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Test: EMW 8 Step Trigger Sequencer, EMW Sequential Voltage, Eurorack Sequencer

30. Juli 2021

Echte brasilianische Sequencer-Handarbeit

emw trigger 8 step sequencer sequential voltage test

EMW 8 Step Trigger Sequencer, EMW Sequential Voltage, Eurorack Sequencer

Die Module EMW 8 Step Trigger Sequencer und EMW Sequential Voltage  der brasilianischen Firma Electronic Music Works sind zwei komplett in Handarbeit gefertigte Eurorack-Module. Tatsächlich gibt es die Firma seit 2011; sie hat z. Zt. 12 Mitarbeiter, bietet über 100 verschiedene Eurorack-Module an und tritt so mit einem Portfolio auf, dass an das von Doepfer heranreicht! Wir haben uns mal zwei Module herausgegriffen, deren Aufgabe das Sequenzieren von Gates bzw. Spannungen ist.

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Handarbeit bei EMW Eurorack-Modulen

Module wie die von EMW sind mir bisher noch nicht untergekommen. Es sei denn, ich ziehe mal Eigenbaulösungen heran. Die Platinen sind einseitig und eindeutig selber geätzt. Alle Komponenten sind Thru-Hole-Komponenten und bestehen aus leicht zu beschaffenden Standardbauteilen, inklusive der gesockelten ICs. Alle Verbindungen zwischen den Platinen, von denen in beiden Fällen zwei huckepack hinter der Frontplatte sitzen, sind mit Stiftleistensteckern realisiert. Dieses Modul wird man jederzeit reparieren bzw. sehr leicht modifizieren können.

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Man kann mit Fug und Recht sagen: besser hätte man diese Module selber nicht bauen können. Das erstaunliche nun daran ist: Die Module sind in der Funktions-Klasse der Sequencer tatsächlich als günstig zu bezeichnen. Der EMW 8 Step Trigger Sequencer kostet 149,- Euro, der EMW Sequential Voltage 119,- Euro. Beide liegen damit auf Behringer-Niveau, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. EMW widerlegt damit augenscheinlich die Vorteile des Economy-of-Scale – wie diese Firma das anstellt, ist mir ein Rätsel.

Das soll auf keinen Fall heißen, die Module seien amateurhaft verarbeitet – ganz im Gegenteil. Verschraubte Potis und robuste Schalter und Taster runden das rustikale Bild ab. Ein Manko hat diese Bauweise aber: die beiden Module haben eine Einbautiefe von satten 6,5 cm, rechnet man die Busstecker und den Wannenstecker mit. Nicht jedes Eurorack-Case bietet soviel Platz nach hinten.

EMW Sequential Voltage, CV-Sequencer

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Dieser CV-Sequencer mit 10 TE könnte einfacher nicht aufgebaut sein. Es gibt acht CV-Potis für die 8 Steps, deren Aktivität durch eine LED angezeigt wird. Die Spannung lässt sich von 0 bis 10,6 V einstellen. Über den Clock-Trigger wird die Sequenz einen Schritt weitergeschaltet und ein Reset-Trigger startet die Sequenz vom ersten Step an neu. An beiden Out-Buchsen liegt die eingestellte Spannung an.

Tja, und das war es auch schon. Keine Quantisierung, keine Laufrichtung – nichts dergleichen. Der EMW Sequential Voltage ist brutal einfach aufgebaut und zu bedienen. Natürlich benötigt man ein Stimmgerät, um diatonische Sequenzen einzustellen, falls das CV-Ziel ein Oszillator ist.

Wirklich erstaunlich ist, dass meine Recherche nach einem vergleichbarem Modul ausschließlich teurere Exemplare zu Tage förderte. Der EMW Sequential Voltage füllt damit offensichtlich eine Lücke. Mit anderen Modulen, welche die Clock-Eingänge von mehreren Modulen koordinieren (Sequential Switches), kann man dann auch immer noch recht günstig die Step-Anzahl erweitern. Und für das Modul braucht man nun echt keine Anleitung.

EMW 8 Step Trigger Sequencer

EMW 8 Step Trigger Sequencer, EMW Sequential Voltage, Eurorack Sequencer

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EMW 8 Step Trigger Sequencer – Panel

Anders sieht es beim Trigger-Sequencer von EMW aus. Obwohl die Oberfläche mit seinen 8 TE recht aufgeräumt wirkt, stand ich da erstmal ein wenig auf dem Schlauch. Auf der Website des Herstellers fand ich auf der Seite des Moduls keinerlei Hinweis auf eine Anleitung. Erst eine Web-Suche offenbarte mit ein offizielles Video des Herstellers mit einer kurzen Präsentation der Funktionen des Moduls. Das hätte man vielleicht auch auf der Website verlinken können.

Ein wenig stutzig hat mich das schon gemacht, denn soweit ich weiß, dürfen in der EU keine elektronischen Geräte ohne Bedienungsanleitung verkauft werden. Auch sollte EMW darüber nachdenken, ein Impressum auf der Webseite zu präsentieren.

Egal, der EMW 8 Step Trigger Sequencer kann für jeden der acht einzelnen Trigger-Ausgänge eine Sequenz ausgeben. Das Output/Mode-Poti selektiert den zu bearbeitenden Kanal. Für jeden der Kanäle kann man dann aus einem Vorrat an Presets auswählen. Die Trigger-Reihenfolge kann man direkt aus dem LED-Muster am oberen Rand des Moduls ersehen. Es sind ganz einfach alle möglichen 128 Binärmuster, schön der Reihe nach.

EMW 8 Step Trigger Sequencer – Beispielsequenz

Wenn schon eine Sequenz auf dem aktuellen Speicherplatz vorhanden ist, funktioniert die Pattern-Auswahl nicht. Erst wenn die Enter-Taste gedrückt wird, kann man das aktuell ausgewählte Pattern für den aktuellen Kanal löschen und ein neues wählen.

Im Play-Modus hat dann das Preset-Poti keine Funktion. Mit dem Output/Mode-Poti selektiert man die Abspielreihenfolge: Forward, Backward, Alternated (Start und End-Stop werden doppelt gespielt) und „Randomic“.

Reset setzt die Sequenz wieder auf den ersten Step, ein aktives Gate-Signal am Hold-Eingang hält die Sequenz an. Wann immer der erste Step erreicht wird, wird am Ausgang „Beat 1“ ein Trigger ausgegeben.

Das Einstellen der richtigen Sequenz ist nicht immer einfach, wenn man nicht fließend „binär“ beherrscht, und so dreht man zunächst öfter am Pattern-Poti, als einem lieb ist. Nach einiger Zeit weiß man aber, wo die Kandidaten zu finden sind.

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Fazit

Einfach, handgearbeitet und dabei günstig und service-freundlich. Zuerst musste ich wirklich ein wenig stutzen, aber die beiden EMW Module erledigen ihre Arbeit sehr gut. Keine Wundermodule, aber solide und mit einem Top Preis-Leistungs-Verhältnis ausgestattet.

Plus

  • solide Module zum günstigen Preis

Minus

  • EMW Sequential Voltage : rudimentäre Steuerungs-Funktionen
  • EMW 8 Step Trigger Sequencer: Auswahl der Pattern etwas mühselig

Preis

  • EMW Sequential Voltage: 119,- Euro
  • EMW 8 Step Trigger Sequencer: 149,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Der nicht mehr erhältliche Sequencer von Pittsburgh Modular ist dem CV-Sequencer recht ähnlich, allerdings bietet er mehr Features wie wählbare Step-Anzahl (4, 6 & 8) sowie Inputs für Hold und Add (zum transponieren von Sequenzen). Dafür ist er mit 14HP auch breiter und war mit 139,-€ auch etwas teurer.
    Von EMW habe ich den CV Monitor, der zwar kein Messgerät ersetzt, aber Spannungen zwischen -5 & +5V in 0,5V-Intervallen anschaulich darstellt. LFO-Schwingungen und ADSR-Verläufe lassen sich damit gut visualisieren. Die gute Verarbeitungsqualität kann ich bestätigen…

  2. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    ich habe die hier vorgestellten EMW-Module gleich mehrfach in meinen Racks. Den einfachen 8-Step Sequencer verwende ich öfter mal zum Ansteuern eines Filters oder für Akzente, dafür reicht das gut aus.
    Besonders zu empfehlen wäre der EMW-Phaser, denn für das Geld gibt es nichts vergleichbares am Markt.
    Die Module sind jetzt bei mir seit fast 4 Jahren im harten Liveeinsatz und alles funktioniert noch wie am ersten Tag.

    • Profilbild
      Br  

      Schön das Thomann solche Hersteller auch anbietet, Schade, den von dir erwähnten Phaser nicht.

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