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Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

29. Juni 2021

Das Omen von Schecter

Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

Schecter werden hoffentlich in diesem Jahr verstärkt auftreten – speziell die PT-Serie wird ausgebaut und wird von uns ein bisschen unter die Lupe genommen, denn Fakt ist – Schecter bauen ein paar der besten Metal-Klampfen überhaupt. Aktuell jedoch besteht der Eindruck, dass die Firma andere Akzente setzen will. Genau da setzt die PT-Serie an, doch die Firma wird ihre Wurzeln so schnell nicht vergessen. Und daran anknüpfend widmet sich dieser Test einem anderen Thema:

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Existieren gute 7-Saiter im Niedrigpreissektor?

Nun gut, Niedrigpreis sei dahingestellt. Eher Mittelsektor, aber Fakt ist: Wenn Siebensaiter eins mit sich bringen müssen, dann ein hohes Verarbeitungsniveau, einen guten Sattel, eine hochwertige Brücke. Es ist ein leidliches Thema, aber eins, das den meisten bekannt sein dürfte: Viele Siebensaiter leiden unter einer mäßigen Stimmstabilität, speziell die billigen oder nicht ganz so teuren. Wenn eine Firma es schaffen könnte, diesen Fluch zu brechen, dann ist es Schecter. Die Omen Extreme für knapp 500,- Euro war schon ein Schritt in die richtige Richtung. Baut die Elite-Ausführung des vielleicht populärsten günstigen Siebensaiters darauf auf? Finden wir es raus.

Schecter Omen Elite-7 E-Gitarre – Facts & Features

Ein paar Worte zum Thema Stimmstabilität: Als stimmstabil gilt eine Gitarre gemeinhin, wenn sie eine Konzertlänge durchhält, ohne dass man sie nachstimmen muss. Wenn der Sattel gut verarbeitet ist, die Kerben entsprechend an die Saiten angepasst sind und man es nicht mit einem frei schwebenden Tremolosystem zu tun hat, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Gitarre stimmstabil ist. Bei siebensaitigen Gitarren hat man es mit einem breiteren Hals, aber üblicherweise mit der Mensur von Standardgitarren zu tun – es gelten hier also beim Thema Stimmstabilität ähnliche Regeln. Guter Sattel, stabile Brücke und auch nicht zu verachten: das richtige Saitenaufziehen. Maximal fünf Wicklungen, bei Bass-Saiten idealerweise nur zwei bis drei.

Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

Aber das nur am Rande. Die Schecter Omen Elite 7 kommt ohne Tremolo-System und Locking-System aus und trifft keine besonderen Maßnahmen, um die Stimmstabilität zu gewährleisten. Dann wird es wohl auf die Verarbeitungsqualität ankommen. Beim Korpus sind keine Kompromisse eingegangen worden – Mahagoni, überlegt mit einer Decke aus Maserpappel und einer See-Thru-Blue-Burst-Optik, die hochwertig anmutet. Ich bin für meine Behauptung, dass geschraubte Hälse sich negativ auf das Sustain auswirken können, schon des Öfteren hier angegangen worden. Dass bei Schraubung aber ein Schwingungsverlust stattfindet, ist eine Behauptung, über die man immer wieder stolpert. Nichtsdestotrotz – unlackierter Ahorn stellt meine persönliche Präferenz in Sachen Hälse dar, geschraubt oder nicht.

Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

Und gleich zu Beginn beim ersten Berühren merke ich bereits – die Schecter Omen Elite macht einen entscheidenden Punkt richtig: die Thin C-Halsform ist perfekt für meinen Gebrauch. Ein sehr entgegenkommender, abgeflachter und trotzdem starker Hals mit ordentlich Grip. Ich würde mich nichtsdestotrotz freuen, endlich mal eine Siebensaiter mit einem Ahorngriffbrett in der Hand halten zu dürfen. In diesem Falle wagt die Schecter Omen Elite 7 keine Experimente: Palisandergriffbrett, Pearl-Lines als Einlagen und schwarzes Binding bis zum mit Schecter-Tunings bespicktem Kopf. Die 24 X Jumbobünde passen zum 406 mm Griffbrettradius und der knapp 50 mm breite Sattel ist von der Sorte Graph Tech Black Tusq in XL Ausführung. Da stellt sich schon ein „Oh oh“ ein – meine Meinung zu den Graph Techs ist gespalten, aber ich kann mir vorstellen, dass hier die Stimmstabilität Siebensaiter ohne Locking-Mechaniken das Nachsehen haben könnte.

Schecter Omen Elite-7 – Humbucker der Siebensaiter

Die Elektronik ist inzwischen selten das, was bei siebensaitigen Gitarren die Spreu vom Weizen trennt. Die meisten aktiv arbeitenden Pickups von Seymour Duncan haben ein gleichmäßiges Frequenzspektrum mit einem kleinen Mitten-Dip, verstehen sich darauf, auch Mehrklänge transparent wiederzugeben und arbeiten auf hohem Niveau. Es gibt wenige E-Gitarren von Schecter, die mit SDs bespickt sind, die ihren Zweck völlig verfehlen oder blechern und starr agieren. Wir befinden uns im Jahre 2021 und das allgemeine Niveau von Humbuckern, speziell von Seymour Duncan, ist selten untere Schublade. Die Schecter Diamond Heretic Humbucker sind mir jedoch kein Begriff und ich bin gespannt, wie sie sich in unmittelbarem Vergleich zu einer Ibanez RG Siebensaiter mit Seymour Duncan Pickups schlagen werden.

Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

Vom Prinzip her sollen die Heretic den Schecter Custom Shop Apocalypse Humbuckern nahe stehen. Gibt es ansonsten Features wie Push-Pull-Funktionen? Nein, gibt es nicht – wie gesagt, das hier ist ein vergleichsweise niedriges Preisniveau, mit großen Überraschungen braucht man also nicht zu rechnen. Zwei Regler, ein Volume- und ein Tone-Poti runden das Ganze ab und ein Fünfwegschalter erlaubt eine Reihe von Soundoptionen, die wir uns nun im Praxisteil genauer ansehen werden.

Test: Schecter Omen Elite-7, E-Gitarre

Schecter Omen 7 Elite – siebensaitige Gitarre in Praxis

Wir schauen uns die Schecter Omen 7 Elite mithilfe den Two Notes Cab Sims und dem REVV G20 Amp und seinen 6V6 Röhren an. Schauen wir mal, wo sich die Schecter Omen Elite klanglich im Vergleich mit der höheren Preisklasse einordnen lässt.

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Nachdem ich die Gitarre eine Stunde ungefähr durchspielte, muss ich mehrmals nachstimmen, aber ab einem gewissen Punkt stellt sich der Einrasteffekt ein – die Stimmung bleibt erfreulich stabil und ein Nachstimmen ist kaum noch nötig. Meine größte Befürchtung stellt sich also nicht ein – die Schecter Omen Elite 7 ist vergleichsweise stimmstabil, vor allem für den Preis.

Kommen wir zum Sound. Wie eingangs erwähnt – die Schecter Heretics sind sehr nah an den Schecter Apocalypse Humbuckern. De facto so verblüffend nahe, dass mir kaum ein Unterschied auffällt. Ich habe jahrelang eine Schecter mit Apocalypse Humbuckern gespielt und habe den Sound sehr deutlich im Ohr. Die Schecter Heretics klingen ein bisschen rauer, vor allem der Neck-Pickup, ist aber insgesamt sehr nahe am Apocalypse. Gleich vorweg – ich habe beim Praxistest den Schwerpunkt auf das High-Gain gelegt. Und was mich immer sofort interessiert – wie gut handhaben die Pickups bei hohem Output und viel Gain ein breites Frequenzspektrum. Die Resonanz der Harmonien geht nicht flöten oder wird hässlich – die Schecter Heretics leisten hier was.

Als nächstes probieren wir uns mithilfe des Fünfwegschalters durch die einzelnen Humbucker, ausgehend vom Bridge-Pickup. Die Zwischenposition zwischen mit und Bridge könnte ein bisschen heller ausfallen, ansonsten gibt es hier keine Überraschungen.

Nun versuchen wir uns an der wichtigsten Position, dem Bridge-Pickup und nehmen ein paar rudimentäre Beispiele auf, um ein Gefühl für die Pickups zu kriegen. Sie sind, wie gesagt, nah an den Apocalypse, aber die sind schon noch eine Ecke „sauberer“ und klinischer. Die Heretics sind keineswegs PAF-Material, aber sie können schon ordentlich kratzen, verlieren aber trotz ihres hohen Outputs nie an Kontur. Für Rhythmus-Passagen mit abgedämpftem Riffing sind die Humbucker wie gemacht.

Für den Fall, dass Akkorde im Raum stehen gelassen werden sollen, kippt das Klangbild ein Stück weit. Die Mitten verwischen für meinen Geschmack ein bisschen zu stark, wenn man die Klänge stehen lässt.

Nun schauen wir mal, wie gut die Heretics ein wirklich tiefes Frequenzbild stemmen – wir stimmen die Gitarre auf Standard C und nutzen den Neck-Pickup. Beißt und brutzelt, bleibt aber ausgewogen, wenn wir hohe Dissonanzen, die beispielsweise für Djent typisch sind, einstreuen.

Nun überprüfen wir das Sustain der Schecter Omen Elite, lassen die Gitarrenwand so lange wie möglich im Raum stehen und stellen fest: langen Atem hat sie, die Siebensaiter.

Edel, edel – hätte ich nicht gedacht. Ein bisschen habe ich mich immer am Clean-Sound der Apocalypse gestört. Der war nicht schlecht, aber dieses leicht glockige, das den Heretics zu Eigen ist, gefällt mir fast besser. Wir nutzen beim Beispiel „clean 2“ übrigens die Zwischenschaltposition unter dem Neck.

 

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Fazit

Solide verarbeitet, stimmstabil, mit brutzelnden, starken Tonabnehmern, die einen überraschend glockigen und angenehmen Clean-Sound entfalten. Die Schecter Omen Elite 7 ist dem Vorgänger in Sachen Stimmstabilität und Hardware-Qualität überlegen, besitzt keinerlei Überraschungen, ist dafür aber für seine 629,- Euro ein ausgezeichnetes Geschäft. Die Humbucker arbeiten präzise und transparent, die Bridge-Position gut genug, um mit einigen Siebensaiter aus höheren Preisriegen mithalten zu können. Hier gibt’s nichts zu meckern – Daumen hoch, Schecter.

Plus

  • gute Verarbeitung
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • gute Klangtransparenz bei hohem Output

Preis

  • 629,- Euro
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