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Test: Tascam Ministudio Creator US-42B, USB-Podcast-Audiointerface

2. April 2021

Personal Broadcasting aus der Aktentasche

Tascam Ministudio Creator US-42B, USB-Audiointerface

Tascam Ministudio Creator US-42B, USB-Podcast-Audiointerface

Das Tascam Ministudio Creator US-42B – im Namen stecken eigentlich alle Informationen, die man zum Beschreiben dieser kleinen, schwarzen Kiste benötigt. Es kann über USB angeschlossen werden und die Antwort auf alle anderen Fragen lautet bekanntlich 42! Also alles easy, war schön mit euch, ich gehe Kaffee trinken … ach nein, ein paar Informationen lasse ich euch noch da.

Podcast Studio und Internet-Radio auf 20 x 13 cm

Das Tascam Ministudio Creator US-42B ist ein vollwertiges Audiointerface mit einer sehr speziellen Bedieneroberfläche und wurde entwickelt, um eine einfache Möglichkeit zu bieten, eigene Hörprogramme zu produzieren und über das Internet zu verbreiten. Aber auch Gamer oder Live-Broadcaster werden sich an den Features dieses kleinen Kistchens erfreuen, bietet es doch die Möglichkeit, die eigene Stimme und externe Quellen zu mischen und ins Internet zu streamen. Wichtig war dem Hersteller dabei die intuitive Bedienbarkeit, damit die Kreativität trotz der umfangreichen Features nicht durch stundenlanges Wälzen einer Betriebsanleitung getrübt wird. Erfahrenere Nutzer werden dann aber doch recht schnell die erweiterten Möglichkeiten der mitgelieferten Software zu schätzen lernen. Doch zunächst packen wir das Ministudio mal aus.

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Tascam Ministudio Creator US-42B test

Was bietet das Tascam Ministudio Creator?

Gerade mal 500 Gramm wiegt der Zwerg und wirkt trotz seines schwarzen Kunststoff-Chassis recht robust. Einen Sturz auf den Asphalt dürfte das Gehäuse jedoch nicht ohne größeren Schaden überstehen. Angesichts der (auch beworbenen!) Möglichkeit, das Gerät für unterwegs zu nutzen, schiene mir eine robustere Ausführung geratener.

Als Desktop-Gerät macht es jedoch eine gute Figur und steht rutschsicher auf meinem glatten Schreibtisch. Die Oberfläche wird dominiert von zwei Kombi-Eingangsbuchsen für XLR- und Klinkenstecker, einer Aussteuerungsanzeige und einigen Softpads, deren Funktionen deutlich sichtbar auf das Gehäuse gedruckt wurden. Zu den Soundpads kommen wir etwas später, zunächst schauen wir uns die Ausstattung des Gerätes weiter an.

Tascam Ministudio Creator US-42B

Ready for personal broadcasting – das Tascam Ministudio Creator

Zwei Kanäle bietet das kleine Broadcasting Studio also, deren Eingangsempfindlichkeit jeweils mittels eines kleinen Schiebeschalters von Mikrofon- auf Instrumenten-Pegel umgeschaltet werden können. Wer ein Kondensatormikro bevorzugt, kann hier auch die benötigte Phantomspeisung einschalten. Ein kleiner Volume-Regler bestimmt die Eingangsempfindlichkeit je Kanal. Die Gesamtlautstärke kann, je nachdem ob ein Kopfhörer oder eine externe Verstärkung zum Abhören genutzt wird, unten links über zwei der knubbeligen Drehpotis eingestellt werden. Das größere, bei Aktivität rot leuchtende „On“-Pad rechts unten ist das wichtigste, denn wenn das leuchtet, ist man „auf Sendung“. Alles, was dann über den Kopfhörer zu hören ist, ist auch auf der Aufnahme bzw. im Stream zu hören. Auf der Frontseite des Tascam Ministudios befinden sich der Power-Schalter und die USB-Buchse zur Kommunikation des Gerätes mit dem Computer. Wir erinnern uns, das Tascam Ministudio Creator ist ein Audiointerface.

Tascam Ministudio Creator US-42B test

Die Stromversorgung des Gerätes erfolgt über die USB-Buchse. Falls man das Ministudio als Standalone-Unit oder in Verbindung mit einem Smartphone verwenden möchte, kann über ein handelsübliches Smartphone-Netzteil und ein Mini-USB-Kabel ebenfalls eine Stromversorgung erfolgen. Auch der Anschluss einer Powerbank scheint mir hier eine Option zu sein, gerade wenn man mit dem Gerät unterwegs arbeiten möchte.

Die dem Nutzer zugewandte Rückseite verfügt über den obligatorischen Kopfhöreranschluss. Hier kann entweder eine 6,3 mm Stereoklinke oder, für den Fall, dass man ein Headset benutzen möchte, über zwei Mini-Klinkenbuchsen das gewünschte Zubehör angeschlossen werden. Letzteres dürfte vor allem die Gamer freuen. Der Aux-In, der es ermöglicht, externe Quellen zum Signal hinzuzufügen, ist wie üblich als Mini-Klinke ausgelegt. Das ist leider der Standard und wird mich nie überzeugen, keins der benötigten Kabel hat bei mir jemals länger als ein halbes Jahr gehalten. Der Loopback-Schalter schließlich ermöglicht es, vom Computer geschickte Audiosignale über USB zurückzuführen, um zum Beispiel eine Playlist vom Computer zu streamen.

Tascam MiNiSTUDIO Creator US-42B Front

Reichlich Möglichkeiten für Kopfhörer und Headsets, aber wie so oft eine anfällige Miniklinke für Aux-Signale

Zwei Gurtösen machen das kleine Interface für unterwegs fit, denkbar ist da zum Beispiel eine Kombination mit iOS-Gerät, Camera-Connection-Kit vorausgesetzt. Android Betriebssysteme werden nicht unterstützt. Eine Diebstahlsicherung gibt es auch, ein Kensington Lock  verhindert, dass das Gerät Beine bekommt. So weit, so übersichtlich. Aber jetzt fehlt doch noch was? Genau! Die Software.

Die Remote Software des Tascam Ministudio Creator

Die Software für die erweiterten Funktionen des Tascam Ministudios kann man über die Website des Herstellers problemlos downloaden und installieren. Nach der Installation öffnet sich das Programm automatisch, wenn das Ministudio an den Computer angeschlossen wird. Der Startbildschirm begrüßt uns mit einer übersichtlichen Oberfläche.

Tascam Ministudio Creator Software Easy

Der Startbildschirm der Ministudio-Software. Hier ist noch alles easy.

Wir finden drei Regler vor, die jeweils voreingestellte Klangoptionen abrufen. Hier stehen aussagekräftige Bezeichnungen Pate, die ganz klar die Richtung der jeweiligen Einstellung beschreiben. Anders ist es bei den Effekten, da muss man einfach mal reinhören. Sowohl das Sound-Preset als auch der Effekt kann für beide Mikrofoneingänge getrennt eingestellt werden. Beide Kanäle teilen sich dann eins der fünf Hall-Presets. Der Anteil des Halls kann über den Reverb-Regler auf der Hardware zugemischt werden. Der Effekt wird über den Softbutton „Effect“ zu- oder abgeschaltet. Über den Nutzen der einzelnen Effekte kann man sicherlich streiten, für gelegentliche Gags sind sie aber ganz gut zu gebrauchen und klingen auch ganz ordentlich.

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Tascam Ministudio Creator US-42B test

Im unteren Bereich des Software-Fensters befinden sich die Äquivalente zu den drei mit „Sound Pad“ betitelten Softpads der Hardware. Hier können den Buttons frei wählbare Soundeffekte zugeordnet werden, die Lautstärke angepasst und eine Loop-Funktion aktiviert werden. Ein paar Sounds sind von der Hersteller-Website zu laden, darunter ein paar Gameshow-Klassiker (leider kein Zonk-Geräusch, das hätte ich hart gefeiert!), Applaus, Heartbeats sowie ein paar Musik-Files, die in etwa klingen wie aus einer Bontempi-Orgel aus den Achtzigern entsprungen.

Das Internet ist aber voll von frei verfügbaren Soundfiles. Natürlich kann man sich auch in einem der kostenpflichtigen Portale anmelden, hier sind die Files oftmals von besserer Qualität. MP3-Files von kompletten Songs können ebenfalls auf die Buttons gelegt werden. Da hier nur auf Dateien verwiesen wird und kein tatsächlich Laden der Files erfolgt, spielt die Länge der Files keine Rolle. Die Pads sind anschlagdynamisch, so wird zum Beispiel der Applaus lauter, wenn man das Pad fester drückt.

Kompressor, Equalizer und Einstellungen für Experten

Die eben noch lobend erwähnte Übersichtlichkeit des Startfensters ist mit dem Augenblick des Klicks auf den Reiter „Expert“ dahin. Hier gilt es jetzt, sich erstmal zu orientieren, es erschließt sich nämlich nicht alles von selbst, wenn man noch nie mit so einer Software gearbeitet hat. Zudem sind die virtuellen Reglerchen ziemlich fummelig. Hier kann man sich aber, nach einer gewissen Einarbeitungszeit, dafür gründlich austoben.

Tascam Ministudio Creator Software Expert

Der „Experten-Modus“ der Software. Hier wird’s teilweise recht fummelig.

Neben einem recht luxuriösen Kompressor steht hier ein Equalizer zur Auswahl. Die Intensität der Stimmeffekte kann hier ebenfalls justiert werden sowie ein Parameter für die einzelnen Hall-Presets. Wer möchte, ist hier eingeladen, die Soundfiles anzupassen, hierzu stehen Fading-Möglichkeiten und ein frei wählbarer Start-Zeitpunkt zur Wahl. Außerdem kann das Softpad zum Momentary-Switch umgeschaltet werden, der das File nur solange erklingen lässt, wie das Pad gedrückt bleibt.

Tascam Ministudio Creator

Das Tascam Ministudio Creator US-42B auf dem heimischen Schreibtisch. Die kompakten Maße machen es möglich.

Die einzelnen Reiter des Software-Fensters bieten dann noch ein paar Zusatz-Features, die über die üblichen Einstellungen hinausgehen. Unter dem Reiter „Mode Presets“ können sechs Voreinstellungen aufgerufen werden, die unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten unterstützen.

Der „Creator Mode“ ist die Standardeinstellung, hier kann alles, was auf dem Gerät geschieht, ins Internet gestreamt oder mit Hilfe einer DAW, also einer Recording-Software, aufgezeichnet werden. Eine solche Software ist nicht im Lieferumfang enthalten, aufgrund der umfangreichen ASIO-Optionen kommuniziert das Tascam Ministudio Creator allerdings mit jeder der üblichen Verdächtigen, hier gibt’s ja auch reichlich Freeware im Netz, falls man sich eine professionelle DAW nicht leisten kann oder will. Erwähnenswert ist an dieser Stelle jetzt noch die Einstellung „Podcast Multi-Channel“. Wählt man diese Einstellung, kann in der DAW jedem Mikrofon und den Soundpads sowie dem Aux-In eine eigene Spur zugewiesen werden. Wer also zum Beispiel einen aufwändigen Podcast mit einem Interviewpartner und Musik produzieren will, wird mit dieser Einstellung die besten Ergebnisse erzielen, da alle Signale anschließend auf getrennten Spuren vorliegen und man gezielt nachbearbeiten kann. Die Einrichtung ist dann etwas komplizierter, das liegt aber nicht am Tascam Studio, sondern an der DAW. Unter Cubase auf einem Windows 10 basierten Rechner gab’s aber keine Probleme. Für den Mac steht diese Funktion leider nicht zur Verfügung.

Tascam Ministudio Creator US-42B test

Die persönlichen Lieblingseinstellungen des Gerätes können unter dem Reiter „Scene Memory“ auf fünf Speicherplätzen abgelegt und wieder aufgerufen werden. Hat man sich mal in den Tiefen der Einstellungen der Effekte oder der Soundpads verlaufen, kann über die „Initialize“-Funktion ein selektiver Reset einzelner Komponenten durchgeführt werden, gerade Anfänger werden diese Funktion lieben. Als „Extra Effect“ steht dann noch eine Ducking-Funktion zur Verfügung, die es ermöglicht, im Vordergrund laufende Sounds oder Musik, die über den Aux-In oder den Computer abgespielt werden, zum Hintergrundgeräusch degradiert zu werden. Das ergibt dann diesen typischen „Radio-Effekt“, bei dem die Musik leiser wird, wenn der Moderator redet. Hier können Einsatzschwelle (Threshold), Lautstärkereduktion (Attenuate) und Ausklingzeit (Release Time) des Duckings eingestellt werden. In der Praxis funktioniert das wirklich recht gut, wenn man nach einer gewissen Einarbeitungszeit gelernt hat, wie sich der Abstand des Sprechers vom Mikrofon auswirkt und wie ein Kompressor arbeitet.

Tascam Ministudio Creator US-42B test

Wie funktioniert das Tascam Ministudio Creator in der Praxis?

Die Mikrofonvorverstärker des Tascam Ministudios arbeiten nach der von Tascam entwickelten „High Definition Discrete Architecture“, kurz HDDA. Die Erfahrung von Tascam im Bereich der Studiotechnik lässt uns hier gute Qualität erwarten. Equalizer und Kompressor sind alle ab Werk für saubere Sprachwiedergabe optimiert, können aber jederzeit angepasst und gespeichert werden, so dass zum Beispiel auch die Verwendung eines Kanals für eine Gitarre und eines Kanals für Gesang denkbar ist. Der geneigte Liedermacher kann also mit Hilfe dieses Gerätes seine Werke direkt ins Internet streamen oder in der DAW aufzeichnen und erhält auch ohne weiteres Expertenwissen bezüglich des verwendeten Aufnahmeprogramms ansprechende Ergebnisse. Im Folgenden habe ich ein paar Soundfiles für euch, die verschiedene Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen und die eingebauten Effekte demonstrieren.

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Fazit

Klein, handlich und leicht bedienbar. Diese drei Punkte kann Tascam mit dem Ministudio Creator US-42B direkt für sich verbuchen. Die Qualität der Mikrofonvorverstärker ist gut, die Aufnahmen mit dem Gerät sind für Podcast oder Live-Broadcasting ohne weitere Nachbearbeitung verwendbar. Die Möglichkeit, Podcasts mehrspurig aufzunehmen, erweitert die Möglichkeiten der Nachbearbeitung beträchtlich, jedoch leider nur für Windows-User.

Die Soundpads sind eine gute Ergänzung, hier können zum Beispiel Jingles, Audiobeispiele oder zuvor aufgezeichnete Interviews abgespielt werden. Der Reverb ist für die meisten Zwecke ausreichend flexibel und klingt praxistauglich und ansprechend. Die Voreinstellungen für die Stimme im Easy-Modus könnten etwas prägnanter ausfallen, Laien werden sich im Expert-Modus anfangs nicht zurechtfinden. Die Sinnhaftigkeit der Vocal-Effekte darf diskutiert werden.

Plus

  • leichte Bedienbarkeit im Easy-Modus
  • Mehrspurausgabe für Windows basierte Rechner
  • Soundqualität
  • Konzept

Minus

  • Vocal-Effekte haben wenig Praxiswert
  • unübersichtliche Software-Oberfläche im Expert-Modus
  • Vocal-Presets im Easy-Modus nicht aussagekräftig

Preis

  • 159,- Euro
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