Test: the t.bone SC 440 USB Podcast Bundle

5. März 2021

Mit weniger als 100,- Euro zum eigenen Podcast?

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the t.bone SC 440 USB Podcast Bundle

Mit dem the t.bone SC 440 USB  Podcast Bundle wendet sich das Musikhaus Thomann mit seiner Hausmarke an all die zukünftigen Podcaster, YouTuber, Gamer und Teamspeaker, denen vor dem großen Ruhm noch das nötige Kleingeld für professionelles Studioequipment fehlt. Trotz des niedrigen Preises von insgesamt 95,- Euro für das Bundle soll der Spaß aber nicht durch fehlende Qualität verdorben werden. Wie das in Einklang zu bringen ist? Schauen wir uns mal um in dem Paket, das uns den Weg zum ersten Podcast ebnen könnte.

Was enthält das the t.bone SC 440 USB Podcast Bundle?

Der Lieferumfang des the t.bone SC 440 USB Podcast Bundles umfasst neben dem namensgebenden USB-Mikrofon eine Spinne, also dieses merkwürdig aussehende, runde Klemmdings. Wofür braucht man so etwas? Ganz einfach: Ein Kondensator-Mikrofon ist ein ziemliches Sensibelchen. Was uns auf der einen Seite natürlich freut, weil es unsere engelsgleichen Stimmchen so wundervoll warm und butterweich aufzunehmen und zu verarbeiten weiß. Andererseits bringt es ein empfindliches Mikrofon als Nebenwirkung mit sich, dass auch kleinste Erschütterungen, zum Beispiel am Stativ, übertragen werden. Körper- und Trittschall sind ebenfalls beliebte Eintrittspforten für störendes Gerumpel. Wir zukünftigen Podcaster oder YouTuber arbeiten natürlich auch gern am Schreibtisch und hacken nebenbei auf der Tastatur des Rechners herum, sei es, um im Teamspeak während des Gamings den Avatar auf Missionen zu schicken oder um ein Hörbuch mittels Geräuschen interessanter zu gestalten. All das erzeugt verschiedenste Schwingungen, von denen wir nichts auf unseren Aufnahmen haben wollen. Deshalb wird das Mikrofon in einer sogenannten Spinne von all dem mittels eines Gummibandes entkoppelt und verweigert somit jegliche Aufnahme etwaiger Störgeräusche. So weit ein kurzer Ausflug in die Welt des Wissens, weiter geht’s mit dem Inhalt des Bundles …

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Alles drin, was man zum Produzieren eines Podcasts benötigt: Das the t.bone SC 440 USB Podcast Bundle von Thomann

Das Mikrofon samt Spinne und USB-Kabel ist in einen Kunststoffköfferchen untergebracht, das mit „robust“ etwas schmeichelhaft umschrieben wäre, aber es schützt das Mikrofon ausreichend vor ungestümer Behandlung. Falls das Mikrofon räumlich etwas weiter vom Rechner weg platziert werden soll, liegt netterweise eine USB-Verlängerung von 3 m bei, was zusammen mit dem 180 cm langen Kabel aus dem Koffer ausreichend Spielraum verspricht.

Das mitgelieferte Galgenstativ mit der Bezeichnung Millenium MS 2003 macht einen etwas wackeligen Eindruck, sollte aber im Studio bzw. Wohnzimmer ausreichend stabil sein. Bei vollem Auszug des Galgens muss man aber den Spannknebel schon ganz schön fest anziehen, damit Mikro und Spinne mit einem Gewicht von zusammen ca. 660 g die gewünschte Position beibehalten. Um die Aufzeichnung der so beliebten Explosivlaute – und hier vor allem das „P“ – sanft und gehörfreundlich zu übertragen, liegt dem Bundle ein Popkiller bei. Diese Konstruktion aus einem Kunststoffring und Muttis Strumpfhose wird mittels einer Schraubklemme am Stativ befestigt und kann, dank des flexiblen Arms, in die gewünschte Position zwischen Mikro und Sprecher gebracht werden. Dieser Arm ist ein kleiner, widerspenstiger Geselle, dem man mit etwas Geduld entgegentreten sollte, aber letztlich tut er dann doch zuverlässig seinen Dienst.

Für die Freunde der gepflegten Lektüre ist ein Wendebuch beigelegt, das von vorne nach hinten gelesen auf Deutsch und von hinten nach vorne gelesen auf Englisch die Grundlagen und die Geschichte des Tonstudios vermittelt. Auf leichte, auch für Anfänger verständliche Art und Weise erfährt man hier viel über die verschiedenen Aufnahmetechniken und die Funktion und Verwendung von Effekten.

Damit man dieses erlesene Wissen dann auch gleich ausprobieren kann, darf man sich die Magix Samplitude Pro X Silver Audio-MIDI-Sequencer-Software downloaden. Dabei handelt es sich um eine vollwertige, sogenannte DAW. Das steht für Digital Audio Workstation und ist nicht weniger, als ein komplettes Tonstudio für den heimischen PC oder Mac. Der Umfang dieser Software würde einen extra Bericht rechtfertigen. Hier sei nur soviel gesagt: Den Einsteiger werden die Möglichkeiten dieser Software wahrscheinlich gnadenlos überfordern.

Der Download klappt problemlos, allerdings muss man reichlich Platz auf dem Rechner freimachen, mit allen Content-Dateien kommt man auf rund 5 GB, die es sich auf dem Computer bequem machen wollen. Das war’s, der Karton ist leer. Was ich ein klein wenig vermisse, ist ein Studiokopfhörer. Gerade bei Sprachaufnahmen ist es wichtig, sich selbst gut zu hören. Aber die meisten von uns haben sicher sowieso schon einen mehr oder weniger brauchbaren Hörer zu Hause. Aber im Bundle würde ein möglichst geschlossener Hörer zusätzlich eine wirklich gute Figur machen. Der HD 1000 Kopfhörer aus dem Hause Thomann wäre für unter 20,- Euro zu haben, den sollte man sich dann schon dazu bestellen.

Das Podcast Bundle in der Praxis

Das Mikrofon wird mit beiliegendem USB-Kabel mit dem Rechner verbunden. Nach wenigen Sekunden hat sich der Computer mit dem Gerät vertraut gemacht und erkennt das SC 440 Mikrofon als Audio-Eingabegerät und kann mit jeder beliebigen Software, die die Aufzeichnung von Audiosignalen unterstützt, verwendet werden. Dazu gehören natürlich auch Anwendungen für Videoschnitt. Wer also ein Video vertonen oder eine Diashow mit Audiokommentar versehen möchte, kann mit dem the t.bone SC 440 USB Podcast Bundle direkt loslegen.

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Das Kondensator-Mikrofon the t.bone SC 440 USB eignet sich für jede Anwendung am Computer, die mit Audioaufzeichnungen arbeitet

Die für ein Kondensatormikrofon benötigte Spannung bezieht das SC 440 aus dem USB-Anschluss, hier wird keine zusätzliche Stromversorgung benötigt. An einem externen, aktiven USB-Hub funktioniert das Mikrofon ebenfalls ohne Probleme. Das Mikrofon selbst hat einen angegebenen Frequenzgang von 30 – 18.000 Hz. Das sollte für unsere Einsatzzwecke reichen. Das menschliche Ohr kann zwar im besten Fall auch Frequenzen unter- und oberhalb dieser Grenzen wahrnehmen und gute Kondensatormikrofone haben auch oft einen Frequenzgang von 20 – 20.000 Hz, ob man als Nicht-Profi diesen Unterschied hört, wage ich aber zu bezweifeln. Die menschliche Stimme jedenfalls befindet sich, mit allen Obertönen, im Bereich von 80 – 12.000 Hz. Es wird also alles aufgezeichnet. Ob dann einzelne Frequenzen verstärkt oder abgeschwächt aufgenommen werden, sagt uns das aber nicht.

Welche Richtcharakteristik hat das Mikrofon?

Die Richtcharakteristik des Mikrofons ist eine Superniere. Was ist das jetzt schon wieder? Jedes Mikrofon hat einen Bereich um sich herum, aus dem es die Schallwellen aufnehmen kann. Hierbei gibt es verschiedene Formen, zum Beispiel Keulen, Kugeln, oder eben auch nierenförmige Bereiche. Die hier verwendete Superniere kommt der Sprachaufzeichnung entgegen, weil nur der Bereich vor dem Mikrofon den Weg in den Computer findet. Da wir anfangs natürlich erstmal keine idealen Studiobedingungen vorfinden werden, wie zum Beispiel eine gedämmte Sprecherkabine, die den Schall der Wände eliminiert und damit den ungewollten, dröhnigen Raumklang verhindert, kann uns die Nierencharakteristik des Mikrofons helfen, nicht allzu viel vom ungewünschten Raumklang zu übertragen.

Wie das dann klingt, hören wir uns gleich an. Das Mikrofon verfügt über einen Grenzschalldruck von 134 dB. Also müsste man schon ordentlich brüllen, um das Mikrofon an die Kapazitätsgrenze des Impedanzwandlers zu bringen. Das ist, das sei den Einsteigern ohne Fachwissen gesagt, genug.

Wie klingt das the t.bone SC 440 Mikrofon?

Hören wir uns das SC 440 Mikrofon mal an. Zum direkten Vergleich steht mir das AKG Lyra USB-Mikrofon zur Verfügung. Ich bespreche die Mikrofone jeweils einmal im Abstand von ca. 5-10 cm und einmal im Abstand von etwa 20 cm. Eine Nachbearbeitung des Signals fand nicht statt, ihr hört das direkte Signal der Mikrofone mit möglichst gleichmäßiger Aussteuerung. Deutlich zu hören ist beim the t.bone SC 440 USB Podcast Mikrofon der etwas überbetonte Bassbereich bei der Nahbesprechung im Vergleich zum AKG Lyra. Das kommt der beliebten „Radiostimme“ aber deutlich näher. Mit Abstand zum Mikrofon wird bei Vollaussteuerung das Signal ausgewogener, allerdings auch deutlich leiser als beim AKG. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Signal, das vom SC 440 aufgezeichnet wird, eine großartige Basis zur weiteren Bearbeitung darstellt.

Wer das Mikrofon benutzen möchte, um eine akustische Gitarre aufzunehmen, dem möchte ich an dieser Stelle auch gern helfen. Zum Einsatz kommt meine Ibanez Artwood AW54CE-OPN, einmal mit Fingerpicking und einmal mit Plektrum. Das Mikrofon wird vor dem Schallloch positioniert. Hier lohnt sich allerdings auch das Experimentieren mit verschiedenen Positionen, so kann bereits ohne Einsatz eines Equalizers ein mehr als ansprechendes Signal aufgezeichnet werden. Auch hier zeigt sich eine leichte Überbetonung des Bassbereichs, den ich persönlich jetzt mit Hilfe eines Lowpass-Filters entschärfen würde. Wie gesagt, das Signal ist komplett unbearbeitet, aber die Basis ist großartig.

Fazit

Alles in allem ist es schon sensationell, was man hier für 95,- Euro geboten bekommt. Sowohl im eigenen kleinen Podcast-Studio als auch für weiterführende Projekte, wie zum Beispiel die Aufnahme einer akustischen Gitarre. Wer ausschließlich seine eigene Stimme aufnehmen will, findet bei Thomann übrigens auch ein Bundle mit Tischstativ und Schallabsorber für 99,- Euro. Für mich ist lediglich die Qualität des mitgelieferten Mikrofonstativs fragwürdig, das dem Gewicht von Mikrofon und Spinne bei vollem Auszug des Galgens nicht genug entgegensetzen kann. Der Sound und das Preis-Leistungs-Verhältnis des the t.bone SC 440 Podcast Mikrofons gehen, vor allem im Bundle mit Stativ, Popfilter und Software, mehr als in Ordnung.

Plus

  • Qualität des Mikrofons
  • einfache Installation

Minus

  • kein Kopfhörer im Lieferumfang
  • Stativ nicht sonderlich stabil

Preis

  • 95,- Euro
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      Jan Steiger  RED

      Richtig, das ist mir durchgerutscht. Als Mac User ist man aber sogar besser dran, weil Garage Band sowieso am Start ist und wesentlich einfacher zu bedienen ist. Der Preis geht trotzdem noch voll in Ordnung. Aber danke für den Hinweis!

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