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Test: Tascam Model 12, Mixer, Multitracker, DAW-Controller, Interface

Alles drin, alles dran!

12. Februar 2021
tascam model 12 test

Tascam Model 12, Mixer, Multitracker, DAW-Controller, Interface

Tascam ist als Erfinder des Portastudios bekannt für seine Recording-Lösungen. Ende 2018 überraschte der Hersteller mit dem Model 24, einem analogen Mischpult mit integriertem Mehrspurrecorder. Unser Autor Raphael Tschernuth hat sich das Pult in diesem Artikel zur Brust genommen und auch einige Kritikpunkte angeführt. Etwa ein halbes Jahr später folgte mit dem Model 16 eine kleinere Version, das Model 12 erschien 2020 und richtet sich mit dem Straßenpreis von unter 600,- Euro primär an Podcaster, Medienschaffende und YouTuber. Tascam schreibt dazu: „Integrierte Produktionsumgebung für Musik- und Multimediadesigner“, eine vortreffliche Definition. Schauen wir mal, ob das Model 12 auch in der Praxis überzeugt und die Kritikpunkte aus dem vorherigen Test noch zutreffen. Schauen wir doch mal kurz, was Tascam über sein Model 12 erzählt.

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Ausstattung Model 12

Betrachtet man Model 12, 16 und 24 genauer, fällt eines sofort auf: Der Zusatz „analog“ fehlt bei unserem Probanden. In der Tat gibt es bei sehr schnellen Fader-Fahrten und Reglerbewegungen der EQs und Master-Sektion hörbare Pegelsprünge, die allerdings in der Praxis nicht auffallen, für Gain, Lowcut und Hi-Z gilt dies nicht.

Während das Design mit den Kunststoffseitenteilen in schicker Holz-Optik die Verwandtschaft unmissverständlich offenbart, wurde das Gehäuse kompakter gestaltet. Dazu wanderten alle Anschlüsse bis auf die beiden Kopfhörerbuchsen auf die Rückseite und so fehlt auch der Platz für ein internes Netzteil. Die Verarbeitung des massiven Metallchassis ist grundsolide und verwindungssteif, drückt man mit der Handfläche auf die Bedienelemente, knarzt nichts oder verbiegt. Auf den vier Gummifüßen steht das Model 12 rutschsicher und stabil, die Drehregler und Fader mit 60 mm Regelweg laufen sauber mit gutem Widerstand und die Taster haben einen ordentlichen Druckpunkt. Lediglich die Drehpotis scheinen nicht mit der Deckplatte verschraubt zu sein und sind leicht wacklig, Angesichts des Preises aber absolut okay. Da könnte eher der vertikale Abstand etwas stören, immerhin wurden viele Bedienelemente auf dem Panel untergebracht.

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Während Tascam als typische Zielgruppe Podcaster, YouTuber und alle sieht, die irgendwie Content produzieren, muss ich zu Gunsten des Model 12 konstatieren, dass es für reine Sprach- und Interview-Situationen eigentlich zu dekadent ist. Der Funktionsumfang im Vergleich zu einem Kleinmixer ähnlicher Bauart ist recht üppig und die Lernkurve etwas steiler, sofern man das Model 12 voll ausreizen will. Gleichwohl lieferte Tascam kurz vor Weihnachten 2020 ein Firmware-Update nach, mit dem sich die Audiolatenz auf maximal zwei Sekunden erhöhen lässt, um den Zeitversatz zum Videobild auszugleichen. Damit schließt es zum Zoom LiveTrak L-12 auf und man bedient bewusst YouTuber und Content-Produzenten. Ich sehe es vorzugsweise bei kleinen Bands, auf der Bühne oder als All-in-One-Lösung im Heim- oder Projektstudio, denn MIDI, Inserts, Sub-Gruppe und Aux-Wege wird der typische Podcaster nicht benötigen.

Kleiner Rundgang

Tascam-typisch ist die Dokumentation sehr umfangreich und in deutscher Sprache verfasst, die auch online zum Download bereitsteht. Anscheinend ist in den aktuellsten PDF-Versionen das Accessibility-Tag jedoch nicht gesetzt, so dass Nutzer mit Screenreadern die Anleitungen nicht vorgelesen werden, so musste eine ältere Version des Handbuchs aus dem Netz ersatzweise herhalten. Zurück zur Verpackung, neben dem Pult selbst und dem Netzteil finde ich ein recht dünnes USB-Kabel (Type-A auf Type-C) und ein TRRS- Klinkenkabel, das man einzeln etwas schwer bekommt, beide etwa je einen Meter lang.

Tascam Model 12 links

Tascam Model 12 | 10-Channel Analogue Mixer With 12-Track Digital Recorder

Das pultförmige Gehäuse wiegt um 4 kg und misst in der Höhe knapp 10 cm, ist 36 cm tief und 34,3 cm breit, wobei die Seitenteile etwas überstehen. Der externe Spannungswandler hat die Größe eines typischen Notebook-Netzteils und wird mit einem Eurokabel verbunden. Mixerseitig wird der schlanke Hohlstecker mit dem Gehäuse verschraubt, sehr schön und betriebssicher. Einen Powerschalter hat das Pult direkt neben der Buchse, trennt es aber nicht vollständig vom Netz. Die Phantomspeisung wird leider für alle Eingänge global aktiviert, das ist zwar für die meisten Geräte unproblematisch, mit Bändchenmikrofonen sollte man jedoch Vorsichtig sein. Glücklicherweise erfolgt stets eine Sicherheitsabfrage am Display, die zugehörige LED des Tasters leuchtet allerdings direkt nach dem Drücken auf.

Tascam CS-MODEL12

Tascam CS-MODEL12 | Carrying Bag for Model 12

Schauen wir kurz auf das optionale Zubehör, Tascam bietet die Tasche CS-MODEL12 und den Fußschalter RC-1F an. Beides macht durchaus Sinn, mit dem Fußschalter lässt sich Tap-Tempo, Effekte oder der Player wahlweise steuern, die Funktion kann im Menü zugewiesen werden, das geht auch mit Model 16 und 24. Mit der robusten Tasche sind Pult und Zubehör schnell verstaut und mitgenommen, die größeren lassen sich optional in ein Rack einbauen.

Tascam Model 12 Top

Die Oberseite ist dezent farbig gestaltet, das gilt für die Drehregler und die grau hinterlegte Mischsektion. Im linken Teil finden wir die acht identischen Channelstrips, wie man sie von analogen Pulten kennt. Beginnend von Oben mit den roten Gain-Reglern nebst Input-LEDs, die bei anliegendem Signal grün und bei Übersteuerung rot leuchten, darunter je zwei Taster für 100 Hz Lowcut und Hi-Z-Schaltung für impedanzreiche Quellen. Im Unterschied zum Model 16 können nämlich acht statt nur zwei Instrumente angeschlossen werden. Die dreistelligen Schieber wählen die Eingangsquelle des Kanals, ob Input, PC oder MTR, also die Recorderspur.

Darunter finden wir die Ein-Knopf-Kompressoren, beim Eingreifen leuchten die zugehörigen LEDs. Die EQ-Regler mit parametrischen Mitten folgen darauf, 10 KHz Höhen, 80 Hz Tiefen und durchstimmbare Mitten von 100 Hz bis 8 KHz, jeweils +/- 15 dB. Als Weiteres folgen die beiden Send-Regler für die Aux-Wege bzw. den Effektweg. Eine globale LED neben Aux-1 leuchtet, wenn die Kanäle nach dem Fader abgenommen werden. Panorama-Regler und REC-Taster schließen unten ab, welche die jeweiligen Spuren scharf schalten. Mute-, Ausspielwege und Solo-Tasten befinden sich rechts neben den Fadern. Dass man in der Master-Sektion fast denselben EQ vorfindet, kann ich nicht ganz nachvollziehen, zumal diese miteinander korrelieren. Ein Master-Kompressor und eventuell ein grafischer EQ im Menü hätte mir besser gefallen. Apropos Menü, in der Mixer-Option lassen sich weitere Einstellungen vornehmen, wie Solo-Modus, Phasenlage und Aux-Wege, Pre- oder Post-Fader getrennt für jeden Eingang. Zum Vergleich ein Blick auf das Model 16.

tascam model16

Im rechten Teil finden wir hinten eben jenen Master-EQ samt Aktivierungstasten für Aux ½ und Main, der sich nur in soweit unterscheidet, als dass sich die Breite des Mittenfilters in zwei Stufen wählen lässt. Die Kopfhörerbuchsen nebst abgedecktem Schacht für SDXC-Karten bis 512 GB befinden sich rechts daneben, darunter das geneigte Dotmatrix-Display mit Hintergrundbeleuchtung. Recht imposant ist die 12-Segment-Anzeige in drei LED-Farben für den Master-Out, die übrigen Pegelwerte werden im Display recht hoch aufgelöst dargestellt. Ausreichend ist das zwar, aber eine Meterbridge hätte durchaus mehr her gemacht.

Die Transportsektion befindet sich unter dem Display samt Drück-Dreh-Encoder, Stopp, Play/Pause und Record leuchten hell, die Stopptaste ist seitlich durch Stege vor versehentlichem Drücken geschützt. Mit der Menütaste erreicht man selbiges und bedient es mit dem Encoder, zurück geht es mit der Menütaste, sehr intuitiv und über Jahre bewährt. Die vier F-Tasten unter dem Display sind dynamisch und lassen sich in Teilen belegen. In der Mischsektion darunter finden wir die Volume-Regler für Kopfhörerbuchsen und Aux-Wege, Effekt-, Metronom- und Bluetooth-Einstellungen, die rechte Seite schließt unten mit den drei Fadern für Effekt-, Sub- und Master-Pegel mit zusätzlichen Routing-Tasten ab.

Tascam Model 12 Rückseite

An der Geräterückseite finden wir die acht XLR-Eingänge jeweils hinter dem zugehörigen Channelstrip, als Kombo-Buchsen ausgeführt und ohne Verriegelung, dennoch sitzen die Stecker recht fest. Für Mikrofone können maximal +50 dB verstärkt werden, mit dem Kompressor geht noch etwas mehr und reicht für das Shure SM7B gerade so. Unter Channel 1 und 2 finden sich zwei Inserts, um externe Prozessoren einzuschleifen. Kanal 7/8 und 9/10 sind als Stereopaar ausgeführt und wie bei diesen Mixern üblich bei Beschaltung der unteren TRS-Buchse aktiv. Während die ersten sechs Eingänge mit sehr rauscharmen Ultra-HDDA-Preamps ausgestattet sind, rauschen die hinteren mehr, wie wir noch hören werden.

Dazwischen finden wir die beiden MIDI-Anschlüsse, die auch MIDI-Clock und Timecode senden können, sowie Clicktrack-Ausgang und den Fußschalteranschluss. Für entfernte Interviews lassen sich Smartphones oder Schnurlostelefone direkt an die TRRS-Mini-Klinkenbuchse anschließen, Mix-Minus verhindert, dass der Telefonpartner sich selbst hört. Auf Cinch-Eingänge muss man zwar verzichten, aber für Line-Zuspieler kann auch die Klinkenbuchse genutzt werden und ist parallel zu Eingang 9/10 geschaltet. Hinter der Master-Sektion sind die Aux-, Sub- und Main-Ausgänge untergebracht, letztere als XLR-Buchsen. Die Rückseite ist übersichtlich gestaltet und die Beschriftung gut lesbar, allerdings liegen die Buchsen übereinander, so dass man beispielsweise die MIDI-Anschlüsse bei voller Beschaltung schwieriger erreicht. Alle Buchsen sind fest mit dem Gehäuse verschraubt, somit auch hier alles richtig gemacht. Das Model 12 ist übrigens kein USB-3.0-Interface, auch wenn es eine Type-C-Buchse gibt.

Praxis und Klang

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Klangcharakter des Model 12 ist sehr gut. Recht neutral mit leicht musikalischer Färbung, sehr detailliert und das bei analogem Workflow. Dass es nur sechs rauscharme Preamps gibt, ist kein Geheimnis und sehe ich daher nicht als Nachteil, etwas mehr Gain-Reserve wäre dennoch hilfreich. Bei Linelevel zeigen sich alle Eingänge gleichermaßen von ihrer guten Seite. Will man an den Inputs 7/9 dennoch Mikrofone Betreiben, dann bitte welche mit hohem Output oder für laute Schallquellen. Auch EQ und Kompressor greifen gut ein, wobei man sich vorzugsweise auf sein Gehör verlassen muss. Im folgenden Klangbeispiel habe ich vier Mikrofone mit dem Model 12 verbunden und demonstriere auch das Rauschverhalten und spreche in das Shure SM7B.

Tascam Model 12 mit Notebook

Im Test zum Model 24 hat Raphael Störsignale der SD-Karte bemängelt, diese konnte ich am Model 12 unter bestimmten Umständen nachvollziehen. Während es am iMac keine Störungen durch Einstreuungen gab, bereitete mir das folgende Klangbeispiel etwas Schwierigkeiten. So wollte ich nur die Preamps des Model 12 mit dem LiveTrak L-8 und Tascam DP-32 SD vergleichen, allerdings sorgte das Netzteil meines HP-Notebooks für HF-Einstreuungen, auch in das hochwertige Sommer Mikrofonkabel. Vielleicht könnte ein separater Erdungsleiter dieses Problem lösen oder ein Ferritkern im Netzkabel. Das Problem ließ sich durch einen größeren Abstand der Spannungswandler zueinander lösen. Alles Weitere ist im folgenden Klangbeispiel zu hören.

Vergleicht man Model 12 und LiveTrak L-8, rauschen die Preamps des Zoom deutlich stärker und die Ultra-HDDA-Preamps des Model 12 liefern ein schönes Ergebnis ab. Interessant ist auch das geringe Eigenrauschen des DP-32 SD, das auf mich sogar noch etwas homogener wirkt.

Tascam Model 12 angeschlossen

Das Arbeiten mit dem Model 12 ist sehr intuitiv und das Menü schön strukturiert. Während ich von analogen Mischern kenne, dass beispielsweise der Pan-Regler trotz Mittelstellung minimal abweichen kann, ist das bei einem digital gesteuerten Pult kein Thema. Schön wären jetzt noch Szenenspeicher im Menü gewesen, vielleicht ließe sich das in einem Firmware-Update noch nachreichen. Wenn man das Model 12 nämlich in verschiedenen Arbeitsumgebungen nutzen will, muss man sich wie bei Analogmischern die Einstellungen merken oder notfalls abfotografieren. Hat man einen neuen Song geladen, merkt sich das Pult nach dem Ausschalten die Einstellungen, man kann also direkt weiter arbeiten.

Effekte und Multitracker

Die 16 Effekt-Presets sind auf der Konsole angedruckt und ein Taster führt ins zugehörige Menü. Hier kann ein Parameter angepasst werden, weiterhin gibt es zehn Effektspeicher, Tascam nennt das Bibliothek. Diese merken sich die Einstellungen eines jeden Effekts, so dass sich auch zehn Sets abspeichern lassen. Synchronisierbar sind sie leider nicht, das Tempo lässt sich aber eintappen. Zur Wahl stehen verschiedene Hall- und Delay-Typen, sowie Flanger, Chorus und Kombinationen. Will man unterschiedliche Effekte den Kanälen zuweisen, lässt sich dies nur per Overdubbing realisieren. Die Qualität ist zwar nicht schlecht, aber eher Brot und Butter. Wer den Computer einsetzt, wird sich die Effekte wohl aus der DAW holen, vor allem bei angeschlossenen Instrumenten. Während das Tascam DP-32 SD auch Amp-Simulationen bietet, ist die Auswahl beim Model 12 vergleichsweise gering. Zum Hinzufügen von etwas Hall beim Gesang oder Tape-Delay für die Drums reicht es allemal.

Tascam Model 12 Effekte

Der Multitrack-Recorder ist sehr flexibel und umfangreich, ein Metronom mit optionalem Einzähler kann auch unabhängig zugeschaltet werden und wird optisch über den zugehörigen Taster und akustisch über verschiedene Wege geroutet. Neben dem Clicktrack-Ausgang kann es je über die Kopfhörerausgänge oder den Main-Mix einzeln zugeschaltet und separat in der Lautstärke geregelt werden. Einzähler und Taktweite lassen sich einstellen, als Klänge dienen einfache und zum Teil nervige Drumsounds mit Akzentuierung. Der Multitracker zeichnet die Stereo-Spur immer mit auf, die anderen Spuren können auch eine WAV-Datei (auch BWF) im selben Format als Backing-Track enthalten. Sie lassen sich nachträglich bearbeiten, entfernen, kopieren und sogar vertauschen. Bouncing ist ebenfalls möglich, um Spuren für weitere Aufnahmen freizugeben. Auf der SD-Karte werden temporäre Dateien abgelegt, so dass eine versehentlich gelöschte Spur wiederhergestellt werden kann. Nach dem Ausschalten werden sie gelöscht, weshalb die Undo-Funktion dann nicht mehr nutzbar ist. Sind MIDI-Timecode und -Sync aktiviert, lassen sich externe Geräte oder auch eine DAW per USB synchronisieren, das funktioniert auch umgekehrt.

Tascam Model 12 Recording

Marker helfen dabei, sich im Song zurecht zu finden und zu springen. Will man beispielsweise einen Refrain aufnehmen, hilft die Vamp-Funktion und wiederholt die Passage zum Üben. Für Punch-In und -Out lassen sich Markierungen setzen, an welcher Stelle der Einstieg erfolgen soll. Grundsätzlich ist der Recorder sehr komplex und vielseitig einzusetzen, dabei wird jede Aufnahme als Song organisiert. Wird ein neuer erstellt, wählt man die Auflösung 16 oder 24 Bit bzw. 44,1 oder 48 kHz und kann direkt einen Namen vergeben.

Tascam Model 12 schräg rechts

Für den Live-Betrieb hält das Model 12 auch einige Schmankerl bereit. Im WAV-Play-Modus lassen sich Tracks wie bei einem Media-Player durchlaufen, aber eben nur WAV-Files. Als kleine Performance könnte man über die Aux-Wege Bühnenmonitore anschließen und das Signal über die PA leiten oder Musik über die Sub-Ausgänge in einen Nebenraum per Bluetooth ausspielen. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass man sich natürlich entscheiden muss, ob man seine Performance aufzeichnen oder lieber Backing-Tracks abspielen will. Drückt man die Taste SD-Main-Mix-Return, wird das Recordersignal über die Summe anstatt der Stereomischung des Pults ausgegeben. Ebenso wichtig zu wissen ist, dass unter Verwendung des Aux-2-Ausgangs die internen Effekte nicht nutzbar sind.

Das Model 12 als Audio-/MIDI-Interface

Die Treiber von der Tascam Website für Windows sind schnell installiert, das Control-Panel begrüßt einen direkt und es kann losgehen. Am Mac reicht Core Audio und es lässt sich somit das Control-Panel nutzen.

Tascam Model 12 Control Panel

Es ist recht spartanisch ausgestattet und erlaubt ASIO-typisch die Grundeinstellungen für die Puffergröße. Standardmäßig zeigt REAPER eine Latenz von 6,8 ms, das ist soweit gut. Hierbei ist auch zu beachten, dass die 24 Bit bei 48 kHz selbst bei der Kanalanzahl nicht wirklich hohe Datenströme verursachen, in Etwa vergleichbar mit einem 4×4-Interface mit 192 kHz. Das Pult bietet 12 Ausgänge und 10 Eingänge, die letzten vier natürlich als Stereo ausgelegt. Die Kanäle 11 und 12 definieren den Main-Mix, so dass sich mit dem Computer auch eine Backup-Aufnahme erstellen lässt. Dabei kann im Menü gewählt werden, ob die Kanäle pre oder post abgegriffen werden, sofern man EQ und Kompressor mit der DAW nutzen will.

Tascam Model 12 Front

Tascam Model 12 | 10-Channel Analogue Mixer With 12-Track Digital Recorder

Vorzugsweise für Mobilgeräte lässt sich alternativ der USB-Stereo-Modus wählen, dann wird das Pult legacy ohne Treiber als 2×2-Interface eingebunden, wobei sich dann nur der Main-Mix abgreifen lässt. Als Multichannel-Interface lassen sich Effekte der DAW auch wie Inserts einschleifen oder virtuelle Instrumente nutzen, wobei man das Ergebnis dann auch mit dem internen Recorder aufzeichnen kann. Das Model 12 bietet einem hier viel Flexibilität und Freiräume, was es für mich sehr attraktiv macht.

Nutzung als DAW-Controller

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Diese Frage stelle ich mir unweigerlich beim Model 12. Hat man es aus Kostengründen digital aufgebaut und dachte hinterher, die Nutzung als DAW-Controller wäre doch sexy, oder war es umgekehrt? Wie auch immer ist diese Idee großartig und so setzt sich das Model 12 von seinen größeren Geschwistern ab. Wer mit 10 Inputs auskommt, findet neben den MIDI-Anschlüssen somit einen weiteren Kaufgrund. Schön für den Studiobetrieb ist, dass das Model 12 nach dem Ausschalten im DAW-Modus verbleibt.

Tascam Model 12 DAW-Auswahl

Will man sich die Bedienelemente in der DAW zu Nutze machen, muss das Model 12 in den jeweiligen Modus versetzt werden. Dabei gibt es verschiedene Vorbelegungen für die gängigsten DAWs, derzeit Ableton Live, Pro Tools, Cubase, Cakewalk, Logic und Digital Performer. Dabei ist auch die Unterstützung aller DAWs möglich, die MCP und HUI nutzen. Die MIDI-Ports 2 werden zur Controllersteuerung verwendet, so dass MIDI 1 für die externe Nutzung frei bleibt. Das separate DAW-Controller-Handbuch erläutert die Einstellungen für die unterstützten DAWs und gibt Hinweise zur MIDI-Implementation. Leider ist REAPER nicht integriert und so musste ich etwas probieren, wobei die grundlegende Steuerung fast problemlos funktionierte. Einzig die Auflösung der Pan-Regler scheint etwas hoch zu sein, so dass man diese in REAPER korrigieren muss. Deutlich unkomplizierter klappte das mit Logic Pro X.

TascamModel 12 DAW-Betrieb

Als DAW-Controller verhalten sich die Ausgänge etwas anders. Der Master-Out der Software wird auf die Kanäle 1 und 2 ausgespielt, wobei das Panorama automatisch verortet und die Lautstärke auf 0 dBFS gesetzt wird. Diese regelt man mit dem Master-Fader, während der Effekt-Fader als DAW-Master dient. Kleine Fallstricke gibt es allerdings, so müssen die Eingangsquellen der Kanäle 1 und 2 auf PC stehen und die Output-Tasten für den Main-Mix gedrückt sein, ansonsten ist nichts zu hören. Die Kompressoren sollten rausgedreht und EQs auf Nullstellung verbleiben, wenn man das DAW-Signal unverfälscht hören will.

Tascam Model 12 mit REAPER

Als Bedienelemente stehen die Kanalfader, Pan-Regler, Rec-Taster, Solo und Mute sowie die LEDs als Indikatoren zur Verfügung. Ebenso die Transportsektion und die Möglichkeit, Marker zu setzen und anzuspringen, sowie auf die übrigen Spuren umzuschalten. Die Positionen der Fader und Drehregler müssen abgeholt werden und so sieht man die tatsächliche DAW-Einstellung nicht am Gerät selbst, einzig im Display sind die Werte ablesbar, sowie auch am Mixer der DAW. Das ist ein Kompromiss, denn ansonsten bräuchte es Endlosdrehregler mit LED-Kränzen und Motorfader. Gemessen am Grundgedanken und Preis kann ich das Gebotene absolut tolerieren.

Bluetooth und TRRS-Klinkeneingang

Werfen wir zum Schluss einen Blick auf das integrierte Bluetooth-Modul und die TRRS-Buchse. Während das Symbol für das Smartphone am Model 12 moderner als beim Model 24 aussieht, ist die Funktionalität vergleichbar. Mix-Minus ist dabei der Schlüssel für Telefon-Interviews, damit der Gesprächspartner sich nicht selbst zurückhört. Einziges Problem sind Smartphones, die oft nicht über eine TRRS-Buchse verfügen und mit Adaptern lässt sich das Telefonsignal nicht immer routen. Besonders bei Apple mit FaceTime hilft der Lightning-Adapter nicht weiter, so dass man eher auf ein iPad angewiesen ist. Notebooks mit TRRS-Headset-Buchse können gleichermaßen verwendet werden, auch lassen sich mit diesem Kabel herkömmliche Geräte mit üblichem Klinkenausgang verbinden. Das Signal wird den Eingängen 9/10 beigemischt und durchläuft auch Kompressor und EQ.

 

Tascam Model 12 rechts

Per Bluetooth zeigt sich das Model 12 von einer sehr guten Seite. Hervorzuheben ist die Unterstützung für HD-Audio via AAC, was iPhone und iPad als Zuspieler mit einer besseren Klangqualität danken. Die Sendeleistung des Class-2-Moduls ist mit rund 2,5 mW nicht die stärkste und reduziert den Einsatz auf einen Radius von maximal 10 Meter. Weil allerdings das Modul ständig aktiv ist und in den Pairing-Modus geht, sofern kein Gerät erkannt wurde, kann es im Live-Betrieb auch Kompromittiert werden, hier ist eine kurze Reichweite also von Vorteil. Tascam hat hier mitgedacht und während der Schiebeschalter das Bluetooth-Signal wahlweise in Input 9/10 oder in den Main-Mix einleitet, ist bei der Off-Stellung nichts zu hören. Diese sollte auch stets gewählt sein, wenn das Bluetooth-Modul nicht benötigt wird. Leider werden HSP/HFP nicht unterstützt, so dass im Gegensatz zum RODECaster Pro keine Interviews per Bluetooth möglich sind. Leitet man das Signal in die Eingänge 9/10, lässt sich der Channelstrip einschließlich Kompressor und EQ verwenden. Läuft es direkt in den Main-Mix, muss die Bluetooth-Lautstärke am Zuspieler fein justiert werden. Eine Latenz ist natürlich vorhanden, so dass es mit Software-Instrumenten eventuell etwas schwierig wird.

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Fazit

Das Tascam Model 12 ist zu diesem Preis ein absoluter Tausendsassa und in seiner Funktionsvielfalt kaum zu schlagen. Dabei kann es sowohl als Live-Pult für kleine Gigs, als Multitrack-Recorder für kleine Sessions, als Mixer im Heimstudio, als Master-Clock für MIDI-Equipment, als Multichannel-Audio- und MIDI-Interface und sogar als DAW-Controller eingesetzt werden. Rudimentäre Digitaleffekte, Bluetooth-Schnittstelle mit AAC, Mini-Klinkenbuchse für Telefoninterviews und Kompressoren in jedem Eingang runden die umfangreiche Ausstattung ab. Das Model 12 lässt kaum Wünsche offen und ist sicher nicht nur ein heißer Tipp für Platz- und Preisbewusste. Bei der soliden Verarbeitung und umfangreichen Ausstattung gibt es dennoch kleinere Kompromisse, die maximale Auflösung liegt bei 48 kHz mit 24 Bit Wortbreite, auch sollten zur Vermeidung von HF-Einstreuungen die Netzteile der Geräte etwas weiter auseinander stehen.

Plus

  • solide Verarbeitung
  • umfangreiche Ausstattung
  • übersichtlicher und analoger Workflow
  • wählbarer Audioversatz für Videoanwendungen
  • MIDI

Minus

  • Netzteil etwas problematisch
  • Effekte etwas eingeschränkt

Preis

  • 589,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Sehr schönes Gerät mit vielen nützlichen Funktionen, am besten gefallen mir die Midi-Anschlüsse zur Synchronisation, die in dieser Preisklasse eher selten zu finden sind, wenn überhaupt. Leider hat es für meine Zwecke zu wenig Kanäle, weshalb ich mich für ein anderes Digitalpult entschieden habe.

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      Okay, wenn man on the fly viel aufzeichnet, geht dann wohl nur einen Mixer vorschalten, die Eingänge sind dafür gut genug, oder halt Overdubbing und nacheinander aufzeichnen. Wenn Du den DP-32 (den alten ohne SD und mit MIDI) als Vergleich beispielsweise nimmst, hat der nur acht Mono-Inputs, also sogar weniger. Oder Du koppelst ihn halt gleich mit einem Model 24, ich weiß nicht, ob es mit MIDI noch was Größeres derzeit gibt. Bei der DP-Serie (mit SD) hat Tascam diese eingespart. Im Prinzip hast Du ja 14/16 Kanäle, dann allerdings teilen sich 11 und 12 die Mini-Klinke und Bluetooth oder Du schickst das in den Main Mix. Aber klar, sind schon Kompromisse und ich habe mich auch gewundert, wie schnell man zehn Eingänge voll hat, da reichen fünf Stereo-Synths. Ich behelfe mir bei den Boutiques damit, zumindest alles noch Erprobungsphase, die Geräte teilweise durchzuschleifen.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Von Behringer gibt es noch das X 32 das tatsächlich über 32 physikalische Eingänge verfügt, komplett über Midi gesteuert werden kann und über einen eingebauten USB Recorder verfügt ….das kostet natürlich auch ein 1000er mehr. Bei einer guten Drummachine gehen schon 8 Mono-Kanäle drauf, so ein Pult ist mit diverser Hardware schnell gefüllt, gerade bei Ambient-Sessions mit zusätzlichen kleinen Naturinstrumenten, die man Live aufnehmen will . Ich habe mir in der Vergangenheit ein paar edle Effekte für den Computer zugelegt, weshalb ich noch mit der DAW aufnehmen will, aber in ein paar Jahren werde ich wohl auch mal zu einem Multitracker System greifen, um den Computer auch mal komplett auslassen zu können. Ach übrigens ; Eins sehr guter Test , der die Stärken und Schwächen komprimiert auf den Punkt bringt.

        • Profilbild
          Stephan Merk RED

          Danke Dir. Ja, das X 32 hatte ich bei meiner Recherche auf dem Schirm, aber eben wegen des Preisunterschieds nicht ganz vergleichbar. Okay, ist halt die Frage, wie man im Ergebnis arbeitet, aber dafür gäbe es jetzt beispielsweise das Model 24. Dann ohne DAW, aber auch mit Multitracker. Sind aber dann natürlich auch acht Channels weniger und wohl voll analog aufgebaut.

  2. Profilbild
    dubsetter

    ganz netter umfang für den preis.
    gibt es auch midi spuren bzw. kann das pult auch mididaten aufnehmen..??

    (zb. um wav files abzufeuern und dazu nen klangerzeuger laufen lassen,
    oder geht nur midi clock)

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      Nein, der Recorder an sich ist quasi eigenständig und sendet bzw. empfängt nur MTC. Wenn Du aber eine Workstation oder Entertainer als Sequencer mit Zeiger verwendest, müsste sich der Recorder dazu synchronisieren, ich konnte das nur auf die Schnelle nicht ausprobieren. Start/Stop wird entsprechend auch synchronisiert.

      • Profilbild
        dubsetter

        danke, hatte ich mir schon gedacht.
        ich bin am überlegen ,sowas für nen liveset zu „missbrauchen“

        das gute an dem pult ist , das man es auch als controller und/oder audiointerface nutzen kann.

        • Profilbild
          Stephan Merk RED

          Also missbrauchen würdest Du es nicht, den Live-Betrieb sieht Tascam ja schon vor. Aber Obacht, gleichzeitig Live un dDAW is nich. ;) Wenn Du in den DAW-Mode gehst, hast Du an Channel 1 und 2 Fixpegel, das regelst Du dann mit dem Master, die Fader selbst steuern die DAW und die anderen Inputs laufen dann auch nur über diesen Weg. Wenn Du das aber getrennt siehst, ist das natürlich eine feine Sache. Für eine kleine Band mit ein paar elektroakustischen Instrumenten, Synthesizern oder notfalls auch iPad an USB und Software-Sounds, Pausenmusik via Bluetooth oder Mini-Klinke, ist das alles kein Problem. Auch der WAV-Player-Modus würde sicher reichen, um den einen oder anderen Hit abzufeuern, große Speicherkarte vorausgesetzt, wäre dann aber sicher per Smartphone eleganter gelöst. Immerhin bliebt bei Bedarf dann auch die Möglichkeit, den Main-Mix aufzuzeichnen und Monitoring auf der Bühne kannst Du über Aux-1 regeln, Aux-2 auch, wenn Du Effekte nicht brauchst. Also da geht von der Kombination ganz schön viel.

      • Profilbild
        HX

        Hi Stephan,
        das Model 12 sendet nur, empfängt aber keine MIDI Daten, kann man auch kaum erwarten weil dann müsste sich ja die Abspielgeschwindigkeit ändern wenn ich diese an meinem externen MIDI Master ändere.
        In der MIDI Implementation steht es auch so, die MIDI Buchse hat keine Funktion, außer vielleicht zum Daten durchleiten wo ich aber auch gerade keinen Sinn sehe.

        Was auch nicht geht ist VAMP und MIDI.

        Gruß Holger

        • Profilbild
          Stephan Merk RED

          Hallo Holger und Danke für die Ergänzung. Also MIDI-In funktioniert in jedem Fall im Interface-Modus, ich meine auch gelesen zu haben, dass sie Daten schon durchleitet. Ich bin da aktuell was am Testen und wollte mal versuchen, über das Master-Key angeschlossene Boutiques zum Klingen zu bringen, dauert aber noch etwas. Aber richtig, ich habe mir eingebildet, dass MTC auch empfangen wird, aber es im Handbuch später dann anders nachgelesen. Aber wenn der Zeiger unterstützt wird, könnte man doch einen Sequenzer eines Entertainers oder einer Workstation antriggern und synchronisieren, dabei dann über den Multitracker weitere Instrumente mit aufzeichnen. Würde bei einem Kronos und Co. nur wenig Sinn machen, weil die ja selbst recorden können. ;)

  3. Profilbild
    Dirk

    Danke für den Test, ist eigentlich auch einer für den Korg MW-2408 geplant?

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      Stimmt, da gab’s ja was. Der wird bestimmt auch noch getestet, gehe ich mal von aus. Den hatte ich jetzt aber überhaupt nicht auf dem Schirm. Bei Korg würde ich mir die Frage stellen, ob und wie sie diesen Bereich bedienen werden, die kleine PA ist ja auch schon wieder weg vom Fenster – leider eigentlich.

  4. Profilbild
    MrCosmo

    Ist vielleicht etwas off Topic, aber gibt es eigentlich in einem ähnlichen Format pure Linemixer mit zum Beispiel 8 bis 12 Stereo Line-Kanälen inkl. Aux-Wegen, Solo, Mute, Fader.
    So ein bisschen wie damals der Roland M-160…
    Viele Leute haben ja schon ein paar schöne Preamps und Effekte bzw. wollen einfach nur ihre Hardware-Synths sauber mischen und routen.
    Suche schon etwas länger und wäre dankbar für Tipps.

    • Profilbild
      Stephan Merk RED

      Hm, wäre der Roland MX-1 nicht was passendes, aber der hat vermutlich zu wenig Inputs. Ich hatte letztens den TC Helicon BLENDER im Test, der hat sechs Stereo-Ins und vier Kopfhörerausgänge, die sich einzeln abmischen und mit Kompressor versehen lassen. Ist zwar nicht das Format, aber für ein kleines Setup vielleicht zumindest so etwas wie ein Kompromiss, denn teuer ist das Teil nicht und mit Batterien läuft er auch und per USB, auch Audio.

    • Profilbild
      Robin Fly

      @mr.cosmo..vielleicht ist der“ Samson SM10 10-Kanal Line Mixer“ ja was für dich. Ist halt ein kleines Rack aber hat bis auf die Fader eigentlich alles was du willst. Habe 8 Synths, eine Drum-machine und `ne Effektkiste dran und geh damit auf`s Interface. Bin zufrieden..wenn du ein bisschen auf dem Netz suchst, findest du den bestimmt http://www.....L_v2.1.pdf

  5. Profilbild
    mfk AHU

    Nettes Teil und vielleicht eine Alternative zu den VLZ-Teilen bzw. den neuen Mackies von Korg (MW-2408, MW-1608 @RED: Testbericht??)

    Was ich nicht verstehe:
    Eine große Zielgruppe sind Musiker mit eher elektronischen Instrumenten.
    Die brauchen gerne:
    mehr Stereo-Line-Ins (statt super Mikrofon-Vorverstärker)
    Stereo-Aux-Outs (Pre-& Post-Fader)

    Klar, aus zwei Monokanälen kann man sich einen Stereokanal basteln. Das geht nur in die Breite und auf Kosten der Kanalanzahl.
    Das Gleiche gilt für die Auxs. Dann werden aus 4 Auxs eben 2.
    Der Trick funktioniert bei Mischpulten mit Stereo-Ins (Korg MW-2408, MW-1608) leider nicht.

    Ist diese Zielgruppe so klein?

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      Stephan Merk RED

      Also ich erinnere mich noch an diese günstigen Pulte in den 90ern, die hatten alle Phono über Phono und vielleicht einen halbherzigen Tape-Eingang. ;) Aber ich verstehe schon was Du meinst, habe das irgendwie akzeptiert und fällt mir gar nicht wirklich auf, ist ja bei Audio-Interfaces nicht anders. Nur ist es nicht so, gerade im Eurorack-Bereich, dass die meisten Teile eh in Mono arbeiten? Ich habe mich zum WAVESTATE eher gefragt, warum Synthesizer dieser Art überhaupt selten Audio über USB ausgeben oder nicht wenigstens Digitalausgänge wie eine UltraNova anbieten, quasi als Abfallprodukt des Wandlers. Wie es Roland mit dem MX-1 macht, also USB-Host für Audio, finde ich auch spannend, gibt es aber wohl kaum anders. Das Model 12 richtet sich ja primär an Podcaster und kleine Bands, da sind Hi-Z und Mic natürlich schon Pflicht. Thomann spuckt auch einiges aus, wenn man gezielt nach Line-Mixer sucht, also irgendwie geben tut es so etwas wohl.

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    Snitch

    Ja, wirklich tolles Teil!
    Wenn es jetzt noch ein paaaaar mehr Stereokanäle hätte wäre es perfekt.

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    AMAZONA Archiv

    Yup, sehr gutes Teil anscheinend. Ich finde Bluetooth super um ohne Kabel abzuhören oder einzuspielen. Neben dem hier kann das nur der Audiofuse Studio. Habe seit neuestem die Valco VMK-20 BT ANC-Kopfhörer hier liegen und bin sehr geflasht. Danke für den Test!

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    Son of MooG AHU

    Fast hätte ich diesen Artikel übersprungen, aber dann fielen mir die zwei MIDI-Buchsen auf. Wie schon erwähnt, hat Tascam leider beim DP-32SD auf MIDI verzichtet, weshalb ich auch weiterhin das alte DP-32 verwende. Die 12 Multitrack-Kanäle sind mir allerdings zu wenig…

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      Stephan Merk RED

      Kannst Du beim DP-32 mit MIDI eigentlich mehr anstellen? Ich las immer wieder von Schwierigkeiten und Hängern in Verbindung mit MIDI und dachte daher, dass man es deshalb beim Nachfolger gestrichen hat. Bezüglich der Spuren hast Du schon Recht, das ist abseits virtueller Möglichkeiten schon eine Einschränkung. Da bleibt nur Bouncing und das ist auch nicht immer sinnvoll, zumal den größeren MIDI ja auch fehlt.

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        Son of MooG AHU

        Abgesehen vom üblichen Synchronisieren zum Sequencer gibt es über MIDI-In noch einen Remote Control Mode. Dadurch kann der Recorder via CC ferngesteuert werden, Effekte via Program Change anwählen etc. Am wichtigsten ist mir jedoch das Synchronisieren, auch wenn dabei der DP-32 immer als Master fungieren muss und Tempo-Änderungen während der Aufnahme nicht möglich sind. Bei all dem hatte ich bisher keine Probleme mit ‚Hängern‘ o.ä…

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          Stephan Merk RED

          Spannend, danke Dir für Deine Ausführungen! Ja, Tempänderungen hätte ich ja fast vorausgesetzt, dass das schwierig wird.

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    Haurein

    Habe das Model 12 am Wochenende getestet und werde es leider aufgrund des für mich unakzeptablem Rauschverhaltens zurückschicken.

    Hatte bisher ein kleines Yamaha MG10XU, das von der Audioqualität erheblich besser ist.

    Beim Tascam rauscht schon im Leerlauf ohne angeschlossene Geräte jeder Kanal anders, besonders schlimm die Line-Stereokanäle 7/8 und 9/10, obwohl ich ja hier sogar einen Gain-Regler zu eigentlich besseren Anpassung habe, was das kleine Yamahapult gar nicht hat. Und das obwohl ich hier nur Geräte mit hohem Linepegel (Synth, Piano und Drummachine) habe, also keine Gitarren oder Mikrofone.

    Der Effektprozessor klingt zwar etwas besser, erzeugt aber im Leerlauf schon unangenehme Störgeräusche, sodass er unbrauchbar ist.

    Ich bin ziemlich erstaunt, dass das Tascam Pult trotz „digital“ und dreifachem Preis so erheblich schlechter ist als das kleine Yamaha.

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      Stephan Merk RED

      Also dass ohne Last ein Rauschen hörbar ist, ist auch klar. Dass sich die Preamps in den ersten und letzten Kanälen unterscheiden, steht auch im Datenblatt. Aber so ein Rauschkünstler ist das Pult wirklich nicht, vielleicht war bei Dir nicht die aktuelllste Firmware drauf. Was die Effekte angeht, hatte ich in der Tat auch beim ersten Test ein Rauschen vernommen und mich schwer gewundert, aber das lag irgendwie an den Einstellungen und war dann weg. Vielleicht auch durch das Update, das kann ich nicht mehr nachvollziehen. Aber im Direktvergleich zum Tascam DP-32 SD rauscht es nicht mehr oder weniger, hingegen das LifeTrak L-8, das rauscht wirklich etwas stärker.

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        Haurein

        Das Rauschen war nicht ohne Last, sondern mit angeschlossenen Synths, Drummachine und Piano. Das sind alles Geräte mit hohem Linepegel, bei dem Rauschen einfach kein Thema sein darf und beim Yamahapult auch nicht ist. Bei Mikrofonen mit hoher Verstärkung darf das sein, aber nicht bei Linepegel.

        Und das Effektgerät hat richtig hässliche Artefakte gemacht, also nicht nur Rauschen. Damit hätte man einen Sciencefictionfilm vertonen können.

        Und Update: wenn ich ein fabrikneues Gerät erst mal durch Softwareinstallation funktionsfähig machen muss, habe ich kein Vertrauen in den Hersteller.

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          Stephan Merk RED

          Nun ja, bei komplexen Geräten geht es nicht ohne Updates, es wurde ja auch einiges hinzugefügt, wie weitere Mappings für die DAW-Steuerung, bspw. für REAPER. Ich hatte auch schon Synths angeschlossen, Boutiques hauptsächlich, da hatte ich Störungen, weil sie alle an einer USB-Stromversorgung hingen. Mit Akku kein Problem. Aber die Hauptsache ist, dass Du eine Lösung für Dich gefunden hast.

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    microbug

    Dem Titel muß ich dann doch widersprechen.

    Was hat sich Tascam eigentlich bei diesem Ding gedacht? Da fehlen ein paar Funktionen, die viele bessere Mixer schon lange besitzen – oder das Ding ist auch wieder nur ein zugekauftes ODM Teil.

    Konkret:
    USB Return geht wohl fest auf Kanäle 1 und 2, die werden dann aber auch wieder auf die Summe geschickt, also auch über USB zurück, produziert wunderbare Echos.
    Man kann wohl die Kanäle auf die Subgruppe legen, aber diese hat keine Verbindung zum Kopfhörer, außer man benutzt externes Equipment, wie in einem Youtube-Video zu sehen, wo sich einer die MixMinus-Funktion mittels Monitorcontroller und Kopfhörerverstärker nachgebaut hat.

    Wie dämlich ist denn sowas? Oder hat sich das inzwischen geändert?

    Bei den leider nicht mehr hergestellten UFX1204/1604 kann man die USB Rückkanäle und auch Mute/Alt3-4 beliebig auf Main oder ControlRoom/Kopfhörer routen, bei den meisten analogen Mixern geht das auch problemlos.

    Von „Alles drin“ kann also nicht die Rede sein, ein durchdachtes Gerät würde sowas bieten.

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      Stephan Merk RED

      F/W V1.30
      ————————————————————————————————————-
      New function

      – Support for PreSonus Studio One, Cockos REAPER and Steinberg Cubasis 3.3 have been added to DAW control.
      – Add MAIN MIX PRE to PHONE SOURCE selection in addition to MAIN MIX POST.
      – An OUTPUT PAD function has been added for MAIN and SUB outputs, providing support for monitors with low permissible input levels.

      Das mal zu dem, ob/was Tascam so nachgelegt hat. Mit USB stimmt zum Teil, man wählt ja über die Schieber quasi das Ziel. Natürlich, wenn ich unbedingt den Main-Mix der DAW ins Pult leite und zugleich den Main-Mix des Pults an die DAW zurückschicke, ohne die Inputs auf 1 und 2 auf External zu schalten, passiert das natürlich. Mit dem Umschalten ist auch so eine Sache, das kann vielleicht nerven. Aber man sollte das Ding halt sehen als was es ist, ein All-in-One-Pult fürs Budget. Ob Multitracker im Proberaum oder DAW-Controller mit acht Einzel-Inputs. Dann wird man die Inputs ohnehin nicht übers Pult hören, weil man auch die Controller für die DAW-Steuerung nutzt. Das ist schon alles sehr durchdacht, aber wie immer wird man es nie allen Recht machen können. Wer die internen Features nicht benötigt, kauft sich doch eh ein reinrassiges Digitalpult.

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        microbug

        Es geht nicht um Sonderfunktionen, sondern um Basics, und die Möglichkeit, den Kopfhörer vom Main out entkoppeln und sich andere Signale bzw wahlweise mehrere drauflegen zu können, gehört dazu, das haben selbst alte Mackies schon gehabt. Daß sowas ausgerechnet bei einem für Podcaster konzipiertem Pult fehlt, ist schon ein grober Schnitzer.
        Genauso das Fehlen einer echten PFL-Funktion, die nur auf den Kopfhörer geht.

        Nimm das Beispiel einer Sonobus-Session (Online-Sessiontool zum virtuellen Zusammenspiel mehrerer Musiker). Dort braucht man so ein Routing auf jeden Fall, denn sonst gibts Echos.

        Was meinst Du mit „nicht auf extern schaltet“? Man muß doch, wenn man den USB Return hören will, die Kanäle 1 und 2 auf PC stellen, oder nicht? Eine andere Möglichkeit habe ich nicht gefunden. Beim Zoom L-8 und L-12 kann man dazu die Stereokanäle umschalten, beim UFX1204 kann ich mit einer Knopfreihe genau definieren, was ich auf Kopfhörer und was auf dem Main Mix haben will, und zwar gleichzeitig. Da der UFX keine PFL Funktion hat, kann man sich damit behelfen, daß man die Mute/Alt3-4 Funktion nutzt und sich dessen Ausgang per Knopfdruck auf den Kopfhörer legt. Selbst das geht beim Model 12 nicht, man könnte sowas höchstens über die FX Busse machen, aber das ist unpraktisch, weil die nicht schaltbar sind.

        Das Model 12 wäre eine echte Alternative zum leider eingestellten UFX1204, aber nicht mit diesen groben Patzern.

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          Stephan Merk RED

          Nun ja, das mit dem Kopfhörer scheint man im Update verändert zu haben. Zum Rest, schreiben wir vielleicht aneinander vorbei. Meinst Du die Nutzung in einer DAW oder eigenständig? Als DAW-Pult werden die Regler zur Steuerung genutzt, die eingänge als Inputs und Kanal 1 und 2 dann als Rückkanal, die man dann über den Master regelt. In diesem Modus wirst Du Routing und Verschaltung über die DAW vornehmen. Eigenständig bei Online-Musiksessions weiß ich nicht, nutze ich nicht. Mag sein, dass da manche Features einfach fehlen, aber nimm das L-8, das hat keine Sub-Gruppen und da ist das Routing auch sehr eingeschränkt. Mit Extern meinte ich genau das und klar, dann sollte man den Main-Mix nicht als Channels in der DAW einbinden. PFL-Funktionen lassen sich umfangreich im Menü je Channel einstellen. Das ausführliche Handbuch hast Du neben den Videos sicher gelesen nehme ich an. Die meisten Podcaster wollen keine steile Lernkurve, die überfordert das Model 12 sicher. Viele nutzen daher den RODECaster Pro oder PodTrak P4, im Clubhouse viele das Behringer Flow 8, was auch immer ein Theater ist, denen die Einstellungen zu erklären. Aber man muss das Model 12 ja nicht kaufen, wenn es zum eigenen Profil nicht passt. Für mich reicht es und was ich brauche kann es.

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            microbug

            Das L-8 kommt nicht in Frage, das hat genau das gleiche Problem wie das L-12: sind beide nicht pegelfest. Entweder übersteuert es sofort oder man dreht leise, erhöht das Gain und zieht sich Rauschen hoch. Hab ich schon mehrfach durch, nein danke. Im Gegensatz zum H6 gibts dort nichtmal einen Limiter im Eingang, der würde massiv helfen.

            Zurück zum Model 12: Daß das Update ewas daran geändert haben soll, daß man die Subgruppe nicht auf den Kopfhörer legen kann, sehe ich nicht.

            Ich spreche nicht von der Nutzung an einer DAW, sondern vom USB Mixausgang für zB Online Sessions, dort ist das Fehlen der Trennung ein Hindernis.
            Beim PFL ist entweder das Handbuch dämlich geschrieben oder die Funktion seltsam, denn PFL soll das Signal ja auf den Kopfhörer legen, ohne daß es an den Ausgang gelangt. Im Handbuch steht etwas von „das Summensignal wird nicht geändert“, was auch immer das heißen soll.

            Podcaster benötigen im allgemeinen keine aufwendige Klangregelung mit Direktzugriff wie sie das Model 12 bietet, das ist eher was für Musiker, und für diese Zielgruppe ist das DIng einfach nicht zuendegedacht, gerade wegen der besagten fehlenden Routings.

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              Stephan Merk RED

              Ich teil das mal auf… – L-8 kann rauschen, ja, wenn man sich eher auf Pegel als das Gehör verlässt. Etwas zaghafter mit dem Gain und dafür mehr Level bewirkt Wunder, habe gute Resultate, auch sehr sehr rauscharm, beispielsweise mit dem RODE TF-5 erreicht. Limiter ja, der fehlt, würde aber ein physikalisches Übersteuern des Preamps nicht verhindern. Man kann schon viel hinbekommen, vielleicht mit etwas Fingerspitzengefühl und mehr guten Ohren als Augen. Ich mag den L-8 und bin immer wieder erstaunt, was der Kleine kann. Bei allerdings geringer Nominalspannung gibt es natürlich Kompromisse, dass er dem Model 12 akribisch und messtechnisch unterliegt. Im Vergleich zu einem Zoom H4n Pro ist er weder besser noch schlechter, beide Geräte verglichen. Gegen 32 Bit Float hat er, wie auch das Model 12, natürlich keine Chance.

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              Stephan Merk RED

              Zum Model 12 verstehe ich Dich vielleicht auch nicht, bin eher ein Praktiker und muss am Gerät sitzen. Ich habe zwei Kopfhörerausgänge und wähle, ob Main-Mix oder Sub-Gruppe. Ist Main gewählt und ich drücke einen der Pfl-Tasten an den Kanälen, wird das Signal gewechselt und ich höre dann nur die gewählten Channels über den Hörer, unabhängig davon, ob die Kanäle scharf geschaltet sind oder nicht, dafür sorgt der zweite Taster, nenne ich es mal invertiertes Muting. Sind sie auf Post gesetzt, muss natürlich der zugehörige Fader offen sein. Im Menü wähle ich, ob ich die Kanäle Post oder Pre abhören möchte. Zum Mix-Minus schrieb ich ist klar, wenn ich den Main-Mix in die DAW und das Signal zurückleite, die Kanäle 1 und 2 auf PC stelle und scharf schalte, gibt es Feedback. Nicht aber bei Pfl und wenn sie deaktiviert sind bzw. auf MTR oder Input stehen. Mag sein, dass das in Deinem speziellen Fall wenig nützt, aber der Artikel ist schon so alt und ich habe noch nie derartige Kritik am Model 12 gelesen. Wer aber wirklich nur USB-Output braucht, wird viele anständigere, vielleicht umfangreichere Pulte finden, vor Allem in diesem Budget.

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