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Test: Patching Panda Punch V3, Eurorack Drummodul

Klanggestaltung in seiner schnellsten Form

17. Juni 2022
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Test: Patching Panda Punch V3, Eurorack Drummodul

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Es gibt Dinge, die liegen so nahe beieinander, dass man gar nicht auf sie kommt, weil sie einfach zu leicht sind. So ist es auch hier bei dem Modul namens „Punch“ von Patching Panda, einer kleinen Firma aus Barcelona, die aber doch ein beachtliches Arsenal an Modulen bereithält. Punch ist ein zweikanaliges Eurorack Modul, das einen VCA mit einer Decay-Hüllkurve kombiniert, um dynamisch-perkussive Klänge zu formen. Aber auch für andere Klangarten soll es gut geeignet sein. Schauen wir uns dieses unscheinbare Modul etwas genauer an.

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PatchingPanda_Punch_ansicht

Sinn und Zweck

Es ist ein Funktionsmodul und kein Klangerzeuger! Man speist es mit einem extern zugeführten Audiosignal, egal welcher Art. Das kann auch gerne eine permanente Klangquelle wie ein Oszillator sein. Triggert man nun mit einem sequenzierten Gate die interne Decay-Hüllkurve, die gleichbedeutend einem VCA mit denselben Einstellungen ist, erhält man einen geformten „perkussiven“ Klang. Garniert wird das Modul noch mit allerhand CV-Ein- und Ausgängen. Ob das wirklich so einfach ist, wie es klingt, finden wir heraus. Doch betrachten wir erst einmal das Modul als solches.

Technische Ausführung und Eindruck

Ich traute meinen Augen nicht: Das Modul ist neun Einheiten breit! Das ist selten! Mit befestigtem Power-Kabel ragt es nur 23 mm in das Rack hinein, ist also sehr flach und passt überall. Nur durch SMD-Bauteile konnte dies realisiert werden, denn es befinden sich nur kleinste Bauteile auf der Rückseite. Das Modul hinterlässt einen robusten Eindruck. Das Panel ist sauber bedruckt, die Potiachsen sind mit dem Panel verschraubt und fühlen sich auch beim Bedienen hochwertig an. Das Modul gibt es auch in einer silbernen Ausführung, also nicht nur in Schwarz. Mit 55 mA ist es auch recht sparsam. Hier gibt es schon mal nichts zu bemängeln.

PatchingPanda_Punch_sideview

Aufbau des zweikanaligen Moduls

Falls es bis hierhin etwas untergegangen ist: Das Modul hat zwei gleiche, getrennt aufgebaute Kanäle. Das bedeutet, man kann zwei Sounds gleichzeitig, aber separat mit diesem Modul bearbeiten! Somit relativieren sich die neun Einheiten in der Breite wieder, ebenfalls wie die Kosten für das Modul. Als Reglerpoti haben wir einen Accent-Attenuator, den Kurvenregler von linear zu exponentiell, und das Decay. Ein kleiner Schieber ändert die Einstellung des Kanals von einem „Vintage Style Drum Machine“ Mode zu einem „Dynamic CV“ Mode. Mit anderen Worten bedeutet „Vintage“ ein einfaches Trigger-Signal und „Dynamic“ verarbeitet eben ein sich wechselndes Spannungssignal, das sich dann auf den Klangverlauf auswirkt.

Patching_Panda_Punch_vintage_mode

Der Vintage Mode ist der klassische Trigger-Modus

Patching_Panda_Punch_dynamic_mode

Und hier die Auswirkungen des Dynamic-CV-Modes

Amplitudenmodulation ist ebenso möglich, wenn man CV anstatt einem Trigger-Signal einspeist und dann den kleinen Schieberegler auf CV stellt. Der Attenuator regelt dann die Intensität der AM.
Das Modul mit CV anstatt nur einem Trigger Input zu erweitern, ist übrigens das Neue an der V3-Version. Schön und gut! In der Mitte befinden sich die Audioeingänge und ganz oben dann die dazugehörigen Audioausgänge. Als CV-Eingänge gibt es noch Trigger/CV, Accent/Velocity und Decay.

Patching Panda AM Mode

Neu in der V3 Version ist dieser Modus

Doch damit nicht genug! Die intern erzeugte Hüllkurve wird pro Kanal auch nach außen geführt, um weitere Dinge damit anzustellen. Vielleicht möchte man noch ein Filter vorher einbauen? Die ausgehende Hüllkurve kann auch mit einem Kippschalter zwischen positiv und negativ gewechselt werden. Und wer gerne blinkende LEDs mag, der wird sich an den leuchtenden Augen des aufgedruckten Pandas erfreuen, spiegeln diese immerhin den Hüllkurvenverlauf optisch in Blau wider.

Patching_Panda_punch_eurorack
Die zwar nur downloadbare Anleitung ist sehr anschaulich und zeigt mit Patch-Beispielen die Auswirkungen auf das Signal

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Praxistest

Nun ja, Geheimnisvolles und Spektakuläres gibt es beim Patching Panda Punch nicht zu vermelden. Man speist irgendein Audiosignal ein, am besten ein permanentes, legt ein rhythmisches Gate/Trigger-Signal an und kann sofort mit dem Gestalten des Klangverlaufes beginnen. Im Handumdrehen hat man einen brauchbaren, kurzen oder mittellangen Klang, den man hervorragend im rhythmischen Kontext verwenden kann. Das geht flotter als flott. Erfahrungsstufe zwei beinhaltet dann das Nutzen der CV-Ins, um Bewegung in den Klangverlauf zu bringen. Das ist aber auch schnell gemacht, weil das Modul sehr übersichtlich ist. Es ist richtig entspannend, mit dem Modul zu experimentieren. Gerade der Accent sorgt für Betonungen, je nachdem welche CV-Quelle man anschließt.

Der Regelbereich des DECAYs/VCA geht von wirklich really snappy und clicky zum permanent geöffneten VCA. Es ist also für jeden Wunschklang gesorgt. Die erzeugte Hüllkurve lässt sich ganz simpel an andere empfängliche Module „exportieren“ und relativiert den Kosten/Rackspace-Faktor nochmals.

Das muss nicht jedem so gehen, aber mich hat das Patching Panda Punch dazu animiert, so manches „nicht genutzte“ Klangmodul zu reaktivieren, um mal zu schauen, was passiert. Darf man das Wort „Spaß“ verwenden? Wenn ja, dann hat es das gemacht.

Klar ist, dass das Punch nicht für „den“ Synthfrickler geschaffen wurde, denn dieser benötigt unbedingt einen separaten VCA. Aber für perkussive und kurze Stabs oder Samples, gerade im rhythmischen Bereich, ist es perfekt geeignet.

Dass die beiden Komponenten VCA und Hüllkurve nicht noch getrennt voneinander abgegriffen oder gespeist werden können, ist kein Mangel, im Gegenteil. Es ist das Konzept der Reduzierung auf die am häufigsten benötigten Anwendungen. Insofern ist das ein dickes Plus.
Schön ist auch, dass man von Trigger auf CV umschalten kann. Das erweitert dann nochmals die Veränderbarkeit der durchgeführten Audio-Quellen.

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Fazit

Das Patching Panda Punch ist ein einfaches, aber geniales Tool, um schnell und entspannt auf Klangfindung zu gehen. Die Verschmelzung von VCA mit einer Hüllkurve ist gelungen und praxisnah. Durch den zweikanaligen Aufbau ist der Preis in Ordnung. Schneller kommt man nicht zum Sound. Das Modul trifft den Nagel auf den Kopf, was Qualität und Nutzen angeht! Da es sich um die V3 Version handelt, ist dieses Modul ausgereift, das merkt man auch. Eine gute Investition.

Plus

  • 2 getrennte Kanäle
  • praxisnah und unkompliziert
  • schneller workflow
  • AM Feature
  • Vintage Style und Dynamic Mode

Preis

  • 175,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Aljen

    Klanggestaltung in _ihrer_ schönsten Form… Sorry, konnte nicht _resistieren_. :-P

  2. Profilbild
    Garfield Modular AHU

    Hey [P]-Head,

    Wieder ein Super Review von dir von ein Eurorack Modul, ein herzlichen Dank dafür! :-)

    Ich habe selber den Punch Version 1 und der gefällt mir schon sehr gut, es ist deshalb gut zu hören das dieser Version 3 noch besser gefällt als die Vorgänger. Die Version 3 steht bei mir auf meiner Wunschliste!

    Etwas schade das es 9 HP (TE) breit ist, das muss man dann wieder „gegen-kompensieren“ mit ein (Erica Synths) Pico Modul oder ein anderes Modul das halt „ungerade“ ist.

    Klar darf man das Wort „Spaß“ benützen, meiner Meinung nach sind die besten Eurorack Modulen, die Modulen die halt Spaß machen und die dir nicht mehr loslassen. Und ich weiß genau was du hier meinst, der Punch macht einfach Spaß um den als Dual VCA zu benützten.

    Ich benützte den Punch sehr gerne für (sehr) schnelle Sequences oder wo es sonst schnell und „punchy“ dahin gehen sollte :-)

    Wenn dir dieses VCA Modul gefällt, dann könnte dir auch der Hikari Instruments – Triple AD gefallen, auch sehr „punchy/snappy“, aber ein EG selbstverständlich.

    Ein andere Dual VCA den mir gefällt und auch Spaß „bei der Arbeit“ macht ist der Waldorf DVCA1! Noch steht der zur Verfügung, wurde aber schon eingestellt, leider, bei Waldorf.

    Vielen Dank für deine tolle Review inklusive dein Video und viele Grüße, Garfield.

  3. Profilbild
    CDRowell

    Yo! den kann ich gleich mit ins Set packen… Interessantes Gerät!

    making music is to be quiet too

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