch dokumentiert, das ist bei den S-Keyboards deutlich dezenter.

native instruments komplete kontrol a49

Der augenscheinlichste Unterschied zur S-Serie ist natürlich der Wegfall der zwei Displays samt den hintergrundbeleuchteten Druckschaltern oben drüber. Dagegen bieten A25, A49 und A61 an dieser Stelle acht Endlosdrehregler sowie ein Mini-OLED-Display der Größe 2,4 x 0,7 cm. Rechts davon befinden sich die drei Druckschalter Browser, Plugin und Track sowie ein Push Encoder, links davon jeweils zwei Cursor- und Preset-Tasten sowie 12 Funktionsschalter zur Steuerung der DAW (Loop, Metronom, Tempo, Play, Record, Stop) und für globale Funktionen (Undo, Quantize, Ideas, Arp, Scale, Shift). Einige der genannten Druckschalter sind mit Zweitfunktionen belegt, daher weisen manche davon eine zweite Beschriftung auf.

Die vollständige Liste der Unterschiede zwischen S- und A-Keyboards hat Native Instruments hier zusammengestellt.

Tastatur und Anschlüsse des Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61

Für unseren Test hat uns Native Instruments das A49 zur Verfügung gestellt. Technisch sind die drei Varianten A25, A49 und A61 identisch, der Unterschied beschränkt sich also nur auf den Tastaturumfang. Obwohl Native Instruments bei der A-Serie auf eine eigens entwickelte Tastatur zurückgreift und sich in diesem Fall also nicht wie bei der S-Serie von Fatar beliefern lässt, konnte ich im direkten Vergleich zu einem S61 MK2 keinen Unterschied feststellen. Beide Tastaturen lassen sich sehr gut spielen, federn schnell zurück und bieten einen angenehmen Widerstand. In dieser Disziplin gehören die Native Keyboards für mich zu den besten Anbietern im Rahmen der Controllerkeyboards. Allerdings ist die Tastatur der Modelle A25, A49 und A61 nicht mit Aftertouch ausgestattet. Zumindest dies ist also ein weiterer klarer Unterschied.

native instruments komplete kontrol a49

Bei den Anschlüssen gibt es bei einem USB/MIDI-Controllerkeyboard in der Regel nicht viel zu berichten, da macht auch die A-Serie von Native Instruments keine Ausnahme. Ein USB-Port zur Verbindung mit dem Computer, ein Kensington Lock sowie eine Buchse für ein Pedal und schon sind wir durch. Fünfpolige MIDI-Buchsen gibt es hier nicht. Wer diese benötigt und ggf. auch ein zweites Pedal nutzen möchte, muss entsprechend zur S-Serie greifen. Die Stromversorgung erfolgt bei A25, A49 und A61 ausschließlich über USB.

Praxiseinsatz des Native Instruments Komplete Kontrol A25, A49, A61

Aufgrund der Tatsache, dass die Keyboards A25, A49 und A61 nur über ein 2-Zeilen-Display verfügen, sind die komfortablen Auswahlmöglichkeiten und grafischen Darstellungen der NKS-kompatiblen Software-Instrumente natürlich nicht gegeben. Die Auswahl eines Software-Instruments erfolgt somit nur über die Anzeige des Namens. Mit dem Push-Encoder die Auswahl bestätigen, danach lässt sich mit diesem durch die einzelnen Presets scrollen.

Der Informationsgehalt des OLED-Displays ist natürlich sehr gering, mehr als zwei Namen plus einen aktuellen Wert kann man hierauf nicht abbilden. Daher wird man in der Praxis sicherlich deutlich mehr auf den Computerbildschirm schauen, als man das von den Modellen der S-Serie gewohnt ist, dennoch werden geübte NI-Nutzer kein Problem mit der Steuerung und der Bedienung haben. Und in Kombination bzw. dem Blick auf den Computerbildschirm ist die Auswahl von Sounds immer noch deutlich komfortabler als mit Computermaus und -tastatur. Die A-Serie ist einfach die Budget-orientierte Lösung für alle NI-Kunden, da muss man sich mit einigen Einschränkungen abfinden.

native instruments komplete kontrol a49

Allen acht Endlosdrehreglern sind Parameter zugewiesen. Welche das sind, erfährt man entweder über einen Blick auf den Computerbildschirm oder man berührt die Drehregler, dann wird der zugewiesene Parameter samt aktuellem Wert im Display des Keyboards angezeigt. Die Drehregler sind dabei auffallend sensitiv. Damit meine ich nicht, dass Parameter bereits beim schärferen Blick darauf verändert werden, sondern dass ein leichter Fingerdruck auf den Regler die Anzeige auf den aktuellen Parameter und Wert umspringen lässt. So muss man keine Angst vor ungewollten Editierungen haben.

native instruments komplete kontrol a49

Eine klare Einschränkung beim Nutzen der Komplete A-Serie ist der Fakt, dass es keinen Light-Guide gibt, d.h. den schnellen Überblick, auf welcher Taste Keyswitches liegen oder wo der spielbare Bereich liegt, fällt weg. Und das trübt den sonst wirklich guten Praxiseinsatz der Komplete Kontrol Keyboards doch sehr. Hier fehlt ein großes Stück an Übersichtlichkeit und Komfort.

Auch auf den Touch-Strip muss man bei der A-Serie verzichten, meiner Meinung nach aber ein Feature, das im Angesicht des Preises verschmerzbar ist.

Glücklicherweise hat Native Instruments bei der A-Serie aber nicht die vielfältigen Scale/Chord- und Arpeggiator-Funktionen eingespart. Neben der Tatsache, dass man sich mit aktivierter Skalenfunktion stets in der richtigen Skale befinden wird und Native Instruments hier eine unglaubliche große Anzahl von möglichen Skalen bietet, lassen sich mit aktivierter Chord-Funktion durch das Drücken einzelner Töne auf der Tastatur einfache bis sehr komplexe Akkorde auslösen. Native Instruments fasst diese Funktionen unter dem Stichwort „Smart Play“ zusammen.

Auch der integrierte Arpeggiator lässt bei weitem keine Wünsche übrig und drängt sich in Kombination mit einiger der enthaltenen Software-Instrumente fast schon auf.

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Alle „Smart Funktionen“ der A-Serie lassen sich sowohl über den Software-Editor Komplete Kontrol als auch vom Keyboard aus steuern, editieren und nutzen.

Forum
  1. Profilbild
    dflt  

    also ich bin seit knapp 2 monaten sehr zufrieden. der led-light-guide kann einem glaube ich auch nur fehlen, wenn man dran gewöhnt ist. mir fällt das fehlen zumindest nicht negativ auf ;) auch das kleine mini-oled finde ich super. große displays wären natürlich toll, aber mein 20 jahre altes midikeyboard hatte sowas auch nicht :D

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    Marco Korda  

    Ich bin hin- und hergerissen. Die fehlenden Features sind schon toll, aber das S61 kostet fast das dreifache des A61. Da ich Ultimate besitze, frage ich mich, ob sich der Euro mehr nicht vielleicht tatsächlich lohnt, auch wenn z.B. Light-Guide für mich kein Killer-Feature ist. Und guckt man nachher nicht doch sowieso zusätzlich auf den Bildschirm? Echt kompliziert zu entscheiden….

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      Florian  

      Ich finde Light Guide bei meinem S49 auch nicht so wichtig, aber die Displays gerade zum Steuern der ganzen Plugins extrem nützlich.
      Man bekommt zum ähnlichen Preis eines A-Keyboards ein gebrauchtes S MK1.

      • Profilbild
        Marco Korda  

        An der Stelle schließt sich die Frage an, ob der Unterschied zwischen MK 1 und 2 als gravierend empfunden wird!? Zumindest ist das finanziell eine gute Alternative und man hat zumindest Displayunterstützung und vieles mehr.

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    Faust

    Ich habe mir das A49 Modell zugelegt und bin sehr zufrieden damit. Ich hatte zuvor auch keine Software von NI und somit habe ich hier ein schönes Gesamtpaket bekommen, besonders PRISM in Verbindung mit dem Kontroller überzeugt. Bis auf die wirklich lauten Geräusche der Knöpfe kann ich bisher nichts negatives finden. War ein sehr guter Kauf in meinen Augen! <3

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    JohnDrum  

    Ich habe das S61 MKII. Für mich ist der LightGuide schon wichtig. Das Display halte ich für weniger wichtig, da man ja auch auf den Monitor schauen kann. Insgesamt finde ich die NI Keyboards aber sehr billig. Dünner Kunststoff, scharfe Ecken- in keinster Weise bühnentauglich, wie im anderen Bericht beschrieben! Außerdem hat bei mir das USB- Kabel gefehlt- sehr schlampig!

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    Mick  AHU

    Entweder Display am Keyboard oder endlich zeitgemäße Vergrößerung der GUI, aber auf beides kann ich nicht verzichten!

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    electricarts

    Lt. NI Webseite ist Komplete Select eben gerade nicht dabei. Wenn man später z. B. das Komplete 12 Paket haben möchte muss man erst für 99,- € auf Komplete Select updaten.

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    straker

    Hallo, danke für den Test. Eine Frage drängt sich bei mir noch auf, da ich ledeglich ein paar NI Plug Ins verwende und mit NI Hardware keine Erfahrung habe:
    Sind die Smartplay Funktionen im Midi Modus auch verfügbar? Oder sind diese Funktionen nur im NI Ökosystem verfügbar?

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo Straker,
      die Smartplay Funktionen sind nur in Verbindung mit der Komplete Kontrol Software nutzbar, im MIDI Modus entsprechend nicht.

  8. Profilbild
    JohnDrum  

    Qualitätsicherung nach NI- Art:

    „Hallo NI- Team,
    habe im Sommer ein S61 MKII gekauft.
    Leider war kein USB- Kabel dabei. Könnt ihr mir da helfen?
    Vielen Dank,
    Grüße“

    Antwort von NI:
    „da Ihr Kaufdatum bereits mehr als 4 Wochen zurückliegt bitten wir Sie freundlichst sich Selbstständig ein USB-Ersatzkabel zu kaufen.
    Beste Grüße,“

    Mein Eindruck: Billigste China- Ware. Bin aber sonst zufrieden.

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    beatz01

    Wieso ist in dem Test immer noch die Rede von 45 GB, Massive und der Maschine Factory Library ? NICHTS davon entspricht der Wahrheit. Die sieht so aus, dass man 9,7 GB content bekommt, Massive nicht dabei ist und auch nicht die „Maschine Factory Library“ sondern die „Maschine Factory Selection“ (nur 1,6 GB). Steht alles auch auf der NI Webseite. Hat mich 1 Minute gekostet, und ich bin kein Autor der Tests schreibt und von Berufs wegen ordentlich recherchieren müsste. A propos Recherche: Ein Blick in die NI Foren zeigt, dass die A-Serie als Midi-Controller nur bedingt funktioniert: Die Integration in Ableton soll schlecht bis garnicht funktionieren und am Keyboard selber können z.b. an den Drehreglern keine CC-Werte verändert werden. Das ist für ein Midikeyboard schon ein Armutszeugnis. Nichts davon taucht natürlich in diesem „Test“ hier auf..

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      Nikk

      Ja, solche „Tests“ sind mit Vorsicht zu genießen. Es würde mich wundern, wenn überhaupt jemals irgendein Produkt von Amazona schlechter als „befriedigend“ befunden worden wäre.

      Das NI A61 hat VIELE Schwachpunkte, insbesondere in der Verarbeitung, so jedenfalls war’s bei meinem, so dass ich solche Verbraucherinformationen wie hier, die als „Test“ verkauft werden, schon länger nicht mehr ernst nehmen kann.

      z.B.: Der Multifunktions Knopf ( der wohl wichtigste von allen ) fühlte sich an wäre er nur an einer Platine befestigt… Beim drehen wackelt und knarzt es ,das einem Angst und Bange wird.
      Sprich: Ein Teil welches man nicht anfassen möchte, weil man befürchtet, dass es gleich von der Platine bricht!

      Das dem „Tester“ nicht aufgefallen ist, dass die vom ihm behauptete Software gar nicht im Lieferumfang enthalten ist, zeigt natürlich anschaulich, was von diesem „Test“ zu halten ist.

      Eigentlich ziemlich bedauernswerte Darbietung von Amazona.

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        Felix Thoma  RED

        Die Informationen wurden schon vor langer Zeit geändert und stehen mittlerweile richtig im Test. Da NI ihre Keyboards mittlerweile fast alle mit unterschiedlichen Paketen ausliefert, bin ich damals durcheinander gekommen. Tut mir leid, wurde aber wie gesagt schon vor einiger Zeit verbessert. Bzgl schlechter Verarbeitung: dies kann ich nicht bestätigen, sowohl im Hinblick auf den Test als auch auf Erfahrungen von Freunden/Kollegen.

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