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Test: Shakmat Four Bricks Rook, Eurorack Trigger-Sequencer

22. Oktober 2021

Trigger Rochade

shakmat four bricks rock test

Shakmat Four Bricks Rook, Eurorack Trigger-Sequencer

Der Shakmat Four Bricks Rook ist ein kompakter (16 HP, 27 mm tiefer) 4-Spur Trigger-Sequencer für das Eurorack. Er beinhaltet zwar vorgefertigte Patterns, aber diese können alle überschrieben werden. Wollen wir uns den Shakmat Four Bricks Rook, der in Belgien entwickelt wurde und übrigens auch als Bausatz erhältlich ist, einmal genauer anschauen.

Hardware des Shakmat Four Bricks Rook

Mitgeliefert werden vier Schrauben sowie ein Eurorack-Buskabel und eine Faltanleitung mit allen wichtigen Informationen. Beim Anschluss muss man aber vorsichtig sein, denn der Stecker auf dem Modul besitzt keine Wannenfassung. Zwar ist die Stelle für den -12 V Eingang handschriftlich markiert, aber es bleibt dennoch die Gefahr eines fehlerhaften Anschlusses bestehen.

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Das Modul hat vier Trigger-Ausgänge, deren Trigger-Länge auch verändert werden kann, und insgesamt 6 Eingänge. Einer davon ist ein Clock-Eingang. Dieser ist auch zwingend notwendig, denn eine eigene Clock kann der Shakmat Four Bricks Rook nicht erzeugen. Die restlichen Eingänge betreffen zum Einen die Steuerung der Parameter, die auch über die drei Potis mit den ausnehmend hohen Potikappen auf dem Modul zu finden sind (TABLE, LENGTH, SHIFT). Und zum anderen die Performance-Parameter FILL ALL und RESET.

Shakmat Four Bricks Rook

Es gibt auch eine Display-Sektion, die aus einer 7-Segment-Anzeige und fünf orangefarbenen LEDs besteht. Das kleine Schaftpoti dient zur Menüsteuerung. Unterhalb der o. g. hohen Performace-Potis befinden sich dann die Taster für die Funktionssteuerung und schließlich ganz unten die vier größeren Pad-Taster, mit denen u. a. die Aufnahme eigener Patterns erledigt werden kann. Es sind keine gummierten Pads, sondern einfache Taster, unter denen das Einspielen ein wenig leidet. Zudem gibt es noch einige LEDs, die Status und Optionen anzeigen.

Insgesamt wirkt die Hardware des Shakmat Four Bricks Rook recht hochwertig, auch wenn gerade die Pad-Taster ein wenig in ihrer Fassung wackeln, was deren Benutzung aber keinen Abbruch tut. Die Potis haben einen angenehmen Widerstand und die Buchsen sind mit dem Gehäuse verschraubt. Das Menü-Poti ist allerdings sehr schwer zu bedienen, selbst mit spitzen Fingern, zudem lässt sich das Display im Betrieb auch nicht problemlos ablesen.

Funktionsweise des Eurorack Sequencers

Ein Pattern wird beim Shakmat Four Bricks Rook TABLE genannt und es gibt 16 Bänke, die je acht Tables enthalten; diese können bis zu 32 Steps lang sein. Ein Step entspricht dabei einem Eingang auf der Clock. Die Banks werden über eine Kombination mit dem Function-Key geladen. Alle orangefarbenen Funktionen der Taster werden so aufgerufen. So gelangt man über FUNC+REC in die Load-Pattern-Funktion des Shakmat Four Bricks Rook. Wie gesagt, ich würde das eher die Bank nennen, bleiben wir aber im moduleigenen Jargon, solange es geht. Das Schaftpoti wählt dann ein Pattern von 0 bis F aus. Die Abholfunktion scheint mir dabei überflüssig zu sein, ich finde, sie stört eher. Was die Anleitung aber zunächst verschweigt, wie denn nun tatsächlich das neue Pattern in den Speicher geladen werden kann.

Shakmat Four Bricks Rook - Interface

Shakmat Four Bricks Rook – Interface

Tatsächlich ist das einfach per einfachen Druck auf den REC/LD PTRN-Taster zu erreichen. Die Menü-LEDs blinken ein wenig und das Pattern wird eingeladen. Obwohl es bei der Aufnahme eine Anzeige gibt, wo eigentlich die Eins der Sequenz zu finden ist, ist das kurze Erlöschen der REC-LED alleine kaum zu treffen, man muss es immer zusammen mit der Clock-LED betrachten, die ist aber viel weiter oben und aus vielen Blickwinkeln schlecht zu erkennen; ein Klick ist zur Aufnahme also Pflicht, zumal im Play-Modus gar kein Hinweis auf den Beginn des Patterns angezeigt wird.

Wechselt man also das Pattern über LD PTRN, wird es relational zum gerade Laufenden abgespielt. Soll heißen, war der letzte Step der Elfte, so beginnt das neue Pattern eben beim nächsten Clock-Impuls auf der zwölften Position.

Mit dem LENGTH-Poti legt man die Abspiellänge der Table fest. Zur Auswahl stehen 32, 24, 16, 12, 8, 6, 4, 3, 2 und 1 Step-Länge. Mit dem SHIFT-Poti kann man dann verschiedene Bereiche, abhängig von LENGTH anfahren. Die Abbildung zeigt das ganz gut.

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Shakmat Four Bricks Rook – Shift Funktion

Hat die Table 32 Steps und man stellt LENGTH auf 8, so kann man eben vier verschiedene Bereiche über das SHIFT-Poti erreichen. Natürlich geht das alles auch über die entsprechenden CV-Eingänge, die die korrespondierende CV-Spannung zur Poti-Position über ein +/-5 V Signal verändern können.

Factory-Tables des Shakmat Four Bricks Rook

Diese sind in Musicans- und Utility-Tables eingeteilt. Die Ersteren wurden von verschiedenen Künstlern u. a. auch Richard Devine beigesteuert. Die Letzteren sind eher technischer Natur wie beispielsweise „Binary Divide/Multiply“. Hier eine Liste.

Musicians tables
0 Shakmat’s Basics
1 Richard Devine’s Beats
2 Ucture’s Raight Tree
3 Ripit’s Nasty steps
4 Osica’s Tech Fundamentals
5 Mudd Corp’s Metropolitan Usefull Drum Device
6 Konstantine’s Funky Patterns 7 Latin Classics
8 Old Time Classics
9 Euclidean Combos

Utility tables
A Binary divide/multiply
B Ternary divide/multiply
C Mixed divide/multiply
D Multiply 1 to 8 E Swing 16th
F Swing 8th

Achtung Aufnahme – Shakmat Four Bricks Rock

Die Aufnahme kann jederzeit aktiviert werden, wobei die Eingabe ausschließlich über die Pad-Taster vorgenommen wird. Eine Quantize-Funktion kann schon während der Aufnahme aktiv sein, ansonsten wird in einem „High-Precision“-Mode aufgenommen. Die Funktion hängt natürlich von der eingehenden Clock ab. Es kann also bei einer eingehenden 16tel-Clock kein 32tel-Quantize eingestellt werden.

Genau so wie die Tables jeweils ein FILL enthalten, kann man im Shakmat Four Bricks Rook auch A/B-Variationen aufnehmen. Wichtig ist jedoch, dass die Aufnahme zunächst nur im Buffer vorliegt. Erst durch Speichern über SV TBL werden die Table-Daten des Shakmat Four Bricks Rook permanent gespeichert. Der Trigger-Sequencer besitzt auch noch einen Random-Mode, der immer mal wieder FILLS einstreut, jedoch mehr am Ende einer Sequenz. Diese Fills kann man auch manuell temporär aufrufen (über den Abspiel-Modus FILL) und das über die Pad-Taster für jede Spur einzeln. Oder man kann das FILL auf der Spur ständig laufen lassen über den PTRN-Modus. Mit MUTE schaltet man einzelne Tracks stumm.

Shakmat Four Bricks Rook - Die Kabel verdecken das Display

Shakmat Four Bricks Rook – die Kabel verdecken das Display

Bedienung des Shakmat Four Bricks Rook

Nachdem ich eine Weile mit den Factory-Tables des Shakmat Four Bricks Rook rumgespielt habe, mache ich mich nun an die erste Aufnahme. Ich möchte das hier akribisch beschreiben, der Grund dazu wird später offenbar. Zunächst reinitialisiere ich die Factory-Tables. Beim Anschalten einfach zehn Sekunden lang alle Pad-Taster drücken und schon sollen alle Tables wiederhergestellt sein. Ich sage sollen, weil mir zunächst auf allen Banks immer nur die gleiche Table begegnete. Nun, nach einer Weile schien das wieder OK zu sein.

Shakmat Four Bricks Rook, Eurorack Trigger-Sequencer test

Zurück zur Aufnahme. Dazu lösche ich also zunächst die laufende Table 0 der Bank 0. Ich hole mir über die externe Clock auch einen Klick, denn ohne den geht es nicht, das haben kurze Versuche schon gezeigt.

Ein einfacher, langweiliger 4-to-the-floor-Beat ist mein Ziel – genial und innovativ, ich weiß. Die Table-Length stelle ich auf 32, denn man kann auch nur auf einem Bereich der Table aufnehmen, der zudem auch noch von der Shift-Funktion ausgewählt werden kann – im Prinzip gut für präzise Veränderungen an einem schon aufgenommenen Beat.

Ich klopfe die Bass-Drum, die Snare und die beiden HiHats ein. So weit, so gut. Um sicher zu sein, speichere ich meine geniale Kreation auf Table 0, Bank 0. Seltsam finde ich zunächst, dass alle Tables der Bank 0 nun mein gerade erstelltes Pattern enthalten. Ich spiele also ein wenig rum und da ich minimale Änderungen im Verlauf der 32 Clock-Schläge (was bei einer 16tel-Clock eben 2 Takten entspricht) eingespielt habe, kann ich auch über die Length- und Shift-Einstellungen schön mit dem vorhandenem Material spielen – diese Rechnung geht also auf. Man kann mit begrenztem Material viel machen und vor allem für Break-Beats ist das ergiebig.

Einziges Problem hier ist das exakte Treffen der Eins. Denn bei einer von Length 1 wird ja immer die erste Stelle der Table wiederholt – und wenn da nicht die Bass-Drum liegt, muss man sie über Shift eben erst suchen. Das ist mir für eine reale Anwendung aber noch zu wenig. Ich stelle Table auf 4 (wo ja seltsamerweise auch meine gerade eingespielte Table liegt) und lösche die Bass-Drum über Erase, die auch brav verschwindet. Über eine wilde Klopferei erstelle ich dann ein unregelmäßiges Pattern, die Quantize-Funktion sorgt dafür, dass alles in der Clock bleibt. Aus Spaß mache ich das Ganze einmal ohne Quantize und ich muss sagen, die Auflösung ist hoch genug, dass es beliebig „schlecht“ klingen kann, wenn man kein Taktgefühl besitzt.

Shakmat Four Bricks Rook, Eurorack Trigger-Sequencer test

Um jetzt zur Pointe zu kommen: Ich möchte also auf Table 4, Bank 0 abspeichern. Dabei fällt mir auf, dass das Pattern beim Speichern einen kleinen Schluckauf bekommt – Live also nicht zu empfehlen. Jetzt sollten in Table 0 und Table 4 der Bank 0 verschiedene Patterns liegen – Pustekuchen. Wiederum liegt auf allen Tables der Bank 0 nun mein gerade erstelltes Pattern. Neugierig probiere ich andere Bänke aus – und überall ist nur noch mein Pattern zu finden.

Auch das AB-Recording wollte nicht gelingen, mit dem man sonst die Fills einspielt. Nach einer Weile verwirrte mich das Shakmat Four Bricks Rook immer mehr. Nachher habe ich dann verstanden, dass die A/B-Plätze nichts mit den Fills zu tun haben.

Andere Nutzer haben aber ihre Freude an dem Modul. Sie schreiben z. B: „Habe noch einen Four Bricks gekauft, weil ich finde er ist brillant. Außerdem wollte ich den Vibe fühlen mit zwei Geräten – wie eine prozedurale 909″

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Fazit

Eins ist für mich klar, für Live-Situationen ist der Shakmat Four Bricks Rook schwerlich geeignet, da das Interface eben zwar intuitiv zu bedienen ist, man aber oft mit den A/B-Patterns und Fills durcheinanderkommt.

Die Erklärung mit den Length- und Shift-Variationen ist an sich gut zu verstehen; setzt man das aber dann in der Praxis ein, ist es recht schwer zu meistern. Da bei Length zwar die Einstellungen fix und auch aufgedruckt sind, das Anfahren jedoch kaum präzise gelingt, so dass es in Live-Situationen schon mal zu ungewollten und unpassenden Beats kommen kann, zudem die Eins beim Einspielen auch noch schwer zu treffen ist. Dazu kommt, dass die Einteilung des Shift-Potis, sich ja je nach Length-Einstellung ändert, schwer zu lernen ist. Man müsste zehn verschiedene Poti-Einteilungen verinnerlichen – ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber ein echter Deal-Breaker war mein (das) Unvermögen, verschiedene Patterns auch auf verschiedenen Tables und Banks zu speichern, obwohl das ausdrücklich möglich sein soll. Eine Anfrage beim Support wurde nach kurzer Zeit beantwortet, leider kam es vor Erscheinen des Tests zu keiner Lösung.

Plus

  • Auswahl über SHIFT und LENGTH ergiebig

Minus

  • rätselhafte Lade-/Speichervorgänge

Preis

  • 315,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    bnckd

    Ich hatte exakt diese Probleme mit dem bricks. Patterns speichern, wechseln, tables aussuchen – alles komplett random. Recorden auf die 1, eingeklopfte Sachen abrufen, features nutzen, alles random. Was super funktioniert ist einfach wild reinklopfen und dann aufnehmen und in ableton zurechtloopen. Aber irgendwie ist der work flow für alles andere einfach zu umständlich und das Menudiving meist nicht nachvollziehbar. Hatte auch 2 andere shakmat module und mit allen dieselben Probleme. Irgendwann gab ich auf und sie landeten am Marktplatz.

  2. Profilbild
    Dirk E. aka Xsample  RED

    Danke für den informativen und gut geschriebenen Test. Bisher hatte ich mit den Shakmat-Modulen nur gute Erfahrungen und auch der Support hat bei meinen DIY-Modulen immer gestimmt. Mein Lieblings-Modul von denen ist meine Clock-Allzweckwaffe Clock O’Pawn. Das FBR stand eigentlich ganz oben auf meiner Haben-Wollen-Liste. Da werde ich wohl vorher aber nochmal recherchieren müssen …

    • Profilbild
      t.goldschmitz  RED

      Hey. Das mit dem Support muss ich auch jetzt relativieren. Er hat sich gemeldet, leider war der Test schon vorher raus (heiße Nadel). Das kommt aber auch noch ins Fazit – asap.

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