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Test: Pedaltrain Spark, Floorboard Netzteil

15. März 2018

Die kraftvolle Flunder für die Bodenarbeit!

Pedaltrain Spark title

OK, fangen wir dieses Mal doch mit einem kleinen Rätsel an. Was ist das? Wenige Sänger, kaum ein Keyboarder, viele Bassisten und nahezu jeder Gitarrist kennen das Problem, was zu seinen Füßen liegt. Nein, es handelt sich nicht um ein besonders anstrengendes Groupie, vielmehr ist die Rede von der Stromversorgung des personalisierten Pedalboards, welche an Komplexität und Problematik bereits ganze Foren weltweit mit Unmengen von Tipps, Tricks und teilweise abenteuerlichen Detaillösungen füllt.

Sich dessen bewusst, hat die „Mother-Of-All-Modern-Pedalboards“, der amerikanische Hersteller Pedaltrain mit dem Pedaltrain Spark ein Netzteil auf den Markt gebracht, welches mit einigen sehr interessanten Detaillösungen aufwartet. Also dann, Blick nach unten gerichtet und ran an die Tretminen.

Pedaltrain Spark Aufsicht

Pedaltrain Spark Aufsicht

Die Problematik

Ich weiß nicht, wie es euch ergangen ist, aber ich vermute einmal, dass wenn man im zarten Alter von ca. 12 Jahren an aufwärts seine ersten Gehversuche auf der Sechsaitigen unternommen hat und der erste Powerchord über den Übungsamp einigermaßen sauber erklingt, man zeitnah im zweiten Schritt wissen will, was die persönlichen Vorbilder so an merkwürdigen Kisten auf dem Boden vor sich liegen haben.

Hat man dann endlich den Unterschied zwischen Footswitch (Amp) und FX-Pedal erkannt, kommt der persönliche Spieltrieb, meistens in Form eines Verzerrers in Fahrt, dann vielleicht noch einen Chorus und ein Delay-Pedal und ab geht die Lucy. Und wie die Lucy abgeht, in null Komma nichts hat man drei Pedale und vier Kabel vor sich liegen, welche die Pedale schön auseinander drücken und zu einem wilden Durcheinander bewegen. Zudem hat man festgestellt, dass die Batterie des Delay-Pedals schon nach ca. 3 – 4 Stunden leer ist und man im Rahmen des Umweltschutzes gerne auf Netzteile zurückgreifen möchte.

Da die Pedale aber unterschiedliche Ansprüche in Sachen Ampere und eventuell auch Volt haben, gesellen sich jetzt noch zu den o. g. Kabeln und Pedalen drei weitere Netzteile plus Kabel und eine Mehrfachsteckerleiste hinzu, kurzum, zu deinen Füßen sieht es aus wie die Sau, bei dem Chaos läuft man ständig Gefahr, ein Kabel versehentlich herauszuziehen und mit jedem Transport in Omas ehemaligem Reisekoffer verkratzen die schönen Pedale und jedes Poti läuft Gefahr, in die ewigen Jagdgründe einzugehen.

Dann kommt der große Auftritt des ersten, selbst gebauten Pedalboards, meist aus Omas Regalbrett (Großeltern verfügen meist über einen reichhaltigen Vorrat an musikerkompatiblem Bastelcontent), garniert mit Gummifüßen aus dem Baumarkt. Das Ergebnis hält zwar die o. g. einzelnen Artikel auf ihrem Platz, glänzt aber meist durch grobschlächtige Detaillösungen, geringer Roadtauglichkeit, einer Hobbywerkstattoptik  und aufgrund der gepresst aneinander liegenden Brettwanzen durch einen latenten Hang zum Brummen. Fakt, so kann es nicht weiter gehen.

Pedaltrain Spark Unterseite

— Pedaltrain Spark Unterseite —

Die Lösung

Insbesondere die Stromversorgung stellt Musiker immer wieder vor die gleichen Floorboard Probleme. Selbst wenn man die überwiegende Zahl von Effektpedalen mit einer 9-Volt-Batterie betreiben kann und einem der Umweltaspekt, die geringere Ausgangsspannung bei Akkus und die Selbstentladung egal sind, so kommt man doch nicht um die Tatsache umhin, dass viele Pedale ihre Batterieklappe auf der Unterseite des Gehäuses haben und sofern sie erst einmal fest auf dem Board verbaut sind, der Tausch mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand vonstattengeht. Es gibt zwar viele hochwertige Multispannungsnetzteile auf dem Markt, die allerdings allesamt mit der gleichen Problematik in Form ihrer Abmessungen kämpfen. Entsprechende Geräte nehmen gerne einmal den Platz von zwei Pedalen auf der Arbeitsfläche ein, wodurch sich die überwiegende Anzahl von Musikern nach einer Netzteillösung unterhalb ihrer Tretminen sehnt.

Hier setzt der Pedaltrain Spark an, der mit einer Höhe von nur 3 cm (Breite 14,6 cm, Tiefe 8,6 cm) selbst unter das kleinste Pedalboard aus heimischer Fertigung, dem Pealboard Nano, passt.

Pedaltrain Spark Ausgänge

— Pedaltrain Spark Ausgänge —

Das „Flunderkonzept“

Nimmt man den Pedaltrain Spark das erste Mal in die Hand, fällt einem das vergleichsweise hohe Gewicht von 1,5 kg auf, was darauf schließen lässt, dass der verarbeitete Ringkerntransformator mit einem ordentlichen Wirkungsgrad versehen wurde. Außerdem macht das Produkt einen sehr massiven Eindruck, was aufgrund seines Einsatzbereiches zu einer nicht zu unterschätzenden Beruhigung des Künstlers führt.

Über einen On/Off-Schalter verfügt der Spark nicht, lediglich eine grüne LED informiert über anliegende Spannung. Auf der Stirnseite befinden sich der Kaltgerätenetzstecker und ein sehr hilfreicher Spannungswahlschalter (120/240 V), der auch den Einsatz im Ausland wie USA, Japan, Südamerika etc. ermöglicht. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich fünf isolierte und gefilterte Ausgänge mit den Strömen 2x 500 mA und 3x 100 mA. Der maximale Ausgangsstrom des Produktes beträgt 1300 mA, alle Ausgänge liefern 9 Volt.

Die Abgabewerte entsprechen einem guten Praxiswert, wobei viele Boss/Ibanez Pedale bereits mit 100 mA zufrieden sind und die in Sachen Stromhunger darüber liegenden Produkte wie z. B. Line 6 o. ä. zumeist mit 500 mA auskommen. Dennoch darf man nicht verschweigen, dass man zugunsten der hervorragenden Abmessungen einige Einschränkungen in Kauf nehmen muss. Aufgrund des erweiterten Headrooms in Sachen Dynamik setzen insbesondere einige Boutiquepedal-Hersteller auf 12 oder sogar 18 Volt Betriebsspannung, die mit dem Spark leider nicht abgedeckt werden können.

Auch proprietäre Lösungen, wie Wechselspannungsbetrieb im Stil der alten Digitech Pedale, die zudem gerne einmal 1,4 Ampere genuckelt haben, sind erwartungsgemäß nicht zu stemmen. Was aber nicht darüber hinweg täuschen soll, dass ca. 80% aller Pedale mit den o. g. Werten zurechtkommen.

Pedaltrain Spark Seitenansicht 1

— Pedaltrain Spark Seitenansicht 1 —

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