Test: Shure MV5C, Podcast-Homeoffice-Mikrofon

30. April 2021

Mikrofon für Podcasts und Homeoffice

shure mv5c test

Shure MV5C, Podcast-Homeoffice-Mikrofon

Auf lange Sicht gesehen wird sich die Zahl der täglichen Video- und Telefonkonferenzen vermutlich auf deutlich höherem Niveau einpendeln als vor Corona. Auf diese Entwicklung haben sich auch die Hersteller eingestellt und veröffentlichen mittlerweile die unterschiedlichsten Homeoffice-Pakete, bestehend aus Mikrofon, Kopfhörer oder Videokamera. Doch auch für den Einsatz bei Podcasts (hier findet ihr eine große Übersicht zum Thema Podcast-Equipment) bieten sich die Rund-um-sorglos-Pakete natürlich an. In Kombination mit dem Aonic 50 Kopfhörer, dessen Test ihr hier findet, bietet Shure derzeit das MV5C Mikrofon in einem Bundle an. Wie es klingt und was es leistet, erfahrt ihr im folgenden Test.

Was bietet das Shure MV5C Mikrofon?

Das Shure MV5C wird in einem kompakten Pappkarton ausgeliefert und enthält die auf den ersten Blick gar nicht als Mikrofon zu erkennende Kombination aus optisch ansprechendem Ständer sowie einer schwarzen Mikrofonkugel. Der silberfarbene Ständer ist aus Metall gefertigt und verfügt auf der Unterseite über eine Schaumstoffschicht, so dass der Schreib- und Arbeitstisch bzw. sein Besitzer keine Angst vor Kratzer haben muss. Über ein Schraubgewinde und die unterhalb des Mikrofons angebrachte silberfarbene Kugel wird das schwarze Kugelmikrofon befestigt. Eine Ausrichtung nach links/rechts ist grundsätzlich möglich und auch die Neigung des Mikrofons kann justiert werden – denn nicht alle Nutzer sind gleich groß und sitzen stets im passenden Winkel zum Mikrofon.

shure mv5c mikrofon

Zum Lieferumfang des MV5C-Mikrofon gehören ein englischsprachiger Quick Start Guide (ein deutsch-sprachiges Online-Handbuch findet ihr hier) sowie zwei jeweils 1 m lange USB-Kabel (Micro-USB auf USB-C, Micro-USB auf USB-A). Die Kabel dürften ruhig etwas länger sein, 1 m könnte auch im Homeoffice und für Podcasts etwas knapp bemessen sein.

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Wie nutzt man den Bluetooth-Kopfhörer und das Homeoffice-Mikrofon?

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Die Inbetriebnahme des Mikrofons ist denkbar einfach. Das beiliegende USB-Kabel am Mikrofon und Computer anschließen und los geht es. Einen Power-Schalter gibt es nicht, d. h. das Mikrofon ist sofort aktiv. Auf meinem MacBook (macOS 10.14 Mojave) wird das Mikrofon auch sofort erkannt, zur Verdeutlichung leuchtet auf der Oberseite des Mikrofons eine grüne LED, d. h. die USB-Verbindung ist hergestellt.

Die anderen beiden LEDs zeigen im aktiven Stand an, ob am Kopfhörerausgang entweder nur das USB-Signal ausgegeben wird (rot) oder man beides, also Playback/Konferenz plus die eigene Stimme hört (grün). Die dritte LED im Bunde zeigt an ob das Mikrofon „scharf-“ oder stummgeschaltet ist. Über den rückseitigen Mode-Button wird der Arbeitsmodus umgeschaltet, dazu gleich mehr, über den Mute-Button schaltet man sich selbst stumm.

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Praktischer wäre es natürlich, wenn diese beiden Buttons von der Vorderseite zugänglich wären, bspw. unten am Fuß oder seitlich am Mikrofon. Aber da es letztlich nur zwei Tasten sind und sich diese gut erfühlen lassen, kommt man damit in der Praxis schnell und gut zurecht. Die Kopfhörerlautstärke lässt sich im Übrigen mit Hilfe eines Drehrads auf der Oberseite des Kugelmikrofons einstellen.

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Wie klingt das Shure MV5C Mikrofon?

Auch wenn man aufgrund des Designs zunächst etwas anderes erwarten würde, das MV5C bietet lediglich die Richtcharakteristik Niere und sollte entsprechend nur von vorne besprochen werden. Im Folgenden die beiden Diagramme dazu:

Das Mikrofon bietet zwei Arbeitsmodi, die je nach Einsatzgebiet gewählt werden können. Über den rückseitigen Mode-Schalter lassen sich die beiden umschalten. Beim Arbeitsmodus „Sprache“ schaltet das Mikrofon dem eingehenden Signal automatisch eine Kombination aus angepasstem Gain, Kompressor, Equalizer und De-Esser hinzu, was laut Shure vor allem bei Telefon- und Videokonferenzen sinnvoll ist. Im Arbeitsmodus „linear“ entfällt dies und das Mikrofon gibt das eingehende Signal unbearbeitet weiter an den Computer.

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Klanglich wirkt sich der Arbeitsmodus sehr deutlich aus. Im Sprachmodus ist eine deutliche Zunahme der Lautstärke sowie Betonung des unteren Mittenbereichs wahrzunehmen, dazu klingt das Signal aufgrund des zugeschalteten Kompressors deutlich druckvoller als im Linear-Modus. Hier ein paar Klangbeispiele dazu (bei Klangbeispiel 3 bitte vorsichtshalber die Lautstärke zurückdrehen).

Die Sprachqualität ist durchaus gut, auch wenn es meiner Meinung nach an der Brillanz fehlt. Für reine Sprachaufnahmen, für die das MV5C nun einmal ausgelegt ist, reicht das aber aus.

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Technisch wandelt das Shure MV5C Signale mit maximal 48 kHz und 24 Bit. Was für ein aktuelles Audiointerface sicherlich etwas zu wenig wäre, geht in diesem Fall in Ordnung. Für Telefon- und Videokonferenzen reicht dies aus und auch bei der Aufnahme von Podcasts werden die Hörer mit Sicherheit nicht aufgrund der zu geringen Abtastrate abschalten. Auch die maximalen 36 dB Gain-Aufholung, die das Mikrofon bietet, sollten für den vorgesehen Einsatzzweck ausreichend sein.

Als Systemvoraussetzungen gibt Shure Windows 7 (oder neuer) auf einem PC oder OS X Lion 10.7. (oder neuer) auf einem Mac-Computer an. Somit lässt sich das Shure MV5C auf jedem aktuellen (und schon etwas in die Jahre gekommenen) Computer bedenkenlos einsetzen.

Fazit

Wer aktuell oder in Zukunft vermehrt an Telefon- und Videokonferenzen teilnimmt und sich ein kompaktes und vor allem optisch ansprechendes Mikrofon auf den Arbeitstisch stellen oder im Bereich der Podcasts durchstarten möchte, sollte sich das Shure MV5C durchaus einmal näher anschauen.

Es bietet eine gute Klangqualität und eine leichte Inbetriebnahme, ist mit einem Preis von 109,- Euro allerdings zu weit oben angesetzt. Sicherlich zahlt man hier auch das Design mit, aber für 100,- Euro bekommt man mittlerweile schon klanglich bessere Podcast-/USB-Mikrofone oder gar komplette Podcasts-Set wie das the t.bone SC440 USB.

Plus

  • Design
  • guter Klang

Minus

  • hoher Preis

Preis

  • 109,- Euro
Klangbeispiele
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