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Test: Roland Blues Cube Stage, Gitarrenverstärker

23. Juni 2015

Verdammt nah an der Röhre!

Für die meisten unter uns sind die Geräte der Cube Baureihe von Roland eher bekannt als günstige Einstiegs- bzw. Übungsverstärker – ordentlich im Sound, robust und vor allem günstig. Egal, ob nun das 5-Watt-Modell oder der bühnentaugliche 80 Watt Bolide, alle diese Amps verfügen zur Erzeugung ihrer Klänge über die patentierte COSM-Soundtechnologie, die ja auch in einer Unmenge von Multieffektprozessoren der Roland Tochter BOSS ihren Dienst sehr erfolgreich verrichtet.

Einen Schritt weiter gehen die Japaner nun mit dem Roland Blues Cube Stage, der die nächste Stufe der Technologie einläutet. „Tube Logic Design“ nennt sich die neue Schaltung, die in puncto Klang und Dynamikverhalten der guten alten Röhre nun noch ein gutes Stück näher kommen soll. Zwei Combomodelle, eines mit 60 und ein weiteres mit 80 Watt Leistung und dem Namen „Blues Cube Artist“ sind seit Kurzem erhältlich. Wir haben uns für einen Test die handliche 60-Watt-Version ergattert.

Front

— Roland Blues Cube Stage —

Facts & Features

Für einen 60 Watt leistenden und mit einem 12″ Speaker ausgestatteten Gitarrenverstärker präsentiert sich der Roland Blues Cube Stage geradezu schlank. Die Maße des Gehäuses betragen bescheidene 513 x 244 x 465 mm, hinzu kommt ein moderates Gewicht von rund 14 kg, das den Tragegriff auf der Oberseite des Combos beim Transportieren nicht überfordert. Der gesamte Verstärker ist mit einem cremefarbenen Tolex-Bezug beklebt, an allen acht Ecken sorgen zudem Kantenschoner aus Metall dafür, dass der Blues Cube Stage beim Anecken keine bleibenden Schäden davon trägt.

Hinter der robusten Frontbespannung sitzt der 12″ Speaker, der aus Roland eigener Fertigung stammt und den Namen „V12“ trägt. Er verträgt 80 Watt und lässt sich sehr gut von der Rückseite betrachten, denn diese ist gut drei Viertel geöffnet, was der Sache auch einen praktischen Nutzen verschafft – kann man doch hier wunderbar Kabel, Effektpedale oder Dosenbier problemlos zum nächsten Gig transportieren!

Back

— Der Blues Cube Stage von hinten —

Und wenn wir schon hier auf der Rückseite sind, dann werfen wir doch am besten gleich mal einen Blick auf die dort verbauten Anschlüsse. Neben einem Klinken-Fußschalteranschluss für den Kanalwechsel wurden hier eine Line-out-Buchse sowie ein Kopfhöreranschluss (Phones) eingeschraubt, die beide das 6,3-mm-Klinkenformat besitzen. Trotz der eindeutigen Retro-Optik hat Roland dem Blues Cube Stage auch einige moderne Features mit auf den Weg gegeben, was sich hier auf der Rückseite in Form eines USB-Ports widerspiegelt. Auf der Website von Roland lassen sich entsprechende Treiber für Mac oder PC runterladen, um aus dem Blues Cube Stage ein Audiointerface zu machen und somit schnelle und unkomplizierte Recording-Sessions direkt vom Amp in den Rechner zu ermöglichen.

Schade nur, dass man auf einen Effektweg verzichtet hat, das 80 Watt starke Schwestermodell Blues Cube Artist besitzt aber einen solchen. Und darüber hinaus noch weitere nützliche Features, wie z.B. einen Vibrato-Effekt oder eine erweiterte Klangregelung. Das alles allerdings auch zu einem deutlich höheren Preis.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Die Entwicklung ist sehr interessant. Röhrengeräte benötigen eine spezielle Behandlung (von der Aufwärmung bis zum Wechsel der Röhre). Roland hat viel Erfahrung mit erstklassigen Transitor-Amps, bei denen ein hervorragender Clean-Sound wichtig war (JC / AC). Nun auch klanglich Richtung Röhre zu gehen, halte ich für spannend!

  2. Profilbild
    slikslok

    Danke für den recht aussagekräftigen Test. Was mich in letzter Zeit beim Thema Röhrensimulation immer wundert: warum wird nie mit den frühen Versuchen verglicvhen? Ich habe einen Gibson LAB 5, dessen Sounddesign von Moog kreiert wurde und m.E. heutiger „Digitaler Simulation“ in Nichts nach steht – oder vielelicht sogar immer noch das Maß der Dinge ist? Es spricht Bände, dass B.B. King diesen Amp benutzt hat… Joe Bonamasse sagt sogar: „It’s warm and creamy and much more consistent than a Twin“… Ich fände eine Gegenüberstllung von jung und alt (analog und digital) toll.

    Konkret suche ich einen kleinen Übungsamp und bin auf Boss Katana und eben Blues Cube gestolpert. Letzterer aber fast schon zu teuer. Die Frage: wie schlagen sich inb. die Cleansounds und leicht gezerrten Sounds des Katana gegenüber dem Blues Cube?

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