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Test: Tubbutec 6equencer, Eurorack Trigger-Sequencer

3. September 2021

Kompakter Antreiber mit Berliner Accent

tubbutec 6equencer eurorack test

Tubbutec 6equencer, Eurorack Trigger-Sequencer

Meine erste Begegnung mit der kleinen Firma Tubbutec aus Berlin war eine sehr herzliche. Das DIY-VCO-Herz mit Namen Wired Heart war so niedlich, dass ich es mir gleich zulegen musste. Erst als Spielzeug belächelt, war es am Ende doch ein erstaunlich ernstzunehmender und ziemlich ergiebiger Soundlieferant für die SD-Karten meiner Eurorack-Sampleplayer. Die zweite Begegnung war eine wirklich sehr interessante Newsmeldung bei uns zu einem mikrotonalen modularen Multitool mit Namen µTune für das Eurorack-Modularsystem. Das klang ja mal richtig interessant und lies mich aufhorchen, denn der Sprung vom Herzchen-Soundtool in Bereiche dieser Kategorie war dann doch schon recht erstaunlich. Dem Wundern weicht aber Ehrfurcht, wenn man auf das Portfolio der kleinen Berliner Techschmiede um Mastermind Tobias Münzer schaut und dort neben einigen Eurorack-Modulen auch diverse coole Nachrüstungen für Vintage-Synths entdeckt.

Nun schickt man aus Berlin einen brandneuen Trigger-Sequencer in das Rennen um die Gunst der Eurorack-Modular-Gemeinde und ich freue mich schon riesig auf diese Begegnung der dritten Art: Trommelwirbel und Nebel bitte! Spots an! Vorhang auf! Wir testen für euch den Tubbutec 6equencer.

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Was ist der Tubbutec 6equencer?

Der Tubbutec 6equencer ist ein 8-Spur Trigger-Sequencer im Stil der Roland TR-606 für das etablierte Eurorack-Format, wahlweise in 3U oder im beliebten Intellijel-Format in 1U. Er bietet 16 Pattern-Speicher und einen Song-Mode mit bis zu 32 Patterns. Für jede Spur kann die Pattern-Länge unterschiedlich eingestellt werden, wodurch sich interessante rhythmische Strukturen erzeugen lassen. Verschiedene Abspielrichtungen, Gate-Probabilities und eine Mute-Schaltung runden die enorme Feature-Liste ab.

Durch die Verkettung weiterer 6equencer können je nach Link-Mode entweder längere Sequenzen oder aber mehr Drum-Stimmen abgespielt werden. Die einzelnen Trigger kann man sowohl am Modul selbst, als auch über MIDI einspielen und ihn damit gleichzeitig auch als MIDI-CV-Interface verwenden.

Der Tubbutec 6equencer wird ausgepackt

Aus der hübsch gestalteten Pappschachtel schält sich der sehr kompakte 6equencer, das übliche Eurorack-Powerkabel, ein Link-Kabel zur Verbindung mit weiteren 6equncern, eine Bedienungsanleitung in englischer Sprache sowie ein handliches, kleines Infoblatt, Cheat Sheet genannt, auf dem alle Einstellungen des Config-Menüs noch einmal für den Schnellzugriff hinterlegt sind – sehr lobenswert.

Tubbutec 6equencer Userbild Verpackungsinhalt

Ein Schraubenset suche ich vergebens, aber kein Problem: Der Test wird daran mit Sicherheit nicht scheitern. Denn im gut sortierten Haushalt eines Eurorack-Modularisten sind immer passende Schrauben als Ersatz vorhanden.

Mit seinen gerade mal sechs Teileinheiten Platzbedarf dürfte der Tubbutec 6equencer wohl auch im engbemessensten Case noch ein kuscheliges Plätzchen finden. Die mobilen Modularisten werden nun aufhorchen: Die Einbautiefe des 6equencer beträgt gemessene 27 mm und ist damit bestens Skiff-tauglich. Der maximale Stromverbrauch liegt auf der +12 V-Leitung bei 40 mA, die anderen beiden Leitungen des Eurorack-Powerbusses werden nicht benötigt. Die Output-Trigger und auch die Gate-Spannungen haben einen Wert von 5 V.

Tubbutec 6equencer Userbild Rückseite

Die Rückseite des ultraflachen Tubbutec 6equencers zeigt die nackige Stiftleiste des damit nicht verpolungssicher angelegten Eurorack-Poweranschlusses sowie neben Hunderten von Lötpunkten und SMD-Bauteilen auch noch die beiden Link-Buchsen zur Aufnahme des Link-Kabels für die Kaskadierung mit weiteren 6equencern.

Dann ab ins Testcase mit dem kleinen Racker, natürlich mit Washer unter den Schrauben, denn wir wollen doch die hübsche Frontplatte nicht zerkratzen. Im Testcase warten auf den Berliner Antreiber schon einige Drum-Module von SoundForce und der auch von mir getestete Squarp Instruments Rample.

Da der 6equencer eine Clock für den Betrieb benötigt, schalte ich davor meine Allzweck-Clock-Waffe, den Shakmat Modular – Clock O’Pawn. Damit kann ich bei Bedarf Swing zur Clock hinzufügen, habe immer die Kontrolle über Play und Stop und kann das System, wenn nötig, auch über MIDI zur DAW synchronisieren.

Tubbutec 6equencer Userbild System ungepatcht Front

Der Rest des Setups besteht aus diversen Mixern für die Audiosignale (Doepfer A-138s und CCTV Nerve Centre DIY), einer ultracoolen Pegelanzeige (Tesseract Blinks: Auge isst bekanntlich mit) und dem Frequency Central StasisLeak DIY als Effektgerät. Damit sollte man doch schon eine Menge ganz cooler Sachen anstellen können – oder?

Überblick: Tubbutec 6equencers

Ich schlage vor, wir schauen uns jetzt die Bedienoberfläche bei einem kleinen virtuellen Rundgang über die Frontplatte des Tubbutec 6equencer an. Dabei erkläre ich auch gleich die Funktionsweise der Bedienelemente und nenne Besonderheiten, wo nötig.

Die kleine Frontplatte ist geradezu proppevoll mit 17 Tastern, 16 LEDs und 10 Buchsen, wirkt aber trotz der Fülle sehr aufgeräumt und gut strukturiert.

Tubbutec 6equencer Herstellerbild 3U_front

Ich beschreibe hier zwar die 3U-Variante des 6equencers, aber die Beschreibung gilt für beide Varianten gleichermaßen, da sie sich nur im Einbauformat der Richtung (1U längs / 3U hoch) unterscheiden und bei der 1U-Variante die 16 Tasten kleiner sind.

Tubbutec 6equencer Herstellerbild 1U_front

Ausnahmsweise fangen wir mit dem Rundgang ganz unten rechts an. Dort finden wir den Taster FUNC. Dieser Taster ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Bedienung des 6equencers und kommt immer ins Spiel, wenn man Instrumente, Modi und Funktionen auswählen will. Ganz einfach Taste FUNC gedrückt halten und dann über eine der anderen Tasten die entsprechende Wahl treffen. Mit einem längeren Druck auf die entsprechenden Taster der Wahl aktiviert man deren Doppelbelegung. Mit dem Taster FUNC verlässt man auch wieder Funktionsbereiche, analog der ESC-Taste für Microsoft Windows-Systeme. Der klassische Performance-Mode ist immer die Direktbelegung der Taste, die Doppelfunktion sind meistens Einstellungen, die das System des 6equencers betreffen. Das ist gut gelöst und lässt eine schnelle Arbeitsweise zu.

Und damit springen wir nach oben auf die linke Seite und finden dort die erste Taste AC. Diese steht für ACcent, kann aber auch als normale Trigger-Spur genutzt werden. Ihr wahres Potential erwacht aber als Accent-Spur, mit der die Pulslänge von Steps anderer Spuren beeinflusst werden kann, um damit im Pattern dynamische Akzente zu setzen. Im CONFIG MENÜ des 6equencer kann man zu diesem Zweck eine alternative Pulse-Länge einstellen. Der ACcent-Spur ist rechts daneben eine LED und eine Ausgangsbuchse zugeordnet.

Darunter finden wir dann die nächsten sieben Taster mit ihren zugehörigen LEDs und Ausgangsbuchsen für die weiteren Sequencer-Spuren in der Reihenfolge von oben: BD (Bass-Drum), SD (Snare-Drum), LT (Low-Tom), HT (High-Tom), CY (CYmbal), OH (Open-HiHat) und CH (Closed-HiHat). Die Beschriftungen sind natürlich nur Vorschläge, die Trigger auf den Spuren können auch an andere Abnehmer, wie Reset Inputs von LFOs, Hüllkurven oder eben auch andere Sequencer gesendet werden. Zwischen den Instrumentenspuren wechselt man nun per Druck auf die Taste FUNC und gleichzeitigem Druck auf die entsprechende Taste der Sequencer-Spur. Also bringt uns zum Beispiel die Tastenkombination FUNC + BD zur Bearbeitung der Bass-Drum-Spur. Den gleichen Effekt erzielt man auch durch einen etwas längeren Druck nur auf den Taster der auszuwählenden Sequencer-Spur. Über die Zweitbelegung der Tasten OH und CH kommt man in die selbsterklärenden Verwaltungsbefehle COPY und PASTE.

Tubbutec 6equencer Userbild System Detail

Unter den acht Sequencer-Spuren folgen dann zwei Taster für die Abspielmodi. Hier gibt es dann Rückwärts (BACK) als Erstbelegung der Taste und Zufall (RND) als Zweitbelegung sowie auf dem nächsten Taster Vorwärts (FWD) als Erstbelegung und Ping-Pong (P/P) als Zweitbelegung. Ich denke, das Thema ist selbsterklärend.

Unter den Abspielmodi folgt der Taster SONG für SONG-Mode. Hier werden namensgebend die Songs erstellt, indem man die Patterns zu einem Song verkettet. Patterns dürfen im Song natürlich auch mehrfach vorkommen. Hier kann man auch Patterns für die Bearbeitung kopieren und damit neue Variationen erstellen. Wie für die Patterns, kann man auch hier für den Song zwischen den verschiedenen Abspielrichtungen BACK, FWD, RND und P/P wählen. In der Song-Ansicht stellt jede Taste und LED eines von 16 Patterns dar. Sind Patterns Teil des Songs, leuchten die LEDs dazu rot auf. Das aktuelle Pattern blinkt leicht rot.

Verlässt man den SONG-Mode, kommt man in den PATTERN-Mode, der über die nächste Taste PAT und die dazugehörige LED visualisiert wird. Das im SONG-Mode aktive Pattern wird in die Ansicht geladen und kann hier bearbeitet werden. Der PATTERN-Mode wird standardmäßig beim Anschalten des 6equencers geladen. Über die 16 Taster kann man nun die 16 Steps der ausgewählten Spur an- und ausschalten.

Tubbutec 6equencer Userbild Detailbild

Wie erwähnt, gibt es rechts neben den Tastern von oben nach unten die dazugehörigen 16 LEDs. Im Pattern-Mode zeigen sie aktive Steps in roter Farbe an und im Funktionsmode zeigen sie den Status von Funktionen oder Parametern in blauer Farbe. Ist beides aktiv, also auf einem Step auch eine Funktion aktiviert, leuchtet die LED in der Mischfarbe Lila. Das ist äußerst clever gelöst, denn dadurch hat man den aktuellen Status des Modules stets gut im Blick.

Die nächste Taster TAP hat als Erstbelegung den TAP-Mode, in dem man bei laufendem Sequencer die Trigger über die Taster oder auch per MIDI-Keyboard live eintappen kann und als Zweitbelegung den Verwaltungsbefehl Save für das Speichern von Songs und Patterns.

Hinter dem dann folgenden Taster MUTE verbirgt sich die Stummschaltung von Spuren, ein Performance-Feature und leicht zu bedienen. Druck auf FUNC und MUTE aktiviert den MUTE-Mode und es werden auf den aktiven Spuren durch aufleuchtende LEDs die ausgehenden Steps angezeigt. Mit Druck auf den Taster der Sequencer-Spur wird diese stumm- und bei erneutem Druck wieder eingeschaltet. Auch hier geben die LEDs eine Rückmeldung, sodass man immer im Überblick hat, welche Spuren an oder aus sind. Im MUTE-Mode kann man zusätzlich noch über die anderen acht Taster einstellen, welche Spuren durch die Sequencer-Spuren LT und HT in ihrer Wahrscheinlichkeit für die Auslösung eines Steps auf ihrer Spur beeinflusst werden – cooles Feature, das Leben in die Patterns bringt.

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Tubbutec 6equencer Herstellerbild Bedienungsanleitung Probability

Als Zweitbelegung CONF verbirgt sich hinter der MUTE-Taste das Konfigurationsmenü des 6equencers. Hier hat man Zugriff auf die Einstellung von MIDI-Kanälen für In- und Output, Clock Divider, Clock Mode, Pulse Length, Accented Pulse Length, die Helligkeit der LEDs und den Link-Mode. Für diese selten gebrauchten Einstellungen mit ihren vielen Parametern liegt der Cheat Sheet als Config Menu Overview für beide Versionen des Tubbutec 6equencers als Orientierungshilfe bei.

Tubbutec 6equencer Herstellerbild Bedienungsanleitung Config Menü Overview

Die nächste Taste CLEAR sollte klar sein. Hier können mit der Tastenkombination FUNC + CLEAR aktive Steps auf der ausgewählten Sequncerspur gelöscht werden.

Als letzte Taste ganz unten finden wir noch L.STEP. Hier kann für jede Pattern-Spur der letzte Step und damit die Pattern-Länge eingegeben werden. Durch die unterschiedlichen Step-Längen sind tolle Spielereien im Bereich der Polyrhythmik möglich.

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Nun fehlen noch zwei Buchsen, die für die Steuerung des 6equencers essentiell sind. Die Eingangsbuchse CLK/MIDI IN dürfte selbsterklärend sein. Hier wird der 6equencer entweder zu einer externen Analog-Clock oder zu MIDI synchronisiert. Im CONFIG MENÜ muss für die MIDI-Bearbeitung der Clock-Mode auf MIDI I/O eingestellt werden. Dann empfängt der 6equencer MIDI-Clock, Note on und MIDI-Control-Change-Daten auf dem voreingestellten MIDI-Kanal 10, der natürlich auch verändert werden kann. Ich denke, es würde den Rahmen des Tests sprengen, hier auf jede Möglichkeit per MIDI im Detail einzugehen. Ich verweise an dieser Stelle einfach mal auf das sehr gut strukturiere 31 Seiten starke Bedienungshandbuch, in dem auch die komplette MIDI-Steuerung des Tubbutec 6equencer ausführlich beschrieben ist. Wichtig ist noch zu wissen: Für MIDI wird ein Kabel nach TRS Standard A benötigt.

Tubbutec 6equencer Herstellerbild Bedienungsanleitung MIDI

Zu guter Letzt fehlt noch die Kombi-Buchse: RES / RS / MIDI OUT. Im Analogbetrieb fungiert sie als RESET IN oder auch RUN/STOP IN und im MIDI-Betrieb als MIDI-Output, der MIDI Note ON und Note OFF auf einem einstellbaren MIDI-Kanal ausgeben kann.

Der 6equencer in der Praxis

Das Modul ist sehr wertig verarbeitet, die Buchsen sind mit der Frontplatte verschraubt, die Taster lösen sauber aus und durch die LEDs gibt es sofort eine optische Rückmeldung. Alles so, wie es sein muss.

Aber Achtung! Mal schnell loslegen, Pattern einklopfen und fertig ist der Lack, ist mit dem 6equencer nicht auf Anhieb machbar. Die Lernkurve ist durch die enge Bedienoberfläche mit Abkürzungen in der Beschriftung und doppelt belegten Tasten für einige Funktionen ein wenig steiler als bei den Kandidaten mit großer und ausladender Bedienoberfläche, zumal es gerade am Anfang auch ein wenig Übung bedarf, die eng beieinander liegenden Taster alle sauber zu treffen. Gerade am Anfang sollte deshalb ein Ausdruck der letzten drei Seiten der Bedienungsanleitung mit den gesammelten Cheat Sheets in der Nähe griffbereit liegen.

Tubbutec 6equencer Userbild System mit Dopefermodulen

Aber keine Sorge: Nach einer gewissen Einarbeitungszeit geht die Bedienung des Moduls, die Anordnung der Tasten und auch deren Doppelfunktionalität in Fleisch und Blut über. Wenn dann erst einmal die Arbeitsschritte wie aus dem FF aus der Hand flutschen, entfaltet der Tubbutec 6equencer sein ganzes Spaßpotential.

Schauen wir uns die Mitbewerber an

Damit der Vergleich nicht ausufert, habe ich mich auf eine kleinere Auswahl an Trigger-Sequencern beschränkt. Genannt werden Module, die ich selbst kenne und die hier natürlich auch getestet wurden. Weitere Kandidaten und Erfahrungen dazu gerne dann in den Kommentaren zu diesem Test.

Fangen wir mit dem von mir getesteten Dnipro Modular DOT an. Er nutzt den gleichen Platz im Case wie der 6equencer, bietet ebenfalls Kaskadierbarkeit, hat aber nur drei Spuren und kostet dafür aber auch deutlich weniger Geld (ca. 180,- Euro).

Der auch bei uns getestete VPME Euclidean Circles V2 bietet nur 6 Spuren bei 4TE mehr Platzverbrauch im Case und befindet sich ungefähr in der gleichen Preisklasse wie der 6equencer. Die sensationelle Optik mit Wiedererkennungswert im Case ist hier sicher ein entscheidendes Kaufkriterium.

Den Intellijel Designs Steppy habe ich für unser Magazin wieder selbst getestet. Bei 2 TE mehr Verbrauch im Case bietet er nur 4 Spuren, ist aber mit 20 mA Verbrauch auch ein wenig stromsparender bei gleichem Preis. Auch von diesem Modul gibt es eine zweite Variante in 1U.

Die Headline „Von allem ein bisschen mehr“ trifft auch hier auf den von mir getesteten Robaux SWT16+ zu. Er verbraucht mit seiner exzellenten Bedienoberfläche gegenüber dem 6equencer von Tubbutec deutlich mehr Platz, bietet aber auch 16 Spuren für aufzurufende gute 299,- Euro,

Der Vermona Random Rhythm hat bei gleicher Spurenanzahl mehr Verbrauch an Teileinheiten, aber auch ein völlig anderes Konzept und einen höheren Preis. Eigentlich sind die beiden Module nicht wirklich fair miteinander vergleichbar.

Das auch von mir getestete Luxus-Arbeitstier WMD Metron spielt hier in einer völlig anderen Liga, hat deutlich mehr Spuren, mehr Features, ist als Systemverbund durch weitere Module ebenfalls kaskadierbar, verbraucht mehr Platz im Case und brennt, wenn auch absolut gerechtfertigt, ein ordentliches Loch ins immer knappe Musikerbudget.

Natürlich darf auch der Platzhirsch von Eurorack-Pionier Dieter Döpfer nicht fehlen. Das Doepfer A-157 Trigger-System schwebt trotz gleicher Spuranzahl wie beim 6equencer in ähnlichen Lagen wie der WMD Metron (deutlich mehr Platzbedarf, höherer Preis).

Die kleine Aufstellung zeigt schon, dass der Tubbutec 6equencer mit seiner Feature-Liste preislich sehr stimmig aufgestellt ist. Die sehr gute MIDI-Einbindung, fast Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse, dürfte den kleinen Berliner Antreiber auch für Musiker interessant machen, die über den Tellerrand des Eurorack-Kosmos hinausschauen und dabei auch gerne mal externe Soundlieferanten einbinden möchten. Der kleine Berliner dürfte damit seinen Weg in viele Modularcases dieser Welt schaffen. Ich hatte beim Test viel Spaß mit ihm: Meinen Segen dazu hat er.

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Fazit

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Trigger-Sequencer für das Eurorack-Modularsystem gibt es in allen Größen und Preisklassen. Aber Platz im Case ist immer rar gesät. Umso schöner ist es, wenn es Eurorack-Module gibt, die wenig Platz verbrauchen, trotzdem mit einer ordentlichen Feature-Liste glänzen und dabei auch noch gut bedienbar sind. Der Tubbutec 6equencer ist ein solches Modul: Vielseitig verwendbar für alles, was irgendwie anzutriggern geht, ob im Eurorack-System selbst oder über MIDI, dazu eine ordentliche Feature-Liste und die Kaskadierbarkeit. Da kann man den Berlinern tatsächlich zu diesem Wurf nur gratulieren. Wer einen umfangreichen und dazu noch platzsparenden Trigger-Sequencer für sein Eurorack-Modularsystem sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen, zumal auch der Preis stimmt.

Plus

  • Platzbedarf im Case
  • gute Feature-Liste
  • gut strukturierte Bedienoberfläche
  • wertige Verarbeitung
  • nutzbar als MIDI-Interface
  • Kaskadierbarkeit

Preis

  • 249,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    [P]-HEAD  AHU

    Hallo Dirk, danke für den Artikel. Schon länger überlege ich den Steppy gegen 6equencer auszutauschen. Erstens weniger groß in 1U, zweitens doppelt so viele Kanäle. Gibt es dagegen irgendwelche Einwände? Vielleicht zu viel Drückerei? Wobei beim Steppy auch viel herumgedrückt werden muss.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Hm … Einwände gibt es dagegen von mir nicht. Es ist eher ein Ding der persönlichen Vorliebe. An Deiner Stelle würde ich ihn mir mal probehalber ins Case holen und selbst testen. Die Live-Features des Steppy, wie z.B. das Fill-In würde man bestimmt vermissen. Das Upgrade auf mehr Spuren ist aber auf jeden Fall ein Kaufargument. Von der „Drückerei“ nehmen sie sich beide nicht viel, bedingt durch Featureliste vs. Bedienoberfläche auf kleinstem Platz.

  2. Profilbild
    acidbabe

    Interessant und einem ordentlichen Test angemessen wäre gewesen: Wie viel ms Latenz hat das Gerät zwischen Clock In und Trig Out? Einfach mal das Oszi anwerfen! Dass es „Hunderte von Lötpunkten“ gibt, finde ich andererseits nicht so interessant…

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke für die konstruktive Kritik. Für diese Art von Test habe ich keine Notwendigkeit gesehen, da es keine komischen Abweichungen gab.

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