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Test: Schecter Synyster Gates Custom S

Sound/Praxis

Wuchtig und voluminös klingt die Schechter Synyster Gates Custom S bereits trocken angespielt. Der akustische Grundsound ist sehr ausgewogen mit einer Tendenz zum bassigen, eben ganz typisch für eine Vollmahagoni-Konstruktion.

Trotz des relativ hohen Gewichtes des Instrumentes schmiegt sich die Gitarre gut an den Körper an, und die 648 mm-Mensur dürfte die meisten Spieler vor keinerlei allzu große Probleme beim Bespielen stellen. Geschmacks- und letztlich auch Gewöhnungssache stellt allerdings der lackierte Hals dar, der für manch schwitzige Greifhand ein Hindernis sein könnte. Besitzer von Gibsons Les Paul oder ähnlichen Instrumenten dürften sich an so etwas vermutlich nicht stören, für Spieler von „naturbelassenen Hälsen“ allerdings bedarf es schon einer gewissen Umgewöhnung. Die wirklich massiven Jumbo-Frets wurden sehr sauber in das Griffbrett eingelassen und verzeihen auch mal nicht ganz sauber gegriffene Töne/Akkorde, und das weit ausgeschnittene Cutaway gestattet das Bespielen des Halses bis hinauf zum 24. Bund absolut problemlos.

Am Verstärker eingestöpselt macht die Synyster Gates Custom S genau den Job, für den sie geschaffen wurde. Der SD Invader-Pickup in Stegposition liefert ein absolutes Metal-Brett, sehr ausgewogen im Sound mit einer hohen Ausgangsleistung und mit einem druckvollen Bass. Matschen oder ähnliche Unarten scheinen diesem Pickup fremd zu sein, denn auch bei höchsten Gain-Settings bleibt der Sound stets differenziert und sehr sauber.

Ganz besondere Freude bereitet aber natürlich der Sustainiac-Pickup in der Halsposition. Auch ohne aktivierte Elektronik bietet dieser Pickup ein sauberes und nicht ganz so harsches Metal-Brett wie der Stegpickup, der Clou ist aber sicher der Sustain-Effekt, welcher die Gitarre, je nach Lust und Laune wie eine singende Säge oder fast schon wie eine Steel-Guitar klingen lässt. Fans von den Sounds von The Edge (U2) oder auch Steven Rothery (Marillion) werden hier ihre absolute Freude haben!

Einzig und allein das nicht ganz verstimmungsfreie Vibrato trübt den Eindruck einer Gitarre, an der es sonst nur wenig auszusetzen gibt. Allenfalls am Preis, denn trotz der hochwertigen Bauteile, wie dem besagten Floyd Rose-Vibrato und den Seymour Duncan-Pickups, tummeln sich am Markt eine ganze Menge Instrumente koreanischer Fertigung, die zumeist für den halben Preis zu haben, aber deshalb aber keineswegs schlechter sind. Aber so ist das nun mal mit Signature-Modellen: Es war schon immer etwas teurer, die gleiche Gitarre zu besitzen wie (s)ein berühmtes Vorbild!

-- Seymour Duncan-Pickups und Original FR-Vibrato - leider nicht ganz verstimmungsfrei --

— Seymour Duncan-Pickups und Original FR-Vibrato – leider nicht ganz verstimmungsfrei —

Fazit

Bis auf das nicht so recht in Stimmung bleiben wollende Vibrato-System hinterlässt die Schecter Synyster Gates Custom S im Test einen durchweg positiven Eindruck. Das Instrument ist tadellos verarbeitet und besitzt mit seinen zwei Seymour Duncan-Pickups zwei schlagkräftige Argumente für einen kompromisslosen Metal-Sound. Ganz besonders sticht natürlich der Sustainiac-Pickup hervor, welcher den Grundsound der Gitarre deutlich erweitert und sie für weit mehr als nur puren Metal empfiehlt. Bedingt durch die Vollmahagoni-Konstruktion könnten sich durchaus auch Blueser an diesem Sound erfreuen, wenn auch die Optik mit den übermäßig ausgeprägten Hals-Inlays und der eher extrovertiert designten Kopfplatte doch vermutlich mehr die Heavymusiker ansprechen dürfte.

Klare Minuspunkte sind aber natürlich das nicht verstimmungsfreie Vibrato – und dass bei einem Straßenpreis von immerhin 1400,- Euro kein Case mitgeliefert wird.

Soundbeispiele: Ampeg Röhrencombo, Shure SM57 und Logic Audio ohne weitere Bearbeitung.

Plus

  • Verarbeitung
  • Grundsound
  • Pickups

Minus

  • Vibrato nicht ganz verstimmungsfrei
  • kein Case o.ä.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • UVP: 1649,- Euro
  • Straßenpreis: 1398,- Euro
Klangbeispiele
Forum

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