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Test: Roland SP-404A, Performance Sampler

Sounds, File-Management, klangliche Eigenschaften und AD/DA-Wandlung des Roland SP-404A

Das verbaute interne Audiointerface arbeitet mit einer AD/DA-Wandlung von 16 Bit/44,1 kHz. Das ist immer noch halbwegs Standard, aber ein Wert, mit dem man sich heutzutage nicht zwangsläufig zufriedengeben muss, wenn man den Wettbewerb mit NIs Maschine MKIII und Elektrons Digitakt ins Auge fast. Was aber hörbar positiv auffällt ist, dass der Signalrauschabstand des Rolands SP404 wirklich so gut ist, dass das Eigenrauschen kaum wahrnehmbar ist. Folglich kann man den Gain am Mischpult schon sehr hoch fahren, ohne dass das Eigenrauschen des Roland SP-404A in irgendeiner Form merklich zu hören wäre oder das Nutzsignal negativ beeinflusst wird.

Sowohl WAV- als auch AIFF-Dateien kann der Roland SP-404A wiedergeben bzw. verarbeiten. Die Polyphonie liegt bei 12 Stimmen. Das bedeutet, dass bis zu 12 Mono-Samples oder sechs Stereo-Samples simultan abgespielt werden können. Jedoch sei hier bemerkt, dass mit zunehmender Stimmenanzahl Lautstärkeverluste auftreten bzw. auch schnell mal das digitale Clippen anfängt und der Roland SP-404A hinsichtlich Aussteuerungsreserve und Output an seine Grenzen stößt. Hat man gerade 6 Stereo-Samples laufen, macht sich das schnell klanglich bemerkbar. In diesem Fall muss man dann die interne Verstärkung auf entsprechenden Wert setzen, was mit weniger Ausgangsleistung gekoppelt ist hinsichtlich Lautstärke. Der interne Einstellbereich für den Gain kann folgenden Werte gesetzt werden:  -3 dB, 0 dB, 3 dB, 6 dB, 9 dB, 12 dB.

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roland sp-404a

Erst einmal angeschlossen, kann man eigentlich sofort loslegen. Auf Werkseinstellung sind die Soundbänke schon ordentlich vollgepackt mit Audiomaterial vom Branchenführer Loopmaster, wenn es um Sample-Content geht. Lediglich die letzten beiden Bänke sind frei von Audio-Content. Das Audiomaterial von Loopmaster klingt rund und macht einen vernünftigen Eindruck. Die Preset-Bänke sind so angelegt, dass sie thematisch bestimmte Styles als Sample-Kit repräsentieren.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Einige Preset-Sounds fand ich weniger spannend, andere fand ich schon sehr nützlich. Hörbar wurde beim Mastern des Materials viel Limiting eingesetzt, so dass schnell ein harsches Klangbild entsteht. Der eine oder andere mag das, ich bin irgendwann dazu übergegangen, Samples aus meiner eigenen Bibliothek zu verwenden.

Im nachfolgenden einige Soundbeispiele mit dem mitgelieferten Sample-Content von Loopmaster.

Wie bereits erwähnt, wollte ich schnell mal schauen, wie sich die ganze Geschichte mit dem Audiomaterial aus meiner eigenen Sample-Library verhält. Hierbei sei erwähnt, dass das Belegen der einzelnen Pads mit eigenen Audiomaterial ohne die Wave-Converter-Software von Roland nicht möglich ist. Will man ohne die Software arbeiten, führt der einzige Weg über die Import-Funktion, nachdem man den Import-Ordner auf der Smart-Media-Karte am Rechner mit eigenem Audiomaterial befüllt hat.

Was auch ein bisschen nervig ist, ist dass für solche Aktionen immer der Protect-Modus ausgeschaltet werden muss, was mit einer Tastenkombination beim Einschalten des SP404A durchgeführt wird. Das ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass es keine Undo/Redo-Funktion gibt. Rein Workflow bezogen eine nervige Angelegenheit. Ist der Protect-Modus erst einmal deaktiviert, importiert man mit der Kombination Shift/Pad3 die Samples aus dem Importordner auf alle frei verfügbaren Pads und Bänke. Also die, die noch nicht belegt sind. Zum Erstellen eigener Sound und Drum-Kits, empfehle ich wirklich die Verwendung der Wave-Converter-Software. Siehe Screenshot.

So geschafft, die eigene Samples sind importiert! Da ich bei meinem eigenen Audiomaterial besser einschätzen kann, wie die klanglichen Eigenschaften sind, gleich einmal das eigene Sample der 808-Kick getestet. Und siehe da, der Roland SP-404A kann auch warm, dick und geschmeidig. Schnell die Lautstärke der einzelnen Samples angepasst und los geht es.

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Der Effekt-Prozessor des Roland SP-404A

Wie bereits erwähnt, stehen dem Anwender 29 DSP-Effekte (24 Multi-FX + Filter, Voice Trans, Delay, Isolator, DJ-FX-Looper) zur Klangmanipulation zur Verfügung. Hier machte der SP404A wirklich eine gute Figur in klanglicher Hinsicht. In Kombination mit dem Remain-Taster lässt sich der präferierte  Effekt mehreren Sample-Pads und somit Instrumenten zuordnen. Das Zuordnen unterschiedlicher Effekte auf unterschiedliche Sample-Pads geht leider nicht. Auch das Erzeugen und Kreieren eigener Effektketten ist nicht möglich. Hier gibt es Alternativen auf dem Markt, die mehr können.

Dafür ist die Bedienung der einzelnen Effekt-Parameter wirklich intuitiv und in diesem Kontext wirklich ein Plus. Was mich auch sehr positiv überrascht hat ist, dass der SP404A als Standalone-Effekt genutzt werden kann. Einfach das Ext-Source-Pad gedrückt und ab geht der Spaß. Somit eignet sich der SP404A durchaus als Effektgerät für Rechner-unabhängige DJ-Setups. Im folgenden Soundbeispiel habe ich einfach den BPM-Looper benutzt und ein paar Sutter&Glitches „on the fly“ dem Signal hinzugefügt.

Da nun der Plattenspieler angeschlossen war, ging es gleich weiter und ich habe mir klassischerweise eine Disco- und Santana-Platte geschnappt und eine Sample-Session gestartet.

Sample-Aufnahme und Samples editieren mit dem Roland SP-404a

Das Aufnehmen eines Samples beim Roland SP-404A ist wirklich schnell und effektiv. Bei erloschenem Select-Taster Record drücken, so dass dieser blinkt, Sample-Pad auswählen, Signal abspielen, Aufnahmelautstärke einstellen und noch einmal Record drücken. Will man den Sample-Vorgang beenden, muss man wiederholt Record drücken. Da sich der SP-404A danach immer noch im Recording-Modus befindet, schnell ein neues Sample-Pad auswählen und gleich weitere Samples aufnehmen. Ich habe wirklich selten einen Sampler erlebt, der in diesem Kontext so effektiv ist und der Workflow ist hier extrem gut gelöst.

Zwei Platten gesampelt und das innerhalb von fünf Minuten. Top! Nun geht es ans Schneiden und Einstellen der Start- und Endpunkte. Den neuen Start- oder Endpunkt stellt man mit den designierten Mark-Tastern ein. Da der SP-404 keine Wellenformanzeige bietet, muss man hier nach Gehör arbeiten, was das Zurechtschneiden der Samples zu einem recht mühseligen Vorgang macht. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, die neuen Start- und Endpunkte für die aufgenommenen Samples festzulegen. Über Sample-Edit kann man nur bzw. zusätzlich eine Feinjustierung des Start- und Endpunktes vornehmen. Die Truncate-Funktion, also das Löschen überschüssigen Audiomaterials, sollte man aufgrund der fehlenden Undo-Redo-Funktion wohlüberlegt einsetzen.

Also irgendwie habe ich es geschafft, einen sauberen Loop zu basteln. Im Sample-Mode-Menü Gate raus genommen und Loop-Modus aktiviert, so dass – einmal das Samplepad angeschlagen – der Loop dauerhaft spielt. Hier spielt der Roland SP-404A eine seiner Stärken aus und schnell wird klar, dass es einfach ein Sampler für House-, Hiphop- und Downbeat-Produktionen ist. Im folgendem Klangbeispiel habe ich einfach einen Disco-Loop in Dauerschleife versetzt und ein bisschen mit dem internen Isolater rumgespielt.

Leider lässt die Architektur des SP-404A wahrscheinlich keine Beat-Slice-Funktionen zu. Auch das chromatische Abspielen von Sounds ist nicht möglich. Der Time-Stretch-Algorithmus und somit das Verändern der Geschwindigkeit eines Sample-Loops ist soweit in Ordnung, sollte aber nicht überstrapaziert eingesetzt werden, um Verluste in den Klangeigenschaften zu vermeiden.  Ist der Time-Modify eingestellt, passt sich das Audiomaterial automatisch dem eingestellten Pattern-Tempo an, was natürlich sehr praktisch ist. Zu guter Letzt noch ein klangliches Beispiel aus der durchgeführten Vinyl-Sample-Session.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Numitron  AHU

    Ich besitze seit 2011 einen sp404sx.
    Mag das gerät, aber diese version ist unnötig.
    Sie hätten gleich auch eine technische überholung machen sollen.
    Die preisgestaltung kann ich nicht nachvollziehen.
    2011 kostete der sx 350€.
    Ja, ich weiss inflation aber das ist wohl etwas übertrieben,

  2. Profilbild
    ForAndreas

    Die SP404 SX entspricht fast exakt der SP404A. Einziger Unterschied ist die Triggerfunktion und die Optik. Wobei natürlich auch die SP404/X von aussen angetriggert werden konnte.
    In Summe ist es Wein in alten Schläuchen und den Test zur SP404SX auf Bonedo hätte man man fast Copy und paste auf Amazona übertragen können.

    Nichtsdestotrotz ist die SP 404/555 nachwievor ein tolles Instrument. Optimale Grösse. Guter Klang und Effekte und hoher Spassfaktor. Das die Treiberschwäche der 555 nie ausgebessert wurde(wie soviele Produkte von Roland) ist schade aber die ticken da knallhart. Produktliebe und Pflege ist was anderes.

    • Profilbild
      Lars Hemmerling  

      Wie geschrieben, einzig das Faceplate ist auf Aira gemacht und der mirgelieferte Sample-Content von Loopmaster ist neu. Die hoch angepriesene Integration zur TR8 ist, wenn man MIDI versteht, auch einfach nur ein Versuch auf Marketingebene den SP-404A attraktiver zu machen. Ich hätte mir zumindest eine Step-Sequenzer Integration gewünscht. Es mach trotzdem Spaß mit dem SP-404A zu arbeiten. Manchmal fokussiert weniger Möglichkeiten auch auf das Wesentliche.

  3. Profilbild
    Roller  

    Ich finde der Test haette durchaus mehr kritische Gewichtung hinsichtlich AIRA Kompatibilitaet vertragen koennen. Denn offensichtlich sollte ja mit diesem „Update“ eine Bruecke zu AIRA geschlagen werden. Dafuer ist das gebotene aber ziemlich mau und preislich ganz schoen happig.

  4. Profilbild
    Der_Brechreiz  

    Ich stimme ForAndreas zu, die SP404 ist eine tolle Spaßkiste.

    Aber 492 € für eine Gerät welches im Grund schon 12 Jahre in den Regalen steht, ist schon eine gewaltige Dreitstigkeit von Roland…

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